Freitag, 29. Juni 2012

Neues von Blümels O-Tönen

Wirtschaftsprofessor Tobias Straumann hat sich im Schweizer Tagesanzeiger recht differenziert zum Euro-Gipfel geäußert. Sehr lesenswertes Interview ...

"Die Eurokrise wird weiterhin nach demselben Muster verlaufen: Man fasst Beschlüsse und hat dann einige Monate Ruhe – oder jedenfalls so lange, bis sich die Bondmärkte wieder zuspitzen. Im Herbst werden die Turbulenzen wieder losgehe" (Hier das komplette Gespräch)

Und was sagt der Asmussen?

BlümelTV am Freitag: Diese TV-Sendung passt doch hervorragend zum gerade beendeten EU-Gipfel: EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen im Gespräch.

Um Mitternacht bei Phoenix ...

Und jetzt als Video auch hier bei uns ... nach dem Break:

Der große Durchbruch?

(Fast) alles steigt: Aktien, Rohstoffe, der Euro ... nur deutsche Staatsanleihen verlieren ...

Unter dem Druck von Italien und Spanien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Zugeständnisse beim Einsatz der Euro-Rettungsfonds gemacht. Die Euroländer wollen Spanien mit direkter Bankenhilfe aus der Schuldenfalle ziehen. Auch Italien hofft auf Hilfen ohne Auflagen...

Die "Weichwährungsländer" haben übernommen!


Und hier ein interessanter Chart. Er zeigt die "Firepower" der beiden europäischen Rettungs-Mechanismen EFSF und ESM im Vergleich zu den ausstehenden Staatspapieren Griechenlands und Italiens.

Man sieht's: Das reicht nicht. Was sind die gestern und vergangene Nacht beschlossenen Maßnahmen dann wert? Kurzfristig schaffen sie Luft, aber in the long run ...?

"If intervention is done in a limited fashion, even if it's a sizable pool of funding, it's ultimately going to be doomed to failure", so ein Londoner Banker.

Quelle: Bloomberg

Donnerstag, 28. Juni 2012

Neues von Blümels O-Tönen

Was macht die Konkurrenz? Die besten Interviews des Tages (naja, heute ist es bisher nur eins, aber ein sehr gutes):

1) Unsere Staatsschulden werden gewaltig steigen – Steht Deutschland vor dem Staatsbankrott? Diese Frage stellt Marc Hansmann in einem feinen Büchlein über die Geschichte des Schuldenstaates. Seine lakonische Antwort: Noch nicht. Im Interview erklärt er wieso" (bei wiwo.de)

Der Euro wird weiter fallen

Heute und morgen kommt es in Brüssel zum EU-Gipfel. Was wird passieren? Der große Wurf? Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen? Wohl kaum ...

Wer auf einen Rebound beim Euro hofft, dürfte daher wohl enttäuscht werden. Zumindest war es bei den vier vergangenen EU-Gipfeln immer so, dass die Gemeinschaftwährung spätestens sieben Tage nach der Veranstaltung schwächer notierte als davor. Ergo: Dollar long, Euro short.

Das hat doch neulich schon Mister Taylor erklärt. Der erwartet sogar Parität!

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Mittwoch, 27. Juni 2012

Ritholtz & Rosenberg versus The Market

Die beiden Herren hier sehe immer gerne: Barry Ritholtz, Blog-Urgestein aus den USA sowie David Rosenberg, der gerne mal den "Doomie" gibt und dafür vom kanadischen Vermögensverwalter Gluskin Sheff bezahlt wird.

Rosenberg spricht von Deleveraging, Ritholtz argumentiert mit guten Dividendenrenditen ...
Der interessante Aspekt kommt ganz zum Schluß: Ritholtz: "2015, 2016 hat der (secular) Bärenmarkt ein Ende."

Wann bitte?! Hab' ich das richtig gehört? 2015/2016? Holy Cow, that's rather late ...

Das Video von Bloomberg (13:37 lohnende Minuten) gibt es nach dem Break ... (inzwischen leider gelöscht)

Wechselkursrisiken in der Währungsunion

Martin Hüfner, Volkswirt des unabhängigen Vermögensverwalters Assenagon, hat einen interessanten Wochenkommentar zur wirtschaftlichen Lage der Eurozone geschrieben.

