Freitag, 30. November 2012

Die Idee vom perfekten Kreislauf

Die Märkte laufen (nach Plan). Da bleibt Zeit, mal wieder unterwegs zu sein und Leute zu treffen, die was zu sagen haben - auch wenn es vielleicht mal nur indirekt um die Börse geht.

Ziel ist Hamburg und der Chemiker Michael Braungart. Der will Produkte und Produktionsprozesse so entwickeln, dass sie nicht nur unschädlich sind, für Mensch und Natur, sondern auch nützlich. Da hat er sich was vorgenommen, der Professor Braungart.

"Cradle to Cradle", heißt das Konzept zur Idee. Mal sehen, was er zu erzählen hat.

Und damit bin ich zunächst offline. Einen guten Börsentag und bis später ...

Donnerstag, 29. November 2012

"Am liebsten schon vor dem Essen ein Meitli"

Die Märkte starten gut in den Tag, was mir die Möglichkeit gibt, auf meine (vor)gestrige Analyse zu verweisen, erklärt sie doch ganz gut, warum die Kurse u.a. steigen (natürlich gibt es noch weitere Gründe!)

Und damit weiter zur Presseschau ...

In vieler Munde ist natürlich das Interview, das der als Börsenguru verehrte Marc Faber der Zeitung "Der Sonntag" gegeben hat. Darin gibt er mehr Auskunft über das Nachtleben in Zürich als über die Märkte. Dennoch lesenswert weil ungewöhnlich offen.

Unter anderem sagt Faber: "Früher glaubte ich zu wissen, wie sich die Börse entwickelt. Heute bin ich der Ansicht: Wir wissen nicht, was morgen ist, wir müssen die Wahrscheinlichkeiten abschätzen – und genug Reserve haben, um profitieren zu können, wenn ein Unfall passiert."

Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank scheint dagegen zu wissen, wie sich der Dax entwickelt. 7600 Punkte sind sein Ziel. Zu sehen im Video-Interviewbei daf.fm.

Mittwoch, 28. November 2012

"The extremely wealthy don't pay enough"

Jon Stewart gehört zu den amerikanischen Entertainern, die richtig Spass machen. Er ist geistreich, ironisch und unglaublich schlagfertig. In seiner gestrigen Show hatte er Warren Buffett zu Gast.

Hier sehen Sie, was es zu bereden gab – beispielsweise Buffetts Einstellung zu höheren Steuern für seinesgleichen. Ebenfalls mit dabei: Carol Loomis, mit der Buffett ein Buch geschrieben hat.

(Bin mir nicht sicher, ob die Videos auf Apple-Portables zu sehen sind)


Teil 2 des Video-Interviews sehen Sie hier

Dienstag, 27. November 2012

Selektive Wahrnehmung und steigende Börsenkurse

Da stimmt doch was nicht in den USA. Fröhliche Shopaholics auf der einen Seite – und das nicht erst seit dem Schlussverkaufs-Wahnsinn am Thanksgiving-Wochenende. Und bestenfalls unsichere Unternehmer auf der anderen Seite.

Fakt ist: Das Verbrauchervertrauen ist seit Beginn des Jahres stetig gestiegen, während der ISM-Einkaufsmanagerindex, der als klassischer Indikator für die Stimmung in der Unternehmenswelt gilt, bestenfalls stagnierte.

Eine seltsame Kluft hat sich da also aufgetan. Wie kommt es nur, dass die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage so unterschiedlich ausfallen kann? Und welcher der beiden Indikatoren ist der "bessere", um daraus eine Börsenprognose abzuleiten? Zumindest bisher war es wohl so, dass der steigende Konsum auch für steigende Kurse gesorgt hat (oder doch umgekehrt?). Jedenfalls trägt das "Mehr an Konsum" in den zurückliegenden fünf Quartalen zu jeweils einem Prozentpunkt Wachstum bei.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Meine Vermutung: Das Verbrauchervertrauen ist vermutlich deswegen gestiegen, weil sich die Amerikaner reicher fühlen, da die Börsenkurse steigen, da sich die Lage am Immobilienmarkt allmählich beruhigt und da sich die Aussichten am Arbeitsmarkt verbessert haben. Und genau das ist ja im Sinne der US-Notenbank (siehe auch "Der Faktor Hoffnung"). Und dazu müssen nicht einmal die Löhne steigen. Real, also inflationsbereinigt, sind sie nämlich seit 2011 gefallen ...

