Dienstag, 16. April 2019

Geduld, das Beste kommt noch

Die Börsen halten sich weiterhin gut. Auch weil die Notenbanken Ruhe geben und die Leitzinsen stagnieren. Jetzt kommt vieles auf die neuesten Gewinn- und Umsatzzahlen der Unternehmen an.

Larry Kudlow, der Berater von US-Präsident Donald Trump in Wirtschaftsfragen, hat neulich Drastisches zum Thema Leitzinsen von sich gegeben: „Ich glaube nicht, dass die Zinsen in absehbarer Zukunft steigen werden“, so der 72-Jährige. „Vielleicht steigen sie sogar nie mehr, solange ich noch lebe.“ Nun muss man wissen, dass Kudlow einst Moderator beim TV-Sender CNBC war und Lautsprecherei zu seinem Hand- respektive Mundwerk gehört. Deftig bleibt die Aussage dennoch, ganz egal, wie hoch seine ganz persönliche Lebenserwartung nun sein mag.

Pikant ist das Ganze aber auch deswegen, weil „der Markt“, also der Durchschnitt an Meinungen und Handlungen der Akteure am Zins- und Anleihemarkt, den so pointierten Herrn Kudlow bestätigt. Kurz gesagt: Am Leitzins tut sich bekanntlich seit dem Jahreswechsel nichts mehr, weil die US-Notenbank Fed seither „geduldig“ sein will. Parallel fallen die Renditen für Anleihen mit langen Laufzeiten, was man so deuten kann, dass die Anleger eher von einer Verlangsamung der Konjunktur ausgehen — und damit sogar von einem weiteren Sinken des allgemeinen Zinsniveaus. Sie kaufen konsequenterweise längerfristige Staatsanleihen, wodurch deren Renditen fallen.

Nun ist Kudlow aber nur der Berater des Präsidenten und nicht ein Teil des Fed-Offenmarktausschusses, des entscheidenden Gremiums in Sachen Leitzins. Und genau der sieht die Sache naturgemäß etwas differenzierter. Aktuell seien die Faktoren, die man dort besonders im Auge behält, „neutral“ — der US-Arbeitsmarkt, die Stimmung der Unternehmen sowie die globale Stabilität insgesamt. Ergo: kein Handlungsbedarf.

Bei näherer Betrachtung zeigen diese Faktoren aber auch, dass sich die Konjunktur in diesem Jahr wohl nicht verlangsamen wird. Im Gegenteil: Ein Risiko ...

Donnerstag, 28. März 2019

Eine Frage der Interpretation

Das Börsenjahr ist bisher erfreulich. Diese Grundtendenz dürfte auch so bleiben, egal ob die Kurse in den kommenden Wochen wieder etwas stärker schwanken. Drei Aspekte machen Hoffnung.

Die Rally an den Börsen ist etwas ins Stocken geraten. Doch das kann Investoren eigentlich nur recht sein: Es gibt in den kommenden Tagen — vielleicht gar Wochen — gute Möglichkeiten, noch einmal nachzukaufen. Grund für die  stagnierenden Kurse sind die zuletzt wieder zunehmenden Konjunktursorgen. So geriet etwa der DAX unter Druck, weil der deutsche Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im März schwächer ausfiel als erwartet. Immerhin legte der Ifo-Index wieder etwas zu, nachdem er sechsmal in Folge gefallen war.

An der Wall Street wiederum rutschten die Kurse, weil der Kurswechsel der US-Notenbank in Sachen Zinserhöhungen derzeit ebenfalls als Indiz für eine nachlassende Konjunkturdynamik verstanden wird. So widersprüchlich ist eben Börse. In den Vorwochen war die Fed-Politik noch positiv interpretiert worden, weil dadurch die Geldschleusen weiterhin offener bleiben als noch im vergangenen Jahr vermutet und befürchtet. Jetzt, als die Fed erneut bestätigte, dass sie ihren Zinserhöhungszyklus abgeschlossen hat, ging es mit den Kursen aber erst mal abwärts. US-Notenbank-Chef Jerome Powell ließ wissen, dass die Fed „nicht mehr den Drang verspürt“, die Zinspolitik zu straffen, da sie den aktuellen Zinssatz nun als neutral betrachtet, also ohne expansiven oder restriktiven Effekt auf die Wirtschaft.

