Freitag, 28. Dezember 2012

Börse und Silvester – Wie das zusammenpasst

Die wichtigsten Börsentermine der kommenden Woche:

Zum Start ins neue Jahr gibt es einige Neuerungen. So tritt der Stabilitätsmechanismus ESM in Kraft, Irland übernimmt die EU-Ratspräsidentschaft, und in den USA laufen die Steuererleichterungen aus der Ära Bush junior aus — Stichwort Fiskalklippe. Und: Die Börsen sind an Silvester und Neujahr überwiegend geschlossen.  

Ausserdem sind folgende Termine beachtenswert:

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"Im Park ist Effizienz verboten"

Ich habe hier (tagesanzeiger.ch) ein schönes Interview mit dem tschechischen Ökonomen Tomáš Sedláček gefunden. Schön deswegen, weil er uns empfiehlt, mehr Zeit für Nachdenken und Muse zu verwenden. Wenn das nicht ein prima Vorsatz für 2013 ist?!

"... Kapitalismus macht alles sehr effizient. Es ist ein bisschen wie beim König Midas, der alles in Gold verwandelte, was er berührte. Nicht alles in unserer Gesellschaft soll jedoch effizient sein. Das wäre grauenhaft. Deshalb braucht es jemanden, der die Wirtschaft daran hindert, alles zu berühren. Es ist wie der Central Park in New York. Rundherum herrscht Effizienz, aber im Park ist sie verboten. Der Park gehört der Musse und den Eichhörnchen ..."

Levkovich: "S&P-500 wird auf 1615 Punkte steigen"

Tobias Levkovich von Citigroup, in meinen Augen einer der besten Börsen-Strategen der vergangenen Jahre, äußert sich bei den Kollegen von Bloomberg zu den Aussichten für 2013.

Er erwartet steigende Aktienkurse. Geht es nach ihm soll der S&P-500 auf 1615 Punkte steigen, das wäre ein Plus von etwa 14 Prozent.

Hier das Video-Interview (etwa 10 Minuten, leider nicht auf mobilen Apple-Geräten abspielbar)

Frühstücksflocken am Freitag, 28. Dezember

Waren die gestrigen Sorgen unbegründet? Immerhin hat die US-Börse die Verluste im Tagesverlauf fast komplett wieder aufgeholt. Schön symetrisch das ganze ...

Tageschart 27.12.2012, zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Und heute? Ein schneller Blick auf die Schlagzeilen:

Der Yen fällt – wie erwartet – weiter, inzwischen auf das niedrigste Niveau seit August 2010 +++ Der Nikkei-225 beendet – (fast) wie erwartet – 2012 mit dem größten Jahresgewinn seit 2005 +++ Da ist es auch egal, dass die japanische Industrieproduktion genauso weiter fällt wie die Konsumentenpreise, man hat ja einiges vom neuen Präsidenten Abe im kommenden Jahr zu erwarten +++ In den USA wiederum wollen sich die politischen Parteien am Wochenende doch noch einigen, wie die Fiskalklippe zu vermeiden ist (es nötigt mir nur noch ein Gähnen ab) ...

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Gute Daten vom US-Arbeitsmarkt, aber ...

Muss uns das Sorgen machen? Der Volatilitätsindex VIX zeigt, dass die Nervosität am US-Markt ordentlich zunimmt ...

Eine todsichere Sache

Da sollten eigentlich alle Alarmglocken schrillen: Der recht bekannte Hedgefondsmanager John Taylor sieht einen weiteren Fall des Yen als "one of the surest bets".

Das ist natürlich so eine Sache mit den vermeintlich todsicheren Prognosen. Aber beim Yen hat Kollege Taylor wohl recht. Es sei denn – da ist sie schon, die Einschränkung – Japans neuer alter Premier Shinzo Abe bekommt kalte Füße und setzt seine angekündigten Maßnahmen zur Schwächung des Yen nicht oder nur halbherzig um.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Frühstücksflocken am Donnerstag, 27. Dezember

Ein kurzer Blick auf die Schlagzeilen. Nach meiner Einschätzung nahezu alle positiv für den Aktienmarkt, sieht man von den anhaltenden Unsicherheiten um das sogenannte Fiscal Cliff ab – aber dazu habe ich mich ja schon deutlich geäußert ...

