Mittwoch, 15. März 2017

Mehr, immer mehr

Es scheint, als ob an den Börsen die Gier derzeit den Verstand überwiegt. Hohe Bewertungen werden ignoriert. Das muss Anlegern, die ein paar Grundregeln beherzigen, dennoch keine Sorgen machen.

Das ist ja schon eine tolle Sache: Die Börse hat so richtig Momentum. Sie läuft und läuft. Fast reibungslos. Nicht wie ein Perpetuum mobile. Aber vielleicht wie ein Elektromotor mit Schwungmasse, der ein ab und zu mal auftretendes Stottern einfach und fließend überwindet. Momentum eben. Und das macht es leicht, weil man als investierter Anleger eigentlich nur eins machen muss: laufen lassen. Und den Stoppkurs nachziehen, wenn man so ein Instrument überhaupt anwendet.

Momentum also. Das ist das Zauberwort. Der Begriff Bewertung dagegen, tja, der scheint zweitrangig. Gebraucht wird das Argument zwar gern, und zu Recht  kann man deswegen Zweifel an der Rally haben, doch gegen das Zauberwort Momentum kommt die Bewertung gerade einfach nicht an. Wir haben das in der vorangegangenen Ausgabe an dieser Stelle ja schon geschrieben: Die Bewertung ist recht hoch, sie scheint etwas gedehnt oder überdehnt. Aber so ist das eben an der Börse: In einer ausgeprägten Rally-Phase zieht der Faktor Bewertung einfach nicht recht. Auch wenn das manchen vielleicht ärgert, gilt derzeit anscheinend die simple Börsenregel: Teure Märkte können noch teurer werden. Und Kurse fallen nicht zwangsläufig, auch wenn schon sehr viele Investoren längst jede Menge Geld in den Markt gesteckt haben. An der Wall Street nennt man das einen „Crowded Long“. Aber: Die Bewertung liefert in einem solchen Marktumfeld immerhin eines — eine Kennzahl, die etwas über das Risiko aussagt. Und das nimmt zu.

Die Erwartungen an der Börse sind hoch. Nehmen wir den Faktor Politik: Allein die Tatsache, dass in den USA die Republikaner den Präsidenten und beide Kammern des Kongresses stellen, hat dafür gesorgt, dass „Animal Spirits“ (O-Ton „Wall Street Journal“) die Bewegungen an der Börse dominieren. Die Gier eben. Und die ist groß. Hier dagegenzuhalten und etwa auf fallende Kurse zu spekulieren, kann höchst gefährlich sein. Zumal ja trotz der Zinserhöhungstendenzen in den USA in anderen Regionen, namentlich in Europa und Japan, die Notenbanken auch weiterhin für frisches Geld sorgen und somit die Gier der Börsianer nicht wirklich bremsen.

Vielleicht sollte man als Anleger in der aktuellen Phase also anderen Indikatoren mehr Bedeutung schenken als den Bewertungen. Ein Blick auf ...

Donnerstag, 9. März 2017

Hipp, hipp, hurra

Aufwärts geht's. Ohne Zwischenstopp. Aber wie lange noch? Kurzfristig mahnt inzwischen einiges zur Vorsicht. Langfristig scheinen die Dinge noch in Ordnung zu sein. Jedoch mit einem Aber.

Das vielleicht meistbenutzte Attribut für die Börsenentwicklung der zurückliegenden Wochen war wohl der schöne Begriff "Allzeithoch". Zumindest für die Anleger, die investiert waren und sind, sei es im DAX, Dow Jones oder Nasdaq, oder auch an den Börsen in Fernost, in China etwa. Denn ein Rekord folgte auf den anderen. Vielleicht ist auch deswegen so langsam aber sicher Vorsicht angesagt. Kurzfristig jedenfalls. Denn was die Bewertung am Markt angeht, ebenso wie den Ausblick für die Zinsen, das Wirtschaftswachstum und die Börsenpsychologie, nehmen die Warnsignale nun doch zu.

Demgegenüber steht die politische Entwicklung - gerade die in Washington. Denn die wird anscheinend immer noch als positiv für die Börse eingeschätzt, zumal in einer neulich gemachten Umfrage gleich drei Viertel der US-Anleger angaben, dass sie den Faktor Politik als ausschlaggebend für die kommenden sechs Monate an der Börse sehen. Es scheint klar: Alles was da an Vorstößen kommt in Sachen Steuer-und Fiskalpolitik dürfte für ordentlich Volatilität am Markt sorgen.