Dazu passt, dass Anleger am Markt für Anleihen am „langen Ende“ stärker investieren als am „kurzen“: Erstmals seit 2007 notiert die Rendite dreimonatiger US-Anleihen mit 2,46 Prozent höher als die Rendite von Papieren mit zehn Jahren Laufzeit, die 2,45 Prozent abwerfen. Diese sogenannte inverse Zinsstruktur spiegelt die Erwartung der Marktteilnehmer wider, dass die Notenbank die Zinsen aufgrund eines vielleicht möglichen Abschwungs wieder senkt.

Was gilt jetzt also? War man ...

Dienstag, 19. März 2019

Neu justiert

Früher hat der Brexit die Börse ausgebremst. Jetzt ist das nicht mehr der Fall. Der Fokus der Anleger hat sich verschoben.

Es ist und bleibt ein Ärgernis: Das Gerangel um den Brexit, den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, findet einfach kein Ende. Eine Abstimmung folgt auf die andere, am Status quo ändert sich dennoch nichts: Stillstand. Kein Durchbruch, weder in die eine noch in die andere Richtung. Auch diese Woche wird wieder abgestimmt. Was vermutlich damit enden wird, dass Premierministerin Theresa May erneut eine Niederlage einstecken muss.

Wenn der ausgehandelte Brexit-Vertrag im Unterhaus also erneut durchfiele, müsste der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag eigentlich einen Aufschub beschließen, um einen harten Brexit zu vermeiden. Und damit stünde schon der nächste Ärger ins Haus. Einem Aufschub würden voraussichtlich nicht alle verbleibenden EU-Staaten zustimmen. So wird schon darüber gemunkelt, dass Italien sich querstellen könnte.

Das einzig Gute am Trauerspiel: An den Märkten spielt das Gezänk kaum noch eine Rolle. Weltweit steigen die Aktienkurse. Auch am Devisenmarkt hat sich die Lage beruhigt. Parallel zu den Brexit-Konfusionen hat das britische Pfund in den zurückliegenden Wochen seine Talfahrt beendet und wertet sogar auf. Dies kann man durchaus als Wette darauf deuten, dass der Brexit überhaupt nicht mehr kommt und auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird.

An den Märkten werden derweil ganz andere Themen gespielt. Vor allem ...

Dienstag, 12. März 2019

Wenn der Fed-Chef Ruhe gibt

Kurzfristig wackelig, langfristig aussichtsreich. Für Aktienanleger könnten sich jetzt gute Kaufgelegenheiten ergeben.

Nachdem die Aktienmärkte gut ins neue Jahr gestartet sind, sieht es jetzt doch nach einer Pause im Aufwärtstrend aus: Das Momentum hat stark nachgelassen. In den kommenden Tagen könnten die Kurse daher wieder etwas mehr schwanken als in den zurückliegenden zehn Wochen. An der Grundtendenz ändert diese — kurzfristig — leicht negative Erwartungshaltung indes nichts. Bis Ende des Jahres sollten die Kurse höher stehen als jetzt. Wie immer ist alles eben eine Frage des zeitlichen Horizonts. Für Investoren, die auf Sicht von etlichen Monaten und Jahren anlegen, könnten sich daher jetzt gute Gelegenheiten zum Nachkaufen bieten. Trader dagegen könnten den einen oder anderen Short-Versuch starten.

Argumente für unruhigere Zeiten gibt es einige. So etwa den verwirrenden neuesten Arbeitsmarktbericht aus den USA. So gab es im Februar wohl nur 20 000 neue Jobs statt der erwarteten 180 000. Eine dramatische Divergenz, die sich schwer erklären lässt. Fehlt es an qualifizierten Arbeitskräften? Legt die Konjunktur eine Vollbremsung hin? Oder sind die Daten statistisch verzerrt? An eindeutigen Interpretationen fehlt es. Genau so etwas schmeckt Börsianern gar nicht und bremst in der Regel die Kauflust. Ein weiterer Faktor, der für Unsicherheit sorgt, sind die gesenkten Erwartungen der Unternehmen im Rohstoffbereich, was deren künftiges Geschäft angeht. Auch dies könnte auf eine generell nachlassende konjunkturelle Dynamik hindeuten.

Dennoch dürfte diese Unsicherheit nur kurzfristiger Natur sein. Gründe hierfür gibt es ebenfalls etliche. Zum einen steht in den USA im kommenden Jahr die Präsidentschaftswahl an. Und Amtsinhaber Donald Trump weiß, dass er wohl nur dann wiedergewählt wird, wenn die Konjunktur läuft — und die Börsenkurse klettern. Entsprechend legt er sich ins Zeug, was den Handelsdeal mit der Volksrepublik China angeht, nimmt er doch an, dass durch ein positives Ergebnis an der Wall Street eine Rally startet. Der Nachrichtendienst „Bloomberg“ berichtet, laut internen Quellen sei Trump geradezu davon „besessen“, die Börse ...

