Ich hatte das Vergnügen,
Michael Pettis zu interviewen. Der Finanzprofessor erwartet radikale Umwälzungen in China.
Vielleicht schon im Oktober, wenn Peking einen neuen Präsidenten und
Premierminister ernennt.
Das Interview erscheint morgen (11. Mai) in der neuen
€uro am Sonntag ...
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| So wird es ungefähr aussehen, natürlich ohne die ganzen Textmarker |
Für meine treuen Leser gibt es den Text aber schon vorab. Bitteschön ...
Eigentlich sollte es nur ein Intermezzo sein. Zwei Jahre
wollte Michael Pettis in Peking bleiben, inzwischen sind es zehn geworden. „Und
ich habe keine Pläne, dass das in der nahen Zukunft anders wird,
sagt er.
Der 53-jährige Wirtschaftswissenschaftler, der Ende der
80er-Jahre als Investmentbanker bei JP Morgan und Bear Stearns angefangen hat,
ist zu einer Institution in Sachen China geworden. Sein Spezialgebiet „Chinesischer
Finanzmarkt hat ihm Lehraufträge der Tsinghua-Universität und der
Guanghua School of Management, einer Pekinger Elite-Universität, eingebracht.
Dazu kommen zahlreiche Auftritte an den großen Wirtschaftsuniversitäten der
Welt sowie in den Börsenprogrammen von CNBC und BloombergTV.
Dass er so richtig in Peking verwurzelt ist, hat aber auch
viel mit seinem Steckenpferd zu tun: Pettis ist großer Musikfan und hat im
Studentenviertel Haidian den Musikklub D-22 aufgemacht, wo er abends oft hinter
dem Tresen steht, während auf der winzigen Bühne der chine-sische Rock- und
Punkmusik-Nachwuchs sein Bestes gibt. Dass er deswegen bisweilen als
Punk-Professor bezeichnet wird, behagt ihm aber nicht. „Manche Reporter mögen
das eben. Die denken sich, da ist der Professor, der im zerrissenen Shirt mit
Investoren und Regierungsvertretern über Handel und Notenbank-politik spricht,
und dabei pausenlos auf den Boden spuckt. Das ist ein wenig albern.
Der Mann ist vielbeschäftigt. Neben dem Klub kümmert er sich auch noch um sein
2007 gegründetes CD-Label Maybe Mars. „Das zweitgrößte Indie-Label in China",
betont er.
Pettis hat mit uns über die Sorgen um die chinesische
Wirtschaft gesprochen. Und auch hier gefällt ihm die Schwarz-Weiß-Malerei
vieler Beobachter nicht. „Als ob es neben Crash und Hype keine anderen Möglichkeiten
gäbe.