Der Yen fällt zum Euro auf ein 16-Monats-Tief, da – so die Erwartung – Japan die Geldschleusen öffnet wie nie zuvor +++ Der Nikkei steht so hoch wie zuletzt am 10. März 2011, dem Vortag des verheerenden Tsunami +++ Die Preise für Kupfer und Eisenerz steigen weiter, verbunden mit der Hoffnung, dass China wieder stärker wächst +++ Chinas Industriegewinne legten im November 23 Prozent zu +++ Die Zuversicht der Unternehmen in Südkorea legt erstmals zu, nachdem der Indikator zuletzt auf ein Dreijahrestief gesunken war +++ Gleichzeitig nimmt die Regierung jedoch die Wachstumsprognose für 2013 zurück – 3,0 statt 3,3 Prozent +++

Montag, 24. Dezember 2012

Thilo Bode – Der Kampagnero

Zu Weihnachten gibt es etwas Leichtes zu lesen. Das "Machtnetz Thilo Bode", entnommen der aktuellen €uro (gibt's am Kiosk für 6,50 €)

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: €uro, Heft 1/2013

Weihnachtszeit – Schlemmerzeit. Mit seiner Organisation Foodwatch kämpft der 65-Jährige Thilo Bode dafür, dass einem das Essen nicht im Halse stecken bleibt

Seine Karriere: Dafür, dass Thilo Bode gern als Inbegriff des Kampagneros oder gar als Guerillakämpfer bezeichnet wird, hat er recht spät zu seiner Berufung gefunden. Mit 42 wurde Bode Chef von Greenpeace Deutschland, sechs Jahre später gar von Greenpeace International.,Davor hatte sich der promovierte Volkswirt von Job zu Job gehangelt. Ständig zog es ihn weiter. „Ich wollte immer Entwicklungspolitik machen, sagt er. Was er auch tat: Energieprojekte für Lahmeyer, Reisen nach Somalia ­für die KfW, nach China ­für die Weltbank. Es folgte ein Job als Vorstandsassistent bei einem mittelständischen Metallkonzern. Dann Greenpeace. Und ab 2002 Foodwatch. „Ich wollte raus aus den Mechanismen, wollte frei arbeiten.“ .... 

Freitag, 21. Dezember 2012

"Die aggressivsten und höchsten Prognosen"

Ausblick 2013: Zwei gute Interviews bei daf.fm: Einmal mit Robert Halver, einmal mit Folker Hellmeyer. Beide durchaus optimistisch, vor allem Hellmeyer: Seine Dax-Prognose 8500 Punkte.

Fangen wir mit Halver an: "Stahl und Chemie muss man haben"



Hellmeyer nach dem Break ...

Börse und Weihnachten – wie das zusammen geht

Damit wir uns an Weihnachten auch ordentlich ausruhen können und trotzdem nichts verpassen, habe ich hier schon die wichtigsten Termine für die kommende Woche zusammen gestellt.

Und siehe da: an den Börsen hat man größtenteils ein Einsehen und macht den Laden über die Feiertage zu (mal abgesehen von den etwas übereifrigen Amerikanern ...)

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Gold, zum zweiten

Ich greife noch einmal das Thema Gold auf. Der Chart sieht "angeknackst" aus, würde ich sagen, der Preis notiert unter der 200-Tage-Linie.

Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: bespokeinvest.com

Rohstoff-Investor Jim Rogers findet, "Gold ist einfach fällig für eine größere Korrektur". Vielleicht könnte man auch ganz frech sagen, Gold ist derzeit als Fluchtwährung nicht gefragt, weil sich die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte doch stabilisieren – allen Unkenrufen zum Trotz (siehe auch stockstreet.de).

Also Obacht beim Gold, zumal an den Terminmärkten ordentlich auf weiter fallende Kurse gesetzt wird – die Zahl der Puts ist so hoch wie zuletzt im Januar des Jahres.

Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Bloomberg

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Goldminen statt Gold?

Das ist ganz spannend hier: Aktien von Goldminen sind in Relation zum Goldpreis so günstig wie lange nicht. Im Langfrist-Chart sieht man das Verhältnis von Minen (NYSE Arca Gold Miners Index) zum Edelmetall seit Ende 1993. Hier gehts zum Chart ...

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Die größten Schwarzgeld-Exporteure

Kleine Spielerei: In der letzten Dekade wurden weltweit sechs Billionen Dollar Schwarzgeld verschoben. Vor allem aus China, Mexiko und Malaysia fließen jährlich hunderte Millionen ab. Berechnet haben es die die Forscher der Non-Profit-Organisation Global Financial Integrity (GFI) aus Washington.

Mehr als 60 Prozent des nicht deklarierten Geldes stammt aus Asien. China ist der grösste Schwarzgeld-Exporteur: Aus dem Reich der Mitte flossen in den zehn Jahren 2,7 Bio. Dollar ab.

"Less Bang for the Buck"

Jeffrey Gundlach hat in den vergangen Jahren erstaunlich viel Geld mit Anleihen verdient.
Im Bloomberg-Interview äußert er sich zur aktuellen Wirtschaftslage und was wir von unseren Investments im kommenden Jahr erwarten können.

Bottomline: Japan ist sehr vielversprechend (wir hatten das ja auch hier), ansonsten müssen wir uns mit eher geringen Erträgen zufrieden geben.

Auch wichtig: Die Verschuldung der Nationen werde weit später als die meisten Anleger erwarten zu einem Problem.

Hier gehts zum Video-Interview ...