Donnerstag, 21. Februar 2019

Ein Geschenk der Götter

Die Rally an den Märkten hält an, obwohl die neusten Daten zur Entwicklung der Konjunktur eher unerfreulich sind. Anscheinend blickt man schon weiter in die Zukunft und setzt auf eine lockere Geldpolitik.

Seit Heiligabend, als die Aktienmärkte so tief notierten wie lange nicht, ist es sehr schnell und massiv nach oben gegangen. Der breite, 500 Aktien starke Index von S &P beispielsweise legte um gut 18 Prozent zu. Das ist ein kleiner Schock für alle, die diese Rally verpasst haben. Und gleichzeitig wirft sie die Frage auf: Sollte man als Anleger nach einer derart starken Aufwärtsbewegung hier und jetzt vernünftigerweise noch einsteigen?

Das Momentum ist stark derzeit, was den Schluss zulässt, dass sich fundamentale Aspekte dramatisch verbessert haben. Weil es in der Natur der Anleger liegt, in der Regel zu langsam auf neue Rahmenbedingungen zu reagieren, zieht sich diese jüngste Aufwärtsbewegung derart lange hin. Sie wird so lange anhalten, bis die neuen Aspekte eingepreist sind. Und bis auch die letzten Anleger zugegriffen haben, wenn also eine Art Herdentrieb zu einer finalen und übertriebenen Kursbewegung führt.

Der neue Aspekt, der zu der aktuellen Rally geführt hat, ist vermutlich die Wende in der Politik der US-Notenbank Fed. Dort haben nach den "Falken" jetzt anscheinend die "Tauben" das Sagen, um in der Sprache der Wall Street zu bleiben. Man geht jetzt davon aus, dass es eine Art Sicherheitsnetz der Fed gibt, manche sprechen auch in Anspielung auf Fed-Chef Jerome Powell von einem "Powell-Put", also einer Art Option, die einen Kursrutsch absichert. Dies ist deswegen eklatant, weil Powell im Gegensatz zu seinen Vorgängern bis dato als knallharter Verfechter einer strengen Geldpolitik galt.

Powell hat eine Kehrtwende um 180 Grad hingelegt. Das ist dramatisch. Richtig dramatisch. Gut zu sehen ist das auch an den extrem gefallenen Fed Funds Futures, einem Indikator, der wiedergibt, wie die Wahrscheinlichkeit neuer Zinserhöhungen in den USA eingeschätzt wird.

Um es kurz zu machen: Auch wenn die Kurse gerade an der US-Börse stark gestiegen sind, wäre es vermutlich ein Fehler, als längerfristig agierender Anleger ...

Mittwoch, 13. Februar 2019

Atmosphärische Störungen

Trotz schlechter Konjunkturdaten und negativer Prognosen sollte 2019 ein gutes Börsenjahr werden. Kurzfristige Kurswackler wären dann gute Gelegenheiten für Investitionen.

Auch wenn es zunächst etwas seltsam klingt, so kann man als Anleger doch zur gleichen Zeit sowohl positiv als auch negativ für die Börse gestimmt sein. Den Unterschied macht der Faktor Zeit. Aktuell etwa sieht es danach aus, als ob 2019 ein gutes Börsenjahr wird. Basis dafür sind der spektakuläre Ausverkauf und das Stimmungstief an den Märkten rund um Weihnachten sowie der ähnlich spektakuläre Umschwung im Januar.

Zweifel sind allerdings angebracht, wenn es um einen etwas kürzeren Anlagehorizont geht — aktuell etwa um die kommenden drei, vier Monate. Denn die vielen Indikatoren, die inzwischen weltweit ein langsameres Wirtschaftswachstum oder gar eine Rezession signalisieren, könnten durchaus auch an den Börsen für Druck und Verkaufslust sorgen.

Gerade um die Konjunktur in europäischen Gefilden muss man sich Sorgen machen. Die Industrieproduktion in Deutschland beispielsweise gab inzwischen vier Monate in Folge nach und veranlasste sogar das angesehene Wirtschaftsmagazin „The Economist“ zu einem Artikel mit der Überschrift „It is Time to Worry About Germany’s Economy — A Sputtering -Engine“. Und wenn der Motor der Wachstumsmaschine stottert, dann kommt auch der ganze Euroraum nicht voran: In Brüssel rechnet man für die Währungsunion in diesem Jahr nur noch mit einem enttäuschenden Wachstum von 1,3 statt wie bisher erwartet 1,9 Prozent.