Montag, 26. November 2012

Warten aufs US-Wirtschaftswachstum

Service, Service, Service: Die wichtigsten Börsen-Termine der Woche in der Übersicht

Zum Vergrößern bitte anklicken

Versuchte Teevolution

Ich gestehe, dass ich ganz gerne – auf dem Weg zur Arbeit – einen Starbucks-Kaffee mitnehme. Da liegt es also nahe, sich den Laden mal näher anzuschauen. Gerade auch deswegen, weil die Starbucks-Zentrale gerade mitgeteilt hat, man wolle jetzt den Tee-Markt aufrollen ...

 © Martin Blümel
Also: Was macht ein Unternehmen, wenn es an seine Wachstumsgrenzen stößt? Man probiert's mit ähnlichen Geschäften. Die Kaffeehauskette Starbucks etwa macht jetzt auch groß in Tee. Das ist mutig. Teevolution, kann ich da nur sagen ...

Eigentlich war es ja absehbar. Im Januar vergangenen Jahres entfernte Starbucks den Begriff "Coffee" aus dem Firmenlogo. Deutlicher kann die Botschaft, dass man nicht mehr nur Kaffeehauskette sein will, wohl nicht ausfallen. Heute, fast zwei Jahre später, scheint klar, dass dies tatsächlich ein Hinweis darauf war, dass Starbucks-Chef Howard Schultz etwas Revolutionäres vorhat: ganz groß in Tee zu machen.

Für 620 Millionen Dollar, das sind gut 485 Millionen Euro, übernimmt Starbucks den amerikanischen Teeeinzelhändler Teavana – der Name ist wohl eine Anspielung auf ein imaginäres Tee-Nirvana. Bis Jahresende soll der Deal unter Dach und Fach sein. Starbucks lehnt sich damit sehr weit aus dem Fenster. Mehr Geld hat das Unternehmen für eine Übernahme bisher noch nie auf den Tisch gelegt.
Teavana jedenfalls verkauft bisher über 100 Sorten losen Tee in 300 eigenen Läden in den USA, Kanada und Mexiko und seit Neuestem auch in einem Geschäft in Kuwait. Den Tee gibt es abgepackt wie auch in aufgebrühter Form an der "Teavana-Tea-Bar". Mit Starbucks als neuem Eigentümer wird das auch so bleiben. Zunächst jedenfalls.

Denn der naheliegende Gedanke ist: Eine Art Teebar müsste doch auch in den Starbucks-Coffeeshops gut laufen ...

Freitag, 23. November 2012

Kreative Buchhaltung

Die Probleme in der EU sind weiter groß. Die Staats- und Regierungschefs kommen bei den Verhandlungen um das Budget für die kommenden sieben Jahre nicht voran, um Griechenlands Finanzierungslücken zu schließen, wird "kreativ rumgebucht" und in Frankreich, tja, in Frankreich, was soll man sagen? In Frankreich so scheint es, verschließt man schlicht die Augen davor, wie schlecht es um die Wirtschaft des Landes wirklich steht.

Dass das trotzdem nicht zwangsläufig schlechte Nachrichten für Aktien sind, erläutert der amerikanische Finanz-Kolumnist und Buchautor John Mauldin ("Endgame", "Bulls Eye Investing") in folgendem Interview mit den Kollegen von Bloomberg.

Dabei fällt auch der pointierte Satz: "Spanien ist nicht Frankreich und Frankreich ist nicht Griechenland. Mist bauen trotzdem alle."

Ausserdem erwartet Mauldin ein Comeback Japans – hört, hört.

Mittwoch, 21. November 2012

"On the Road to Zero Growth"

Jeremy Grantham hat seinen neuen Marktausblick veröffentlicht. Und er wagt einen sehr langfristigen Ausblick. Seine These: Die USA müssen sich von den bisher gewohnten hohen Wachstumsraten verabschieden. Bis Mitte des Jahrhunderts wären im Schnitt nur noch 1,4 Prozent Wachstum drin.

Zitat: "The three percent-plus average growth that prevailed in the 1880s through the 1970s is gone forever."

Er begründet das mit der demographischen Entwicklung, mit der sinkenden Zahl arbeitender Menschen, mit fallenden Arbeitsstunden. Ausserdem, so Grantham, sei die Produktivität nicht weiter zu erhöhen. Weiter negativ: Der Klimawandel und die hohen Rohstoffkosten.

Grantham-Prognose. Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Bloomberg
Den wie immer sehr lesenswerten Grantham-Newsletter, können Sie sich kostenlos auf seiner Website runterladen.

Dienstag, 20. November 2012

"Buy The Dips"

Presseschau am Dienstag Nachmittag ...

1) Keith Wade, Chefökonom beim Vermögensverwalter Schroders, ist optimistisch, was die Börsenentwicklung angeht. Trotz Fiscal-Cliff, trotz Griechenland. Video-Interview auf Englisch bei cash.ch (etwa 2 Minuten). Buy the dips!