Dienstag, 18. Dezember 2012

Ten Outrageous Predictions

Die dänische Saxo Bank veröffentlicht ihre jährlichen 10 Outrageous Predictions – mögliche, aber eher unwahrscheinliche Ereignisse, die "gleichzeitig aber weit weniger abwegig sind, als es auf den ersten Blick scheint". Gedankenspiele also  – nicht mehr, nicht weniger.

(Ich finde alle zehn Thesen eher abwegig. Eventuell trifft Punkt 3 zu. Und auch Punkt 8 hat einen gewissen Charme)

1. DAX stürzt um 33 Prozent auf 5.000 Punkte
Die chinesische Konjunktur verliert weiter an Tempo und versetzt der deutschen industriellen
Expansion damit einen Dämpfer. Dies führt zu Kurseinbrüchen bei Industriewerten und einem
sinkenden Verbrauchervertrauen. Die Popularitätswerte von Kanzlerin Merkel im Vorfeld der
Bundestagswahlen brechen ein. Die Wirtschaftslage ist schlecht und die politische Unsicherheit groß, da sich Deutschland einer weiteren Vergemeinschaftung der Euro‐Schulden nähert. In der Folge fällt der DAX auf 5.000 Punkte und damit im Jahresverlauf um insgesamt 33 Prozent.

2. Verstaatlichung der japanischen Elektronikriesen
Die japanische Elektronikindustrie befindet sich im Niedergang und muss sich der südkoreanischen
Konkurrenz geschlagen geben. Durch Verluste in Höhe von insgesamt 30 Milliarden US‐Dollar in den vergangenen zwölf Monaten haben die einstigen Vorzeigekonzerne Sharp, Panasonic und Sony erheblich an Kreditwürdigkeit eingebüßt. Die japanische Regierung verstaatlicht die Elektronikriesen und folgt dabei dem Beispiel der US‐Regierung bei der Rettung der Automobilindustrie.

3. Preis für Sojabohnen steigt um 50 Prozent
2012 sorgten schlechte Witterungsbedingungen weltweit für massive Ernteausfälle. Die
amerikanischen Lagerendbestände für Sojabohnen sind auf ihrem tiefsten Stand seit neun Jahren. Weitere wetterbedingte Störungen in den USA, Südamerika oder China könnten den Preis neuer Sojaernten in die Höhe schnellen lassen. Die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen (hier
Sojabohnen für Biodiesel) wird ebenfalls zu vorübergehenden Preisspitzen führen. Spekulative
Investoren stehen bereits in den Startlöchern. Diese Kombination aus markttechnischer und
fundamentaler Nachfrage könnte den Preis bis zu 50 Prozent nach oben heben.
Ernährungssicherheit wird ein Schlagwort.

4. Gold korrigiert und fällt auf 1.200 US‐Dollar pro Feinunze
Die Stärke des US‐Aufschwungs in 2013 überrascht den Markt und insbesondere Goldinvestoren.
Diese Tatsache, sowie eine schwächere Nachfrage nach physischem Gold aus China und Indien –
beide haben mit Wachstumsschwäche und steigender Arbeitslosigkeit zu kämpfen – führen zur
Auflösung von Goldbeständen. Der Goldpreis rutscht auf 1.200 US‐Dollar, bevor Zentralbanken in die Bresche springen, um die niedrigen Preise zur Auffüllung ihrer Goldbestände zu nutzen.

5. Rohöl der Sorte WTI fällt auf 50 US‐Dollar
Die Energieproduktion in den USA steigt weiter an. Möglich wird dies durch modernste
Produktionstechniken wie beispielsweise bei der Förderung von Schieferöl. Auch die Förderung von
Rohöl steigt stark an. Da die heimischen Lagerbestände bereits auf dem höchsten Stand seit 30
Jahren sind und es nur begrenzte Möglichkeiten zur Ausfuhr gibt, kommt der Preis für WTI erneut
unter Druck. Der Preis pro Barrel purzelt auf 50 US‐Dollar.

Shanghaiaiaiaiai ...

Noch so ein Markt (nach Japan), der 2013 positiv überraschen könnte: Shanghai.

Kaum eine andere Börse scheint so von Emotionen getrieben wie der chinesische Aktienmarkt. Boom and Bust, und zwar so richtig. Mal jahrelang nur bergauf, dann jahrelang nur bergab.

Die Kasino-Vergleiche sind da gar nicht so verkehrt. Ebenso Vorwürfe wie mangelnde Transparenz, schlechte Liquidität, limitierter Zugang für ausländische Investoren und und und ...

Aber: China ist insgesamt an einem interessanten Punkt angelangt. Die wieder gelockerte Geld- und Fiskalpolitik zeigt erste Früchte. Das Wirtschaftswachstum stabilisiert sich, die erhöhte Kreditvergabe könnte dies noch verstärken.

Schwer einzuschätzen sind die Folgen des politischen Führungswechsels. Man kann wohl mit einer Vielzahl von Reformen rechnen – Deregulierung der Finanz-, der Telekommunikations- und der Energiebranche etwa. Und insgesamt eine verbraucherfreundlichere Politik, was die Binnennachfrage stärken sollte.