Einen Grund für die gesenkte Prognose liefert natürlich der Brexit. Abgesehen davon, dass Großbritannien unter einem ungeordneten Abschied aus der EU am meisten leiden dürfte, wären auch die beiden größten Volkswirtschaften im Euroraum, Deutschland und Frankreich, stark betroffen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle geht in einer neuen Studie beispielsweise davon aus, dass allein in Deutschland in einem solchen Fall gut und gern 100 000 Arbeitsplätze in Gefahr sind.

Auch ein inzwischen sehr wahrscheinliches Handelsabkommen zwischen der Volksrepublik China und den USA könnte Europa an empfindlicher Stelle treffen. Wenn China tatsächlich wie angekündigt künftig mehr Güter aus den USA importiert, dann wird man das an anderer Stelle „einsparen“. Um ein Beispiel zu nennen, könnten also mehr Aufträge für Boeing zulasten von Airbus gehen.

Insgesamt also viele belastende Faktoren. Und dennoch sieht es langfristig für Börsianer gar nicht so schlecht aus. So ...

Mittwoch, 30. Januar 2019

Gelungener Neustart

Der Börsen-Januar endet deutlich im Plus. Vor allem weil die US-Notenbank in diesem Jahr flexibler agieren will. Ein konjunktureller Abschwung scheint jedenfalls so schnell nicht in Sicht.

Die Börsen laufen wieder besser. Auch wegen der US-Notenbank Fed. Zum Jahreswechsel vollzog sie einen signifikanten Strategieschwenk und bleibt jetzt bewusst „hinter der Kurve“. Anders gesagt: Die Fed will in diesem Jahr „lieber zu spät als zu früh“ agieren, will vorsichtig und flexibel bleiben. 2019 wird es also wohl keine zwei Zinserhöhungsschritte geben — so wie man es im Vorjahr noch angenommen hatte.

Die Fed hat damit auf die jüngeren Wirtschaftsentwicklungen reagiert: Zum einen ist die US-Inflation trotz des dynamischen Arbeitsmarkts und eines gewissen Lohndrucks moderat. Zum anderen haben die Risiken für die Konjunktur zugenommen: vor allem das langsamere Wachstum gerade in China und in Europa und dazu die viel zitierten politischen Probleme auf dem Globus — von Brexit bis Handelsbeschränkungen.

So oder so ist aber klar: Die USA befinden sich in der Spätphase des laufenden Konjunkturzyklus. Und da ist es für Anleger nie leicht. Die Fed hat mit dem Strategiewechsel nun allerdings für etwas Entspannung gesorgt. Dies beeinflusst auch die Frage, ob und wann die nächste Rezession kommt. Vermutlich wird der nächste Abschwung aber weniger heftig ausfallen als jener der Vergangenheit. Das liegt an besagter flexibleren Haltung der Notenbanken — neben der Fed betrifft das auch die EZB und die Bank of Japan — und auch daran, dass die Wirtschaftszyklen der führenden Volkswirtschaften in den zurückliegenden Jahrzehnten insgesamt stabiler geworden sind.

Herausgefunden haben das die Geldverwalter von JP Morgan Asset Management in einer Untersuchung der elf US-Rezessionen der Nachkriegszeit. Ergebnis: Man kann künftig mit weniger heftigen Abschwüngen rechnen, aber auch mit weniger starken Aufschwüngen. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Der nächste Abschwung könnte später eintreten, als bislang von den meisten erwartet ...

Mittwoch, 23. Januar 2019

Trau, schau, wem

Der gute Start ins Börsenjahr hat viele überrascht. Dabei sind die Indikatoren gar nicht schlecht, wenn man sie denn richtig interpretiert. Trotz Brexit, trotz China, trotz Querelen in den USA.

Das Wichtigste gleich vorweg: Die Handelsgespräche zwischen China und den USA scheinen inzwischen besser zu laufen. Seit vergangener Woche verhandelt eine amerikanische Delegation in Peking. Und anscheinend hat die chinesische Seite einen Schritt nach vorn gemacht und verspricht, deutlich mehr aus den Vereinigten Staaten zu importieren. Das Volumen des Angebots könne für Entspannung im Konflikt sorgen, heißt es aus Peking. Allerdings sind Punkte wie der Technologietransfer oder der Import von landwirtschaftlichen Produkten nach China noch strittig. Einigen sich beide Wirtschaftsmächte, könnte sich die Erholung an den globalen Börsen fortsetzen.