De facto ist die Währungsunion seiner Meinung nach bereits zerfallen, da die einzelnen Länder längst nicht mehr in Euro als Gemeinschaftswährung rechnen, sondern Unterschiede machen, ob Forderungen nun gegen Unternehmen italienischer, spanischer, griechischer Herkunft bestehen oder gegen Unternehmen aus (solventeren) Staaten wie den Niederlanden oder Frankreich. Da bekommt jedes Land seinen Verrechnungstopf ...

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Wer als Privatanleger nun ähnlich handeln will und sich in Dollar oder Franken flüchtet, könnte dabei aber einen Fehler begehen. Angenommen der Euro zerfällt (offiziell), ist anzunehmen, dass eine neue deutsche Währung stark aufwertet und ein Rücktausch aus Fremdwährungen könnte dann teuer kommen ...

Den ganzen Hüfner gibt es hier als Download

Aufbereitetes Brauchwasser

Thairat "wäscht" besser dank aufbereitetem Brauchwasser, Hofmaster hat kein Vertrauen in die Praktikanten der Notenbanken und Großwildjäger mischt die Karten neu mit der Commerzbank ...

Das Ergebnis: Das Börsenspiel läuft gut. Zwischenstand: BlüBloggers: +3,0%, Dax -10,0% (seit Spielstart Anfang Mai).

In der Einzelwertung ist Hofmaster weiter vorn mit City Life neu auf dem zweiten Rang. Beide sind ordentlich short ...

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Edit um 14:40 Uhr: Die Tabelle wurde noch einmal angepasst, die Kaufkurse bei Hofmaster sind jetzt korrekt.

Dienstag, 26. Juni 2012

Da muss noch ein bisschen was passieren

Die Deutsche Bank hat die Situation der US-Verbraucher unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist weniger erfreulich. Es könnte noch ein paar Jahre dauern, bis die Dinge sich normalisieren.

Das Problem ist der Schuldenberg, der in Relation zur Wirtschaftsleistung nach wie vor zu hoch ist und abgetragen werden muss (Deleveraging). Bad news for stocks ...

Quelle: Deutsche Bank

Montag, 25. Juni 2012

"Der Philly-Fed-Kollaps"

Bad news from everywhere – Der Philly-Fed-Index*, ein recht guter Frühindinkator für die US-Wirtschaft, fällt dramatisch ...

(*Frühe Signale bei Preisveränderungen, Beschäftigung und Auftragseingängen)

Dazu hier ein kurzes Bloomberg-Video ...

Freitag, 22. Juni 2012

"Öl wird weiter fallen"

Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank geht von einem weiter fallenden Ölpreis aus.

Wer war das doch gleich, der vor kurzem gesagt hat, dass der Ölpreis angesichts "ohnmächtiger" Notenbanken die Rolle eines Welt-Leitzins' übernommen hat? Fallen die Energiepreise tief genug, verbilligt dies die Produktionskosten und kurbelt die Konjunktur an ... vice versa ...

Ergo darf das Barrel ruhig noch etwas billiger werden angesichts der großen makroökonomischen Probleme.

Hier gibt das Weinberg-Video-Interview mit den Reuters-Kollegen (6:11 Minuten)

Zwischenstand Börsenspiel

Schwierige Gemengelage: Banken-Downgrades, ein vorsichtig formulierender US-Notenbankchef, maue Konjunturdaten (Ifo, China) und die EU-Führung unter Handlungsdruck. Vorsicht scheint weiter das Gebot der Stunde. Untermauert wirds von Leuten wie Bill Gross und John Taylor.

Entsprechend ruhig ist es auch im Depot, Änderungen gab es zuletzt keine. Zwischenbilanz seit Start Mai 2012: Dax -8,4%, BlüBloggers +1,8%

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"Europe is in a horrific recession"

Wir hatten John Taylor ja schon vor einigen Tagen im Blog ("Bargeld wird wie Kokain behandelt"). Jetzt wieder, dieses Mal im Interview mit den Kollegen von Bloomberg. Thema: Griechenland und die Eurokrise.

Meine Güte, der Mann ist pessimistisch!

Video-Interview, 4:33 Minuten nach dem Break ...