Und auch an der Börse selbst gibt es so etwas wie ein Lebenszeichen ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Montag, 17. Dezember 2012

TV-Tipp, die zweite: Muscheln, Münzen, Buchungszeilen

Und noch was Spannendes im TV: Muscheln, Münzen, Buchungszeilen

3Sat, Montag, 17. Dezember um 20.15 Uhr und Sonntag, 30. Dezember um 6.10 Uhr

TV-Tipp, die erste: Schmutzige Schokolade II

Diese Doku kommt zur rechten Zeit und ist Pflichtprogramm für alle Schoko-holics (mich eingeschlossen). Tipp von A. von Zeckenfeld

Die Story im Ersten: "Schmutzige Schokolade II", ARD, heute 22.45 - 23.30 Uhr

Inhalt: "Seitdem bekannt wurde, dass Kindersklaverei zum Alltag auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste gehört, kämpfen die großen Schokoladenhersteller wie Nestle, Mars oder Cargill um das Vertrauen der Verbraucher: Sie versprechen Schulen, medizinische Versorgung, Bildungsprogramme. So soll das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit wir in Deutschland Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können.

Der Dokumentarfilmer Miki Mistrati will all diese versprochenen Hilfsprojekte der Schokoladenindustrie an der Elfenbeinküste besuchen, sich ein eigenes Bild machen. Doch er darf nicht einreisen. Denn die Botschaft erteilt das Visum nur, wenn eine Einladung der Schokoladenindustrie vorliegt. Doch alle Schokoladenfirmen und Verbände verweigern diese Einladung. Warum darf Miki Mistrati diese Projekte nicht besuchen? Warum nicht selber sehen, was angeblich Gutes getan wird?

Es gelingt Miki Mistratis Team dennoch, an die Elfenbeinküste zu reisen. Die investigative Dokumentation "Schmutzige Schokolade II" schaut einer Branche auf die Finger, die seit Jahrzehnten weiß, dass sie ein großes Imageproblem hat. Missbräuchliche Kinderarbeit sei unter keinen Umständen akzeptabel, so immer wieder ihr Versprechen an die Verbraucher. Die Firmen verweisen auf ihre Zusammenarbeit mit Zertifizierern wie Rainforest Alliance und UTZ, deren Gütesiegel auf den Schokoprodukten dem Verbraucher mehr Sicherheit geben soll, Produkte aus Kinderarbeit zu vermeiden. Wie es aber tatsächlich vor Ort aussieht, das zeigt Miki Mistrati in der Dokumentation "Schmutzige Schokolade II".

Schon 2010 zeigte Mistrati mit dem Film Schmutzige Schokolade das System der Kinderhändler auf den Kakaofarmen an der Elfenbeinküste." Mehr auf der ARD-Seite.

Subtile Zersetzung

Ein Lesetipp für den Nachmittag:

Bei faz.net erklärt der Philosoph Dieter Thomä warum der "Kapitalismus die Familie zersetzt - ganz subtil“. Die Wirtschaft verlange größte Flexibilität, die Familie beruhe dagegen auf Stabilität - und zieht den Kürzeren.

Streetart München

Nicht unbedingt lesen muss man das Doppelinterview mit den "Börsenstars" Dirk Müller und Max Otte bei capital.de. "DAX auf 10.000 - durchaus denkbar".

Wer dennoch Lust eine "kleine Dosis Otte" hat, dem sei seine wöchentliche Kolumne bei finanzen.net ans Herz gelegt.

Nikkei rauf, Yen runter

Japan hat gewählt und – wie erwartet – Shinzo Abe eine zweite Chance gegeben. Und die Märkte reagieren wie erwartet: Nikkei (weiter) rauf, Yen (weiter) runter.

Warum das so ist und warum das viel mit der Person Abe zu tun hat, lesen Sie hier in meinem fast taufrischen Japan-Beitrag "Auf Biegen und Brechen".

Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Bloomberg

Freitag, 14. Dezember 2012

Vorbereiten auf den Weltuntergang

Hier schon die wichtigsten Termine für kommende Woche.

Interessant sicher auch die FedEx-Zahlen am Mittwoch. Geht's dem Logistiker gut, geht's auch der Weltkonjunktur gut ... mehr oder weniger ...

Und wenn wir dann noch den 21. Dezember überstehen ...

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Donnerstag, 13. Dezember 2012

"DAX 8000 ist drin"

Joachim Goldberg von Cognitrend hält 8000 Punkte beim DAX für möglich – in diesem Jahr noch! Sehen Sie hier das Video-Interview mit den Kollegen von daf.fm (etwa 13 Minuten)

Auf Biegen und Brechen

Am Sonntag wird in Japan ja gewählt. Und Shinzo Abe wird wohl zum neuen Premierminister gewählt. Ein erstaunliches Comeback. Und vermutlich der Startpunkt dramatischer Veränderungen – nicht nur in Japan ...

