Mittwoch, 31. Oktober 2012

"Sehr pessimistisch"

Die Stimmung unter den Börsianern ist eher negativ. Was wohl vor allem an den Quartalsergebnissen der Unternehmen liegt, die nicht so gut ausfallen wie erwartet. Dennoch halten sich die Börsen. Wohl vor allem dank des günstigen Notenbank-Geldes.

Trotzdem (oder besser: gerade auch deswegen) sollten wir auf der Hut sein. So wie Nobelpreisträger Joseph Stiglitz in diesem Video-Interview der Bloomberg-Kollegen.

Dienstag, 30. Oktober 2012

It's the end of the world as we know it

Ich habe mich entschlossen, das Börsenspiel zu terminieren. Aus, Schluß, vorbei. Ich kann es nicht vernünftig managen – die September-Wochen, in denen ich durch Abwesenheit glänzte, haben es ja gezeigt.

Ein Sorry und ein Thank you gehen daher an die eifrigen Mitspieler, vor allem an Thairat, Padkey, Hofmaster, Großwildjäger und CityLife, die zuletzt dabei waren, und an all die anderen, die vielleicht noch einsteigen wollten.

Ein Trost bleibt: Die Kommentarfunktion steht allen offen – also immer her mit Ideen und Anmerkungen.

Das Gold-Silber-Paradoxon

Die Idee ist ja die: Steigt der Preis für Silber deutlicher als der für Gold, ist das ein gutes Zeichen für die Konjunktur. Durchaus einleuchtend, Silber ist schließlich auch Industriemetall. Verhält es sich genau andersherum und Gold schneidet besser ab als Silber, kann man das als negativen Indikator für den weiteren Konjunkturverlauf deuten.

Wenn sich dazu noch Bürgerinitiativen bilden, die die "Heimholung" der deutschen Goldbestände in New York, Paris und London fordern, dann steht uns vermutlich das Schlimmste bevor.

Wo war ich? Richtig, beim Gold-Silber-Verhältnis. John Taylor, Chef des weltgrößten Devisen-Hedgefonds, hat sich im folgenden Video-Interview mit den Kollegen von Bloomberg dazu so seine Gedanken gemacht ...

No-Nonsense-State-Controlled-Decision-Maker

Ich bin gerade auf den Websites der Konkurrenz unterwegs, um hier den einen oder anderen Link reinzusetzen, auf dass wir etwas lernen.

Zum Beispiel diesen Link hier, der uns zu George Magnus führt, einem "wirtschaftlichen Berater" der UBS. In einem kurzen Video-Interview der Schweizer Cash-Redaktion erzählt er uns etwas zu China, Indien, und warum wir Rohstoff-Investments vielleicht doch lieber mit spitzen Fingern anfassen sollten(!). Ausserdem lernen wir von Magnus ein sagenhaftes Idiom: den No-Nonsense-State-Controlled-Decision-Maker ... (= China)

Montag, 29. Oktober 2012

Verlässlich ist besser

Meine Kollegen Stefan Bauer und Klaus Schachinger haben in der aktuellen €uro am Sonntag ("Zehn starke deutsche Aktien") eine schöne Tabelle mit den deutschen Unternehmen aus DAX und MDAX zusammengestellt, deren Prognosen in den vergangenen zehn Quartalen am zuverlässigsten erfüllt wurden ... ein gutes Kaufargument.

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Ownership Dingsda – Die blöden Aktionäre

Deutschlands größere Städte werden zunehmend von Oberbürgermeistern regiert, die politisch links der Mitte einzuordnen sind. Der Schwabe Fritz Kuhn in Stuttgart als frischestes Beispiel. Die Süddeutsche Zeitung hat das erkannt und beschwört in ihrer Wochenendausgabe die nicht mehr ganz neue Idee der "neuen Bürgerlichkeit".

In einem zweiseitigen Dossier kommt dazu auch der Soziologe Heinz Bude zu Wort. Und der sagt in einem Absatz etwas, was auch uns Anleger betrifft: "Diese aggressive Bürgerlichkeit der Ownership Society, die wir seit mindestens 25 Jahre weltweit hatten – wer das heute noch von sich gibt, gilt als blöd."

Er hat tatsächlich blöd gesagt, und so wurde es auch gedruckt. Demnach gilt man als Aktionär also als blöd, weil man als Eigenkapital-Geber zwangsläufig Teil besagter Ownership Society ist – was ist das überhaupt für ein schrecklicher Anglizismus?

