Dienstag, 31. Juli 2012

"Diversify and hold a lot of cash"

Neues von Marc Faber ...

Meine Güte! Wie schwierig die Märkte einzuschätzen sind, zeigt Dr. Doom in diesem Interview. 15 Minuten laviert er um eindeutige Aussagen herum, er hangelt sich von einem "Maybe" zum nächsten. Etwa: "die Zinsmärkte signalisieren Deflation, die Aktien- und Rohstoffmärkte eher Inflation ..."

Vielleicht ist ihm das Lavieren dann aber im Verlauf des Gesprächs zu fad' geworden. Ab Minute 15 wird er doch recht deutlich. Thema: Chinas wirtschaftliche Entwicklung und der Einfluss auf die Märkte weltweit ...

Trügerische Ruhe

Gerade habe ich die neueste Markteinschätzung der Sarasin-Leute bekommen. Meines Erachtens sehr treffend ...

Die Lage an den Finanzmärkten ist angespannt. Die globale Wirtschaft befindet sich in einer unaufhaltbaren Wachstumsverlangsamung und die Euroschuldenkrise ist kurzfristig nicht lösbar. Dank den Versprechungen der Zentralbanken, alles zu tun, um das Schlimmste abzuwenden, halten aber viele Anleger an Risikoanlagen fest und hoffen auf eine positive Wende. Wir zweifeln daran, dass diese Wende in Kürze gelingen wird, und haben unsere Portfolio-Risiken mit dem Abbau von Rohstoffanlagen weiter reduziert. Die Gewichtung von Unternehmens- und Schwellenländeranleihen, welche wir als relativ sichere Häfen betrachten, haben wir hingegen erhöht.

Im Juli kam es zu einer weiteren Achterbahnfahrt an den Finanzmärkten. Sogenannte risikoreiche Papiere und vermeintlich risikolose Anlagen standen abwechslungsweise in der Gunst der Anleger. Während von der Makroseite fast nur negative Meldungen zu verzeichnen waren, kamen die Zentralbanken den Märkten mit Wort und Tat zu Hilfe. Die Versprechungen der US-Notenbank sowie der Europäischen Zentralbank (EZB), dass sie noch mehr tun können, um die Wirtschaft und das Finanzsystem zu stützen, beflügelten die Aktienmärkte. Aber auch italienische und spanische Anleihen, welche zuvor bei rekordhohen Zinsen handelten, profitierten davon.
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Das wirtschaftliche Umfeld hat sich zu Beginn des dritten Quartals weiter verschlechtert. Europa steckt in der Rezession, da die schleichende Kreditklemme zu einem Rückgang der Investitionen geführt hat. Immer mehr zeichnet sich ab, dass nicht nur die Peripherie unter der Euroschuldenkrise leidet, sondern auch der bis anhin noch robuste Kern Eurolands. So zeigen nun auch die Einkaufsmanagerindizes für Frankreich und Deutschland eine Rezession an ...

Montag, 30. Juli 2012

This Is How The Stock Market Works

Gesehen bei Real Life Adventures

Den Cartoon habe ich nicht ohne Grund ausgesucht. Denn im Börsenspiel hat es einige Mitstreiter in den vergangenen zwei Wochen meiner Abwesenheit heftig erwischt.

Zwar wurde nicht panisch verkauft, jedoch ging Geld verloren. Allen voran bei Hofmaster mit seiner hochriskanten Öl-Absicherung und dem bislang ebenfalls nicht gelungenen Starbucks-Kauf.

CityLife hat indessen seinen Short-Dax-ETF verkauft (am 20. Juli zu 24,90 Euro) und einen interessanten aber vom Timing nicht passenden Vola-ETF gekauft.

Es bleibt dabei: Mit dem langweiligen Bonus-Zertifikat auf die Telekom fährt es sich immer noch am besten.

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Mittwoch, 18. Juli 2012

Have a break, have a ...

