Mittwoch, 13. Februar 2019

Atmosphärische Störungen

Trotz schlechter Konjunkturdaten und negativer Prognosen sollte 2019 ein gutes Börsenjahr werden. Kurzfristige Kurswackler wären dann gute Gelegenheiten für Investitionen.

Auch wenn es zunächst etwas seltsam klingt, so kann man als Anleger doch zur gleichen Zeit sowohl positiv als auch negativ für die Börse gestimmt sein. Den Unterschied macht der Faktor Zeit. Aktuell etwa sieht es danach aus, als ob 2019 ein gutes Börsenjahr wird. Basis dafür sind der spektakuläre Ausverkauf und das Stimmungstief an den Märkten rund um Weihnachten sowie der ähnlich spektakuläre Umschwung im Januar.

Zweifel sind allerdings angebracht, wenn es um einen etwas kürzeren Anlagehorizont geht — aktuell etwa um die kommenden drei, vier Monate. Denn die vielen Indikatoren, die inzwischen weltweit ein langsameres Wirtschaftswachstum oder gar eine Rezession signalisieren, könnten durchaus auch an den Börsen für Druck und Verkaufslust sorgen.

Gerade um die Konjunktur in europäischen Gefilden muss man sich Sorgen machen. Die Industrieproduktion in Deutschland beispielsweise gab inzwischen vier Monate in Folge nach und veranlasste sogar das angesehene Wirtschaftsmagazin „The Economist“ zu einem Artikel mit der Überschrift „It is Time to Worry About Germany’s Economy — A Sputtering -Engine“. Und wenn der Motor der Wachstumsmaschine stottert, dann kommt auch der ganze Euroraum nicht voran: In Brüssel rechnet man für die Währungsunion in diesem Jahr nur noch mit einem enttäuschenden Wachstum von 1,3 statt wie bisher erwartet 1,9 Prozent.

Einen Grund für die gesenkte Prognose liefert natürlich der Brexit. Abgesehen davon, dass Großbritannien unter einem ungeordneten Abschied aus der EU am meisten leiden dürfte, wären auch die beiden größten Volkswirtschaften im Euroraum, Deutschland und Frankreich, stark betroffen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle geht in einer neuen Studie beispielsweise davon aus, dass allein in Deutschland in einem solchen Fall gut und gern 100 000 Arbeitsplätze in Gefahr sind.

Auch ein inzwischen sehr wahrscheinliches Handelsabkommen zwischen der Volksrepublik China und den USA könnte Europa an empfindlicher Stelle treffen. Wenn China tatsächlich wie angekündigt künftig mehr Güter aus den USA importiert, dann wird man das an anderer Stelle „einsparen“. Um ein Beispiel zu nennen, könnten also mehr Aufträge für Boeing zulasten von Airbus gehen.

Insgesamt also viele belastende Faktoren. Und dennoch sieht es langfristig für Börsianer gar nicht so schlecht aus. So ...

Mittwoch, 30. Januar 2019

Gelungener Neustart

Der Börsen-Januar endet deutlich im Plus. Vor allem weil die US-Notenbank in diesem Jahr flexibler agieren will. Ein konjunktureller Abschwung scheint jedenfalls so schnell nicht in Sicht.

Die Börsen laufen wieder besser. Auch wegen der US-Notenbank Fed. Zum Jahreswechsel vollzog sie einen signifikanten Strategieschwenk und bleibt jetzt bewusst „hinter der Kurve“. Anders gesagt: Die Fed will in diesem Jahr „lieber zu spät als zu früh“ agieren, will vorsichtig und flexibel bleiben. 2019 wird es also wohl keine zwei Zinserhöhungsschritte geben — so wie man es im Vorjahr noch angenommen hatte.

Die Fed hat damit auf die jüngeren Wirtschaftsentwicklungen reagiert: Zum einen ist die US-Inflation trotz des dynamischen Arbeitsmarkts und eines gewissen Lohndrucks moderat. Zum anderen haben die Risiken für die Konjunktur zugenommen: vor allem das langsamere Wachstum gerade in China und in Europa und dazu die viel zitierten politischen Probleme auf dem Globus — von Brexit bis Handelsbeschränkungen.