(Die Geschichte erscheint in der kommenden €uro am Sonntag. Ich lasse Sie aber trotzdem heute schon ein Stück weit reinlesen – aber nur wenn Sie versprechen, das Heft am Samstag oder Sonntag zu kaufen ... Deal?!)

Preview der Seiten 22 und 23 der kommenden Euro am Sonntag

Der „Prinz“ ist zurück. So wird Shinzo Abe in Japans Medien genannt, seit er 2006 zum starken Mann des Landes aufstieg Zunächst als Chef der Liberaldemokratischen Partei LDP, dann gar als Ministerpräsident Japans und Nachfolger des überaus populären Junichiro Koizumi. Doch die Ära Abe war damals kurz. Anfangs auffallend populär, wurde der „bestangezogene Mann des Landes“ bald wegen seiner zögerlichen Politik verlacht. Im September 2007 gab der damals jüngste Premier der japanischen Nachkriegszeit entnervt auf. Nach nur einem Jahr Amtszeit, mit vielen Entschuldigungen und anscheinend geplagt von Magengeschwüren. Und seine Partei ging mit ihm unter. Zwei Jahre nach Abes unrühmlichem Abgang verlor die LDP die Macht an die Demokratische Partei DPJ, die davor über 50 Jahre lang nur die harte Oppositionsbank gedrückt hatte.

Doch Abe ist zurück. Am Sonntag stehen Neuwahlen in Japan an. Und ausgerechnet er, der Entnervte, gilt als aussichtsreichster Kandidat ...

Donnerstags um 8:23 Uhr in Deutschland

Bin gerade noch mit einer Japan-Geschichte für die €uro am Sonntag beschäftigt. Ich bitte daher um etwas Geduld. Auf die Schnelle: Fed-Chef Bernanke koppelt den Leitzins DIREKT an den Zustand der Wirtschaft, konkret an die Arbeitslosenquote. Ein Novum. Mein erster Eindruck: Das ist "Futter für die Börse". Der Dax hält sich vorbörslich bei 7610 ...

Mittwoch, 12. Dezember 2012

TV-Tipp? "Der Tod einer Zeitung"

In der Komödie "Lang lebe Ned Devine" versucht ein Dorf ein verstorbenes Gemeindemitglied so lange "am Leben zu halten", bis ein millionenschwerer Lottogewinn einkassiert ist.

So ähnlich war das auch mit der Financial Times Deutschland, kurz FTD. In der kurzen Zeit ihres Bestehens machte die Zeitung 300 Millionen Euro Miese. Trotzdem wurde das Blatt am Leben erhalten, wohl in der Hoffnung, damit irgendwann doch einen LottoGewinn einzufahren.

Da dies nicht gelang, hat sich Ned Devine – vulgo die FTD – schließlich doch mit viel Pathos und einer umfangreichen finalen Ausgabe selbst zu Grabe getragen. Und ja: Das letzte Heft war gelungen. Das letzte.

Der NDR hat das Begräbnis gefilmt. What a waste of Gebührenzahler's Money. Aber egal: es ist vollbracht! Wer das Trauerspiel (besser: die Passionsspiele) sehen möchte, schaltet heute – spät! – um 23:50 Uhr das TV-Gerät an. Ich seh' schwarz, dass ich mich aufraffen kann.

NDR, "Der Tod einer Zeitung: Die letzten 7 Tage der Financial Times Deutschland", Mittwoch, 12. Dezember 2012, 23.50 bis 00.20 Uhr

"Eine Mischung aus Gier und Angst"

Der Dax ist gerade über 7600 Punkte gestiegen. Das passt doch hierzu:

Bei cash.ch gibt es ein Interview mit dem Fondsmanager Luca Pesarini (Ethna Aktiv), der für seine Verhältnisse ausgesprochen positiv für Aktien gestimmt ist.

Ich habe einen Auszug davon übernommen ...

Dienstag, 11. Dezember 2012

Being a bull in a bear market

Barry Ritholtz (einer meiner Lieblings-Blogger) hat sich 20 Minuten Zeit genommen, um seine Gedanken zu den Investment-Möglichkeiten im kommenden Jahr zu erläutern.

Bottom-Line: Leicht wird es nicht. Geht es nach ihm, dann ist der Kursanstieg seit 2009 lediglich ein untergeordneter Aufwärtstrend in einem übergeordneten Bärenmarkt ... Am meisten macht sich Ritholtz Sorgen um die fallenden Umsätze, die zuletzt viele Unternehmen vermelden mussten ... Trotzdem ist er immer noch zu 75 Prozent in Aktien investiert.

Etwas überraschend für mich: Er hat in Berkshire Hathaway investiert – obwohl oder vielleicht gerade weil er nicht recht weiß, wie er den Finanzsektor einschätzen soll (in den Berkshire bekanntlich groß investiert ist).

Das Video dauert 20 Minuten. Das ist lang, aber es lohnt sich – versprochen!

