Donnerstag, 25. August 2016

Die ungeschminkte Wahrheit

Die Börsen halten sich gut. Was unter anderem am Tun, am Nichttun und am vermeintlich 
kommenden Tun der Notenbanken liegt. Die wichtigsten Notenbanker treffen sich am Wochenende.

Die Notenbanker sind es, die an den Finanzmärkten den Ton angeben. Nichts Neues also, dies ist ja schon seit längerer Zeit der Fall. Allerdings ist die Tonalität diesseits des Atlantiks eine andere als jenseits. In den USA, wo die Notenbank Fed ja eigentlich auf Zinserhöhungskurs ist, tut selbige Institution jedoch alles, um die Wahrscheinlichkeit weiterer Erhöhungen kleinzureden.

Der Kurs innerhalb der Fed ist indes umstritten. So recht scheint man nicht zu wissen, wie man die Erholung am Arbeitsmarkt deuten soll. Und der Arbeitsmarkt ist schließlich entscheidend für den Kurs beim Leitzins. Klar, es gibt viele neue Jobs, allerdings sind die in den vergangenen Jahren überwiegend im Niedriglohnsegment entstanden. Gleichzeitig sind jedoch 1,5 Millionen hochwertige Arbeitsplätze in der Industrie seit 2007 verloren gegangen. Insofern ist der Aufschwung am Arbeitsmarkt tatsächlich fragwürdig und macht weitere Zinserhöhungen damit schwierig.

In Europa wiederum, da ist die Europäische Zentralbank (EZB) auf ganz anderem Kurs. Die EZB kauft seit einiger Zeit nun schon Anleihen, um für Liquidität zu sorgen. Durch den immer niedrigeren Zins sollen Anreize für Investitionen geschaffen werden. Das Problem daran: So richtig erfolgreich ist das alles noch nicht. Außerdem wird die Menge an Anleihen knapp. Darum ist es gar nicht mehr so unwahrscheinlich, dass die EZB irgendwann ihr Kaufprogramm auf Aktien ausdehnen wird. Vorbild: die japanische Notenbank, die inzwischen ...

Donnerstag, 18. August 2016

Ausdauer statt Aussetzer

Der August zeigt sich – bisher – für Aktionäre bisher von seiner besten Seite. Es geht nach oben, obwohl die Statistiker den August ja als eher schlechten Börsenmonat ausgemacht haben.

Die Börsen sind in den zurückliegenden Wochen gut gelaufen — was den einen oder anderen sicherlich überrascht hat. Doch es ist eben, wie es ist: Die Sorgen rund um die Folgen des Brexit-Votums sowie andere potenzielle Risiken für die Weltwirtschaft schwächen sich langsam ab. Trotzdem ist längst nicht alles in Butter. Die Fundamentaldaten fielen zuletzt so aus, dass weitere geldpolitische Maßnahmen der Notenbanken sehr wahrscheinlich sind.

Allerdings mit Ausnahme der wichtigsten Notenbank der Welt: Die US-Zentralbank Fed wird wohl an ihrem Kurs der schrittweisen Zinserhöhungen festhalten. Die Fed ist die einzige Notenbank in den entwickelten Ländern, die in Sachen Geldpolitik behutsam zur Normalität zurückkehrt. Mit dem Effekt, dass durch diese Abweichung eine immer größere Kluft zwischen den Vereinigten Staaten und dem Rest der entwickelten Länder entsteht.

Aber die USA können sich das durchaus erlauben, oder müssen dies vielleicht auch, um eventuellen Inflationsgefahren vorzubeugen. Zwar sind die US-Konjunkturdaten weiterhin eher ...

Mittwoch, 10. August 2016

Weiter, immer weiter!

Der August und der September gelten als eher schlechte Börsenmonate. Doch dieses Muster muss sich nicht jedes Jahr wiederholen. Das zeigt die Statistik. Und das zeigt auch die aktuelle Konjunkturlage.

Das sieht gar nicht mal so schlecht aus, die Stimmung an der Börse wird besser. Hauptgrund dafür sind die positiven Konjunkturdaten. Etwa das Plus in der deutschen Industrieproduktion. Dazu noch der bessere Sentix-Konjunkturindikator. Die Risikoaversion nach dem Brexit-Votum war also nur von kurzer Dauer — wir hatten es ja auch so kommen sehen. Die Wirtschaftserholung wird davon nicht nachhaltig gebremst.