So oder so ist aber klar: Die USA befinden sich in der Spätphase des laufenden Konjunkturzyklus. Und da ist es für Anleger nie leicht. Die Fed hat mit dem Strategiewechsel nun allerdings für etwas Entspannung gesorgt. Dies beeinflusst auch die Frage, ob und wann die nächste Rezession kommt. Vermutlich wird der nächste Abschwung aber weniger heftig ausfallen als jener der Vergangenheit. Das liegt an besagter flexibleren Haltung der Notenbanken — neben der Fed betrifft das auch die EZB und die Bank of Japan — und auch daran, dass die Wirtschaftszyklen der führenden Volkswirtschaften in den zurückliegenden Jahrzehnten insgesamt stabiler geworden sind.

Herausgefunden haben das die Geldverwalter von JP Morgan Asset Management in einer Untersuchung der elf US-Rezessionen der Nachkriegszeit. Ergebnis: Man kann künftig mit weniger heftigen Abschwüngen rechnen, aber auch mit weniger starken Aufschwüngen. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Der nächste Abschwung könnte später eintreten, als bislang von den meisten erwartet ...

Mittwoch, 23. Januar 2019

Trau, schau, wem

Der gute Start ins Börsenjahr hat viele überrascht. Dabei sind die Indikatoren gar nicht schlecht, wenn man sie denn richtig interpretiert. Trotz Brexit, trotz China, trotz Querelen in den USA.

Das Wichtigste gleich vorweg: Die Handelsgespräche zwischen China und den USA scheinen inzwischen besser zu laufen. Seit vergangener Woche verhandelt eine amerikanische Delegation in Peking. Und anscheinend hat die chinesische Seite einen Schritt nach vorn gemacht und verspricht, deutlich mehr aus den Vereinigten Staaten zu importieren. Das Volumen des Angebots könne für Entspannung im Konflikt sorgen, heißt es aus Peking. Allerdings sind Punkte wie der Technologietransfer oder der Import von landwirtschaftlichen Produkten nach China noch strittig. Einigen sich beide Wirtschaftsmächte, könnte sich die Erholung an den globalen Börsen fortsetzen.

Mit dieser Perspektive sind die Märkte gut ins Jahr gestartet. Aufwärts ging es vor allem an den Schwellenländerbörsen, aber auch Wall Street und etliche europäische Börsen haben sich bislang erfreulich entwickelt. Vielleicht ist es so, dass spiegelverkehrt zu den viel zu optimistischen Erwartungen an die Börsen im vergangenen Jahr der Blick auf 2019 viel zu negativ ist.

Abseits vom politischen Geschehen sind die Indikatoren auch gar nicht so schlecht. Wieder etwas positiver entwickelte sich hierzulande zuletzt etwa der ZEW-Index, der die mittelfristigen Erwartungen von 400 Analysten und institutionellen Anlegern bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung widerspiegelt. „Es ist bemerkenswert, dass sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland angesichts der zahlreichen weltweiten Risiken nicht weiter verschlechtert haben“, kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Vieles sei wohl schon in den Vormonaten vorweggenommen worden.

Die neuen Daten aus China sind ebenfalls passabel, obwohl so manche Schlagzeile anderes suggeriert ...

Mittwoch, 16. Januar 2019

Gute Gelegenheiten

Auch wenn die Risikofaktoren nicht weniger geworden sind, so sind die Chancen an der Börse auch wegen des radikalen Ausverkaufs im vergangenen Quartal erheblich besser geworden.

Wie schnell sich die Dinge ändern. Zwischen Oktober und Jahresende sah es noch richtig mau aus. Ein kräftiger Abschwung, vielleicht eine Rezession schienen im Verlauf des Jahres 2019 angesichts der vielen politischen und konjunkturellen Probleme durchaus möglich. Außerdem waren einige Branchen regelrecht überhitzt gewesen, und in manchen Ländern, etwa in China, schien die Kreditvergabe aus dem Ruder gelaufen zu sein. Alles ordentliche Exzesse, die eben irgendwann korrigiert werden mussten.

Die Börse war im Schlussquartal 2018 entsprechend schwach und rutschte ab. Die gute Nachricht dabei: Das in diesem Jahr wohl schwächer ausfallende Wirtschaftswachstum dürften die niedrigeren Kurse inzwischen widerspiegeln. Und noch besser: Tatsächlich war der Kursrutsch so schnell und heftig, dass auf dem aktuellem Niveau vermutlich sogar eine — milde — Rezession in den Kursen enthalten ist. Und das, obwohl die Gefahr einer Rezession laut der neuesten Indikatorlage sogar wieder gefallen ist.