Doch zu den Warnsignalen. Natürlich kann man trefflich streiten, was denn nun eine angemessene Bewertung ist und was nicht. Und es gibt viele Methoden, wie man sie messen kann. Etwa mit dem Fair-Value-Ansatz von Morningstar, der von aktuell vier Prozent Überbewertung ausgeht. In der Vergangenheit war es eigentlich immer so, dass ab diesem Stadium weitere Kursgewinne eher schwierig zu erreichen waren.

Ein weiterer Punkt für Vorsicht ist die Zinsentwicklung. Die in den USA jedenfalls, in Europa ist ja von einer Zinswende eigentlich so gar nichts zu sehen. Auffällig ist derweil, dass ...

Donnerstag, 16. Februar 2017

Stra­te­gisch gedacht

Das Börsenjahr hat gut begonnen. Doch jetzt kommt es darauf an, wie die Weichen gestellt werden in der Wirtschaftspolitik und beim Kurs der Notenbank Fed. Also: Augen auf.

Goldene Zeiten an der Börse. Zumindest kommt einem das so vor. Die Kurse ziehen stetig an, und die paar wenigen Korrekturen in den zurückliegenden Wochen waren alle nur kurzlebig. Mittelfristig scheint ja auch alles in Ordnung. Ein heftiger Abschwung an den Börsen wird für unwahrscheinlich gehalten. Denn dafür bräuchte es schon eine Rezession. Die Historie zeigt es ja: Mit Ausnahme des Crashs 1987 war zumindest in der jüngeren Vergangenheit ein Kursrutsch immer auch mit einer Rezession verbunden.

Eine solche ist natürlich auch jetzt im Bereich des Möglichen, immerhin hält der konjunkturelle Aufschwung schon überdurchschnittlich lange an. Aber es fehlt dann doch an wichtigen Voraussetzungen dafür: eine Überhitzung der Wirtschaft, allzu euphorische Stimmung an der Börse, überzogene Bewertungen, darauf folgende drastische Zinserhöhungen der Notenbanken, was wiederum einen Abschwung auslöst. Für so ein Übertreibungsszenario scheinen die Aktienkurse noch nicht hoch genug zu sein.

Aber wann sind sie das? Um das herauszufinden, wird man als Anleger in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder nach Übersee schielen müssen - auch wenn man nur in deutsche Aktien investiert. Denn die Kurse, werden in den USA gemacht, an der Wall Street, ob man das nun mag oder nicht.

Es kommt in diesem Jahr insbesondere darauf an, wie die Wirtschaftspolitik der US-Regierung denn nun tatsächlich ausfällt - Stichwort Steuerreform. Vor allem deswegen steigen nämlich die Kurse. Man erwartet Ungeheuerliches. Und es hängt ebenso entscheidend ...

Mittwoch, 8. Februar 2017

Von Gewinnern und Verlierern

Die Kurse halten sich auf hohem Niveau. Die Wirtschaftsdaten sind ja auch recht gut. Wenn da nur nicht die politische Unsicherheit wäre – und ein seltsamer Indikator aus der Sportwelt.

Die New England Patriots haben das Endspiel um die amerikanische Football-Meisterschaft gewonnen, den Super Bowl. Den neuen US-Präsidenten Donald Trump hat das gefreut, er ist bekennender Fan. Börsianer dürften sich dagegen eher ärgern, zumindest diejenigen, die an den vielleicht etwas skurrilen Football-Indikator glauben. Der besagt nämlich: Wenn ein Team gewinnt, das der American Football Conference angehört, schneidet die Börse schlecht ab. Aufwärts geht es dagegen, wenn ein Team der National Football Conference gewinnt. Pech also — die Patriots gehören zur erstgenannten Gruppierung.

Daran mag man nun glauben oder nicht. Fakt ist, dass die Prognose seit 2003 nur dreimal falsch war. Aber geschenkt. Letztlich taugt so etwas wohl doch nur zum Amüsement. Vom Wesentlichen ablenken lassen sollte man sich davon jedenfalls nicht. Das gilt auch, wenn man als Anleger dem Faktor Politik zu viel Beachtung schenkt. Da ist vieles einfach nur Hintergrundrauschen, an der Wall Street sagt man „Political Noise“ dazu. Das gilt aktuell etwa für Präsident Trump jenseits des Atlantiks, aber auch für politische Querelen in Europa, sei es die Unsicherheit um den Ausgang der Wahlen in Frankreich oder das Umfragehoch der SPD in Deutschland. Sicherlich zerrt das eine oder andere davon kurz- oder mittelfristig an den Kursen. Langfristig ist indes nur eines entscheidend: die Fundamentaldaten — das Wachstum muss stimmen.