Und in Großbritannien selbst, da linderte die Bank of England (BoE) mit ihrer Zinssenkung die Konjunktursorgen. Neben der japanischen und der europäischen Notenbank EZB trägt künftig also auch die BoE zur weltweiten Liquiditätsausweitung bei. Effekt: ein neues Jahreshoch an der Börse London. Und damit muss es noch nicht einmal getan sein. Ein Ratsmitglied der Bank of England, Ian McCafferty, hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik auf der Insel bereits angedeutet.

Gute News auch aus den USA: Die Zahl der neu geschaffenen Stellen am Arbeitsmarkt ist im Juli stark gestiegen, was als Indikator für ein Anhalten der wirtschaftlichen Erholung gedeutet wird. Und auch die Unternehmen selbst überzeugen: Während sich die Berichtssaison dem Ende zuneigt, haben inzwischen etwa 85 Prozent der im S & P 500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. In Summe ergibt sich dabei ein Gewinnplus von acht Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres. Malus: Im Vorjahresvergleich ist der Gewinn um 1,5 Prozent gefallen. Allerdings — und dies beseitigt den Makel — sind die Umsätze deutlich gestiegen. Etwa im wichtigen Technologiebereich, wo bei  acht von zehn Unternehmen die Umsätze deutlich über den Erwartungen lagen.

Summa summarum scheint es also so, als ob ...

Dienstag, 26. Juli 2016

Zwischen Allzeithoch und Korrektur

Der Juli ist fast um. Die Börsenbilanz ist positiv. In den USA wurden sogar Rekordstände erreicht. Ob das im traditionell schwächeren August so weitergehen wird? Warum eigentlich nicht ...

Es ist ja nicht ganz leicht, einen Marktausblick zu wagen, wenn richtungsweisende Termine nach Redaktionsschluss von BÖRSE ONLINE anstehen. So auch dieses Mal. Die Sitzung der US--Notenbank Fed endet mit einer Pressekonferenz am Mittwoch, den 27. Juli — einen Tag nach Redaktionsschluss also.
Jedenfalls gaben die Kurse— wie meist vor diesem wichtigen Termin — an den Aktienmärkten im Vorfeld etwas nach. Die Börsianer gehen eben auf Nummer sicher, man nimmt Gewinne mit, schließlich weiß man nicht so recht, wohin die Fed tendiert. Und nicht nur die Wall Street gab nach, sondern auch der DAX, nachdem er zu Beginn der Woche nach besseren Ifo-Werten zunächst noch deutlich gestiegen war.

Doch zurück zur Wall Street: Zwar rechnet kaum jemand ernstlich mit einem Zinsschritt. Dafür aber könnte sich die Tonart im anschließenden Statement von Fed-Chefin Janet Yellen ändern. Der Arbeitsmarkt in den USA ist nämlich recht robust, und die Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung sind freundlich. Daher könnten die „geldpolitischen Falken“ unter den Fed-Mitgliedern wieder mehr Einfluss auf das „Wording“ nehmen und kommende Zinsschritte andeuten. Aber man wird sehen.

Fakt ist jedenfalls auch, dass die nun seit zwei Wochen laufende Quartalsberichtssaison in den USA recht positiv ausfällt. Die Gewinne im Vergleich zum allerdings sehr schwachen Vorquartal fallen deutlich besser aus — im Schnitt liegt das Gewinnplus bisher bei 7,4 Prozent. Anders sieht jedoch der Vergleich mit dem Vorjahresquartal aus. Unter diesem Blickwinkel sind die Unternehmensgewinne geschrumpft: im Schnitt um fast zwei Prozent. Weil man aber

Mittwoch, 20. Juli 2016

Langsam schmeckt es wieder

Der Risikoappetit der internationalen Anleger nimmt zu. Gute Nachrichten aus den USA, Japan und China scheinen sie höher zu gewichten als die negativen aus der Türkei und der EU.