"Risk Markets at risk"

Das hat er schön formuliert, der Bill Gross, Chef von Pimco, des weltweit größten Vermögensverwalters von Anleihen: "Risk Markets at risk as monetary bag of tricks empties", so hieß es gestern auf Pimcos Twitter-Seite. Kurz, knapp und schmerzhaft.


Die Übersetzung nimmt dem Satz vielleicht seinen Charme – jedoch nicht seine Brisanz: "Risiko-Investments (etwa Aktien oder Rohstoffe) sind gefährdet, da den Notenbanken die Mittel ausgehen." Da ich Bill Gross sehr schätze, bestärkt mich das in meiner Ansicht, im Moment nicht unbedingt an der Börse eingreifen zu müssen.

Donnerstag, 21. Juni 2012

"Die Banken schöpfen Giralgeld so viel sie wollen"

Die wichtigsten Interviews des Tages ...

1) "Die Zentralbank muss wieder die Macht über die Notenpressen erlangen, fordert der Wirtschaftsoziologe Joseph Huber. Um die Schuldenkrise zu lösen, müssten die Banken aufhören, Geld aus dem Nichts zu schaffen" (Sehr spannendes Interview bei standard.at)

2) Nicht ganz taufrisch, aber ebenfalls sehr lesenswert: "Sparer, verkrümelt Euch, oder verprasst Eure Habe –  Der Würzburger Wirtschaftsprofessor Ekkehard Wenger hält eine Finanztransaktionssteuer für Unsinn. Das Sparen, vor allem in Aktien, müsse gefördert und nicht belastet werden. Auch Peer Steinbrück bekommt sein Fett weg" (bei faz.net)

"We are prepared to do more"

Die Börsianer hoffen ja auf mehr "Stimulus" durch die Notenbanken. Die USA sind dazu anscheinend bereit. Allerdings formuliert Zentralbank-Chef Ben Bernanke dieses generelle O.K. aber so vorsichtig, dass man sich wohl doch nicht zu viel Hoffnung machen sollte ...

Aber sehen Sie selbst, er hat einige Wenns und Abers in petto ...

Mittwoch, 20. Juni 2012

Facelift für den Jumbo

Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic von Milliardär Richard Branson hat eine ihrer Boeing 747-400 komplett überholen lassen und dazu ein "Zeitraffervideo" veröffentlicht. Generalüberholt wurde der Flieger vom chinesischen Flugzeugwartungsspezialisten Haeco aus Hongkong.

"Ich wette gegen Aktien"

Blümels O-Töne: Die wichtigsten Interviews des Tages ...

1) "Ich wette gegen Aktien. Überall auf der Welt – Der bekannte Investor Jim Rogers ist davon überzeugt, dass die Schuldenkrise in Europa eskaliert. Aber nicht nur dort. Auch den USA drohen Ungemach. Deutschen Investoren rät er zu einer radikalen Anlage-Strategie" (bei handelsblatt.com)

2) "Der Euro ist die falsche Währung – Griechenland wird aus dem Euro austreten. Davon ist Dirk Müller, bekannt als „Mister Dax“, überzeugt. Im Interview erklärt er, warum die meisten Länder mit dem Euro überfordert sind und wie es mit der Währung weitergeht" (bei handelsblatt.com)

Mehr nach dem "Break" ...

Dienstag, 19. Juni 2012

Islands Weg aus der Krise

Mein TV-Tipp für heute Abend: Islands Weg aus der Schuldenkrise  ("Mit offenen Karten", Arte, 22:55 Uhr)

Das Arte-Magazin "Mit offenen Karten" bietet Erklärungen und Hintergrundinformationen zur geopolitischen und wirtschaftlichen Situation eines Landes durch toll gemachtes Kartenmaterial ...
Dieses Mal Island. Im Herbst 2008 war Island eines der ersten Länder, das der Finanzkrise zum Opfer fiel. Plötzlich stand der Musterschüler in Sachen Neoliberalismus vor dem Ruin. Heute gilt die Insel als "geheilt" und wird als Beispiel eines gelungenen Krisenmanagements gefeiert. Lässt sich die isländische Methode auf die Eurozone übertragen?

Dann machen wir mal reinen Tisch

Am 1. Mai haben wir unser Börsenspiel gestartet. Der Dax hat seither sechs Prozent verloren. Wir kommen – alle zusammengerechnet – auf 1,5 Prozent Plus ...

