Mittwoch, 1. August 2018

Immer wieder Kehrtwenden

Das gute Wirtschaftswachstum in den USA und die gerade eben positiv verlaufenen Gespräche im US-europäischen Handelszwist sorgen für steigende Aktienkurse.

Das sieht doch schon wieder etwas besser aus an den Märkten. Der DAX verbuchte vier positive Handelswochen in Folge, darunter die stärkste seit März. Die Gründe für den Anstieg sind simpel: Zum einen setzen die Börsianer auf Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU — so schnell kann der Wind sich drehen. Zum anderen sorgen starke Konjunkturdaten aus den USA für gute Laune: Das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal verzeichnete auf das Jahr hochgerechnet mit 4,1 Prozent Plus den stärksten Anstieg seit dem dritten Quartal 2014. Das ist eindrucksvoll, auch weil zum Jahresauftakt das — revidierte — Plus bei „nur“ 2,2 Prozent lag.

Eine tragende Säule des Aufschwungs bleibt der private Konsum, der um vier Prozent anstieg. Auch das gerade veröffentlichte Verbrauchervertrauen der Uni Michigan fiel mit 97,9 Punkten besser aus als erwartet und unterstreicht damit, dass die Stimmung unter den Konsumenten in den USA unverändert gut ist.

Wichtigste Nachricht für die Börse ist und bleibt aber das anscheinend gut verlaufene Gespräch zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump. Man will den Handelskonflikt anscheinend nicht eskalieren lassen. Weil es in der Vergangenheit aber schon viele abrupte Kehrtwenden seitens der Amerikaner gegeben hat, schadet es sicher nicht, dabei etwas skeptisch zu bleiben. „Trumps Übereinkommen mit der EU ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Das Thema Handelskrieg ist dabei aber immer noch nicht vom Tisch“, sagt etwa Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers.

Weil zudem der Streit mit China weiterhin schwelt, warnt der Internationale Währungsfonds, dass die von den Amerikanern erlassenen Zölle das globale Wirtschaftswachstum in den nächsten zwei Jahren um 50 Basispunkte bremsen könnten. Auch Larry Fink, Chef des weltweit größten Vermögensverwalters Blackrock, stellt sich auf die Seite der Mahner. Fink sieht eine echte Gefahr, dass durch das Handelsproblem die Aktienmärkte zehn bis 15 Prozent an Wert verlieren könnten.

Allerdings könnten sich diese Befürchtungen schnell in Luft auflösen, wenn sich denn die sino-amerikanischen Gespräche ähnlich positiv entwickeln wie die amerikanisch-europäischen.

Die Börse scheint jedenfalls wieder auf Kurs. Was auch daran liegt, dass ...

Mittwoch, 11. Juli 2018

Der China-Faktor

Trotz der heftigen Zollstreitigkeiten zwischen den USA und der Volksrepublik gehen neue Prognosen von einem starken Wachstum in China aus. Ein Lichtblick für die kommenden Wochen?

Als Anleger wird man gerade mit einem Dilemma konfrontiert. Einerseits sind die Handelskonflikte und die protektionistischen Maßnahmen eine echte Gefahr für die Weltkonjunktur. Andererseits überzeugen die jüngsten Konjunkturdaten und Prognosen für die Unternehmensgewinne derart, dass man von weiter steigenden Kursen ausgehen kann. Allerdings bleibt da eben dieser mächtige Unsicherheitsfaktor: das unsägliche Kräftemessen rund um das Thema Zölle.

Das Dilemma zeigt sich auch in der Kurs-entwicklung der Börsen. Es geht seit Monaten seitwärts — wenn man mal vom starken Nasdaq-Index absieht. Enervierend. Wobei mit etwas gutem Willen in den zurückliegenden Tagen eine leicht positive Tendenz auszumachen ist. Was an einigen Überraschungen liegt. So ist in den USA der ISM-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes unerwartet deutlich gestiegen. In der Vergangenheit war dies immer ein guter Frühindikator.

