Mittwoch, 23. Januar 2013

Vier gute Gründe für das Rekordhoch der US-Börse

Zurück auf Anfang. Der US-Aktienindex S&P-500 hat gestern Abend auf dem höchsten Stand seit Ende des Jahres 2007 geschlossen, bei 1492,56 Punkten.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Überraschend? Vielleicht. Jedoch funktioniert anscheinend die viel gescholtene Geldpolitik der US-Notenbank doch besser als von vielen befürchtet – ungeachtet eventueller Schäden, mit denen wir uns erst in fernerer Zukunft auseinandersetzen müssen.

Jedenfalls hat es die amerikanische Notenbank geschafft, für einen positiven Vermögenseffekt (wir hatten das ja auch gestern schon) und einen ebenso positiven Einkommenseffekt zu sorgen. Dafür gibt es vier Indizien:

1) Die tiefen Zinsen entlasten die amerikanischen Haushalte beim Tilgen Ihrer Hypothekenschulden, wodurch mehr Geld für Konsum übrig ist.

2) Die steigenden Immobilienpreise und Aktienmarktpreise sorgen dafür, dass das Gesamtvermögen der Haushalte zunimmt, wodurch ebenfalls mehr Geld für Konsum zur Verfügung steht.

3) Die Stimmung an den Aktienmärkten sorgt für bessere Stimmung in den Unternehmen. Und die Erfahrung zeigt: Ein Anstieg der Börsen führt mit einer Verzögerung von zwei Quartalen auch zu einem Anstieg der Investitionen.

4) Jedes Mal wenn die US-Notenbank eine Ausweitung der Geldmenge angekündigt hat, sind die Inflationserwartungen gestiegen, parallel dazu die Konjunkturerwartungen, was wiederum die Börse in Schwung gebracht hat.

Vier Argumente, die dafür sprechen, dass die Rallye an der Börse noch nicht zu Ende ist – auch wenn derzeit eine Konsolidierung überfällig zu sein scheint.

Jedoch: Die USA müssen den Haushalt konsolidieren, früher oder später. Das wiederum wird das Wachstum wohl bremsen. Was wird die US-Notenbank dann aber wohl tun? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie wird ein neues Stimulusprogramm starten. Auf QE1, QE2, Operation Twist und QE3 wird QE4 folgen – ungeachtet eventueller Schäden, mit denen wir uns erst in fernerer Zukunft auseinandersetzen müssen.

(Für den Charttechniker Tom DeMark ist übrigens der Zeitpunkt für eine kräftige Konsolidierung mit dem gestrigen Rekordhoch (fast) gekommen)

1 Kommentar:

  1. Erst im Nachhinein wissen wir, ob das was im Vornherein geschah richtig war. Deswegen können wir uns ein Urteil, ob die US-Notenbankpolitik richtig ist, auch erst im Nachhinein erlauben - und zwar dann, wenn die US-Staatsfinanzen wieder völlig im Lot sind. Und das kann wohl noch eine ganze Weile dauern.....

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