Mittwoch, 20. Juni 2018

Mehr Krampf als Kampf

Seit Wochen geht es nicht mehr voran an der Börse. Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten halten sich die Waage. Wobei die schlechten deutlich mehr Beachtung finden.

Die schlechten Konjunkturnachrichten haben sich in letzter Zeit doch gehäuft. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einem belastet die US-Handelspolitik, die auf Konfrontation und zunehmenden Protektionismus setzt. Des Weiteren haben die Frühindikatoren auf breiter Front nachgelassen, so etwa das Ifo-Geschäftsklima, das seit dem Hoch im Dezember viermal gefallen ist. Und drittens sind wichtige Daten wie die Industrieproduktion oder der Auftragseingang in Deutschland und im Euroraum schlechter ausgefallen. Dazu kommt politische Unruhe in der EU mit dem Streit zwischen CDU und CSU als neuestem Highlight.

Insgesamt hat das dazu geführt, dass die Wachstumsprognosen von den Instituten reihum gesenkt werden. Entsprechend sind die Aktienkurse zuletzt wieder gefallen. Dennoch: Die Konjunkturdaten sind absolut gesehen immer noch auf hohem Niveau. Ein Abschwung oder gar eine Rezession ist nicht in Sicht. Hierfür fehlen die üblichen Anzeichen, wie beispielsweise eine inverse Zinskurve.

Auch wenn man es angesichts der Unruhe kaum glauben mag, sind die Aussichten für das kommende Jahr weiterhin befriedigend bis gut. Vor allem das Zinsumfeld dürfte auf absehbare Zeit — zumindest in Europa — günstig bleiben. Dies bekräftigte der EZB-Rat auf seiner Sitzung in der vergangenen Woche.

Also alles halb so wild? Sind die schwächeren Konjunkturdaten nur eine „Delle“? Dann dürften auch die jüngsten Kursverluste nur eine Korrektur darstellen. Studien zufolge ist die Performance der Aktienmärkte während Fußballweltmeisterschaften ...

Dienstag, 29. Mai 2018

Schlagzeilen und ihre Relevanz

Donald Trump will noch einmal die Steuern drastisch senken. Nur eine von vielen Nachrichten, die gerade für Kursbewegungen sorgen. Zumindest temporär. Denn nicht alles ist wichtig für die Börse.

Bisweilen ist es schwer, hinter all den Schlagzeilen, die Woche für Woche durch die Medien geistern, die für die Börsenentwicklung relevanten Nachrichten herauszufiltern. Wie wichtig ist das wirklich alles? Handelskonflikte, der Ölpreisanstieg, Italiens gescheiterte Regierungsbildung, Trumps überraschende Ankündigung, vor den November-Wahlen nochmals die Steuern zu senken?

Um das einzuschätzen, muss man etwas  tiefer graben. Die Steuerpläne und der Ölpreis beispielsweise sind wichtige Faktoren für die US-Haushalte. Die wiederum sind für zwei Drittel der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Wie steht es also um die Konsumenten in der bedeutendsten Volkswirtschaft der Welt? Laut TV-Sender CNN sind 40 Prozent der Amerikaner nicht in der Lage, in einem Notfall 400 Dollar aufzubringen. Das ist besorgniserregend, auch weil sich der Sender auf Daten der US-Notenbank beruft. Außerdem zeigen Auswertungen von Google Trends sowie diverse Stimmungsindikatoren, dass die Konsumausgaben zuletzt nachgelassen haben. Gleichzeitig kann man in den USA aber fast schon von Vollbeschäftigung sprechen. Geht es also schlicht und einfach gar nicht mehr besser? Kann es ab jetzt nur noch bergab gehen?

In der Vergangenheit war es immer so, dass vor einer Rezession die Konsumausgaben deutlich nachließen. Jedoch braucht es gut sechs Monate, um hier eine Trendwende zu erkennen. Und dies ist aktuell nicht der Fall. Allerdings sollten Anleger das Thema im Auge behalten, da vor allem die Autoverkäufe zuletzt deutlich weniger wurden. Gleichzeitig sind aber die Haus- und Wohnungskäufe weiterhin sehr stabil — in den USA werden diese zu den Konsumausgaben gerechnet.

Diese Daten deuten also eigentlich darauf hin, dass im Bereich Konsum alles in Ordnung ist. Warum also die negativen CNN-Schlagzeilen? Und ...