Das schreibt sich so leicht dahin, könnte man nun einwenden. Fundamentaldaten sind schließlich auch nicht immer so eindeutig. Blickt man in die USA, dann hat man ...

Mittwoch, 1. Februar 2017

Breakout oder Fakeout?

Rekorde an den internationalen Aktienmärkten. Viel Optimismus, aber auch Sorge, was die politische Großwetterlage angeht. Und dann gibt es ja noch diesen vermaledeiten Februar-Effekt.

Was machen wir denn jetzt damit, mit dieser Rally? Der Dow Jones hat, zumindest temporär, den Anstieg über die 20 000 Punkte geschafft — ein neues Allzeithoch für den US-Leitindex. Rekordstand auch beim marktbreiten S & P 500. In Europa, Japan und China stehen — oder standen — die Märkte ebenfalls so hoch wie lange nicht. Aber ist das jetzt tatsächlich ein „Breakout“, wie man an der Wall Street sagt? Oder eher ein „Fake-­out“? Haben wir es mit einem nachhaltigen Durchbruch zu tun, der die Indizes in neue Dimensionen trägt, oder setzte die Januar- Rally erst einmal ein Zwischenhoch, an das sich jetzt ein Seitwärts- oder vielleicht doch ein Abwärtstrend anschließt?

Langfristig stehen die Zeichen immer noch auf „pro Aktien“. Aber kurzfristig, da ist es knifflig. Auch weil es eben nicht nur um die inzwischen ja vielfach bemühte Trump-Rally geht, in Anlehnung an den 45. Präsidenten der USA. Der hangelt sich von Dekret zu Dekret, seit er im Amt ist, und tappt dabei durchaus in die eine oder andere Anfängerfalle oder auch in das eine oder andere Fett­näpfchen. Und trotzdem sind die Aktienkurse gestiegen. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen dafür, dass der Anstieg Substanz hat. Es zeigt nämlich nicht zuletzt, dass die Anleger ihren Fokus darauf richten, was für die Märkte wirklich entscheidend ist, und das sind die Aussichten für das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne.

Eine Studie der Deutschen Bank hat zuletzt ganz gut dargelegt, dass es in den zurückliegenden Monaten zahlreiche positive ...

Donnerstag, 26. Januar 2017

Vision und Realität

Geht die Rally ungebremst weiter? Die Wahl eines neuen US-Präsidenten ging schon in der Vergangenheit meist mit Kursgewinnen einher. Doch mit dem Amtsantritt wird es schwieriger.

Die Märkte sind sehr optimistisch in das neue Jahr gestartet — auch wenn es in den zurückliegenden Tagen beim Dow Jones und beim DAX dann eher seitwärts ging. Doch übergeordnet sieht es ja eher so aus: Egal ob Investoren, Analysten, Unternehmen oder Konsumenten — alle Welt erwartet in den kommenden Monaten einen so noch nie dagewesenen fiskalischen Stimulus. Und das obwohl die Weltwirtschaft ohnehin wächst — wenn auch langsam — und die Welt sich alles andere als in einer Rezession befindet.

An den Aktienmärkten rechnet man also mit einem starken Wachstumsschub. Begünstigt wird der noch, weil die Geldpolitik weiterhin locker ist, auch wenn die US-Notenbank beim Zinserhöhungszyklus bleiben will. Jedenfalls ist die Zuversicht in der Unternehmenswelt groß. Die Lenker der kleinen und mittleren Firmen in den USA beispielsweise sind so optimistisch wie seit 2004 nicht mehr. Sagenhaft. Diese Zuversicht zeigt sich ja auch bei den Gewinnerwartungen der amerikanischen Unternehmen. Die sind zuletzt nicht mehr nach unten korrigiert worden. Optimismus ohne Ende?

Das Problem ist: je größer die Erwartungen, desto größer die Gefahr, enttäuscht zu werden. Denn es gibt auch Widersprüche, was Wirtschaftsentwicklung und Konjunktur angeht. So passen die ...

Mittwoch, 18. Januar 2017

Reichlich Vorschusslorbeeren

Seit der US-Wahl haben Aktien deutlich zugelegt. Vor allem Finanzwerte. Das kommt nicht von ungefähr. Allerdings ist der Anstieg dann doch etwas zu schnell zu weit vorangeschritten.