Gute Nachrichten kamen auch vom US-Arbeitsmarkt. So sind außerhalb der Landwirtschaft im Juni netto 213 000 neue Jobs vergeben worden, gleichzeitig revidierte das Statistikbüro die Werte für April und Mai nach oben. Weil zudem die Löhne nur moderat gestiegen sind, hat die US-Notenbank Fed weniger Druck, was die Zinserhöhungen angeht.

Auch in Europa gab es die eine oder andere positive Tendenz: bessere Werte beim Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich zum Beispiel. Oder den Citigroup Economic Surprise Index, der seit vergangener Woche tatsächlich etwas aus dem Keller kommt, nachdem er seit dem zurückliegenden Winter nur gefallen war. Der Index misst, ob neue Konjunkturdaten positiv oder negativ überraschen.

Trotz des schwelenden Handelskonflikts mit den USA gibt es sogar in der Volksrepublik China Anzeichen für eine bessere Konjunkturentwicklung. Während man bisher von 6,2 bis 6,5 Prozent Wachstum ausging — wir haben erst zurückliegende Woche darüber geschrieben —, lassen die allerneuesten Daten aus Peking nun sogar wieder Prognosen von acht Prozent plus zu! So schnell dreht ...

Mittwoch, 4. Juli 2018

Gefeiert wird trotzdem

Zum 30. Geburtstag des DAX gab es kein Kursfeuerwerk. Zu sehr bestimmen immer noch die Pessimisten die Stimmung an den Börsen. Vor allem in Europa, weniger in den USA. Warum das so ist.

Bloß kein Risiko — so ist seit einigen Wochen die Stimmung an den Märkten. Anscheinend gehen viele Börsianer derzeit davon aus, dass sich die Weltwirtschaft und damit auch die Börsen künftig weniger schnell drehen. Die protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung haben sicher ihren Teil dazu beigetragen. Und die konjunkturelle Entwicklung scheint somit auf der Kippe.

Interessant am aktuellen Börsentrend ist dabei, dass sich US-Aktien im Vergleich zu Papieren aus Europa oder den Schwellenländern relativ gut halten. Und dies ist durchaus als Warnsignal zu werten, wenn die „Marktbreite“ abnimmt. So notieren von allen Börsen weltweit inzwischen mehr Indizes unter als über dem Gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Als Anleger fragt man sich da, ob dies nun fantastische Kaufgelegenheiten sind oder doch ein Indiz dafür, dass eine globale Rezession vor der Tür steht.

Die Argumente der Pessimisten haben durchaus was für sich. So fallen etwa die Economic Surprise Indizes seit Monaten — weltweit. Diese Indizes messen, ob frisch veröffentlichte Konjunkturdaten positiv oder negativ überraschen. Aktuell ist insgesamt eher Letzteres der Fall. Ist das also jetzt der Anfang vom Ende des seit 2009 anhaltenden Börsenaufschwungs?

Um diese Frage zu beantworten, muss man die drei großen Wirtschaftsblöcke unter die Lupe nehmen: die USA, China und Europa. Und um es vorwegzunehmen: Es ist noch nicht alles verloren!

Die USA stehen am besten da. So liegt die aktuelle Schätzung für das Wachstum im zweiten Quartal bei 4,5 Prozent! Im Gegensatz zu anderen Wirtschafts-Schwergewichten wie etwa Europa und Japan sind die Wachstumsschätzungen in diesem Jahr in Relation zu früheren Prognosen sogar übertroffen worden. Und passend dazu werden auch die Gewinnerwartungen der Unternehmen weiter angehoben. Insgesamt stehen die Vereinigten Staaten gut da — unwahrscheinlich, dass von dort eine weltweite Rezession ausgehen wird.

Mit China ist das schon eine andere Sache: Das Wachstum ...

Mittwoch, 20. Juni 2018

Mehr Krampf als Kampf

Seit Wochen geht es nicht mehr voran an der Börse. Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten halten sich die Waage. Wobei die schlechten deutlich mehr Beachtung finden.