Mit dieser Perspektive sind die Märkte gut ins Jahr gestartet. Aufwärts ging es vor allem an den Schwellenländerbörsen, aber auch Wall Street und etliche europäische Börsen haben sich bislang erfreulich entwickelt. Vielleicht ist es so, dass spiegelverkehrt zu den viel zu optimistischen Erwartungen an die Börsen im vergangenen Jahr der Blick auf 2019 viel zu negativ ist.

Abseits vom politischen Geschehen sind die Indikatoren auch gar nicht so schlecht. Wieder etwas positiver entwickelte sich hierzulande zuletzt etwa der ZEW-Index, der die mittelfristigen Erwartungen von 400 Analysten und institutionellen Anlegern bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung widerspiegelt. „Es ist bemerkenswert, dass sich die Konjunkturerwartungen für Deutschland angesichts der zahlreichen weltweiten Risiken nicht weiter verschlechtert haben“, kommentiert ZEW-Präsident Achim Wambach. Vieles sei wohl schon in den Vormonaten vorweggenommen worden.

Die neuen Daten aus China sind ebenfalls passabel, obwohl so manche Schlagzeile anderes suggeriert ...

Mittwoch, 16. Januar 2019

Gute Gelegenheiten

Auch wenn die Risikofaktoren nicht weniger geworden sind, so sind die Chancen an der Börse auch wegen des radikalen Ausverkaufs im vergangenen Quartal erheblich besser geworden.

Wie schnell sich die Dinge ändern. Zwischen Oktober und Jahresende sah es noch richtig mau aus. Ein kräftiger Abschwung, vielleicht eine Rezession schienen im Verlauf des Jahres 2019 angesichts der vielen politischen und konjunkturellen Probleme durchaus möglich. Außerdem waren einige Branchen regelrecht überhitzt gewesen, und in manchen Ländern, etwa in China, schien die Kreditvergabe aus dem Ruder gelaufen zu sein. Alles ordentliche Exzesse, die eben irgendwann korrigiert werden mussten.

Die Börse war im Schlussquartal 2018 entsprechend schwach und rutschte ab. Die gute Nachricht dabei: Das in diesem Jahr wohl schwächer ausfallende Wirtschaftswachstum dürften die niedrigeren Kurse inzwischen widerspiegeln. Und noch besser: Tatsächlich war der Kursrutsch so schnell und heftig, dass auf dem aktuellem Niveau vermutlich sogar eine — milde — Rezession in den Kursen enthalten ist. Und das, obwohl die Gefahr einer Rezession laut der neuesten Indikatorlage sogar wieder gefallen ist.

Allerdings sind die Risikofaktoren damit nicht vom Tisch. Und die sind nicht weniger geworden. Die Schlagwörter sind bekannt: Es geht um den chinesisch-amerikanischen Handelsstreit, den Zoff zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Kongress (Government Shutdown), dazu die amerikanische Zinspolitik. Es geht um den Brexit, Italien, Bankenprobleme im Euroraum, strukturelle Krisen im Automobilbau und generell die nachlassende Gewinndynamik der Firmen.

Weil Aktien im großen Ganzen aber jetzt deutlich billiger sind, haben ...

Donnerstag, 10. Januar 2019

Den Mutigen gehört die Welt

Mit aller Vorsicht – es sieht nach einer Bodenbildung an den Börsen aus. Vermutlich auch, weil die US-Notenbank flexibler scheint als gedacht. Jetzt muss nur noch die Politik mitspielen.

War das jetzt schon genug Panik in den zurückliegenden Wochen? Genug Panik, um alle nervösen Anleger aus dem Markt zu kegeln? Zeitweise jedenfalls ging es ordentlich berg­­ab, und die Stimmung an den Börsen war teils miserabel. Beispielsweise im Technologiesektor. Je angesagter in den zurückliegenden Monaten und Jahren die Aktie, desto stärker fiel meist das Minus aus — Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Die Luft aus jenen Sektoren, deren Wertentwicklung schon etwas Blasenartiges hatte, ist damit entwichen — zumindest teilweise.

Doch reicht dieser eine lange Kursrutsch als Konsolidierung aus und wird zur Basis wieder steigender Notierungen? Oder kommt da noch mehr, ein weiterer Rutsch, irgendwann demnächst, wenn die Kurse sich etwas mehr stabilisiert haben?

Möglich sind beide Szenarien. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass die Rezessionsgefahr in der Welt weiterhin gering ist, dann könnte dieser Bärenmarkt schneller vorbei sein, als manche sich dies vorstellen mögen. Vielleicht läuft es ähnlich ab wie ...