Im Moment ist hier gerade Pause. Ich befinde mich zuhause, meist in den Federn, weils in Magen und Darm rumort ...

Da ich kommende Woche zudem Urlaub habe, gehts hier tatsächlich erst am 30. Juli weiter.

Die Börsenspiel-Oders werden natürlich nachgeholt. Bis dann!

Freitag, 13. Juli 2012

Bad to the Bone

Tja, ich bleibe weiter skeptisch. Die Gewinne der Unternehmen sind nicht so gut wie erwartet (und verpassen dem Optimismus unseres Special Friends Byron Wien vielleicht einen Dämpfer).

Zugegeben, wir sind erst am Anfang der aktuellen Berichtssaison in den USA und aus Europa wurden noch gar keine Zahlen vermeldet, aber die Unternehmen, die bisher berichtet haben, haben doch arg enttäuscht . Kurz gesagt: 16 Unternehmen, zwölf Enttäuschungen.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bespokeinvest

Donnerstag, 12. Juli 2012

Neues von Byron Wien

Wir hatten neulich schon Byron Wien hier im Blog – mit einem großartigen Kommentar über den "Firedancer".

Im neuesten Bloomberg-Interview ist er gar nicht so skeptisch. Er geht davon aus, dass sich die Unternehmensgewinne recht gut halten werden. Außerdem mag er Gold ...

Hier das Original-Video (etwa 9 Minuten)

Mittwoch, 11. Juli 2012

Wenn's an Vertrauen mangelt

Am Freitag hat Tobias Levkovich optimistische Prognosen gewagt, heute ist es James W. Paulsen, der Chefinvestor der Fondsgesellschaft Wells Capital Management (beide gehören zu meiner Liste der gern gehörten und gelesenen Börsianern, liegen sie doch recht häufig richtig mit ihren Einschätzungen ...)

Paulsen hat die langfristige Entwicklung des S&P-500 mit der langfristigen Wertwicklung der Unternehmensgewinne anhand übergeordneter Trendlinien seit 1947 verglichen. 

Wie man im Chart sieht, gibt es dabei immer wieder Abweichungen vom Trend, nach oben wie nach unten. Seit etwa fünf Jahren bewegt sich der Aktienindex dabei unter dem Trend, die Gewinne dagegen über dem Trend.

Paulsen sieht daher 25 bis 30 Prozent Aufwärtspotenzial beim S&P-500, wenn denn das Vertrauen der Amerikaner in Wirtschaft und Börse zurückkehrten.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Dienstag, 10. Juli 2012

"I did not put you down!"

Nobelpreisträger Paul Krugman hatte am Wochenende einen Gastauftritt in Madrid. Thema: Die Eurokrise. Er wird den Vortrag so schnell nicht vergessen. Es gab nämlich reichlich Gegenwind – Der Madrider Ökonom Pedro Schwartz machte kurzen Prozess mit Krugmans Keynes'ianischen Vorstellungen.

"Keynesians got us into this mess and now we have to sacrifice our principals so that they can get us out of this mess"

Krugman reagierte sichtlich verschnupft ...

Schwartz' Vortrag beginnt bei Minute 35:00, Krugman antwortet etwa 13 Minute später.

Öl wird fallen ... oder?

Der Mann mit dem langweiligsten Papier und der Stillhalte-Taktik liegt vorn: c'est moi. Und ich mache immer noch keine Anstalten "aggressiver" zu werden.

Anders Hofmaster: der dreht schon wieder am Depot: Agennix (1,85 €) und Sony (11,00 €) fliegen nach gerade mal einer Woche Haltedauer und mit kaum verändertem Kurs wieder raus.

Stattdessen wird jetzt mit dem recht riskanten Öl-Short-ETC (ETC034) auf fallende Energiepreise gesetzt. Ob ihn da der geschätzte Rohstoff-Experte Weinberg überzeugt hat?