Die schlechten Konjunkturnachrichten haben sich in letzter Zeit doch gehäuft. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einem belastet die US-Handelspolitik, die auf Konfrontation und zunehmenden Protektionismus setzt. Des Weiteren haben die Frühindikatoren auf breiter Front nachgelassen, so etwa das Ifo-Geschäftsklima, das seit dem Hoch im Dezember viermal gefallen ist. Und drittens sind wichtige Daten wie die Industrieproduktion oder der Auftragseingang in Deutschland und im Euroraum schlechter ausgefallen. Dazu kommt politische Unruhe in der EU mit dem Streit zwischen CDU und CSU als neuestem Highlight.

Insgesamt hat das dazu geführt, dass die Wachstumsprognosen von den Instituten reihum gesenkt werden. Entsprechend sind die Aktienkurse zuletzt wieder gefallen. Dennoch: Die Konjunkturdaten sind absolut gesehen immer noch auf hohem Niveau. Ein Abschwung oder gar eine Rezession ist nicht in Sicht. Hierfür fehlen die üblichen Anzeichen, wie beispielsweise eine inverse Zinskurve.

Auch wenn man es angesichts der Unruhe kaum glauben mag, sind die Aussichten für das kommende Jahr weiterhin befriedigend bis gut. Vor allem das Zinsumfeld dürfte auf absehbare Zeit — zumindest in Europa — günstig bleiben. Dies bekräftigte der EZB-Rat auf seiner Sitzung in der vergangenen Woche.

Also alles halb so wild? Sind die schwächeren Konjunkturdaten nur eine „Delle“? Dann dürften auch die jüngsten Kursverluste nur eine Korrektur darstellen. Studien zufolge ist die Performance der Aktienmärkte während Fußballweltmeisterschaften ...

Dienstag, 29. Mai 2018

Schlagzeilen und ihre Relevanz

Donald Trump will noch einmal die Steuern drastisch senken. Nur eine von vielen Nachrichten, die gerade für Kursbewegungen sorgen. Zumindest temporär. Denn nicht alles ist wichtig für die Börse.

Bisweilen ist es schwer, hinter all den Schlagzeilen, die Woche für Woche durch die Medien geistern, die für die Börsenentwicklung relevanten Nachrichten herauszufiltern. Wie wichtig ist das wirklich alles? Handelskonflikte, der Ölpreisanstieg, Italiens gescheiterte Regierungsbildung, Trumps überraschende Ankündigung, vor den November-Wahlen nochmals die Steuern zu senken?

Um das einzuschätzen, muss man etwas  tiefer graben. Die Steuerpläne und der Ölpreis beispielsweise sind wichtige Faktoren für die US-Haushalte. Die wiederum sind für zwei Drittel der Wirtschaftsleistung verantwortlich. Wie steht es also um die Konsumenten in der bedeutendsten Volkswirtschaft der Welt? Laut TV-Sender CNN sind 40 Prozent der Amerikaner nicht in der Lage, in einem Notfall 400 Dollar aufzubringen. Das ist besorgniserregend, auch weil sich der Sender auf Daten der US-Notenbank beruft. Außerdem zeigen Auswertungen von Google Trends sowie diverse Stimmungsindikatoren, dass die Konsumausgaben zuletzt nachgelassen haben. Gleichzeitig kann man in den USA aber fast schon von Vollbeschäftigung sprechen. Geht es also schlicht und einfach gar nicht mehr besser? Kann es ab jetzt nur noch bergab gehen?

In der Vergangenheit war es immer so, dass vor einer Rezession die Konsumausgaben deutlich nachließen. Jedoch braucht es gut sechs Monate, um hier eine Trendwende zu erkennen. Und dies ist aktuell nicht der Fall. Allerdings sollten Anleger das Thema im Auge behalten, da vor allem die Autoverkäufe zuletzt deutlich weniger wurden. Gleichzeitig sind aber die Haus- und Wohnungskäufe weiterhin sehr stabil — in den USA werden diese zu den Konsumausgaben gerechnet.