Und so siehts en Detail aus: Hofmaster hat (in Barcelona weilend wohl etwas den Kontakt zum Depot verloren und) seinen Kupfer-ETF, der zwischenzeitlich schon mit 30 Prozent im Plus lag mit etwas weniger Gewinn verkauft – gestern zu 89,82 Euro, macht 17 Prozent Plus. Auch der TecDax-ETF wurde verkauft – gestern zu 52,45 Euro, macht drei Prozent Plus.

Neu dabei ist Padkey, der ebenfalls gestern mit zwei Positionen eingestiegen ist – mit Novartis und einem Gold-Papier (bitte immer auch den Börsenplatz angeben, Padkey!)

Thairat macht indes Gewinn mit SGS und Western Potash, egalisiert das aber (leider) mit einem Verlust seiner Silber-Position. CityLife steht zu seinem Dax-Short. Und Großwildjäger braucht ein wenig Aufmunterung ...

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Mixed Börsianer-Emotions

Gerade eben ist das neue Investmentbarometer von J.P. Morgan Asset Management in meinem Postfach angekommen. Es misst, wie positiv oder negativ deutsche Anleger die weitere Dax-Entwicklung einschätzen.

(Kleiner Malus: Das "neu" ist relativ. Die zugrunde liegende Befragung fand vom 4. bis 21. Mai statt)

Ergebnis: Nur knapp jeder Vierte (24,3 Prozent) rechnet mit einem positiven Börsenverlauf in den nächsten sechs Monaten. Eine negative Entwicklung befürchten 28,4 Prozent – ein Höchstwert seit November 2011.

Quelle: JP Morgan Asset Management, zum Vergrößern bitte anklicken

Stimmungsbarometer sind ja klassiche Kontraindikatoren. Extrem schlechte Stimmung sollte man zum Kaufen nutzen, extrem positive Stimmung zum Verkaufen.

Die derzeitige Gefühlswelt der deutschen Börsianer lässt so wohl keine eindeutigen Schlüsse zu. Im Vergleich zum Startpunkt der bislang letzten großen Rally im März 2009 (ich habs in der Grafik markiert), sind es derzeit "zu wenige" Pessimisten. Ein Einstiegssignal ist das also noch nicht.

Allerdings: die Skeptiker dürften nach meinem Ermessen seit Ende der Befragung deutlich Zuwachs bekommen haben ...

Montag, 18. Juni 2012

"Bargeld wird wie Kokain behandelt"

Meine Kollegen von der Schweizer Handelszeitung haben ein sehr, sehr gutes Interview mit John Taylor geführt, dem Gründer und Chef des größten Devisen-Hedgefonds der Welt FX Concepts. Dank Verlagskooperation kann ich hier Teile daraus veröffentlichen.
Ich habe es ein wenig gekürzt. Dennoch ist es ausführlich geblieben ...

Taylor beginnt mit der Griechenland-Wahl und den Folgen für die Märkt:

... Das Ergebnis ändert höchstens etwas am Verlauf in den nächsten zwei bis drei Wochen. Die Wahlen sind völlig unerheblich. Im Resultat verlässt Griechenland so oder so den Euro ... Schon am ­­26. Juni kommt das EU-Mitgliedstreffen. Und weil alles doch nicht so schlimm kam, ringen die sich nicht durch, die nötigen drastischen Maßnahmen zu ergreifen. Deshalb muss man den Euro verkaufen.

Was erwarten Sie für das Treffen in zwei Wochen?
Nach dem Hilfspaket für Spanien denken die Europäer wahrscheinlich wieder, dass das nun ausreicht – nur um später das Gegenteil festzustellen. 100 Milliarden reichen gerade einmal, um die Verluste der spanischen Banken dieses Jahr aufzufangen. Aber inzwischen kaufen ja auch nur noch die spanischen Banken die neuen spanischen Anleihen. Niemand kauft ein Papier für 100 Euro, wenn er erwartet, nur 60 oder 20 Euro zurückzubekommen.