Montag, 10. Dezember 2012

Marc Faber: "Gewinne mitnehmen"

Nach seinen zuletzt Aufsehen erregenden Geständnissen, zeigt sich Marc Faber im folgenden Gespräch mit den Kollegen von daf.fm wieder von der seriösen Seite.

Es ist nicht wirklich was Neues zu erfahren. Die Essenz des Interviews dürfte sein Rat sein, nach den Kursanstiegen der zurückliegenden Wochen, "etwas Gewinne mitzunehmen". Hier geht es zum Video-Interview ...

Verappelt

Ich schreibe ja selten über Einzelwerte. Aber wenn eines der größten Unternehmen der Welt scheinbar die Gunst der Anleger verliert, komme ich kaum daran vorbei. Gemeint ist: Apple.

Hier ist einer, der weitere Verluste bei Apple erwartet. Deutliche Verluste. (Ironischerweise ist das folgende Video auf Apples iPhone nicht zu sehen ...)

Freitag, 7. Dezember 2012

Aufsteiger Brasilien

Noch ein TV-Tipp für heute Abend:

3Sat zeigt heute Abend im Rahmen der Wirtschafts-TV-Serie "Makro" eine Sendung über das BRIC-Land Brasilien.

"Aufsteiger Brasilien", Freitag, 7. Dezember 2012, 21.00 Uhr (Wiederholung Sonntag, 6.15 Uhr)

Schade um die schöne Headline

Die Überschrift stimmt erwartungsvoll: "Drei Pessimisten sehen Anzeichen für Besserung in den USA", heißt es sinngemäß bei den Kollegen von Bloomberg. David Rosenberg (Gluskin Sheff) sei einer davon, Mohamed El Erian (Pimco) und David Levy. Das überrascht, gelten die drei doch als extrem vorsichtig.

Aber nein: "Silberstreifen" seien am Horizont zu sehen: Der Immobilienmarkt wird angeführt, bessere Wettbewerbsfähigkeit der US-Industrie und "technologische Durchbrüche".

Das wars dann aber auch schon mit den Good News. Bloomberg rudert zurück, straft sich selbst Lügen, behauptet das Gegenteil: Insgesamt seien die Herren dann doch nach wie vor "vorsichtig" und "defensiv". Schade um die schöne Headline.

Montgomery Burns erklärt "The Fiscal Cliff"

Ich habe ja zuletzt versucht, den medialen Fiscal-Cliff-Shitstorm ins rechte Licht zu rücken. Und so falsch habe ich damit wohl nicht gelegen. Denn inzwischen habe ich Hinweise (Hat Tip Jörn) erhalten, wie es wirklich dazu gekommen ist: Die Idee zum Shitstorm wurde im Hauptquartier der Republikaner in Springfield ersonnen.

Und der Spin-Doctor ist – natürlich – Montgomery Burns: "It's time to explain to these good people the upcoming fiscal cliff"

(Achten Sie auf die vielen Anspielungen auf den vergangenen US-Wahlkampf: Nate Silver, Mitt Romneys "Binder full of Women", die Rolle der Immigranten)

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Imagepflege für Banker

ZDFneo beweist Zivilcourage. Im heutigen Abendprogramm läuft der Streifen "Ein Banker zum Verlieben". Das ist eine großartige Idee von den Leuten vom Lerchenberg! Man zeigt eine romantische Komödie rund um einen "Topmanager bei der international operierenden Investmentbank BB&S" und hat dabei vielleicht die Hoffnung, etwas zur Imagepflege des Banker-Berufs beizutragen(?).

Wir wissen ja, die Berufsgruppe der Banker genießt seit Jahren ein eher geringes Ansehen. Dabei braucht die Welt doch nichts dringender als zuverlässige Bankiers. Da scheint es fast naheliegend, einen Film aus dem Jahr 2003 – da war die Welt noch in Ordnung – zur Primetime anzusetzen. Ein Dank an die Mainzelmännchen ...

Warum die Kurse trotzdem steigen

Bei handelsblatt.de bin ich auf ein Interview mit dem Fondsmanager Michael Keppler gestoßen. Man muss nicht alle seine Ansichten teilen, doch er bringt eines ganz gut auf den Punkt: Warum derzeit die Aktienkurse steigen – trotz Krise, Krise, Krise.

"Deutschland kann sich der Euro-Krise nicht entziehen, das ist richtig. Das heißt aber nicht, dass die Unternehmen nicht gut verdienen. Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Aktienkursen ist weit weniger ausgeprägt, als die meisten denken. Eine Analyse der vergangenen 120 Jahre zeigt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Aktienkursen und gesamtwirtschaftlichem Wachstum gibt."

Das komplette Interview (inklusive einiger Seitenhiebe auf das Geldanlage-Gebaren der Deutschen) gibt es hier.

Finanzdetektiv Jim Chanos

Ein unterhaltsamer Start in den Tag: Hedgefondsmanager Jim Chanos erzählt uns etwas über Shortseller, oder um es in seinem Worten zu formulieren: über "Finanzdetektive".