Mittwoch, 23. Mai 2018

Langer Atem und kurze Beine

Der Mai neigt sich dem Ende zu. Für Börsianer war es ein sehr erfolgreicher Monat. Und weil die wichtigen Termine überwiegend abgearbeitet sind, können Aktionäre erst mal durchschnaufen.

Es war eine gute Woche für Anleger. Am Aktienmarkt ging es deutlich nach oben. Und auch andere Risikoanlagen legten zu — Rohstoffe beispielsweise. Interessant auch, dass zyklische Aktien die defensiven Werte deutlich übertrafen. Ein gutes Zeichen. Seit Anfang April legte der DAX somit sieben Wochen in Folge zu und gewann dabei rund 1300 Punkte. Das ist schon ordentlich. Auch der Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten ist gelungen. Na ja ... zumindest temporär.

Doch warum läuft es jetzt wieder so gut? Ist die starke Performance an den Aktienmärkten eine späte Reaktion auf die hervorragende Gewinnsaison? Oder hat es mehr mit den etwas schwächeren Inflationszahlen in den USA zu tun, wodurch die Sorge um eine allzu restriktive Notenbankpolitik wieder weniger wurde? Vermutlich ist es ein Mix aus mehreren Faktoren. Jedenfalls kommt damit wieder die Hoffnung auf, dass der mehrjährige Bullenmarkt noch nicht vorbei ist und dass riskante Anlagen in den nächsten Monaten weitere Gewinne bringen.

Allerdings sind die Risikofaktoren auch nicht ohne. Die Kombination aus steigenden Rohstoffpreisen (vor allem Öl!) sowie den höheren US-Renditen ist nicht ungefährlich. Und dazu kommt, dass die Bewertungen an den Aktienmärkten auch nicht mehr ganz billig sind.

Ein weiterer Grund für die stabileren Börsen ist vermutlich auch, dass den Nachrichten aus der Politik wieder weniger Bedeutung beigemessen wird. Ein gutes Beispiel hierfür liefert ...

Mittwoch, 16. Mai 2018

Von grün nach gelb nach rot

Wenn man das Risiko von Aktieninvestments mit einem Ampelvergleich erläutern will, dann haben wir es aktuell mit einer Gelbphase zu tun. Verkaufen müssen Anleger also noch nicht.

Die Aktienkurse sind zuletzt wieder gestiegen, die Bedenken jedoch nicht weniger geworden. Als da wären (in beliebiger Reihenfolge): die Handelskonflikte, die steigenden Zinsen, die flache Zinskurve, der steigende Ölpreis und schließlich die Notenbankpolitik. Alles Risiken, die man durchaus kennen und ernst nehmen sollte. Allerdings — die Ampelanalogie sei erlaubt — leuchten die Warnsignale alle nicht rot auf, sondern schlimmstenfalls gelb. Auf einen Bärenmarkt und/oder eine Rezession weist bislang nichts hin.

Die größte Furcht der Anleger ist sicher die, dass die Notenbanken — namentlich die US-Fed — in diesem Jahr den Fehler begehen, zu schnell und zu drastisch die Zinsen zu erhöhen, während gleichzeitig unter Umständen die Dynamik der Konjunkturentwicklung nachlässt. Die Folge wäre dann wohl eine Rezession und das Ende der seit 2009 andauernden Rally an den Aktienmärkten.

Doch was bedeutet „zu schnell und zu drastisch“? Ein Indikator hierfür lieferte in der Vergangenheit recht verlässlich  der US-Arbeitsmarkt. Wenn nämlich der Jahreszuwachs an neuen Stellen geringer ausfiel als die Jahressteigerung der Leitzinsen, dann folgte immer eine Rezession, Startpunkt irgendwann in den darauffolgenden zwölf Monaten. Noch ist dies aber nicht der Fall, die Jobmaschine läuft und läuft. Allerdings könnte sich das — bei aller Vorsicht — 2019 ändern.

Eine weitere große Sorge betrifft die Zinsentwicklung und den Umstand, dass die Renditekurve immer flacher wird, die Zinsen am kurzen wie am langen Ende sich also annähern. Letzteres war in der Vergangenheit ebenfalls ein Warnsignal dafür, dass die Wirtschaftsentwicklung am Kippen ist. Was das absolute Niveau des Leitzinses betrifft, zeigt die Erfahrung, dass dies erst ab etwa fünf Prozent ...

Mittwoch, 9. Mai 2018

Von Delegationen und Spekulanten

Amerikaner und Chinesen suchen nach einer Lösung im Handelsstreit. Was zu erwarten war. Die Börse reagiert zunächst verschreckt, dann aber doch mit steigenden Kursen. Wie es weitergeht.