Haben wir einen Krisensommer vor uns?
Zwischen Juli und September wird es fürchterlich, sowohl an den Aktienmärkten wie auch für den Euro. Meine Prognose ist, dass der Euro fallen wird, vielleicht sogar bis auf die Parität von 1:1 zum Dollar. Ich weiß, daß ich Ihnen das schon vor zwei Jahren sagte und Unrecht behielt. Trotzdem gibt es keinen Grund, warum das nicht eintreffen sollte. Schon 2002 stand der Euro für ein Jahr bei 0,90 Dollar.

Was passiert dann mit dem Franken? Kann die Schweizerische Nationalbank den ­Mindestkurs aufrechterhalten?
Für die SNB wird es interessant – der Druck steigt. Ihr Land wird gerade überschwemmt mit Einzahlungen aus den Banksystemen der Nachbarländer – Italien, Frankreich, aber auch Griechenland und Portugal. In Deutschland wird ja schon diskutiert, ob eine Einlage auf einem deutschen Konto von jemandem mit griechischer Adresse überhaupt deutsch und damit einlagengesichert ist.

Die Geldschwemme ist dramatisch.
Bargeld wird wie Kokain behandelt. Man bezahlt schweizerische Staatsbürger, die heimlich Koffer mit Franken ins Ausland bringen. Genau wie Drogenkuriere! Im Mai ging die Kapitaleinfuhr in die Schweiz hoch auf 66 Milliarden Franken – 54 Milliarden davon sind Geld, das in die Schweiz flieht. Das war der drittgrößte Geldtransfer der Geschichte – der zweitgrößte geschah im letzten August.

Mehr Antworten von Taylor nach dem "Break" ...

Medialer Euro-Overkill

Die Aktienmärkte haben sich während meiner Abwesenheit offensichtlich etwas beruhigt (wobei es da vermutlich keine Kausalität gibt). Man scheint den Griechen nach den Wahlen wieder einen gewissen Reformwillen zuzugestehen, auf dass es nicht zum Euro-Exit komme.

Anders dagegen an den Anleihenmärkten! Mit Spanien-Bonds, Italien-Bonds gehst ordentlich abwärts. Gefällt mir nicht. Wie passt das zusammen?

Entsprechend widmet die ARD einen Großteil ihres Abendprogramms dem Überthema Euro – was soll man denn sonst auch dem Überthema Fußball-EM entgegensetzen, das den Großteil des ZDF-Abendprogramms bestimmt.

Mein Fernsehtipp für heute Abend sind daher derer drei ...

Montag, 11. Juni 2012

Urlaub! Das Blog macht Pause

Liebe Leser, ich bin vom 11. bis 17. Juni im Urlaub. Hier geht es am 18. Juni weiter.
Das Börsenspiel kennt jedoch keine Pause, Orderaufträge bitte einfach posten oder mailen ...
Bis dann!

Freitag, 8. Juni 2012

Äthiopiens Schuhträume – Der TV-Tipp

In Afrika hat ein Wettlauf um Kapital begonnen. Der Ansturm internationaler Investoren führt zu einer der größten Umbrüche der Wirtschaft überhaupt. Kann ausländisches Kapital Afrika von Armut, Krankheit und Hunger befreien? Oder ist dies der Beginn einer neokolonialen Ära, in der Afrika dieses Mal vornehmlich unter Investoren aus China, Indien und Saudi-Arabien aufgeteilt wird?

Drei von vier Afrikanern leben noch von den Feldern, die sie selbst beackern. Junge Agraringenieure von den neuen Universitäten sollen das zukünftig ändern. Von dort sollen auch die Fachkräfte für den Aufbau einer exportstarken Schuhindustrie kommen.

Äthiopien verfügt aber über die größten Viehherden Afrikas und den Rohstoff Leder im Überfluss. Die erste deutsche Schuhfabrik hat sich bereits in Addis Abeba angesiedelt. Die chinesische Konkurrenz folgte wegen des Rohstoffs Leder und der niedrigen Löhne auf dem Fuße.

Die Dokumentation "makro: Äthiopiens Schuhträume" zeigt am Beispiel der Schuhindustrie, wie der Traum vom Leben ohne Armut in dem ostafrikanischen Land wahr werden könnte.

3Sat, 21:00 Uhr: Äthiopiens Schuhträume – Zum Vergrößern bitte anklicken

Mehr auf der 3Sat-Homepage

So gehts, meine lieben Spanier!

Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro wirkt dieser Tage ja recht hilflos. "Der Risikoaufschlag bedeutet, für Spanien ist die Tür zum Markt geschlossen", hat er gesagt. Und: "Wir als Staat haben ein Problem, den Markt anzuzapfen."

Das ist – mit Verlaub - eine ärmliche Vorstellung. Soll er sich doch mal an Japan ein Beispiel nehmen. Zugegegeben, die müssen weit weniger Zinsen für ihre Anleihen bezahlen, geben sich aber dennoch mehr Mühe, die Landsleute zum Kauf von Staatspapieren zu animieren.

Und so gehts: Sie engagierten mit AKB48 die beliebtesteste Mädchen-Band des Landes, um Werbung für Nippon-Bonds zu machen ... kawaii ...

Aber sehen Sie selbst ...

Deuba rein, Deuba raus

Sieht nach wie vor gut aus, das BlüBlo-Börsenspiel.

Großwildjäger hat einen netten Gewinn mit seinem Deuba-Trade eingefahren. Am Montag für 26,65 Euro gekauft, am Freitag für 28,38 Euro verkauft.

Ansonsten gab es keine Änderungen. Highlight ist nach wie vor der Kupfer-Put von Hofmaster, der sogar die gestrige chinesische Zinssenkung unbeschadet überstanden hat.

Was (noch) gar nicht läuft ist der Kaffee-Schein von Großwildjäger. Grund dafür scheint die bevorstehende Rekordernte in Brasilien zu sein, dem größten Arabica-Anbaugebiet der Welt (lustigerweise steigt ja der Preis für die minderwertige Robusta-Sorte) ...

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Donnerstag, 7. Juni 2012

Mo money!

It's all about stimulus! Right?! Kaum machen uns die Notenbanker wieder etwas Hoffnung auf "mo money", steigen die Börsen ... Und wie!

Dazu ein kurzer Video-Clip von den Reuters-Kollegen ...

Buffett ganz entspannt

Warren Buffett, Milliardär und Vorsitzender von Berkshire Hathaway, ist nicht aus der Ruhe zu bringen: Die US-Wirtschaft werde eine weitere Rezession vermeiden, so Buffett. Bedingung: Europa muss seine Schuldenkrise in den Griff bekommen.

Hier ein kurzer Video-Clip dazu (2 Minuten) ...

Mittwoch, 6. Juni 2012

"Die Aktie ist mit Abstand die beste Anlage"

Die Kollegen vom Manager Magazin haben ein sehr gutes Interview mit dem Vermögensverwalter Bert Flossbach geführt. Seine Kernaussagen:

"Die Inflation ist die einzige praktikable Möglichkeit für viele Staaten, ihre hohen Schuldenquoten zu reduzieren. Daher ist sie hochwahrscheinlich."

"Der Anleger muss erstmal verstehen, dass er diversifizieren muss. Wer alles auf eine Karte setzt, läuft große Gefahr, sein Vermögen zu verlieren. Das Thema Immobilie muss man dabei allerdings ausklammern, denn Immobilien sind noch heterogener als Aktien. Da geht es um Makro- und Mikrostandorte und vor allem die Frage, wer das Objekt überhaupt verwaltet. Das erfordert viel Management und ist nichts für Kleinanleger. Für die ist der beste Rat: Nutzen Sie die niedrigen Zinsen, um Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu kaufen statt zu mieten. Alles weitere bedeutet gewaltige Risiken"

Das vollständige Interview gibt es hier bei managermagazin.de

Adidas, Nike, Puma – Der Ball ist rund

Gestern schon eine hervorragende Doku, heute schon wieder eine ... ich habe es gerade nicht schwer gute Fernseh-Tipps zu posten.

Heute Abend jedenfalls zeigt 3Sat eine preisgekrönte Dokumentation für alle Adidas-, Nike- und Puma-Aktionäre: "Der Ball ist rund", Primetime 20:15 Uhr, 80 Minuten.
Einen Trailer gibt es auch: hier

Story: 60 Prozent aller Fußbälle weltweit stammen aus der pakistanischen Industriestadt Sialkot. In tausenden kleinen Werkstätten arbeiten Näherinnen und Näher im Akkord. 40 Millionen Bälle gehen alljährlich in den Export. Doch ob das so bleibt? Billigbälle aus China werden immer besser, und Hightech-Produkte aus Thailand immer günstiger ...