Allerdings sind die Risikofaktoren damit nicht vom Tisch. Und die sind nicht weniger geworden. Die Schlagwörter sind bekannt: Es geht um den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit, den Zoff zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Kongress (Government Shutdown), dazu die amerikanische Zinspolitik. Es geht um den Brexit, Italien, Bankenprobleme im Euroraum, strukturelle Krisen im Automobilbau und generell die nachlassende Gewinndynamik der Firmen.

Weil Aktien im großen Ganzen aber jetzt deutlich billiger sind, haben ...

Donnerstag, 10. Januar 2019

Den Mutigen gehört die Welt

Mit aller Vorsicht – es sieht nach einer Bodenbildung an den Börsen aus. Vermutlich auch, weil die US-Notenbank flexibler scheint als gedacht. Jetzt muss nur noch die Politik mitspielen.

War das jetzt schon genug Panik in den zurückliegenden Wochen? Genug Panik, um alle nervösen Anleger aus dem Markt zu kegeln? Zeitweise jedenfalls ging es ordentlich berg­­ab, und die Stimmung an den Börsen war teils miserabel. Beispielsweise im Technologiesektor. Je angesagter in den zurückliegenden Monaten und Jahren die Aktie, desto stärker fiel meist das Minus aus — Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Die Luft aus jenen Sektoren, deren Wertentwicklung schon etwas Blasenartiges hatte, ist damit entwichen — zumindest teilweise.

Doch reicht dieser eine lange Kursrutsch als Konsolidierung aus und wird zur Basis wieder steigender Notierungen? Oder kommt da noch mehr, ein weiterer Rutsch, irgendwann demnächst, wenn die Kurse sich etwas mehr stabilisiert haben?

Möglich sind beide Szenarien. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Rezessionsgefahr in der Welt weiterhin gering ist, dann könnte dieser Bärenmarkt schneller vorbei sein, als manche sich dies vorstellen mögen. Vielleicht läuft es ähnlich ab wie ...

Mittwoch, 2. Januar 2019

Mit Schmackes ins neue Jahr

So heftig wie aktuell ging es in einem Börsen-Dezember selten abwärts. Doch sind das jetzt wirklich schon Einstiegskurse? Der US-Präsident findet: ja. Es gibt aber auch Gegenargumente.

Der Übergang ins neue Jahr war spektakulär: Zunächst markierte der Dow Jones mit einem Minus von 650 Punkten den größten Verlust aller Zeiten an einem letzten Handelstag vor Weihnachten. Am ersten Börsentag danach — als Europas Märkte noch geschlossen waren — ging es dann wieder aufwärts: Der US-Leit-index stieg um fast 1090 Zähler. Dies wiederum war nach Punkten der größte Anstieg aller Zeiten.

Doch wie war es dazu gekommen? Vor-angegangen waren anscheinend einige Telefonate des amerikanischen Finanzministers Steven Mnuchin mit den Chefs mehrerer US-Großbanken. Und damit nicht genug: Vor der Wiedereröffnung der Börsen hatte sogar US-Präsident Donald Trump seinen Landsleuten geraten, den Kursrutsch der zurückliegenden Wochen zu nutzen. „Ich denke, es ist eine großartige Gelegenheit, um jetzt Aktien zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit“, sagte der Präsident wortwörtlich vor Reportern. Er habe „großes Vertrauen“ in Amerikas Unternehmen.

Interessanterweise ist es nicht das erste Mal, dass ein amerikanisches Staatsoberhaupt zum Aktienkauf rät. Barack Obama hat dies auch getan, im März 2009, kurz bevor die Märkte tatsächlich wieder nach oben drehten. Auch Ronald Reagan und Richard Nixon äußerten sich ähnlich zur Börse, um zwei weitere Beispiele zu nennen. Keiner tat dies jedoch so häufig wie Trump, der sich 2018 insgesamt 35-mal via Twitter in Sachen Börse zu Wort meldete.

Sicherlich war es aber nicht der Präsident allein, der für die wieder steigenden Notierungen gesorgt hat. Zum einen war eine Gegenreaktion nach den verheerenden Dezember-Wochen schlicht überfällig. Zum anderen kam es auch deswegen zur Kursrally, weil der US-Kongress eine Senkung der Körperschaftsteuer beschlossen hat. Gut für die amerikanischen Unternehmen, jedoch schlecht für den ohnehin arg strapazierten US-Staatshaushalt. Ob die jüngsten guten Börsentage der Beginn einer Trendwende nach oben sind, bleibt jedoch fraglich. Die Exzesse der vorangegangenen Monate und Jahre scheinen noch nicht ausgeglichen — auch wenn der US-Aktienmarkt den schlechtesten Dezember seit 1931 erlebt hat. Und das, obwohl das Jahresende traditionell eine der stärksten Phasen am Aktienmarkt ist.