Nach einigen Anekdoten über die Märkte in den 80er-Jahren, kommt er zum jetzt und hier, etwa warum er für China nach wie vor pessimistisch ist.

Gelungenes Video-Interview bei den Kollegen von Bloomberg (etwa 13 Minuten)

Mittwoch, 5. Dezember 2012

It's not the fiscal cliff, stupid!

Die Kollegen vom Bloomberg Magazine haben gerade den Ökonomen Josh Shapiro zum "Top US-economic-forecaster 2011/2012" gekürt.

Im Video-Interview erzählt er, worum er sich derzeit Sorgen macht. Und es ist nicht – thank you Josh! – das vermeintliche Problem genannt Fiscal Cliff.

Shapiro denkt über folgendes nach: Was, wenn die stimulierenden Maßnahmen der US-Notenbank demnächst nicht mehr so großzügig ausfallen werden, wie wir es seit 2009 gewohnt sind? Kann die US-Wirtschaft dann tatsächlich auf eigenen Beinen stehen?

Hier das Bloomberg-Video (auf einigen mobilen Geräten ist das leider nicht darstellbar)

Dax Richtung 7800 Punkte

Da stimm' ich zu: Momentum-Investor Ralf Goerke geht davon aus, dass die Relative Stärke des DAX anhalten wird.

"Diese Tendenz könnte uns jetzt in den nächsten Wochen - in grober Richtung Mitte Dezember bis Mitte Januar - in den Bereich von 7800 Indexpunkten in etwas führen."

Nach dem Break kommt das Video-Interview von daf.fm:

Dienstag, 4. Dezember 2012

Seltsamer medialer Shit-Sturm

Es war kurz nach den US-Präsidentschaftswahlen, als im ARD-Frühstücksfernsehen Moma (das steht für Morgenmagazin) tatsächlich das Thema Fiscal Cliff aufgegriffen wurde. Da gab es dann drei Minuten Zeit für besorgte Minen, einen Einspieler und etwas Weltuntergangsrhetorik von der Kollegin Anne Gesthuysen, wenn ich mich recht entsinne. Danach durfte der Moma-Sport-Redakteur Peter Großmann etwas Wichtiges zum FC Köln sagen. Vielleicht war es auch Borussia Dortmund; jedenfalls war mit dem Schwenk zum üblichen Themenspektrum die Moma-Welt dann Gott sei Dank wieder heile und damit in Ordnung.

Vergessen habe ich die Anekdote aber nicht, ich bin damals wie heute seltsam berührt davon. Denn es war ja nicht die Moma-Redaktion allein, die sich plötzlich über das Thema hergemacht hat. Egal ob in den USA oder hier, Fiscal Cliff war plötzlich Ursache UND Wirkung allen Übels der Welt im allgemeinen und der Börsenwelt im speziellen. Und ist es immer noch! Für jeden Dax-Wackler und jedes Dow-Minus gibt es nur einen Grund: Das Fiscal Cliff. Ich kann's nicht mehr hören ...

Was für ein seltsamer und plötzlicher medialer Shit-Sturm zu einem Thema, das VOR der US-Wahl doch keine Sau interessiert hat – verzeihen sie die Rhetorik. Die Google-Trends-Grafik zeigt die plötzliche Intensität der Berichterstattung, die zeitweilig nur deshalb zurückging, weil die News um die Sexskandale im US-Militär wichtiger erschienen.

Man könnte indes meinen, dass das mediale Dauerfeuer derzeit etwas nachlässt. Es wäre mehr als angemessen. Denn das Thema ist in meinen Augen weit weniger relevant, als es durch den medialen Hype erscheint. Es geht um 570 Milliarden Dollar, gut, das ist eine Menge Holz. Aber es ist weniger als das TARP-Programm, dass 2009 auf den Weg gebracht wurde, um Wallstreet zu retten. Und es ist weniger als das Obama-Stimulus-Paket.

Ebenfalls wichtig: Die Klippe ist keine Klippe. Die Wirkungen der Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen treten nicht mit einem Schlag – Blaaaam! – am 1. Januar ein, sondern über eine gewisse Zeitspanne. Und dazu kommt, dass wir doch gar nicht einschätzen können, wie diese einzelne Variabel tatsächlich auf das gesamte System einwirkt.

Meine Vermutung: Das Problem um die Fiscal Cliff kostet die USA im kommenden Jahr maximal 0,5 Prozent Wachstum – wenn überhaupt. Denn es wird vermutlich so kommen, wie es immer kommt, wenn sich die Parteien in Washington um den Haushalt streiten: man wird eine Last-Minute-Einigung erzielen.

Fazit: Wenn wir uns schon Sorgen machen um die Börse, dann doch besser darum, dass die Gewinne der Unternehmen zuletzt rückläufig waren ...

(Randnotiz: Wen es genauer interessiert: Es wahr wohl der US-Sender CNBC, der die Kampagne startete. Vielleicht aus Enttäuschung über die Wahlniederlage Romneys?)