Improve your Börsen-English – moonscape

Teil 2 der noch jungen Serie "Improve your Börsen-English":

Heute was für den Smalltalk. Weil a) ein Nobelpreisträger zitiert werden kann, b) das Griechenland-Desaster unerwartet poetisch beschrieben werden kann und man c) den Nobelpreisträger eines Besseren belehren darf ...

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Man könne mit einem "moonscape scenario" rechnen, wenn Griechenland den Euro aufgebe(n muss), so der Ökonomieprofessor Michael Spence. Alles was zwei Beine habe, mache sich dann davon.

Wir lernen: moonscape (Substantiv) – Mondlandschaft

Und jetzt die Belehrung des Professors: Alles was zwei Beine hat, sollte besser bleiben. Denn auf dem Mond gelten ja andere Schwerkraftgesetze. Eine billige Drachme hilft dem Tourismus und hilft dem Export  .... Feet they hardly touch the ground, my feet don't hardly make no sound ... Right?!

Giant steps are what you take, Walking on the moon, I hope my legs don't break, Walking on the moon ...

Schluß mit dem Superzyklus

Die Kollegen von Bloomberg wagen es, den den Rohstoff-Superzyklus in Frage zu stellen.

Die Begründung kommt uns bekannt vor: Nachlassende Nachfrage aus China. Wir hatten das ja auch schon am Montag ("It's the chinese economy, stupid"), in den zwei sehr guten Interviews mit Michael Pettis und in etlichen Beiträgen davor.

(Muss ich noch erwähnen, dass sich jemand im Börsenspiel gegen fallende Kupferpreise abgesichert hat?)

Man könnte jetzt natürlich argumentieren, dass die Dinge längst gelaufen sind, wenn die Mainstream-Medien auf das Thema anspringen. Allerdings weiß ich nicht recht, ob Bloomberg zum Mainstream gehört. Ausserdem gilt: solange es die Gazetten nicht von den Titelseiten schreien, scheint aus Contrarian-Sicht die Sache noch nicht gelaufen zu sein ...

Nach dem Break sehen Sie besagten Bloomberg-Video-Beitrag (Laufzeit etwa 1 Minute) ...

Dienstag, 5. Juni 2012

Lehman Brothers Revisited

Hier ist einer, der findet, dass die Märkte übertreiben: "As if a Lehman type event has already happened"

Michael Gayed von Pension Partners und Bloombergs Matt Miller ...

Endstation Fortschritt?

Der TV-Tipp: Heute Abend geben wir uns kulturpessimistisch/optimistisch/realistisch und schauen auf Arte die Doku "Endstation Fortschritt".

Produziert von Martin Scorsese, zeichnet der Film die Entwicklung des Homo Sapiens vom Höhlenmenschen bis zum Eroberer des Weltraums nach und fragt, ob die Evolution, die Menschen in eine Sackgasse geführt hat.

Wie ist es wohl? Welcher Zusammenhang besteht zwischen der internationalen Finanzkrise, den zunehmenden Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, den Zukunftstechnologien, der nachhaltigen Entwicklung und dem künftigen Schicksal der Menschheit? Hier gibts den Trailer zum Film!

Böser, böser Durchschnitt

Ich habe hier eine recht spannenden Grafik gefunden.

Die Bruttogewinnmargen der amerikanischen Unternehmen sind auf Rekordniveau. Aber wie wir wissen: What goes up, will come down. Irgendwann werden sich die Margen wieder Richtung Durchschnitt bewegen (Mean-Reversion heißt das im Englischen so schön. Mean = durchschnittlich, gemein, böse)   

Wie auch immer. Sinken die Margen, ist das schlecht für die Gewinne, damit für den Börsenwert und damit wohl auch für die Aktienkurse.  

Die Regel lautet also: Kaufgelegenheiten gibt es, wenn die Margen niedrig sind. Sind sie hoch, dann ist eher Vorsicht angebracht.


Zum Vergrößern, bitte (unbedingt anklicken), Quelle: theshortsideoflong.blogspot.de
Die Zeitleiste im oberen Chart ist etwas ungenau, daher noch ein zweites Bild: Neues Chartmaterial (Stand Anfang Juni) von der Fed von St. Louis.