Der DAX kämpft weiter mit der 10000-Punkte-Marke, der S&P-500 schafft ein neues Rekordhoch. Wenn man so will, dann sind die zurückliegenden Börsentage in diesem einen Satz ganz schnell zusammengefasst. Dass die Entwicklung der Börsen hüben wie drüben dieses Jahr gewaltig auseinanderklafft, haben wir ja schon einige Male thematisiert. Mal sehen, ob dies so bleibt.

Klar, Großbritannien hat nun doch erstaunlich schnell eine neue Regierung bekommen. Und Premierministerin Theresa May hat auch ganz fix deutlich gemacht, dass es beim Brexit bleiben soll. Doch noch ist unklar, wie dieser denn ausgestaltet wird. Frau May will so schnell nicht den Antrag auf Austritt stellen, das ist inzwischen auch evident. Zeit gewinnen, die Emotionen runterfahren — so lautet wohl jetzt erst einmal die Devise. Was diese Hängepartie indes für den DAX bedeutet, ist schwer zu sagen. Vielleicht wird die britische Affäre irgendwann ignoriert, im Vertrauen darauf, dass schon vernünftige Lösungen gefunden werden.

Derweil ist der britische Leitindex FTSE-100 auf ein Jahreshoch gestiegen. Der Grund ist simpel: Die im Index zusammengefassten Unternehmen erzielen zu drei Viertel ihre Umsätze außerhalb Großbritanniens. Und da das Pfund schwächelt, hilft das natürlich gewaltig beim Absatz und beim Gewinn. Und weil die britische Notenbank, die Bank of England, außerdem geldpolitische Lockerungen in Aussicht gestellt hat, ist der Kursanstieg nicht weiter verwunderlich.

Ob dies nachhaltig ist, darf aber

Mittwoch, 13. Juli 2016

Opportunistische Aktionen

Die Märkte haben sich besser gehalten als vielfach befürchtet. In den USA ist der S & P 500 sogar auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Gut für alle, die unserer Empfehlung von vergangener Woche gefolgt sind.

Wie geht es nun weiter an den Märkten? Der Brexit hat für viel Unsicherheit gesorgt. Sowohl -politisch wie auch wirtschaftlich. Hinzu kommt die Krise etlicher europäischer Banken, was vielleicht weniger Ursache, sondern eher Symptom einer übergeordneten Krise ist. Jedenfalls muss das an den Märkten alles verdaut werden. Und je nachdem, um welche Anlagen es sich handelt, geht das ganz unterschiedlich vonstatten. Schwierig genug.

Am deutschen und auch an den anderen europäischen Aktienmärkten ist man geneigt anzunehmen, dass es weiterhin turbulent bleibt. Die Unsicherheiten, was London und was Italien angeht, sollten wenigstens im Ansatz beseitigt sein, damit die Börsen nachhaltig steigen können. Dass Theresa May inzwischen britische Premierministerin ist, das allein genügt vermutlich nicht. Anleger sollten also weiterhin mit Schwankungen rechnen, vielleicht gerade auch im Hinblick auf die exportlastige deutsche Aktienwelt.

Längerfristig indes könnte die Börse Frankfurt von der allgemeinen europäischen Unsicherheit profitieren. An Qualitätsaktien fehlt es in Deutschland sicher nicht. Zudem ist der DAX weit weniger von Banken geprägt als etwa der spanische Ibex oder auch der italienische MIB. Hinzu kommen Aktien aus MDAX und SDAX, die vielleicht am besten die deutsche Industrielandschaft repräsentieren.

In den USA wiederum — wir haben das im Ausblick vergangene Woche ja schon geschrieben — herrscht an der Börse eitel Sonnenschein. Der S & P 500 zum Beispiel stieg auf ein neues Allzeithoch. Der Grund ist vermutlich recht simpel: Die größte Wirtschaftsmacht der Welt bleibt von den europäischen politischen Krisen weitgehend verschont. Wenn man so will, dann ist die Börse New York eine Art sicherer Hafen für global handelnde Investoren.

Gleichzeitig scheint in den USA ...

Dienstag, 5. Juli 2016

Vielleicht ein Geschenk der Götter

Hin und her geht es am Aktienmarkt, die Kurse von Gold und Anleihen dagegen steigen. 
Das ist durchaus ein Warnsignal, dass die Korrektur beim DAX noch nicht zu Ende ist.