Diese Daten deuten also eigentlich darauf hin, dass im Bereich Konsum alles in Ordnung ist. Warum also die negativen CNN-Schlagzeilen? Und ...

Mittwoch, 23. Mai 2018

Langer Atem und kurze Beine

Der Mai neigt sich dem Ende zu. Für Börsianer war es ein sehr erfolgreicher Monat. Und weil die wichtigen Termine überwiegend abgearbeitet sind, können Aktionäre erst mal durchschnaufen.

Es war eine gute Woche für Anleger. Am Aktienmarkt ging es deutlich nach oben. Und auch andere Risikoanlagen legten zu — Rohstoffe beispielsweise. Interessant auch, dass zyklische Aktien die defensiven Werte deutlich übertrafen. Ein gutes Zeichen. Seit Anfang April legte der DAX somit sieben Wochen in Folge zu und gewann dabei rund 1300 Punkte. Das ist schon ordentlich. Auch der Sprung über die runde Marke von 13 000 Punkten ist gelungen. Na ja ... zumindest temporär.

Doch warum läuft es jetzt wieder so gut? Ist die starke Performance an den Aktienmärkten eine späte Reaktion auf die hervorragende Gewinnsaison? Oder hat es mehr mit den etwas schwächeren Inflationszahlen in den USA zu tun, wodurch die Sorge um eine allzu restriktive Notenbankpolitik wieder weniger wurde? Vermutlich ist es ein Mix aus mehreren Faktoren. Jedenfalls kommt damit wieder die Hoffnung auf, dass der mehrjährige Bullenmarkt noch nicht vorbei ist und dass riskante Anlagen in den nächsten Monaten weitere Gewinne bringen.

Allerdings sind die Risikofaktoren auch nicht ohne. Die Kombination aus steigenden Rohstoffpreisen (vor allem Öl!) sowie den höheren US-Renditen ist nicht ungefährlich. Und dazu kommt, dass die Bewertungen an den Aktienmärkten auch nicht mehr ganz billig sind.

Ein weiterer Grund für die stabileren Börsen ist vermutlich auch, dass den Nachrichten aus der Politik wieder weniger Bedeutung beigemessen wird. Ein gutes Beispiel hierfür liefert ...

Mittwoch, 16. Mai 2018

Von grün nach gelb nach rot

Wenn man das Risiko von Aktieninvestments mit einem Ampelvergleich erläutern will, dann haben wir es aktuell mit einer Gelbphase zu tun. Verkaufen müssen Anleger also noch nicht.

Die Aktienkurse sind zuletzt wieder gestiegen, die Bedenken jedoch nicht weniger geworden. Als da wären (in beliebiger Reihenfolge): die Handelskonflikte, die steigenden Zinsen, die flache Zinskurve, der steigende Ölpreis und schließlich die Notenbankpolitik. Alles Risiken, die man durchaus kennen und ernst nehmen sollte. Allerdings — die Ampelanalogie sei erlaubt — leuchten die Warnsignale alle nicht rot auf, sondern schlimmstenfalls gelb. Auf einen Bärenmarkt und/oder eine Rezession weist bislang nichts hin.

Die größte Furcht der Anleger ist sicher die, dass die Notenbanken — namentlich die US-Fed — in diesem Jahr den Fehler begehen, zu schnell und zu drastisch die Zinsen zu erhöhen, während gleichzeitig unter Umständen die Dynamik der Konjunkturentwicklung nachlässt. Die Folge wäre dann wohl eine Rezession und das Ende der seit 2009 andauernden Rally an den Aktienmärkten.