Es gibt also Gründe, skeptisch zu sein. Die Weltkonjunktur schwächt sich ab, und die US-Notenbank Fed hebt den Leitzins kontinuierlich an, was die Kredite verteuert. Manch einer findet sogar, die Fed habe in ihren Anstrengungen übertrieben, was die „Normalisierung“ des Geldmarkts angeht. Dazu kommen dann noch die Konflike zwischen China und den USA sowie der endlose Brexit-Ärger.

So wie sich die Kurse entwickeln, spricht vieles dafür, dass Anleger es mit einem Bärenmarkt ...

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Was den Bären stoppen könnte

Es sieht mau aus an den Börsen, der Verkaufsdruck ist hoch. Die Probleme sind komplex, schnelle Lösungen daher eher fraglich. Für Geduldige könnte 2019 aber trotzdem gute Gelegenheiten bieten.

Derzeit gibt es wenig Positives von den Märkten zu berichten. Es bleibt schwierig. Da gibt es die Unsicherheiten rund um den Handelskrieg. Dann die merkliche Schwäche in China und Europa. Und schließlich ist immer öfter die Rede von einer nahenden Rezession, Ende 2019, Anfang 2020 — oder man spricht zumindest davon, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession stark zugenommen hat. Weil gleichzeitig die Kurse schwächeln und damit auch charttechnisch einiges an Porzellan zerbrochen wurde, darf man an der Börse von einer heftigen Korrektur sprechen, die sich eventuell in einen massiven Bärenmarkt auswächst.

Das klingt düster. Doch wie immer an der Börse sind die Dinge nicht eindeutig. Konkret könnten zwei Aspekte dazu beitragen, dass sich das Rezessionsszenario doch noch in Luft auflöst. Dies wäre zum einen ein signifikanter Durchbruch bei den sinoamerikanischen Verhandlungen rund um das Thema Handel. Zum anderen wären es neue fiskalische Geschenke aus Washington. Beides hat das Potenzial, eine Euphorie auszulösen und die drohende weltweite Rezession zu einer konjunkturellen Delle abzuschwächen, Aktienmarktrally inklusive. Etwas Ähnliches haben wir 2011 erlebt, als die Europäische Zentralbank mit zusätzlichem Geld die Griechenland-Krise abfing — und damit ebenso die rutschenden Aktienkurse.

Zwei Aspekte also, die den Bärenmarkt stoppen können ...

Freitag, 14. Dezember 2018

Es bleibt kompliziert

Die Märkte sind weiter schwach. Zu viele Probleme zur selben Zeit vermiesen die Stimmung.

Weit abwärts geht es noch? Dies ist wohl die wichtigste Frage, die man sich als Investor derzeit stellt. Auf den ersten Blick ist die Gemengelage fürchterlich. Konnte man sich bis vor Kurzem wenigstens noch an steigenden Kursen in den USA erfreuen, so ist diese Bastion zuletzt auch gefallen. Die Probleme sind mannigfaltig. Da wäre der Faktor Politik: In Europa sorgt der Streit um die Verschuldung Italiens für Unruhe, ebenso das endlose Gezerre um den Brexit. Dazu kommt der Dauerzwist zwischen China und den USA, was das Thema Zölle und Freihandel angeht und der gefühlt von Woche zu Woche neue Eskalationsstufen erreicht.

Dann der Faktor Konjunktur: Weltweit schwächt sich das Wachstum ab. Gleichzeitig haben die Notenbanken aber zum einen ihr Pulver scheinbar schon verschossen (Europäische Zentralbank EZB, Bank of Japan) oder sind schon so weit am „Normalisieren“, dass dies zum Bremsfaktor werden kann (US-Notenbank Fed). Und in China stehen die Verantwortlichen vor dem Dilemma, gleichzeitig den Schuldenberg abtragen zu müssen, ohne dabei die Wirtschaft abzuwürgen (siehe Seite 16).
Und letztlich der Faktor Unternehmensgewinne: Die sind immer noch gut, allerdings lässt die Dynamik bei der Gewinn­entwicklung nach. Je nach Sektor mehr oder weniger. So manche Branche kämpft mit großen strukturellen Problemen.