Vor zwei Wochen war hier zu lesen: „Vorsichtige Naturen warten mit Investments lieber den Tag der Brexit-Entscheidung ab.“ Wer diesen Rat beherzigt hat, tat gut daran. Es ging ja erst mal ordentlich abwärts. Und: Bei nüchterner Betrachtung der Börsenaktivitäten seit dem bedeutungsschweren Entscheid scheint klar — der damals erwähnte Aspekt des „Abwartens“, der gilt immer noch.
Es ist ja eine zweischneidige Angelegenheit. Der Sell-off erscheint einem fast wie ein Geschenk der Götter! Wer langfristig orientiert ist, der kann in diesen Tagen sein  Depot zu günstigen Preisen aufstocken. Ein Warren Buffett dürfte seine helle Freude haben. Allerdings — und das ist das große Aber — ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist. Was verschiedene Gründe hat.

Zum einen muss man differenzieren: Naturgemäß hat der Brexit stärkere Auswirkungen auf den europäischen Aktienmarkt als auf den amerikanischen. Wer es weniger volatil mag, kauft daher US-Aktien. Generell gilt aber, dass die Risikoprämien für Aktien seit dem Entscheid drastisch gestiegen sind. Es kommt einem fast ein wenig so vor, als habe man es mit einer leicht abgewandelten Wiederholung des europäischen Theaters des Jahres 2011 zu tun. Damals mit Griechenland als Protagonist, jetzt eben mit Großbritannien.

In den USA wiederum, da schienen die Dinge vor dem Brexit-Entscheid ja gar nicht so schlecht zu stehen. Indikatoren wie der ISM-Einkaufsmanagerindex, die Investitionsausgaben und das Konsumverhalten hatten sich allesamt ganz ordentlich entwickelt. Zudem geht es mit den Gewinnen der Unternehmen weit besser aufwärts als zuvor erwartet. Alles Aspekte, die eher für steigende Kurse sprechen. Es gibt sogar Stimmen, die meinen, dass ...

Dienstag, 21. Juni 2016

Die Woche der Wahrheit

Jetzt gilt’s. Aktien sind günstig, daran gibt es kaum Zweifel. Politisch droht dagegen Ungemach. Eifrige Leser wissen warum, eifrige Anleger auch. Also besser abwarten, bis wieder mehr Klarheit herrscht.

Vielleicht eine gewagte Aussage: Aber es scheint doch, als ob es dem DAX besser geht, als es sein aktueller Punktestand und die wankelmütige Stimmung suggerieren. Angst vor dem Brexit, die Wahlgewinne europakritischer Politiker in Italien, Furcht vor dem China-Crash und Sorgen um die US-Zinswende hin oder her — die Unternehmensergebnisse des ersten Quartals haben doch eigentlich gezeigt, dass auf Firmen-ebene gut verdient wird. Prompt haben ja auch die Analysten ihre Prognosen korrigieren müssen. Nach oben wohlgemerkt.

Für das laufende Jahr gehen sie nun davon aus, dass die Gewinne bei den DAX-Unternehmen um fünf Prozent höher ausfallen werden als 2015. Ähnliches gilt für 2017. Dies rechtfertigt eigentlich einen DAX-Stand, der eher bei 11000 bis 11500 als bei 9500 oder 10000 liegt. Das bestätigt auch eine Studie der LBBW: Wäre der deutsche Leitindex mit seinem historischen KGV-Median bewertet, also fair, wie das im Branchenjargon heißt, dann sollte er derzeit bei 11300 Punkten notieren.

Dies ist bekanntlich nicht der Fall, man kann also von einer aktuell doch sehr starken Risikoaversion der Anleger ausgehen. Momentan liegt das Forward-KGV, also die Bewertung anhand der künftig erwarteten Gewinne für den DAX, bei gerade mal 11,2. Zum Vergleich: Laut Berechnungen der LBBW verläuft die Grenze zu den 20 Prozent günstigsten DAX-Bewertungen seit Indexstart im Jahr 1988 bei einem KGV von 11,5. Aktuell liegt man also darunter.

Klar lässt sich jetzt argumentieren, dass Aktien ...