Es ist so weit. Per 20. Januar ist Donald Trump nun ganz offiziell — Amtseid inklusive — Präsident der Vereinigten Staaten. Damit beginnt auch gleich die vermutlich spannendste Phase der Amtszeit. Denn während der ersten 100 Tage einer neuen Präsidentschaft werden traditionell die wichtigsten politischen Änderungen angestoßen. Weil die unter Trump besonders drastisch ausfallen könnten, dürften auch die Kursausschläge an den Aktienmärkten wieder intensiver werden. Mehr Volatilität also. Und mehr Rotation, was die Branchen angeht.

Zurzeit geht man an der Börse ja ganz offensichtlich davon aus, dass der neue Präsident mit seiner Politik die amerikanische Wirtschaft stimulieren könnte — was sich dann natürlich auch positiv auf Europa und die gesamte Weltwirtschaft auswirken dürfte. Ob es tatsächlich so kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Trumps Äußerungen, die auf mehr Protektionismus hindeuten, werden derzeit jedenfalls noch weitgehend ignoriert.

Doch es wird mit ziemlicher Sicherheit Maßnahmen geben, die man als Aktionär bereits jetzt positiv bewerten kann, etwa die niedrigeren Steuersätze für Unternehmen und Privatpersonen. Viele Anleger hoffen auf eine „Trumpflation“, also eine durch Trumps Wirtschaftspolitik bewirkte Rückkehr der Inflation. Mit entsprechend positiver Wirkung auf die Börse.

Der Aktienmarkt hat dies mit viel Vorschusslorbeeren goutiert. Seit der US-Wahl hat der marktbreite S & P-500-Index beispielsweise um sechs Prozent zugelegt. Beim DAX ging es ähnlich nach oben. Das ist eine Menge. Und sollte daher auch zu Vorsicht mahnen — eine etwas kräftigere Konsolidierung ...

Mittwoch, 11. Januar 2017

Vom Ignorieren der Politik

Die Unsicherheiten des vergangenen Jahres sind längst nicht verarbeitet. Doch trotz aller Risiken gibt es auch etliche positive Aspekte, die hoffen lassen. Eine Übersicht.

Die Börsen sind prima ins neue Jahr gestartet. Der Dow Jones tendiert Richtung 20 000 Punkte, der DAX Richtung 12 000. Statistisch gesehen ist der per Saldo gute Start ein positives Omen für den weiteren Jahresverlauf.

Trotzdem sollten sich Anleger 2017 auf einen vermutlich ähnlich holprigen Verlauf einstellen, wie es im Vorjahr der Fall war. Denn die Themen, die in den zurückliegenden zwölf Monaten für Unsicherheit gesorgt haben, sind alles andere als erledigt. Die Konsequenzen des Brexit, die Folgen der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten oder auch die Auswirkungen des gescheiterten Verfassungsreferendums in Italien sind weitreichend, die Tragweite dieser Richtungsentscheide kaum abschätzbar.

Zugegeben sind dies alles politische Unsicherheiten, und an den Börsen tendiert man ja dazu, diese Themen irgendwann zu ignorieren. Ganz streichen von der Liste der Risiken sollte man sie als Anleger dennoch nicht. So ist beispielsweise die Menge der Faktoren, die mit dem Brexit zusammenhängen und die den Markt beeinflussen könnten, enorm. Zudem gibt es 2017 in Europa eine Reihe von Wahlen mit höchst unsicherem Ausgang. Und dann sind da noch die Unwägbarkeiten, was den künftigen Kurs der Notenbanken angeht und die Wirkung der bisherigen geldpolitischen Maßnahmen. Die sind deshalb nur schwer einzuschätzen, weil es schlicht an Erfahrungswerten aus der Vergangenheit fehlt.

Wer diese Risiken jedoch zu sehr betont, übersieht ...

Donnerstag, 5. Januar 2017

Zweifler versus Optimisten

Start ins neue Börsenjahr. Die Chancen für weitere Kursgewinne sind gut. Doch Anleger sollten die Risiken nicht verharmlosen – die steigenden Zinsen etwa oder die Weltpolitik. Ein Ausblick.

Wie geht’s nun weiter nach den zurückliegenden fulminanten Börsenwochen? Aufwärts, wie gehabt? Beim Dow Jones sind ja die 20 000 Punkte nicht mehr weit, und wenn der DAX so schnell weiterklettert wie bisher, dann geht es bald um die 12 000er-Marke. Doch gemach. Vielleicht ist das dann doch zu viel der Euphorie. „Es wird keiner mit großem Risiko in die ersten Januar-Wochen starten“, dämpft etwa Robert Halver von der Baader Bank die Erwartungen.

Also besser etwas Vorsicht jetzt? Ohnehin hat der DAX ja nun schon zum fünften Mal in Folge ein Börsenjahr mit Gewinn beendet. Nur während des Internet-booms Ende der 90er-Jahre und bis zum Beginn der Finanzkrise gab es so lange Serien mit Kurssteigerungen. Auch daher wäre vermutlich etwas Vorsicht angebracht. „Es dürfte im Januar eine Art Wettkampf zwischen Zweiflern und Optimisten geben, die den Kursanstieg einzuordnen versuchen“, erwartet etwa Konstantin Oldenburger vom Brokerhaus CMC Markets. Also seitwärts?

Der Wettkampf ums rechte Einordnen geht ziemlich schnell in die erste Runde. Schon am 6. Januar liefern neueste Zahlen zum US-Arbeitsmarkt Rückschlüsse, ob denn die US-Notenbank Fed die Zinsen 2017, wie zuletzt angedeutet, dreimal an-heben wird. Und diese Rückschlüsse dürften auch die Kurse bewegen.

Mittelfristig sieht es indes aber tatsächlich danach aus, als ob die Aktienmärkte weiter nach oben tendieren. Trotz aller Risiken und obwohl die Rally schon so lange läuft. Der Grund ist simpel: Um die Entwicklung der Weltwirtschaft steht es gar nicht so schlecht. So sind etwa die meisten Frühindikatoren positiv, die Rohstoffpreise ziehen leicht an, ebenso die Inflationserwartungen. Dazu kommen wachstumsfördernde Pläne etwa in den USA. Und schließlich sind die Erwartungen der Analysten, was die Unternehmensgewinne angeht, sowohl in Europa als auch in den USA eher moderat. Da sind also positive Überraschungen drin.

Insgesamt deutet dies darauf hin, dass die Geschwindigkeit des weltweiten Wachstums in den kommenden zwölf Monaten moderat zunimmt. Und genau dieser Mix ist gut ...

Dienstag, 20. Dezember 2016

Gefühlte und echte Realitäten

Die Börsen steigen und steigen. Man kann das Jahresendrally nennen oder Trump-Rally. Wie man will. Oder auf ein paar Fakten verweisen, die dafür sprechen, dass der Anstieg noch Platz nach oben hat.

Es läuft. An der Börse in Frankfurt, in London, in New York. Weltweit. Und so richtig stoppen kann diese Börsenrally bislang nichts. Auch nicht die US-Notenbank Fed. Die ist nämlich immer noch zahm. Gut, zuletzt hat sie die Zinsen erhöht. Aber seien wir mal ehrlich: Das ist doch lediglich ein Zinswendchen. Mag ja sein, dass die Fed für 2017 statt zwei jetzt drei weitere Zinssteigerungen einplant. Aber mit Verlaub: Das ist doch nichts, was Aktionäre schrecken sollte.

Anfang des laufenden Jahres — wir erinnern uns — war noch von vier Zinsschritten allein 2016 die Rede. Viel Lärm um nichts, wie man jetzt weiß. Und dies lässt einen dann auch daran zweifeln, dass die jetzt angekündigten Maßnahmen im Jahr 2017 auch tatsächlich umgesetzt werden. Notenbankpolitik ist eben eine Politik des gesprochenen Wortes. Märkte werden mal rauf-, mal runtergeredet, je nachdem, ob Erwartungen gekühlt oder befeuert werden müssen.

Denn eines weiß die Fed ja auch: Grundsätzlich ist die Wirtschaftswelt mit vielen Risiken konfrontiert. Da muss man als Topnotenbank des Planeten vorsichtig sein. Wie heißt es so schön: Zinsschritte werden auch weiterhin „data dependent“ sein, konjunkturabhängig.

Es bleibt also immer noch bei der zweigeteilten Finanz- respektive Notenbankwelt. Während die Fed nun den — wenn auch sehr vorsichtigen — Zinserhöhungsmodus eingeschaltet hat, sind die Kollegen von der Europäischen Zentralbank EZB diesseits des Atlantiks immer noch mit dem Gegenteil beschäftigt.

Dies hat ja auch seine Gründe: Die im Vergleich ...