Gesamtstand: BlüBloggers -0,3% Dax -6,0%

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Freitag, 6. Juli 2012

"Markets will move higher"

Hier ist einer guter Dinge: Tobias Levkovich, Chef-Aktienstratege der Citigroup spricht über den schwachen ISM-Index, "Geldspritzen" der Notenbanken, den US-Arbeitsmarkt und den Ausblick auf das zweite Börsen-Halbjahr.

Zwischenstand im Börsenspiel

Nach donnerstäglicher Unpässlichkeit und damit verbundener Untätigkeit, bringe ich erst einmal das Börsenspiel auf den neusten Stand.

Hofmaster hat am Mittwoch Praktiker verkauft (1,34 Euro), den Kupfer-ETF (Frankfurt, 76,59 Euro) und den TecDax-ETF (Xetra, 40,87 Euro). Neu dabei ist eine kleinere Position Agennix.

Außerdem gibt es im Großwildjäger-Depot ein sagenhaftes Comeback zu bestaunen. Der Kaffee-ETF hat binnen weniger Tage mehr als 20 Prozent zugelegt. Und das obwohl ich seit neuestem mehr Gemüsesaft als schwarze Brühe trinke ...

Und so sieht's aus: Gesamtstand Blübloggers -0,2 % versus Dax -5,2 %

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Dienstag, 3. Juli 2012

"The Smartest Man Is A Firedancer"

Der neueste Marktkommentar von Blackstone-Berater Byron Wien ist eine brillante Abhandlung über die Herausforderungen, an denen die Politik und damit Weltwirtschaftsordnung zu scheitern droht.

Ich habe mir die Freiheit genommen, Ihnen diesen Artikel in voller Länge zu präsentieren. Ein Must-Read! Lassen Sie sich nicht von der Länge des Essays abschrecken ...

When the New Democracy party in Greece defeated the anti-bailout Syriza, I was anxious to learn what The Smartest Man in Europe thought of it all. The next day I flew across the Atlantic to meet him and we had a long discussion about the world financial outlook. Many of you remember The Smartest Man from earlier essays; I have been writing about him annually for more than a decade. He has been a friend for thirty years, and during that period he has shown an almost uncanny ability to see major events affecting the financial markets before other observers. Among these were the fall of Japan as an economic power in the 1980s, the economic changes in China and their significance the early 1990s, and the serious consequences of excessive borrowing in the developed world in the last decade.

His DNA endowed him with a certain amount of business acumen. His ancestors operated canteens along the Silk Road, selling food, weather protection and supplies to travelers to India and China. He apprenticed in finance in New York, but returned to Europe to take advantage of opportunities created during the post-war recovery there. Along the way he has acquired the ABC’s of European wealth – an airplane, a Bentley and a house on a Cap in the French Riviera. The depth and breadth of his art collection is impressive, but material things are not what gives him a high.

He gets his thrills from identifying a problem, thinking it through and being right in determining how it gets resolved. In his ninth decade, he is an inspiration to me.

"Verzicht ist eine freiwillige Sache"

Die Redaktion von ZDF Frontal hat ein sehr spannendes Interview mit Georg Funke geführt, dem einstigen Chef der Hypo Real Estate.

Funke lebt heute auf Mallorca, er hat jahrelang geschwiegen, selbst im Untersuchungsausschuss des Bundestages. In seinem ersten Fernsehinterview seit langem weist er jede Schuld an dem Desaster von sich, sieht sich als Opfer des damaligen Finanzminister Peer Steinbrück. Der habe die Bank zerstört und sei daher verantwortlich für die Milliardenverluste.

Hier geht's zum 12minütigen Video-Interview

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: ZDF-Mediathek

"Mehr Europa, weniger Deutschland"

Gestern gab es eine gute Diskussionsrunde bei Phoenix zum Dauerthema Eurozone:

"Mehr Europa, weniger Deutschland – wird der Nationalstaat abgeschafft?"

Mit dem (guten Analytiker) Günter Verheugen, einstiger EU-Kommissar, und mit dem Publizisten Matthias Matussek.