Dienstag, 14. Juni 2016

Alles ordentlich unter Wasser

Die Unsicherheiten machen den europäischen Börsen zu schaffen. Besser hält sich die Wall Street. Hier ist sogar das Allzeithoch noch in Reichweite. Worauf Anleger die kommenden Tage achten müssen.

Das nennt man volatil! Der DAX kann sein Niveau von 10 350 Punkten nicht halten, rutscht wieder ab auf 9500. In nur wenigen Tagen. In den USA indes lassen die Kurse zwar auch nach, aber der Rückgang bleibt im Rahmen. Der Dow Jones fällt von 18 000 Punkten auf 17 700 (Stand Redaktionsschluss Dienstag). Was ist da los? An der deutschen Börse ein Minus von acht Prozent, in New York dagegen nur zwei Prozent. Übertreibt man da wieder mal auf dem alten Kontinent?

Fakt ist: Der Juni könnte spannender kaum sein. Da ist die US-Notenbank, die zum Erscheinungstag dieser Ausgabe von BÖRSE ONLINE ihre neuesten Ideen zum Fortgang ihrer Leitzinspolitik verlauten lässt. Dann ist da das Bundesverfassungsgericht, das in der kommenden Woche am 21. Juni darüber befindet, ob die umfangreichen Anleiheaufkäufe der Bundesbank überhaupt rechtmäßig waren. Je nach Befund, könnte es zu einem Kursrutsch bei Euro-Staatsanleihen kommen. Und dann ist da der Entscheid in Großbritannien, ob man noch Teil der Europäischen Union sein will oder doch lieber der Splendid Isolation frönt und den Brexit tatsächlich durchzieht. Wagen die Briten das, dann dürfte die beschriebene Volatilität noch zu keinem Ende kommen.

Ach ja, und als ob all dies nicht reichte, macht man sich inzwischen erneut Sorgen um China und darum, ob denn das verhaltene Wachstum dort sich nicht doch schlimmer auf das globale Gefüge auswirkt als bisher angenommen.

Doch wie schlimm ist die Situation wirklich? Weder Inflations- noch Konjunkturdaten ...

Dienstag, 7. Juni 2016

Guter Rat, gute Tat

Es läuft. DAX und Dow steigen – trotz Brexit-, Zins-, China- und anderer Sorgen. Denn es gibt auch gute Nachrichten. Die Aktienkurse steigen nicht ohne Grund. Eine Zusammenfassung.

Vergangene Woche starteten wir hier mit der Aussage: „Das sieht doch gar nicht so schlecht aus.“ Diese Woche könnten wir das erneut tun. Denn allen Unkenrufen zum Trotz geht es an den Märkten nach oben. Unser seit Wochen wiederholter Rat, an schwächeren Tagen nachzukaufen, war und ist also gültig.

Und das, obwohl — oder eben vielleicht gerade, weil — derzeit noch viele grundlegende politische Entscheidungen getroffen werden, die auch Auswirkungen auf Wirtschaft und Finanzmarkt haben. Am 21. Juni beispielsweise gibt das Bundesverfassungsgericht bekannt, ob denn der Anleiheaufkauf durch die Bundesbank rechtmäßig ist. Wenn nicht, dann hätte die Europäische Zentralbank EZB ein Problem und müsste bei der Unterstützung kriselnder Eurostaaten ohne Deutschland auskommen. Man kann sich kaum vorstellen, dass dies funktioniert. Die Eurokrise würde wohl wieder aufflammen.

Zwei Tage später dann die Abstimmung  bei unseren britischen Nachbarn, ob man nun im EU-Klub bleiben will oder nicht. Käme es zum Brexit, wäre wohl ordentlich was los an den Märkten. Die Folgen sind kaum abzuschätzen und die Kurse dürften heftig schwanken. Und last, not least der Zinsentscheid in den USA, der schon kommende Woche ansteht. Geht es weiter rauf mit dem Leitzins oder nicht? Und wenn ja, wie geht es danach weiter?

Die Börse indes scheint sich darum nicht zu kümmern. Seit Aschermittwoch — wie sinnig — geht es nach oben. Beim DAX wie auch beim Dow. Letzterer ist sogar schon in Reichweite seines Allzeithochs. Auch der VDAX, also der Volatilitätsindex, der die erwarteten Schwankungen der Kurse misst, liegt mit derzeit ...