Doch was bedeutet „zu schnell und zu drastisch“? Ein Indikator hierfür lieferte in der Vergangenheit recht verlässlich  der US-Arbeitsmarkt. Wenn nämlich der Jahreszuwachs an neuen Stellen geringer ausfiel als die Jahressteigerung der Leitzinsen, dann folgte immer eine Rezession, Startpunkt irgendwann in den darauffolgenden zwölf Monaten. Noch ist dies aber nicht der Fall, die Jobmaschine läuft und läuft. Allerdings könnte sich das — bei aller Vorsicht — 2019 ändern.

Eine weitere große Sorge betrifft die Zinsentwicklung und den Umstand, dass die Renditekurve immer flacher wird, die Zinsen am kurzen wie am langen Ende sich also annähern. Letzteres war in der Vergangenheit ebenfalls ein Warnsignal dafür, dass die Wirtschaftsentwicklung am Kippen ist. Was das absolute Niveau des Leitzinses betrifft, zeigt die Erfahrung, dass dies erst ab etwa fünf Prozent ...

Mittwoch, 9. Mai 2018

Von Delegationen und Spekulanten

Amerikaner und Chinesen suchen nach einer Lösung im Handelsstreit. Was zu erwarten war. Die Börse reagiert zunächst verschreckt, dann aber doch mit steigenden Kursen. Wie es weitergeht.

Man redet nun also doch miteinander. Eine hochrangige Delegation um den amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin, Wirtschaftsminister Wilbur Ross, den Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sowie die Wirtschaftsberater Peter Navarro und Lawrence Kudlow war nach Peking gereist, um mit der chinesischen Regierung Lösungen im schwelenden Handelsstreit zu suchen.

Ein bekanntes Muster der Regierung Trump: erst die verbale Eskalation, dann die Gespräche und schließlich doch ein Kompromiss. So auch dieses Mal. Es gab zwar keine Einigung, sondern lediglich einen Austausch von Forderungslisten — aber immerhin: Man will weiterverhandeln. „Es ist gut, irgendwo anzufangen“, schrieb die chinesische Staatszeitung „Global Times“ in einem Kommentar.

An der US-Börse sorgte dieses Trump-typische Vorgehen trotzdem immer noch für Unruhe — erstaunlich. Am Tag der China-Reise rutschten die Kurse im Tagesverlauf um mehr als 1,6 Prozent nach unten. Im weiteren Tagesverlauf erholten sich die Notierungen jedoch wieder deutlich. Schließlich gibt es abseits der Handels-Story noch andere Faktoren zu beachten. Etwa den Umstand, dass die Zahlen zu den Auftragseingängen der US-Industrie positiv überraschten. Und auch die neuen Arbeitsmarktzahlen wurden für gut befunden: Die Arbeitslosenquote war im April überraschend deutlich auf 3,9 Prozent gefallen und hat somit den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000 erreicht.

So langsam muss sich ja auch was tun an der Börse! An der amerikanischen vor allem. Insgesamt waren die US-Anleger in den zurückliegenden Wochen nämlich sehr unentschlossen. Es ging nicht mehr recht vorwärts. Dies zeigt sich charttechnisch in einer großen Dreiecksformation, die sich seit dem Abverkauf von Ende Januar entwickelt hat. Anders beim DAX. Hier hat die Erholung deutlich mehr Zug nach oben, und der deutsche Leitindex nähert sich schon wieder der 13 000er-Marke.

Skeptiker machen sich jetzt Sorgen. Dass die Kurse sich so konträr entwickelten, sei Zeichen einer sich abzeichnenden „Bullenfalle“. Andere ...

Mittwoch, 2. Mai 2018

Schwerter zu Pflugscharen

Verbal wird abgerüstet: Donald Trump hält sich zurück. Und in Korea geschieht gar Historisches. Den Kursen an den Aktienmärkten tut das gut. Die Sommermonate könnten dieses Jahr erfreulich ausfallen.