Man redet nun also doch miteinander. Eine hochrangige Delegation um den amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin, Wirtschaftsminister Wilbur Ross, den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sowie die Wirtschaftsberater Peter Navarro und Lawrence Kudlow war nach Peking gereist, um mit der chinesischen Regierung Lösungen im schwelenden Handelsstreit zu suchen.

Ein bekanntes Muster der Regierung Trump: erst die verbale Eskalation, dann die Gespräche und schließlich doch ein Kompromiss. So auch dieses Mal. Es gab zwar keine Einigung, sondern lediglich einen Austausch von Forderungslisten — aber immerhin: Man will weiterverhandeln. „Es ist gut, irgendwo anzufangen“, schrieb die chinesische Staatszeitung „Global Times“ in einem Kommentar.

An der US-Börse sorgte dieses Trump-typische Vorgehen trotzdem immer noch für Unruhe — erstaunlich. Am Tag der China-Reise rutschten die Kurse im Tagesverlauf um mehr als 1,6 Prozent nach unten. Im weiteren Tagesverlauf erholten sich die Notierungen jedoch wieder deutlich. Schließlich gibt es abseits der Handels-Story noch andere Faktoren zu beachten. Etwa den Umstand, dass die Zahlen zu den Auftragseingängen der US-Industrie positiv überraschten. Und auch die neuen Arbeitsmarktzahlen wurden für gut befunden: Die Arbeitslosenquote war im April überraschend deutlich auf 3,9 Prozent gefallen und hat somit den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.

So langsam muss sich ja auch was tun an der Börse! An der amerikanischen vor allem. Insgesamt waren die US-Anleger in den zurückliegenden Wochen nämlich sehr unentschlossen. Es ging nicht mehr recht vorwärts. Dies zeigt sich charttechnisch in einer großen Dreiecksformation, die sich seit dem Abverkauf von Ende Januar entwickelt hat. Anders beim DAX. Hier hat die Erholung deutlich mehr Zug nach oben, und der deutsche Leitindex nähert sich schon wieder der 13 000er-Marke.

Skeptiker machen sich jetzt Sorgen. Dass die Kurse sich so konträr entwickelten, sei Zeichen einer sich abzeichnenden „Bullenfalle“. Andere ...

Mittwoch, 2. Mai 2018

Schwerter zu Pflugscharen

Verbal wird abgerüstet: Donald Trump hält sich zurück. Und in Korea geschieht gar Historisches. Den Kursen an den Aktienmärkten tut das gut. Die Sommermonate könnten dieses Jahr erfreulich ausfallen.

Die Zinsen für zehnjährige amerikanische Anleihen sind jetzt also doch über die Schwelle von drei Prozent gestiegen. Das ist durchaus beachtenswert, lag doch die Rendite zuletzt im Jahr 2011 auf derart hohem Niveau. Die Stimmung an den Aktienmärkten war für einige Tage entsprechend schlecht. Bei drei Prozent, so war wohl die Überlegung, könnte doch der eine oder andere Anleger schwach werden und von Aktien in Anleihen umschichten. Doch es blieb dann bei einer nur kurzen Verunsicherung. Denn so einfach ist es eben doch nicht mit dem Zusammenhang von Zinsen und Aktien — nicht automatisch bedeuten steigende Zinsen fallende Aktienkurse.

So hat eine neue Studie der US-Bank JP Morgan noch einmal gezeigt, was erfahrene Börsianer ohnehin schon wissen: Historisch gesehen sind die Kurse an den Aktienmärkten in der Vergangenheit nämlich sogar gestiegen, wenn es mit den Renditen aufwärtsging — allerdings nur solange der Zins unter fünf Prozent blieb.

Beruhigend wirkte in den zurückliegenden Tagen zudem, dass sich laut einer aktuellen Umfrage die professionellen Geldverwalter zurzeit wohl erst ab einem Zinsniveau von 3,5 Prozent größere Sorgen machen. Das hilft, um als Anleger nicht wieder gleich panisch zu werden. Und weil zur selben Zeit auch noch die Friedensgespräche in Korea außerordentlich erfreulich verlaufen sind, hellte sich die Stimmung doch deutlich auf.

Wirklich wichtig für die Börsenentwicklung sind aber andere Faktoren: Das ...