2) Michael Heise, Chefökonom der Allianz hat eine recht ähnliche Meinung. Ebenfalls bei cash.ch (Video-Interview, etwa 3 Minuten)

3) Bei handelsblatt.com gibt es in tolles Streitgespräch über den Handel an Rohstoffmärkten. Ohne Hegdefonds fehlt den Märkten etwas, sagt Agrarpolitik-Professor Michael Schmitz. Unsinn, meint Foodwatch-Chef Thilo Bode, Spekulanten verursachen Hunger. Ein Must-Read!

4) Und noch ein schönes Interview, dieses Mal bei zeit.de: Der Ökonom Robert Shiller hält nichts von pauschalen Urteilen über die Finanzwelt. Er sagt: "Lasst euch lieber was Neues einfallen – und demokratisiert die Finanzmärkte."

Shalala lalalala

Wie man in der linken Spalte sieht, trage ich weiterhin das Bullmarket-Shirt. Für mich stehen die Börsenampeln also weiter auf Grün – trotz aller zuletzt hier besprochenen Unsicherheiten, vielen negativen Gurus, sei es Jens Ehrhardt oder Marc Faber sowie dem anscheinend nicht ganz unwichtigen Faktor Hoffnung.

Bleibt Zeit für Nebensächliches: Bei den Kollegen von Bloomberg wurde heute die US-Gesundheitsministerin aus dem Kabinett des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton interviewt. Und auch wenn es gegen das eherne Gesetz verstößt, sich niemals über Namen lustig zu machen, gestehe ich, doch herzlich gelacht zu haben ...

Namen zum Verlieben: Donna Shalala, gesehen bei Bloomberg

Montag, 19. November 2012

"Haben Sie auch Geld in der Schweiz?"

Am Freitag wird im Bundesrat über das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz abgestimmt.

Dazu passt folgende – vermutlich nicht ganz ernst gemeinte – Umfrage des Schweizer Fernsehens SF. Tatort: Konstanz im April 2012.

"Warum Nationen scheitern"

Eine kleine Presseschau am Montag Nachmittag:

Spannendes Interview mit dem US-Ökonomen Daron Acemoglu. "Ungleichheit ist nicht per se gefährlich", sagt der Autor des Bestsellers "Why Nations fail". Er hält Institutionen für DEN Faktor, der über den (wirtschaftlichen) Erfolg von Staaten entscheidet. Und über den Misserfolg. Siehe Griechenland. Zu lesen bei tagesanzeiger.ch

EU-Gipfel am Thanksgiving Day

Service, Service, Service: Die wichtigsten Börsen-Termine der Woche in der Übersicht

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Freitag, 16. November 2012

Ursachen und ihre (erstaunlichen) Wirkungen

Etwas aus der Rubrik: Ursachen und ihre (erstaunlichen) Wirkungen:

Es ist noch nicht lange her, da verkündete die amerikanische Notenbank, in Gestalt ihres Präsidenten und Sprachrohrs Ben Bernanke, dass man die Zinsen bis mindestens 2015 extrem tief und die sonstigen geldpolitischen Maßnahmen – etwa Anleihenkäufe – extrem intensiv halten wolle.

Das war am 13. September. Die Ankündigung bekam daraufhin das Etikett QE3 (Quantitative Easing, Folge 3) und die Welt stellte sich auf einen fallenden US-Dollar ein, gilt doch eine derart laxe Geldpolitik laut Lehrbuch als "Währungsentwerter".

Aber denkste: der Dollar ist seither nicht billiger geworden, sondern teurer. Im Vergleich zum Dollar-Index, das ist ein ganzer Währungskorb unterschiedlichster Devisen (Euro, Yen, Pfund, Kan-Dollar, Schweden-Krone, Franken) wurde der Dollar seither um zwei Prozent teurer. Insgesamt stieg der Dollar im Vergleich zu 13 der 16 wichtigsten Weltwährungen.

US-Dollar-Index steigt; Zum Vergrößern bitte anklicken
Das ist erstaunlich, fiel doch der Dollar während der beiden ersten QE-Maßnahmen um sechs Prozent (QE1) respektive um neun Prozent (QE2).

Was lässt sich daraus ableiten? Offensichtlich scheint das Vertrauen in den Dollar wieder zu steigen, was vermutlich daran liegt, dass die Leute, die ihr Geld in Dollar anlegen, darauf zu bauen, dass Bernanke das Gelddrucken vielleicht doch früher einstellt als angekündigt? Immerhin scheint sich der US-Arbeitsmarkt langsam zu erholen, ebenso der Immobilienmarkt und auch das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaftsentwicklung wird besser ...