Die Zinsen für zehnjährige amerikanische Anleihen sind jetzt also doch über die Schwelle von drei Prozent gestiegen. Das ist durchaus beachtenswert, lag doch die Rendite zuletzt im Jahr 2011 auf derart hohem Niveau. Die Stimmung an den Aktienmärkten war für einige Tage entsprechend schlecht. Bei drei Prozent, so war wohl die Überlegung, könnte doch der eine oder andere Anleger schwach werden und von Aktien in Anleihen umschichten. Doch es blieb dann bei einer nur kurzen Verunsicherung. Denn so einfach ist es eben doch nicht mit dem Zusammenhang von Zinsen und Aktien — nicht automatisch bedeuten steigende Zinsen fallende Aktienkurse.

So hat eine neue Studie der US-Bank JP Morgan noch einmal gezeigt, was erfahrene Börsianer ohnehin schon wissen: Historisch gesehen sind die Kurse an den Aktienmärkten in der Vergangenheit nämlich sogar gestiegen, wenn es mit den Renditen aufwärtsging — allerdings nur solange der Zins unter fünf Prozent blieb.

Beruhigend wirkte in den zurückliegenden Tagen zudem, dass sich laut einer aktuellen Umfrage die professionellen Geldverwalter zurzeit wohl erst ab einem Zinsniveau von 3,5 Prozent größere Sorgen machen. Das hilft, um als Anleger nicht wieder gleich panisch zu werden. Und weil zur selben Zeit auch noch die Friedensgespräche in Korea außerordentlich erfreulich verlaufen sind, hellte sich die Stimmung doch deutlich auf.

Wirklich wichtig für die Börsenentwicklung sind aber andere Faktoren: Das ...

Mittwoch, 25. April 2018

Keine Angst vorm Sommerloch

Der Start in die Berichtssaion ist erfreulich. Wegen der guten Unternehmensgewinne treten belastende Faktoren einstweilen in den Hintergrund. So kann es in den kommenden Monaten weitergehen .

Wir hatten es kommen sehen: Kaum ist das Thema Handelskrieg aus den Schlagzeilen verschwunden, geht es an der Börse wieder um Substanzielles. Unternehmensgewinne und die Richtung der Geldpolitik, das sind die Faktoren, die es zu beachten gilt.

Und Ersteres ist weiterhin erfreulich. Zwar ist die Quartalsberichtssaison noch recht jung, und allzu viele Zahlen sind noch nicht veröffentlicht worden, jedoch stimmt die Tendenz: Rund 80 Prozent der US-Unternehmen haben bislang die Gewinn-erwartungen übertroffen und 70 Prozent die Umsatzprognosen. Das sorgt für eine gewisse Kauflaune an den Märkten.

Mit ansonsten nur wenigen makroökonomisch relevanten Ereignissen tritt also die Mikroökonomie wieder in den Vordergrund. In den USA fielen dabei die großen Banken mit einem deutlichen Gewinnanstieg positiv auf. Auch die Technologiewerte überzeugten bislang, sogar die zuletzt arg gebeutelten FANG-Aktien: Facebook, Amazon, Netflix und Google. Hinzu kamen noch News anderer US-Schwer-
gewichte wie Johnson & Johnson oder American Express, die alle zufriedenstellende Ergebnisse präsentierten. Allerdings ist auch klar, dass die Unternehmen unbedingt liefern müssen. Die positiven Effekte der Steuerreform sind doch zumindest schon teilweise in den Kursen enthalten.

In Europa waren die Meldungen breiter gestreut, jedoch insgesamt ebenfalls erfreulich. Danone übertraf beispielsweise ebenso wie ASML deutlich die Erwartungen, Nestlé und Pernod Ricard vermeldeten ebenfalls gute Zahlen.

Dennoch sind die Umstände im Jahr 2018 auch weiterhin eine Herausforderung, weit mehr als das fast schon reibungslose Umfeld im vergangenen Jahr. Vor allem das Thema Inflation wird wichtig bleiben und das damit verbundene Zinsrisiko. Dass die Renditen im Anleihebereich zu Beginn des Jahres so schnell und deutlich gestiegen sind, zeigt die große Nervosität an den Märkten. Zuletzt waren es die gestiegenen ...