Mittwoch, 25. April 2018

Keine Angst vorm Sommerloch

Der Start in die Berichtssaion ist erfreulich. Wegen der guten Unternehmensgewinne treten belastende Faktoren einstweilen in den Hintergrund. So kann es in den kommenden Monaten weitergehen .

Wir hatten es kommen sehen: Kaum ist das Thema Handelskrieg aus den Schlagzeilen verschwunden, geht es an der Börse wieder um Substanzielles. Unternehmensgewinne und die Richtung der Geldpolitik, das sind die Faktoren, die es zu beachten gilt.

Und Ersteres ist weiterhin erfreulich. Zwar ist die Quartalsberichtssaison noch recht jung, und allzu viele Zahlen sind noch nicht veröffentlicht worden, jedoch stimmt die Tendenz: Rund 80 Prozent der US-Unternehmen haben bislang die Gewinn-erwartungen übertroffen und 70 Prozent die Umsatzprognosen. Das sorgt für eine gewisse Kauflaune an den Märkten.

Mit ansonsten nur wenigen makroökonomisch relevanten Ereignissen tritt also die Mikroökonomie wieder in den Vordergrund. In den USA fielen dabei die großen Banken mit einem deutlichen Gewinnanstieg positiv auf. Auch die Technologiewerte überzeugten bislang, sogar die zuletzt arg gebeutelten FANG-Aktien: Facebook, Amazon, Netflix und Google. Hinzu kamen noch News anderer US-Schwer-
gewichte wie Johnson & Johnson oder American Express, die alle zufriedenstellende Ergebnisse präsentierten. Allerdings ist auch klar, dass die Unternehmen unbedingt liefern müssen. Die positiven Effekte der Steuerreform sind doch zumindest schon teilweise in den Kursen enthalten.

In Europa waren die Meldungen breiter gestreut, jedoch insgesamt ebenfalls erfreulich. Danone übertraf beispielsweise ebenso wie ASML deutlich die Erwartungen, Nestlé und Pernod Ricard vermeldeten ebenfalls gute Zahlen.

Dennoch sind die Umstände im Jahr 2018 auch weiterhin eine Herausforderung, weit mehr als das fast schon reibungslose Umfeld im vergangenen Jahr. Vor allem das Thema Inflation wird wichtig bleiben und das damit verbundene Zinsrisiko. Dass die Renditen im Anleihebereich zu Beginn des Jahres so schnell und deutlich gestiegen sind, zeigt die große Nervosität an den Märkten. Zuletzt waren es die gestiegenen ...

Mittwoch, 11. April 2018

Viel Lärm um wenig


Fast scheint es so, als ob nur noch Nachrichten rund um die Handelspolitik der US-Regierung das Auf und Ab an den Börsen bestimmen. Dabei scheinen sie die ganze Aufregung gar nicht wert zu sein.

An der Börse geht es immer wieder auch darum, die wichtigen Nachrichten von den unwichtigen zu trennen. Man muss als Anleger den Lärm herausfiltern, das Hintergrundrauschen. Sonst verpasst man, was langfristig wirklich zählt. Auch der altgediente Börsenprofi Alfons Cortés von der Schweizer Unifinanz Trust sieht die Gründe in der aktuellen Verunsicherung an den Märkten in einer übergroßen „Nachrichtensensitivität“. Zu viel Lärm. Viel zu viel.

Ausgelöst durch die Politik, die enorme Beachtung bekommt, weil an zahlreichen Orten neue Töne angeschlagen werden. Statt mit dem bisher bekannten Rechts-links-Schema habe man es jetzt mit „Inklusivisten“ zu tun und mit „Exklusivisten“. Gefährlich seien dabei Letztere, weil es danach aussehe, dass sie den Konsensus aufkündigten, der in den westlichen Demokratien über sieben Jahrzehnte zu Wohlstand und Stabilität beigetragen habe, so Cortés. Dabei geht es um Gruppierungen wie Cinque Stelle und Lega in Italien oder die Populisten in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland — oder eben auch um die Regierung in den USA. Ihnen gemeinsam sei die Idee des Rückzugs von Institutionen sowie das Aufkündigen von Gepflogenheiten — die Handelspolitik ist dabei nur ein Beispiel.

Das, sagt Cortés, lähmt die Börse. Und sorgt für Angst. Bislang ist es aber dabei so, dass weder Bären noch Bullen den Sieg davontragen. Ein Crash sei daher durchaus möglich. Ein heilender Schock, seiner Meinung nach. Er könnte den Nachrichtenüberschuss relativieren und den Blick wieder freimachen für das Wesentliche.

Interessante Gedanken. Aber vielleicht geht es auch ohne Crash. An der Börse wird negativen Nachrichten irgendwann schließlich ...

Mittwoch, 4. April 2018

Osterbären und Aprilscherze

Spaßig ist das gerade nicht an der Börse. Aktuell sorgen sehr viele Nachrichten fast schon für Verkaufspanik. Jetzt müssen gute Gewinnzahlen her, damit sich der Markt wieder fängt.

Wer gewinnt die Oberhand an den Märkten? Die Bären? Oder bekommen doch wieder die Bullen die Dinge in den Griff? In den zurückliegenden Wochen gab es sicherlich genügend belastende Faktoren, die für die Bären sprechen. Fundamental wie technisch. Die großen Techaktien beispielsweise, die auch lange zum starken Momentum der Börsen beigetragen haben, sind angeschlagen. Da geht die Sorge vor drastischer -Regulierung um. Es wundert nicht: Zuletzt war die Marktkapitalisierung im Tech-bereich größer als zur Bubble-Zeit Anfang der Jahrtausendwende.

Sollten die großen Techaktien nun als Zugpferde für die Börse ausfallen, müssten andere einspringen. Was gar nicht mal so unmöglich ist. Zuletzt haben zum Beispiel die mittelgroßen und kleinen Werte im Technologiebereich eine Art Führungsrolle übernommen. Gut zu sehen ist das am Nasdaq 100, weil in diesem Index alle Aktien gleich gewichtet sind. Und der lief zuletzt besser als jene Indizes, in denen die Bluechips den Ton angeben.

Ebenfalls einspringen könnten klassische Industrie-Aktien, da zuletzt die Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter — etwa Maschinen oder Gebäude — deutlich zulegten. Insgesamt ist es nach wie vor so, dass die Gewinnaussichten für die Unternehmen allgemein rosig sind. Es gibt sie also doch, die Argumente, die für ein Comeback der Bullen sprechen.

Damit es aber nicht zu einfach wird,   ist auch die Liste der Argumente für die Pessimisten nicht schlecht gefüllt. Hauptargument ist hier nach wie vor der Zins. Genauer gesagt: die strengere Geldpolitik und die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen gerade in den USA.

Dazu kommen politische Sorgen. Zum einen der Handelsstreit, bei dem China 128 US-Produkte mit Zöllen von 15 bis 25  Prozent belegt hat. Kein Aprilscherz. Das belastete die Märkte noch mal richtig. Zuletzt sah es fast nach Verkaufspanik aus. Da muss jetzt eigentlich eine Gegenreaktion nach oben kommen.

Ein weiterer Faktor, der den Börsianern nicht schmeckt, ist ...

Mittwoch, 28. März 2018

Ein Schritt vorwärts, zwei zurück

Der März war kein guter Börsenmonat. Die wichtigen Indizes haben alle stark korrigiert. Dafür gibt es gute und weniger gute Gründe. Im April könnte es aber wieder aufwärtsgehen.

Es sind vier Themen, die den Aktienmarkt stark belasten. Da sind die Zentralbanken, die sich an mehr „Normalität“ versuchen. Gut zu sehen ist das an der US-Notenbank Fed, die sich zuletzt „hawkish“ gezeigt hat, sich also strenger zur Lage der Dinge äußerte, als wir das gewohnt waren. Dazu kommt die Gefahr eines Handelskriegs, auch wenn etliche Länder und Regionen wie etwa die EU, Kanada und Mexiko zunächst von den US-Strafzöllen unberührt bleiben. China aber nicht! Die Unsicherheit zeigt sich zudem daran, dass sich gerade in Exportregionen wie der Eurozone oder Japan die Stimmung in den Unternehmen eintrübt.

Und schließlich belastet der Skandal um Facebook den Gesamtmarkt, da die Aktie in den zurückliegenden Monaten zu den treibenden Kräften an der Technologiebörse Nasdaq gehörte. Alles in allem kann man angesichts dieser Themen schon zweifeln, ob es mit dem globalen Wachstum denn so weitergeht wie gewohnt.

Allein die US-Börse verlor in Kalenderwoche zwölf mehr als sechs Prozent — das gab es schon lange nicht mehr. Die Börse ist damit zurück auf Februar-Niveau und ungefähr auf Höhe der 200-Tage-Durchschnitt-Linie — eine wichtige Marke, nicht nur für Charttechniker. Hält diese Unterstützung nicht, wird es kniffelig.

Trotz allem ...