Donnerstag, 15. November 2012

(Börsen)Zahlen für den Smalltalk

Big Numbers: Immobilienkredite an private Haushalte in Deutschland beliefen sich Mitte 2012 auf fast 1 Billion Euro. Sie machen 40 Prozent der gesamten inländischen Kreditvergabe aus und entsprechen zwei Drittel der Verschuldung privater Haushalte.

Die Sache mit der Zahlungsmoral

Es ist Donnerstag, fast Mittagszeit, und wir arbeiten – mit zunehmendem Druck – an der neuen Ausgabe von €uro am Sonntag. Mit dabei (auf Seite 5) ist eine ganz spannende Grafik, an der zumindest mittelbar deutlich wird, dass die Eurokrise nicht von ungefähr kommt.

Sehen Sie mal, wie unterschiedlich die Zahlungsmodalitäten in Europa ausfallen – und wie unterschiedlich es vor allem auch um die Zahlungsmoral bestellt ist. Will man es mit einem Schlagwort versehen, wäre "Nord-Süd-Gefälle" recht passend.

Aus der €uro am Sonntag, Heft 46/2012; Zum Vergrößern bitte anklicken

Mittwoch, 14. November 2012

"Wenn alles zusammenbricht ..."

Aktien, Gold, Silber – was wird nachhaltig steigen und was nicht. Ein Interview mit dem überwiegend in den USA sehr bekannten Trendforscher Gerald Celente (wer ihn nicht mag, dürfte ihn eher als Schwarzseher bezeichnen).

Celente ist jedenfalls ordentlich in Fahrt, der Kollege Sebastian Schick von daf.fm hat Schwierigkeiten das Interview zu beenden ...

Weniger (Geld) wäre mehr (gewesen)

Klaus Wellershoff und der seltsame Glaube an rezessionsfreies Wachstum – ein Gastkommentar von einem meiner Special Friends (am Wochenende bei handelszeitung.ch erschienen, dank Verlagskooperation nun auch bei mir).

Die Quintessenz gleich vorneweg: "Es ­gehört nicht viel Phantasie dazu, zu erkennen, dass ... mit grosser Wahrscheinlichkeit die Wirkung des Politikeingriffs mittlerweile asymmetrisch geworden ist: Einem kurzfristigen Vorteil stehen langfristig hohe Kosten gegenüber. Damit gilt sowohl für die Fiskal- als auch die Geldpolitik: Weniger wäre mehr gewesen!"

Hier der ganze Beitrag:

Amerika hat gewählt. Nach Monaten des teilweise sehr polarisierenden Wahlkampfs kann sich die Politik nun wieder den wirklichen Prob­lemen des Landes zuwenden. In wirtschaftlicher Hinsicht scheint vor allem die Frage im Raum zu stehen, wie die Amerikaner mit ihren komplett aus dem Ruder gelaufenen Staatsfinanzen fertigwerden.

In den zwölf Jahren, die seit der Jahrhundertwende verstrichen sind, hat das Land zwei Rezessionen und eine zunehmend auf Konfrontation ausgerichtete Wirtschaftspolitik der beiden grossen Parteien gesehen. Während die Republikaner sich darauf versteiften, dass Wirtschaftspolitik vor allem Steuersenken bedeutet, fokussierten sich die Demokraten nach dem Wahlsieg Obamas vor vier Jahren auf die Einführung einer Krankenversicherung für alle. In einem Punkt waren sich beide Parteien einig: Rezessionen darf es keine geben. Um dieses Ziel zu erreichen, war jedes Mittel recht. Budget­defizite und Zinssenkungen waren die Massnahmen, mit denen die Politik die Machbarkeit dieser Vorstellung beweisen wollte.

Montag, 12. November 2012

"Es wird noch mal richtig krachen"

Eine kleine Presseschau zu nachmittäglicher Stunde:

Interview Nummer 1: Jens Ehrhardt gehört zu Deutschlands populärsten Vermögensverwaltern. Bei capital.de erklärt er, wieso er Gold hält, was gegen Immobilien spricht und warum eine große Inflation droht.

Interview Nummer 2 ist fast noch besser und findet ebenfalls bei capital.de statt: Oswald Grübel war einst der mächtigste Banker der Schweiz. Im Interview erklärt er, warum sich Notenbanker für so clever halten, Banken nicht um jeden Preis gerettet werden sollen und die deutsche Steuermoral verlogen ist.

Aktientipp Buyral

So wirds endlich was mit den Zugriffszahlen! Mit professionellem "Clicking". Das Unternehmen, das diese wunderbare Geschäftsidee hat heißt Buyral – endlich eine Aktie, die garantiert durch die Decke geht ... Zu schön, um wahr zu sein.