Der Kampagnero

Ich arbeite gerade an einer Geschichte für die kommende Ausgabe des Euro. Da bleibt das Bloggen gerade etwas auf der Strecke.

Es geht um Thilo Bode, Gründer und Chef der Verbraucherorganisation Foodwatch, um seine Karriere (unter anderem war er ja bei Greenpeace), seine Förderer (kurioserweise der Schokoladenfabrikant Alfred Ritter), seine Freunde (zum Beispiel Charlotte Roche) und natürlich um seine Gegner – wovon es reichlich gibt (die Lobby der Lebensmittelbranche inklusive Verbraucherministerin Ilse Aigner sowie Teile der Finanzbranche, namentlich Josef Ackermann).

Schauen'se mal rein, Das Heft erscheint am 19. Dezember ...

Vor zwei Jahren habe ich ihn mal persönlich getroffen. Wer das Interview noch einmal lesen möchte, kann das hier tun.

Zum Vergrößern bitte anklicken

Montag, 3. Dezember 2012

Scheinheiligkeit pur

Zum Ausklang des Tages noch eine kleine Presseschau:

Bei handelsblatt.com läuft ein spannendes Interview mit dem bekannten Vermögensforscher Thomas Druyen über den Unterschied zwischen Bankern und echten Vermögenden, die Moral von Milliardären – und warum Griechenlands Reiche besser ihrem Staat helfen sollten.

Auch ganz interessant: "Börse ist simpler als Schach" – Interview bei capital.de mit Didier Le Menestrel, Gründer und Chef der Investmentboutique Financière de l'Echiquier in Paris. Der Crash 2008, ein Herzstillstand und eine Weltreise brachten ihm neue Einsichten.

Roubini: "Ein Jahr für konservative Anleger"


Nouriel Roubini, Professor an der New York University, Mitverfasser des Buchs Das Ende der Weltwirtschaft und ihre Zukunft sowie gern gelesener – generell eher negativ gestimmter – Börsenkommentator mit seinem Ausblick 2013 (im Original erschienen bei handelszeitung.ch)

Roubini erwartet fallende Kurse. Ich möchte mich dem trotz seiner durchaus guten Argumente (noch) nicht anschließen:

Tenor: Die Erholung des Marktes hat in der zweiten Jahreshälfte 2012 ihren Zenit überschritten. Die Abwärtsrisiken für das weltweite Wachstum werden sich 2013 verschärfen.

Dem seit Juli andauernden Aufschwung auf den Aktienmärkten geht nun die Luft aus – und das kommt auch nicht überraschend. Ohne signifikante Verbesserung der Wachstumsaussichten in den Industrieländern oder den wichtigsten Schwellenökonomien schien dieser Markterholung nie nachhaltiger Erfolg beschert. Vielmehr hätte die Korrektur angesichts der enttäuschenden makroökonomischen Daten der letzten Monate schon früher eintreten können.

Something has to give, Teil 2

Das passt ins Bild. Vergangene Woche, habe ich über die seltsame Kluft zwischen Verbrauchervertrauen (steigt) und Stimmung in der Unternehmenswelt (sinkt) geschrieben.

Der gerade veröffentlichte ISM-Einkaufsmanagerindex trägt dazu bei, dass die Kluft sich noch stärker weitet. Der Index ist auf den tiefsten Stand seit Juli 2009 gefallen.

Zum Vergrößern bitte anklicken. ISM-Index, gesehen bei zerohedge.com

Von Aktien bis zu Rohstoffen – alles steigt

Auch bemerkt? Im November sind nahezu alle Assets gestiegen: Aktien, Anleihen, Rohstoffe, der Dollar. Das gab es in diesem Jahr erst einmal – im Juli, wenn ich mich recht entsinne. Die Stimulus-Maßnahmen der Notenbanken zeigen ihre Wirkung.

Man sieht das auch an den Konjunkturindikatoren, die zuletzt alle recht passabel ausgefallen sind. Jüngstes Beispiel: Chinas Einkaufsmanagerindex notiert inzwischen auf einem Siebenmonatshoch. Die Wirtschaft scheint sich zu stabilisieren, das Wachstumsziel von 7,5 Prozent für 2013 scheint nicht ganz verkehrt zu sein. Zwischenfazit: Blümel staunt bleibt investiert (siehe linke Spalte).

Und damit zu den Terminen, die diese Woche anstehen:

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: €uro am Sonntag

Ende mit Schrecken

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer bemerkenswerten Aussage zu Griechenland im Interview mit der gestern erschienenen Bild am Sonntag:

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Hat man es endlich eingesehen in Berlin? Offensichtlich scheint ein Schuldenschnitt für die Bundesregierung nun doch in Frage zu kommen. Damit wäre man auf der Linie von IWF-Chefin Christine Lagarde. Ende mit Schrecken, statt Schrecken ohne Ende. Der Börse dürfte es gefallen.