Hierfür braucht man ein wenig Zeit ... 45 Minuten, um genau zu sein.

Neues von Blümels O-Tönen

Lesenswerte Interviews und Gastbeiträge kluger Köpfe ...

1) „Wir legen mehr Geld auf den Tisch als nötig – Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht nach dem Euro-Gipfel die finanzielle Stabilität Deutschlands in Gefahr. Ein Grund dafür ist unsere Haftung für Südeuropas Banken. Die Bürger könnten nur noch auf das Verfassungsgericht hoffen“ (bei handelsblatt.com)

2) „London muss eine glaubwürdige Alternative zum Libor finden. Peter Hahn, Professor an der Cass Business School der City-Universität in London, kommentiert den Libor-Skandal" (bei dasinvestment.com)

3) "Die Märkte reagieren auf 'relativ positive' Nachrichten – Die Schweizer Investmentlegende Marc Faber im Video-Interview" (in zwei Teilen bei daf.fm – hier und hier)

Finger weg vom Panik-Knopf

Um dem Gerücht entgegenzutreten, ich sei ein "Perma-Bear", der ausschließlich an "Bad News" interessiert sei, gibt es heute eine Grafik, die zeigt, dass wir (noch?) nicht den Panik-Knopf drücken müssen.

Dass gestern der ISM-Einkaufsmanagerindex zum ersten Mal seit drei Jahren unter 50 Punkte gefallen ist, hat für einiges Aufsehen gesorgt, signalisiert doch ein Index unter besagter Schwelle "contraction". Wörtlich übersetzt bedeutet das zwar "Abschwung", jedoch ist der Begriff nicht gleichzusetzen mit "schrumpfender Wirtschaftsleistung" oder gar mit "Rezession".

Gut zu sehen ist das in folgendem Chart. Seit 1948 notierte der ISM-Index 175 Mal zwischen 42,6 und 50 Punkten. Und in 130 Fällen davon, wuchs die US-Wirtschaft trotzdem – wenn auch langsamer. Erst unter besagter 42,6-Punkte-Marke kam es zu einer offiziellen Rezession.

Ergo: Der fallende ISM-Index mag ein Puzzle-Teil sein, das zur Vorsicht mahnt, mehr ist es aber (noch?) nicht ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Montag, 2. Juli 2012

Zwischenstand im Börsenspiel

Es tut sich was. Hofmaster hat Praktiker und Sony gekauft, Thairat für 1000 Euro bei Western Potash augestockt.

Der Markt hat seit Ende vergangener Woche nach oben gedreht und die Shortpositionen im Spiel laufen seither ordentlich ins Minus. Mal sehen, ich bin mir nicht sicher, ob diese Investments nicht doch noch aufgehen ...

Effekt des momentanen Stimmungsumschwungs: Führungswechsel. Meinereiner vorn, danach Hofmaster, gefolgt von Padkey.

Gesamtstand: BlüBloggers 0,0%, Dax -5,6% (seit 1. Mai)

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Neues von Blümels O-Tönen

Der Historiker Paul Nolte in einem guten Interview mit den Kollegen der FAZ:

"Wir müssen für unsere Brüder in Athen zahlen – Über europäische Solidarität und revolutionäre Einigungsprozesse und warum deutsche Verfassungsrichter anmaßend sind" (zum kompletten Interview hier entlang bitte)

"Banks have weakend our economy"

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz hat ein neues Buch geschrieben ("The Price of Inequality"), das das Auseinanderdriften der Einkommen und das "Eigenleben" der Kreditinstitute beschreibt. Auch er setzt sich für ein Zurechtstutzen der Banken ein.

Das sollte man lesen, denke ich. So weit ich weiß, kommt die deutsche Übersetzung im Oktober auf den Markt.

Stiglitz hat am Freitag mit CNBC über das Buch gesprochen.
Hier das Video (etwa 6 Minuten lang) ...