Freitag, 9. November 2012

Draghi und die griechischen Mythen

Neues aus der Rubrik Unfreiwillig komisch: Gestern stellte die Europäische Zentralbank EZB nach der Pressekonferenz zum Leitzinsentscheid die neuen Euro-Noten vor, die ab Januar mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein sollen.

EZB-Chef Mario Draghi kommentierte das Erklär-Filmchen mit den Worten "Was genau war eigentlich der Sinn dieses Films". Das fragt man sich in der Tat, bestehen doch besagte neue Sicherheitsmerkmale zu einem großen Teil aus Wasserzeichen und Bildchen, die Europa zeigen. Und das ist bekanntlich eine Figur aus der griechischen Mythologie. Und da fragt man sich ja doch: Sicherheit und Griechenland – wie geht das denn zusammen?

Sicherheitsmerkmal der neuen Euro-Scheine

Donnerstag, 8. November 2012

"Obamas Wiederwahl ist eine Katastrophe"

Marc Faber teilt im Interview mit den Kollegen von CNBC ordentlich aus. "Ich bin überrascht, dass der Markt nach Obamas Wiederwahl nur ein paar Punkte und nicht 50 Prozent gefallen ist", sagt der Herausgeber des Gloom Boom Doom Reports.

Faber nimmt das einige Sätze dann zwar wieder zurück – er habe nur gewitzelt –, geht aber dennoch davon aus, dass es in den kommenden sechs bis neun Minuten um etwa 20 Prozent nach unten geht. "Es ist schwer zu sagen, wohin der Markt läuft, weil wir so viel Manipulation haben." Hier gehts zum Video-Interview ...

Bottled Life – Wie verwandelt man Wasser in Geld?

Börse und Wirtschaft im Fernsehen – Mein TV-Tipp für heute Abend:

Wer will, kann natürlich den Donnerstag-Standard Maybritt Illner anknipsen (ZDF, 22.45 Uhr, Neue Chance, alte Krisen – Was wird Obama nun anders machen? Unter anderem mit Friedrich Merz, Egon Bahr und Martin Richenhagen von Agco). Spannender dürfte es aber vermutlich sein, etwas später beim WDR reinzuschauen.

WDR, 23.15 Uhr, Bottled Life – Wie verwandelt man Wasser in Geld?

Die Schweizer Doku über die Geschäftspraxis des Nestlé-Konzerns im Wassergeschäft, lief zwar im September schon bei Arte, aber vielleicht hat sie der eine oder andere damals verpasst.
Inhalt: ... Während die Weltbevölkerung rasant wächst, wird sauberes Wasser immer mehr zur Mangelware. Rund um den Globus boomt das Geschäft mit Trinkwasser, die Umsätze beziffern sich in zweistelliger Milliardenhöhe. Unbestrittener Marktführer in der hartumkämpften Branche ist derzeit mit weltweit über 70 Wassermarken der Schweizer Nestlé-Konzern, der seit den 90er Jahren konsequent in diesen Absatzmarkt der Zukunft investiert ...

Der Faktor Hoffnung

Früher, so scheint es, war es doch so, dass die Wirtschaft das Auf und Ab am Aktien- oder Immobilienmarkt bestimmte. Jetzt, so kommt es mir vor, scheint es genau umgekehrt zu sein. Es sind die Preise, die an den Börsen und Märkten bezahlt werden, die das Auf und Ab der Wirtschaft bestimmen. Oder dies zumindest sollen.

Denn früher war es doch so, dass die Notenbanken die Zinsen reduzierten, um die Wirtschaft anzukurbeln und Investitionen zu erleichtern. Jetzt jedoch sind die Zinsen schon seit vier Jahren mehr oder weniger auf Null. Bei Berücksichtigung der Inflation gar unter Null. Und trotzdem kommt die Wirtschaft nicht wirklich in Schwung.

Früher war es auch so, dass Aktien zwar Dividenden abwarfen, diese bei weitem jedoch nicht an die Verzinsung von festverzinslichen Papieren heranreichten. Jetzt ist auch das genau umgekehrt. Egal ob DAX oder S&P, die Dividendenrendite von Aktien stellt die Verzinsung von Anleihen längst in den Schatten. Da muss man doch in Aktien investieren?

Und früher war es auch so, dass es zwischen dem Aktienmarkt und der Bilanzsumme der Notenbanken keinen Zusammenhang gab. Inzwischen jedoch scheint genau das – überspitzt formuliert – größeren Einfluss auf die Kurse zu haben als die Entwicklung der Unternehmensgewinne.

