Donnerstag, 21. März 2013

Neue US-Konjunkturmaßnahmen

Die US-Notenbank gab gestern bekannt, auch weiterhin an ihrer Politik der Niedrig(st)zinsen festhalten zu wollen. Unterstützung bei dem Versuch, die Wirtschaft weiter anzukurbeln, bekommt sie dabei von der Politik. Völlig überraschend genehmigte der US-Kongress Reparationszahlungen über eine Billion Dollar an die farbige Bevölkerung für die Jahrzehnte der Sklaverei. Die Reaktion an der Börse war prompt. Die GM-Aktie legte stark zu, ebenso der Goldpreis. Dazu eine Sondersendung des US-Senders News3.

Mittwoch, 20. März 2013

Die Zeit des billigen Geldes ist längst nicht vorbei

Ach Zypern. Wirklich wichtig für die Börse ist der Inselstaat offensichtlich nicht. Die Multimillionen-Dollar-Frage ist stattdessen doch die: Wann verabschiedet sich die US-Notenbank von der Politik des billigen Geldes? Denn klar ist: Wenn sich die Notenbank aus dem aktuellen Anleihen-Ankaufprogramm zurückzieht (das sind 85 Milliarden Dollar jeden Monat), oder wenn sie beginnt, die kurzfristigen Zinsen zu erhöhen, dann könnten die Aktienmärkte ins Taumeln geraten, die Kreditkosten steigen und das Wachstum sich verlangsamen.

Allerdings signalisieren Notenbank-Chef Ben Bernanke und Kollegen (in schöner Regelmäßigkeit), dass ein Ausstieg erst dann wahrscheinlich wird, wenn die wirtschaftliche Erholung weiter vorangeschritten ist. Eine Befragung des Wall Street Journal von 50 Ökonomen hat ergeben, dass diese Nachricht auch richtig angekommen ist. Im Schnitt erwarten die Ökonomen, dass die Notenbank noch ein weiteres Jahr Bonds kaufen wird, dass die kurzfristigen Zinsen noch zwei Jahren so niedrig bleiben werden und dass die Bilanz der Fed auch noch mehr als zehn Jahre nach Beginn der Krise aufgebläht sein wird. Das ist noch lange hin.

Drei Daten sollte man sich laut Befragung im Kalender anstreichen: November 2013, Mai 2014 und Juni 2015. Zum ersten Termin – so die Erwartung – wird die Fed die monatlichen Bondkäufe langsam zurückfahren, ab dem zweiten Datum keine Bonds mehr kaufen und zum dritten Termin wird sie sich ernsthaft darüber Gedanken machen, die kurzfristigen Zinsen anzuheben – wenn denn die Arbeitslosenquote 6,5 Prozent erreicht hat.

Quelle: wsj.com

Doch auch danach wird sich die Lage längst nicht normalisiert haben. So einfach wie in der Vor-Krisen-Zeit, als sich die Fed nur um einen einen einzigen Zinssatz zu kümmern hatte, um ihre Ziele zu erreichen, wird es nicht mehr sein. In der Nach-Krisen-Ära wird sie die unterschiedlichsten Zinsen steuern (müssen): Neben dem hinläglich bekannten Leitzins für kurze Laufzeiten eine ganze Reihe von langfristigen Zinssätzen und Hypothekenzinsen ...

Hausfrauenrally?

Zeit sich sorgen zu machen? Die Schauspielerin Mila Kunis beginnt sich für den Aktienmarkt zu interessieren. Da sei ja mehr drin als mit Bankguthaben ...

Montag, 18. März 2013

Das nimmt man hin, als stolzer Zypriote

Es geht weiter im Blog. Und kaum bin ich wieder da, scheint schon wieder die (Finanz)Welt unterzugehen.

Dieses Mal wird der Bank-Run befürchtet. Der zypriotische. Immer dieser Reflex: In schwierigen Zeiten werden ja ganz gerne verstörende Szenarien heraufbeschworen, die dann aber meist doch nie eintreten. Und aktuell ist das eben der Bank-Run. Der vermeintliche. Man hat das ja praktisch schon vor Auge: Wild gestikulierende, mit allerlei Alltagsgegenständen bewaffnete Sparer, die Bankfilialen stürmen, um ihre Sparguthaben abzuheben. Ach, machen wir uns doch nichts vor: Das wird nicht passieren.

Klar werden die Fernsehkameras, die längst an vermeintlichen Brennpunkten platziert wurden, den einen oder anderen zeternden Menschen ablichten und damit zypriotischen Volkszorn suggerieren, und der eine oder andere Moderator wird mit Bedenkenträger-Stirnfalten Dramatisches verkünden. Aber hei: Das ist doch alles nur Folklore, nur ein warmes Lüftchen vom Mittelmeer-Inselstaat. 6,75 Prozent Zwangsabgabe – das nimmt man hin, als stolzer Zypriote.

Der Bank-Run wird nicht stattfinden, glauben Sie mir. Wahrscheinlicher – und gefährlicher – ist da schon das Problem, dass die russischen "Investoren" auf mittlere Sicht ihre geschätzt 60 Milliarden Euro abziehen, sollten sie denn Bedenken an der künftigen "Waschkraft" des zypriotischen Bankensystems haben ...