Donnerstag, 10. Januar 2013

Der McClane-Indikator

Den Münchner Mathäser-Kinokomplex ziert seit gestern ein Plakat, das einen älteren Herrn zeigt, in Lederjacke über verschmutztem Feinripp, blutige Wunden im Gesicht, entschlossener Blick. Es ist Bruce Willis in der Rolle des New Yorker Cops John McClane. Das Plakat kündigt den Start an der inzwischen fünften(!) Folge der Filmserie "Stirb Langsam". Wie passend doch der Name – nicht totzukriegen, die Story.

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Für die Börse ist das ein gutes Omen. Vermutlich bin ich der erste, dem es aufgefallen ist, aber Jahre, in denen es "Stirb langsam" im Kino zu sehen gab, waren – bis auf eine Ausnahme – gute Börsenjahre. In der Reihenfolge der absurdesten Börsen-Barometer sollte dem McClane-Indikator daher ein gebührender Platz zustehen. Gleich hinter dem Rocklängen-Index.

Denn: 2007, als es den vierten Teil zu sehen gab, legte der DAX 22 Prozent zu. Teil 3 aus dem Jahr 1995 zeigte, wie ein Bombenleger die Goldvorräte der New York Fed raubte – und der DAX gewann sieben Prozent. Den ersten Teil der Pentalogie gab es 1989 zu sehen, und der DAX notierte zum Jahresende 22 Prozent höher.

Einzig Teil 2 war eine Enttäuschung. Der Film war eher schwach und die deutsche Börse beendete das Jahr im Minus. Es wäre ja auch zu schön gewesen .... 

1 Kommentar:

  1. Man könnte es auch so interpretieren, dass der Titel "Stirb langsam" auf einen langsamen Tod der Aktien-Hausse im Angesicht der nicht gelösten Schulenkrise hinauslaufen kann.

    Am Ende wird sich eben doch herausstellen, dass durch noch so viel Gelddrucken die wirtschaftlichen Probleme, die sich aus dem notwendigen Schuldenabbau ergeben, nicht gelöst werden können.

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