Interessante Zeiten sind das. Und sie sind gewollt: Wenn schon die Nullzinsen nicht direkt wirken, dann sollen doch bitte die steigenden Preise an den Börsen und Märkten die Wirtschaft ankurbeln. Aber ob das funktioniert? Mir scheint, hier setzen die Entscheidungsträger vor allem auf eins: den Faktor Hoffnung (nicht von ungefähr sagte der wiedergewählte US-Präsident Barack Obama in seiner Siegerrede, er habe "niemals mehr Hoffnung in Amerika gesetzt" als jetzt).

P.S. Schon aufgefallen, wie häufig zuletzt der Anker als Symbol der Hoffnung in unserem Alltag auftaucht? In der Modewelt, in der Musik. Hier ein hübsches – und sinniges(!) – Beispiel: ein Geld- oder Krwattenclip des New Yorker Juweliers Miansai. Seit heute zu haben. Passt auch durchaus zu meinem Post vom Dienstag: Modisches für Börsianer.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: miansai.com

Mittwoch, 7. November 2012

Hellmeyer investiert

Und noch ein Experte den wir schätzen: Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, rechnet mit weiter steigenden Aktienmärkten und Goldkursen.

Im Interview mit den Kollegen von daf.fm sagt er: "Wir haben eine gute Chance, die Jahreshöchstkurse vom letzten Jahr bei 7600 rauszunehmen, und fürs Gesamtjahr – dann auch 2013 – bleibe ich bullisch." Hier gehts zum Video.Interview ...

"Dax 10000 ist wahrscheinlicher als Dax 5000"

Max Otte hat vergangenes Wochenende auf der Edelmetall- und Rohstoffmesse in München ein interessantes Interview gegeben.

Kernaussage: In Aktien investieren, auch in Gold, aber Vorsicht bei Immobilien.

Ausserdem ärgert er sich – nach wie vor – über den Umgang mit den Banken:
"Wir stellen die Banken frei von der Haftung. Da ist eine parasitäre Kaste entstanden.
Die niedrigen Zinsen nutzen vor allem den großen Finanzmark-Akteuren, die sich billigst unbegrenzt verschulden, während die Sparer bestraft werden durch die niedrigen Zinsen. Da findet ein klarer Verteilungskampf statt. Nur sagt das niemand."

Mehr Aktuelles von Otte gibt es ausserdem hier im Blog: Max Otte und die Ketchup-Inflation



(Otte ist einer der bekanntesten Ökonomen Deutschlands, Berater des PI Global Value Fund und Autor des Buchs Der Crash kommt.

Fünf Dinge haben die USA dem Rest der Welt voraus

Die Wahl ist entschieden, eine Hängepartie wie im Jahr 2000 bleibt der (Börsen)Welt erspart. Positiv. Klar ist auch, dass die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed durch die Wiederwahl Barack Obamas keinen politischen Gegenwind bekommt. Das ist zumindest kurzfristig und aus Sicht von Aktienanlegern positiv – mögliche langfristige Negativwirkungen mal beiseite gelassen.

Und mal angenommen, die USA bekommen das Problem mit dem viel beschworenen Fiscal Cliff in den Griff: die zur Jahreswende drohenden Einsparungen und Steuererhöhungen in Höhe von rund 600 Milliarden Dollar – etwa fünf Prozent des BIP, dann darf man sich ruhig auch mal den Argumenten zuwenden, die für Aktienanlagen – gerade in den USA – sprechen.

Fünf Dinge haben die USA dem Rest der Welt voraus: Demografische Entwicklung, Billige Energie, Homeland Investment Act (Rückführung von Unternehmensgewinnen), billige Währung, günstiger Wohnraum – zusammengetragen von John J. Hardy, Währungsexperte der Saxo Bank. Hier en detail und gut begründet zu sehen ...

Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Saxo Bank

Dienstag, 6. November 2012

Müssen Großbanken zerschlagen werden?

Börse und Wirtschaft im Fernsehen – Mein TV-Tipp für heute Abend:

ZDF, Frontal21, Dienstag, 6.11.2012, 21.00 Uhr, u.a. mit dem Beitrag
Kampf den Zockern – Müssen Banken zerschlagen werden?

Inhalt: ... Großbanken haben in den vergangenen Jahren ihre Geschäfte immer weiter aufgebläht. Die Bilanzsumme beispielsweise der Deutschen Bank reicht inzwischen fast an das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland. Möglich war das nur mit den sich ständig ausweitenden Geschäften im Investmentbereich – mit Spekulationsgeschäften, die enorme Risiken bergen ...