Nun weiß man aus der Vergangenheit, dass größere Börsenabschwünge immer Hand in Hand gingen mit einer Rezession. Bisher ging man stets davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im kommenden Jahr oder 2020 sehr gering ist. Das hat sich allerdings geändert. Der viel beachtete Rezessionsindikator des Analyse-Instituts Ned Davis Research (NDR) geht inzwischen von einer Rezessionswahrscheinlichkeit von mehr als 80 Prozent für die Weltwirtschaft aus — die USA allerdings ausgeklammert. Dort steht der Indikator im krassen Gegensatz dazu bei nur 30 Prozent.

Genau diese Diskrepanz macht es so schwer, die Lage an den Märkten zu beurteilen. Die Entwicklung weltweit ist alles andere als homogen. Die US-Bank Morgan Stanley nennt die Korrektur an den Märkten daher recht passend einen „rollenden Bärenmarkt“. Anstelle ...

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Entscheidende Tage

So ganz will man sich noch nicht verabschieden von der Hoffnung auf eine Jahresendrally. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr. Trump und Co haben zwar gut vorgelegt, doch letztlich hängt es jetzt wohl an den Briten. 

Hat man man sich also doch geeinigt im Handelsstreit? Oder haben wir es lediglich mit einem Aufschieben des Problems zu tun? Zusammengesetzt hat man sich jedenfalls: Donald Trump und Delegation sowie sein chinesischer Widerpart Xi Jinping, ebenso mit Delegation. Es war fast nicht zu vermeiden, schließlich waren beide Parteien Teil des G-20-Gipfels in Buenos Aires.

Vereinbart wurde zunächst eine Frist von 90 Tagen, während der „die Waffen“ ruhen sollen und weiterverhandelt wird. Die geplante Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Exporte in die USA fällt also erst einmal aus. China hat wohl auch zugesagt, dass man selbst deutlich mehr US-Produkte importieren will. Zudem soll über heiße Eisen gesprochen werden, beispielsweise über Urheberrechtsschutz oder Marktbarrieren. Die Börse goutierte die Vereinbarungen mit anfänglich deutlichen Gewinnen, auch die Notierungen an den Rohstoffmärkten legten ordentlich zu. Kommt sie also doch noch, die viel beschworene Jahresendrally?

Das Jahr neigt sich jedenfalls dem Ende zu. Und es wird als ein schwieriges in die Geschichte eingehen. Denn fast alle Anlageklassen werden — sofern sich nichts Dramatisches mehr tut — mit einem Minus dastehen. Lediglich US-Aktien schafften dank des starken Dollar wenigstens für Euroanleger ein Plus. Selbst der Goldpreis konnte sich dem allgemeinen Abwärtssog nicht entziehen.

Ein ähnliches Szenario gab es zuletzt vor zehn Jahren während der Finanzkrise...

Mittwoch, 28. November 2018

Aktienrückkäufe und die Folgen

Zuletzt haben sich die Kurse zwar wieder etwas erholt, doch die Korrektur der zurückliegenden Wochen war heftig. Sogar an der US-Börse, die sich in diesem Jahr anfangs noch am besten gehalten hatte. Über Ursachen und Wirkungen.

Es dreht sich gerade viel an den Märkten. Beispiel USA: Die Wall Street konnte sich lange gegen den Abwärtstrend wehren, der im Verlauf des Jahres viele Märkte erfasst hat. In den vergangenen Wochen traf es US-Aktien dafür umso heftiger. Vor allem an der Nasdaq ging es deutlich abwärts. Bisherige Anlegerlieblinge wie Facebook oder Amazon verloren über 20 Prozent, bei Apple war es fast so schlimm. Bemerkenswert, weil dies die bisherigen Antreiber der Aktienrally waren.

Im Gegensatz dazu hielten sich Titel aus eher traditionellen Branchen wie American Express oder Coca-Cola sehr gut. Haben wir es hier also mit der üblichen — und durchaus gesunden — Branchenrotation zu tun, die zum Auf und Ab der Börse einfach dazugehört? Werden teure Aktien verkauft und stattdessen Value-Titel aufgestockt?

In einem gewissen Maß ist das sicher so. Aber eben nicht ausschließlich. Tech­unternehmen haben auch deswegen stark zur Rally beigetragen, weil ...