Zum Vergrößern bitte anklicken

Montag, 4. Juni 2012

Lesenswertes am Montag

Heute war ich ja fleißig – fünf Posts! Zur Abrundung noch zwei Links, die zu Interviews führen, die Sie nicht verpassen sollten:

Felix Zulauf hat dem "Handelsblatt" ein Interview gegeben: „Es wird unendliches Leid über Europa gebracht", sagt er. Griechenland werde nicht das einzige Land sein, das wegen der wirtschaftlichen Depression den Euro bald aufgeben muss. Hört, hört ...

Respekt! Die "Wirtschaftswoche" hat Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin und die Frontfrau der Linken, Sahra Wagenknecht an einen Tisch und dann auch noch zum Reden gebracht. Die beiden streiten über die Ursachen der Euro-Krise, die Verantwortung der Banken - und wie es mit Griechenland und Spanien weitergeht.

Edit: Und hier noch der neueste Marktkommentar von Martin Hüfner. Er spricht mir aus dem Herzen:

"Nach zweieinhalb Jahren Krisen-Management in der Europäischen Währungsunion sind viele Verantwortliche müde und erschöpft. Selbst bisherige Hoffnungsträger wie der italienische Ministerpräsident Monti verlieren den Elan und stoßen auf zunehmenden Widerstand. Diese Stimmung schlägt sich an den Finanzmärkten nieder. Von der fundamentalen Seite ist so schnell keine Hilfe zu erwarten."

Der komplette Kommentar als PDF-Download

Nobodys Fool – Zwischenstand Börsenspiel

Hervorragend, was Hofmaster und City Life da gerade abliefern. Is it the chinese economy, stupid? Jedenfalls bringen die Absicherungen auf Kupfer, Dax und den TecDax gerade ordentlich was ein. Mal sehen, wie lange sie dabei bleiben ...

Neu in des Großwildjägers Depot ist währenddessen die Deutsche Bank (kaum, dass Ackermann der Hut genommen hat). Thairat und Blümel harren derweil noch aus.

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Mr. Nobody und der Bezug zur Börse

Normalerweise geht es bei meinem TV-Tipps um Sendungen mit Börsenbezug. Davon möchte ich einmal abweichen.

EinsFestival zeigt heute Abend um 20:15 Uhr den Spielfilm "Mr. Nobody", ein unglaublich spannendes Werk über das Leben, die Liebe und den Tod, über physikalische Gesetze und Möglichkeiten, über Konsequenzen von Entscheidungen und über die Zufälle des Lebens ... (hmm ... also doch Börsenbezug?)

Der Plot: In nicht allzu ferner Zukunft altern die Menschen nicht mehr (Pharma, Biotech). Der letzte über 100-Jährige nennt sich Mr. Nobody (in der Hauptrolle Jared Leto) und liegt im Sterben. Ein Reporter will von ihm wissen, wie das Leben in der Vergangenheit war, merkt aber bald, dass der Alte offenbar Erinnerungen durcheinander wirft. Und zwar so sehr, dass man den Eindruck gewinnt, er habe drei Leben gelebt.

Autor und Regisseur Jaco Van Dormael hat angeblich 13 Jahre an dem Film gearbeitet...

Nach dem Break sehen Sie den Trailer ...

It's the Chinese economy, stupid

Michael Pettis hat's gesagt, Marc Faber hat's gesagt: China wächst nicht mehr so schnell wie wir es in den vergangenen Jahren gewohnt waren. Mit Auswirkungen auf die ganze Weltwirtschaft.

Schön zu sehen im folgenden Chart: China wertet seine Währung wieder ab, um den nachlassenden Export aufzufangen.

Nebenwirkung: Da Importe nach China teurer werden, werden weniger Rohstoffe gekauft, und schon kommen die Preise ins Rutschen.

Tja, wenn die Wachstumslok langsamer wird. Da kommen mir doch tatsächlich diabolische Gedanken: Wir hatten QE1 und QE2. Was, wenn ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Symphonie in rot

Kaum ist man mal eine Woche weg ... Das ist ja nicht das erste Mal, dass die Märkte abwärts rauschen, wenn ich in Urlaub fahre oder eine andere Auszeit benötige. Höchst seltsam ...

Die wichtigsten Aktienindizes zum Wochenstart. Zum Vergrößern bitte anklicken