Zu Wort kommt unter anderem Folker Hellmeyer, Chef-Volkswirt der Bremer Landesbank. Er sagt: "Solche Institutionen gilt es zu zerschlagen, damit wir wieder Demut in den Bankensektor zurückbekommen. Denn Banken sollen die reale Wirtschaft unterstützen und nicht die reale Wirtschaft in Geiselhaft nehmen."

Börsianer-Styling, Herbst/Winter 2012

Ich möchte Scott Shellady, einem Händler der Terminbörse Chicago, noch einen eigenen Beitrag widmen. Sein ohnehin schon individuelles Erscheinungsbild hat noch das eine oder andere Accessoire verdient. Ein Smartphone-Case im Dollar-Design und etwas Blingbling (der Ring taugt vermutlich auch als schlagendes Argument mit bleibendem Ein- respektive Abdruck).

Zum Vergrößern bitte anklicken. Accessoires gesehen bei asos.de

Wenn die US-Wahl zur Hängepartie wird

Es ist soweit. Die US-Amerikaner wählen heute Ihren Präsidenten. Und wenn Sie sich gefragt haben, warum die Aktienkurse in den vergangenen Tagen nicht mehr recht voran gekommen sind, hängt das sicher auch mit der Wahl zusammen. Und mit dem zu erwartenden knappen Ausgang.

Schauen wir zurück: Zwischen George W. Bush und Al Gore ging es bei der Wahl im Jahr 2000 derart knapp zu, dass es im Bundesstaat Florida zu Nachzählungen und schließlich gar zu einem Gerichtsurteil kommen musste, bis der Wahlsieger endlich stattfand. Die Hängepartie zog sich – soweit ich mich erinnere – über vier Wochen hin.

Die Amerikaner werden sich mit Unbehagen daran erinnern, das Land schien während dieser Zeit zerrissen und gespalten. Als Investor hält man sich da lieber zurück. Zu groß die Gefahr, falsche Entscheidungen zu treffen. Das gilt auch für die diesjährige Wahl. Wieder sieht es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Also wartet man lieber ab, ob der Wahlsieger bereits in der Nacht auf Mittwoch (MEZ) fest steht oder ob es erneut zu einer Hängepartie kommt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch diese Herrschaften hier, die bei den Kollegen von Bloomberg die US-Wahl diskutieren (man beachte das sensationelle Kuhflecken-Jackett von Scott Shellady, einem Händler der Terminbörse Chicago) ...

Montag, 5. November 2012

Max Otte und die Ketchup-Inflation

Der neueste Gastkommentar von unserem immer gern gesehenen und gelesenen Max Otte. Er fasst das sehr gut zusammen: Wir müssen mit den Unsicherheiten leben ...


Seit Jahren geht es der Weltwirtschaft wie einem müden Wanderer, der sich über einen steilen Berggrat höher schleppt. Jederzeit kann sie abstürzen. Stürzt sie rechts ab, kommt die Inflation, links lauert Deflation.

Viele konventionelle Ökonomen weisen darauf hin, dass derzeit keine inflationären Gefahren drohen, weil die Geldmengen nicht wirklich steigen. Zwar explodiert allenthalben die Geldbasis – die Notenbankbilanzen – aber die großen Geschäftsbanken nehmen dieses Geld in ihre Bilanzen, ohne es weiter zu verleihen. Als Folge scheint von dieser expansiven Geldpolitik derzeit keine inflationäre Wirkung auszugehen.

Diese Argumentation ist trügerisch. Sie wird oft von denselben Ökonomen angewandt, die weder die Subprime- noch die Euro- und Staatsschuldenkrise vorhergesehen haben. Auch damals war – im Moment – „alles in Ordnung“. Mit ihrem Vertrauen auf die Märkte sind moderne Ökonomen wenig prädestiniert, objektiv nach vorne zu blicken ...

Wie gefährlich wird China?

Börse und Wirtschaft im Fernsehen – Mein TV-Tipp für heute Abend:

ARD, Hart aber fair: Weltmacht süß-sauer, Montag, 5. November, 21.00 Uhr

Normalerweise gebe ich mir viel Mühe, die Plasberg-Diskussionsrunde Hart aber fair zu verpassen. Heute Abend mache ich vielleicht eine Ausnahme – auch wenn das Thema des Abends etwas fragwürdig formuliert ist:

Weltmacht süß-sauer – Wie gefährlich wird China für unseren Wohlstand?

Inhalt: "China klaut unsere Ideen, kauft unsere Unternehmen, vernichtet unsere Arbeitsplätze – ist das Hysterie oder berechtigte Angst? Bringt Chinas Aufstieg unseren Absturz? Oder müssen wir einfach nur etwas chinesischer werden?