Nun gut. Der Bude hat's sicher nicht böse gemeint, es scheint ihm wohl um den Aspekt der Aggressivität in diesem Ownership-Dingsda zu gehen. Und da mag man ihm recht geben. Zumindest momentan ...

Freitag, 26. Oktober 2012

Zehn starke deutsche Aktien

Ich bin heute nicht im Dienst, stattdessen feiere ich mit der Familie meinen 42. Geburtstag. 42 years ... That's quite some history behind me ...

Daher gibt es heute nur das hier: einen (optischen) Ausblick auf die morgen erscheinende €uro am Sonntag (wobei hier natürlich nur der Entwurf zu sehen ist). Im Test: Zehn deutsche Aktien, die es in sich haben. Mal reinblättern ...

Donnerstag, 25. Oktober 2012

"Landwirte braucht die Welt"

Zu später Stunde noch zwei Querverweise zu einem lesenswerten und zu einem hörenswerten Interview ...

1) Bei cash.ch beglückt uns der Großinvestor Jim Rogers mit seiner Einschätzung zum Rohstoffmarkt. Und das macht er wie immer: jovial, gutgelaunt, mit einem Hang zum Sticheln. Und er bleibt sich treu, was vielleicht etwas langweilig wirkt, und empfiehlt das, was er immer empfiehlt – Investments in Agrar-Rohstoffe. Und Silber statt Gold.

Zeit, ein Buch zu schreiben, hat er auch noch. Das soll im Februar 2013 erscheinen und "Street Smarts" heißen. Schöner Titel, aber schwer zu übersetzen ... Es hört sich nach Bauernschläue an, nach Köpfchen, weniger nach akademischer Bildung. Und gleichzeitig klingt im Titel die Wall Street an. Ich bin gespannt ...

2) Nobelpreisträger und Buchautor Joseph Stiglitz ("Der Preis der Ungleichheit") wiederum gibt im Interview mit Bernd Jünemann, unserer Bundeskanzlerin Ratschläge für ihren Kurs in der Wirtschaftspolitik. Ein Nobelpreisträger darf das allemal. Ausserdem verrät Stiglitz, dass er sein Erspartes in den vergangenen Jahren in "Liquid Forms" investiert hatte.

Screenshot von DAF via Youtube
(Ich vermute, dass das heute erst veröffentlichte Video-Interview schon während der Frankfurter Buchmesse aufgezeichnet wurde)

Littly Tiny Punching Tools

Warren Buffett hatte gestern einen größeren Auftritt bei den Kollegen von CNBC. Zu eindeutigen Aussagen mochte er sich aber wie gewohnt nicht hinreißen lassen. Er laviert ein wenig herum. Der Tenor ist ungefähr: Abschwung ja, aber ...

Interessant sind seine Indikatoren: Teppichverkäufe und Unternehmen, die little tiny punching tools herstellen.

Buffett in Wort und Bild gibt es hier ...

Im nächsten Leben werde ich ...

... director of vision and controller of knowledge commissioning. Auf gut Deutsch wäre ich dann Direktor für Visionen und Aufseher für Wissenstransfer. Das hat was. Macht sich gut auf dem Briefkopf.

Aber wenn ich es recht bedenke, dann schaff' ich das mit meinem Blog noch in diesem Leben(?). Na dann vorab mal schnell das Impressum geändert!

Gesehen bei ft.com

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Es lebe die Mensch-Maschine

Ich habe gestern ferngesehen. Die Dokumentation "Welt ohne Menschen". Mit zunehmender Dauer des Streifens hat sich bei mir dabei ein mulmiges Gefühl eingeschlichen. Da waren Menschen zu sehen, die mit großem Ernst, Eifer und Vorfreude(!) von der in baldiger Zukunft anstehenden Mutation von Mensch und Maschine erzählten.

Die Logik ging in etwa so: Weil sich der Fortschritt exponential beschleunige, gäbe es gar keine Alternative, als den Menschen mittels Elektronik zu "optimieren" und so ebenfalls zu beschleunigen, auf dass er mit der exponential steigenden Datenflut zurecht komme.

Mulmig war mir da. Interessant dabei die Rolle einer "Singularity-Gesellschaft", deren Mitglieder mit einer gewissen Heilsbringer-Attitüde auftraten, dank protzigem Absolventen-Ring aber auch das Odeur einer elitären Geheimloge versprühten. Ob es wohl Zufall ist, dass das Lehrinstitut dieser elitären Gruppierung, die "Singularity-University", ihren Hauptsitz gleich neben der Zentrale des ernsthaft-eifrigen Google-Imperiums platzierte? Vor kurzem habe ich mich noch gegoogelt vor Lachen, heute ist mir – wie geschrieben – mulmig.

Weitere Sponsoren neben Google sind unter anderem Nokia, Autodesk und LinkedIn.

Seltsamerweise ist die Doku (derzeit?) nicht über die Arte-Mediathek abrufbar. Ein Schelm, der da ... Ha, aber bei Youtube hab ich es gefunden:

Dienstag, 23. Oktober 2012

Klimawandel ade

Schwer ist es, den weiteren Gang an den Börsen einzuschätzen. Da sind zum einen die Notenbanken, die die Zinsen niedrig halten und für frisches Geld im großen Stil sorgen. Gleichzeitig macht man sich Sorgen um die Eurokrise, um die Wachstumslokomotive China, einem Ende des Rohstoff-Superzyklus und schwachen Quartalsergebnissen etlicher US-Unternehmen. Eine Gleichung mit vielen Variablen, der Indikatoren sind viele.

Jedoch: Der Indikator schlechthin, die Börsenentwicklung selbst, ist seit einigen Wochen eindeutig. Siehe DAX. Es geht nach oben.

Warum sich also nicht daran orientieren, am "Aktienklima"? Hier ein Beispiel, wie das gehen könnte (aus der Euro am Sonntag, Heft 41/2012)

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Montag, 22. Oktober 2012

James Bond jagt Dr. Ben

Neues aus der Rubrik Was wirklich wichtig ist: Bond ist wichtig, James Bond. Und der neue Bond-Film Skyfall. Eminent wichtig. Alles andere wird daneben zur profanen Nebensächlichkeit.

Wirtschafts- und Börsenthemen sowieso. Wenn sogar die Wirtschaftstageszeitung schlechthin, die britische Financial Times, der Film-Premiere mehr Platz einräumt als Ben Bernankes Zinsentscheid in den USA, sollten vielleicht auch wir unsere Präferenzen überdenken?

FT, Ausgabe vom 22. Oktober. Zum Vergrößern bitte anklicken

Der Elektronikonzern Sony versucht indes das wirklich wichtige mit dem anscheinend unwichtigen in Einklang zu bringen: das Bond-Phänomen soll den Umsatz ankurbeln helfen. Mit einer Bond-Edition des Xperia-Mobiltelefons. Ob es auch dem Aktienkurs auf die Sprünge hilft? 2008 hatten sie es ja schon einmal mit einem 007-Telefonino probiert, allerdings recht erfolglos. Vermutlich weil keine Nebelwerfer integriert waren.

Ach ja: Und was wirklich auch wichtig ist: der Mann im Sony-Werbeclip ist NICHT Daniel Craig. Hier das Video ...

Freitag, 19. Oktober 2012

Man googelt sich vor Lachen

Tröstlich, wenn ein Konzern, der die Daten der freien Internetwelt verwaltet/ (zu)ordnet/ auffindbar macht, bei den eigenen Daten derart rumschlampert, dass da was zu früh veröffentlicht wird, was wiederum dazu führt, dass sich etliche Investoren besagten Konzerns zu Panikverkäufen der Google-Aktie hinreissen lassen. Ejaculatio praecox mit anschließender Bettflucht. Man googelt sich vor Lachen.

Ich lass' das also lieber mal mit dem zu frühen Veröffentlichen und tue Gegenteiliges: Schon gestern gab's bei der Süddeutschen Zeitung eine sechsseitige Europa-Beilage zum Dauerthema Google Europa.

Mit gefühlten 99 Prozent pessimistischen Überschriften und Anreißen. Auch tröstlich das. Weil verlässlich (Diese Kollegen von der Süddeutschen!). Die Füchse unter uns freuen sich derweil, könnte man diese Beilage ja durchaus als Kontraindikator interpretieren ...

Jedenfalls: Ich habe aus den gedruckten Überschriften eine Collage gebastelt. Mal sehen, ob diese auch zu Panikreaktionen führt, angesichts des Ächzens und Verzweifelns. Vielleicht googelt kugelt man sich aber auch vor Lachen, weil ich die Collage allen Ernstes für 50 Euro zum Kauf anbiete. Signiert natürlich. Das Geld – ich versprech's – wird in griechische Oliven und spanischen Wein investiert. Na dann Trost! Pardon: Prost!

Zum Vergrößern bitte anklicken. © Martin Blümel

So sieht die Beilage übrigens nach der Collagen-Schnippelei aus ...