Frank Plasberg diskutiert das Thema mit seinen Gästen ...

Die chinesische Kreditblase

Hedgefondsmanager Jim Chanos ist seit Jahren skeptisch was China angeht. Und die Börsenrealität gibt ihm bisher recht – der Shanghai-Composite-Index wird wohl das dritte Jahr in Folge ein Minus einfahren.

Im Interview mit den Kollegen von Bloomberg spricht Chanos über die "Kreditblase" chinesischer Banken und den "schmerzhaften" Anpassungsprozess der chinesischen Volkswirtschaft hin zu einem ausgewogenen Wirtschaftsmodell.

Dass man diesen Wandel nicht mit einem "Crash" des Landes gleichsetzen darf, hat ja auch Michael Pettis zuletzt treffend und ausführlich dargelegt.

Hier geht es zum sehr spannenden knapp fünf-minütigen Video-Interview ...

Freitag, 2. November 2012

Fonds, Fonds, Fonds

Werbung in eigener Sache: Morgen ist die neue €uro am Sonntag zu haben. Titelthema – man sieht es im Bild – die vermeintliche Quadratur des Kreises: Sicherheit UND Rendite.

Die Kollegen haben da eine Handvoll ganz interessante Fonds gefunden: überwiegend Misch- und Dachfonds, aber auch ein Aktienfonds ist mit dabei. Mehr sei nicht verraten.

Titelentwurf der neuen €uro am Sonntag 44/2012

Spekulanten die Füße küssen?

Auch heute eine kleine Presseschau: Wer sagt was und wo?!

Unser alter Bekannter Jim Rogers hat dem Schweizer Tagesanzeiger ein Interview gegeben. Der Titel lautet "Man sollte die Füsse der Spekulanten küssen". Die Welt müsse dankbar sein, dass Spekulanten die Nahrungsmittelpreise in die Höhe treiben. Warum er das so sieht, lesen Sie hier ...

Von Robert Halver (Baader Bank) ist nicht bekannt, ob und wem er die Füße küssen möchte, jedoch ist er überzeugt, dass der DAX bald bei 7800 Punkten steht. Warum er so optimistisch ist, sehen Sie hier in einem Video-Interview bei daf.fm ...

Ihr Vermögen ist in Gefahr!

(Un)freiwillig komisch ... Aber durchaus glaubwürdig. Bankengipfel gefährdet Vermögen.

Sonderbeilage der SZ vom 2.11.2012, zum Vergrößern bitte anklicken

USA – Partner oder Gegner?

Börse und Wirtschaft im Fernsehen – Mein TV-Tipp für heute Abend:

3Sat, makro: USA - Partner oder Gegner? (Freitag, 2. November 2012, 21.00 Uhr, Wiederholung Sonntag, 4. November, 6.15 Uhr)

Die Sendung beleuchtet die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen angesichts der US-Präsidentenwahl:

... Die USA stellen nach Frankreich den größten Exportmarkt für Deutschland dar. Umgekehrt ist der deutsche Markt für die Amerikaner die drittwichtigste Exportadresse der Welt. In den USA sind mehr als 3000 deutsche Unternehmen aktiv, fast genauso viele US-Firmen in Deutschland. Das sind insgesamt 1,5 Millionen Arbeitsplätze ... US-Bürger kaufen jedes Jahr allein mehr als eine Million deutsche Autos. VW hat eine Milliarde Dollar in seine neue Fabrik in Tennessee investiert. 2000 Arbeitsplätze entstanden im jobarmen Süden. Der deutsche Arbeitsmarkt wird inzwischen als Modell für die USA gepriesen ...

Einen Trailer zur Sendung gibt es auf der Sender-Homepage.

Weiter steigende Kurse

Trotz aller Bedenken, könnte die Aktienrallye weiter anhalten. Vielleicht schon aus dem recht simplen Grund, dass viele den bisherigen Anstieg verpasst haben.

Zuletzt waren die Aktien-Empfehlungen der Experten so niedrig wie lange nicht. Laut Datenanbieter Bloomberg haben die Strategen der Banken zuletzt im Schnitt nur noch zu einer Aktienquote von 41 Prozent geraten (siehe blaue Balken in der Grafik).

Für Aktien sprechen die niedrigen Zinsen und passable Bewertungen. Laut Bloomberg liegt das Preis/Buch-Verhältnis europäischer Aktien aktuell bei 1,34, das ist deutlich niedriger als der 1,9er-Zehnjahresschnitt. Dazu kommt der Pessimismus der Investoren – seit jeher ein guter Kontraindikator für die Marktentwicklung.

Meine Stimmung bleibt daher: optimistisch (man sieht es ja an dem Wapperl links oben)

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg