Dienstag, 30. April 2013

"One of the greatest parties we were ever been invited to"

Ich erinnere mich dunkel an den Jahresanfang 2009, als dieser Herr hier, Bill Spiropoulos von CoreStates Capital Advisors, einen sensationellen Bull-Run prophezeit hat. Und nun macht er das schon wieder ... "The markets are going to go higher, break more benchmarks and put happy boy smiles on everybody's faces"

"Wir könnten bei Aktien bald deutliche Kursverluste sehen"

Bei wiwo.de gibt's ein Interview mit dem sogenannten Mister Dax aka Dirk Müller. Er hat ja jetzt ein neues Buch geschrieben, mal nix für Anleger, dafür eher was Politisches, und das muss man ja promoten. Ich hab's gelesen, das Interview, nicht das Buch und muss sagen: Es lohnt sich nicht. Die Kernaussage steht schon in der Überschrift: "Wir könnten bei Aktien bald deutliche Kursverluste sehen". Ach ja? Nun ja! Der Rest ist ähnlich belanglos. Wer es trotzdem lesen möchte: bitteschön hier

Japan Inc. – ein Politthriller

Seit ich redaktionell arbeite, habe ich immer wieder und gern mit Karl Pilny gesprochen. Der Wirtschaftsanwalt und Autor kennt sich prima mit Japan aus, und hat dazu einige Bücher geschrieben, meist Sachbücher, zuletzt aber mit "Japan Inc." einen Politthriller (gebunden erschienen bei Osburg, als Taschenbuch und Hörbuch im Heyne-Verlag).

Bei WDR 5 gibt es den Thriller morgen als Hörspiel, nach der Ausstrahlung auch als Podcast. Mein Tipp für den morgigen Feiertag!

Montag, 29. April 2013

Rin in die Kartoffeln

Der Aktienmarkt scheint – für dieses Jahr – an einer entscheidenden Marke. Die jüngsten Gewinnzahlen der Unternehmen sind gar nicht so schlecht, allerdings sind die Umsätze eher mau, bei etlichen Unternehmen wurde im vergangenen Quartal weniger verkauft als noch vor Jahresfrist. Gerade in Europa.

Auf der anderen Seite steht die Politik der Notenbanken, die ganz klar weiterhin auf Expansion ausgerichtet ist. Was wiegt hier schwerer?

Der folgende Chart von Fellow-Blogger Chris Ciovacco verdeutlicht die aktuelle Lage ganz gut. 

Im oberen Drittel sehen wir die Entwicklung des S&P-500 seit Mitte 2011. Im unteren Teil des Charts wird die Entwicklung bei den Aktien mit dem Anleihenmarkt verglichen. Dieses Verhältnis zeigt ganz gut, dass es in den vergangenen beiden Jahren immer wieder zu einem Wechselspiel gekommen ist, das man mit "Risk-On versus Risk-Off" bezeichnen kann. Rein in Aktien, raus aus Aktien. 

Aktuell stagniert diese Kennzahl auf hohem Niveau. Und Ciovacco bringt es mit wenigen Worten auf den Punkt: "Breakout here means Bulls and Central Bankers win"

Zum Vergrößern bitte anklicken;  Chart via ciovaccocapital.com

Dienstag, 23. April 2013

Griechische Realitäten

Lesetipp: Der geschasste Fussball-Trainer Ewald Lienen im faz.net-Interview über die Zustände in Griechenland:  „Dieses Land ist von den Superreichen verraten worden“
... Die Krise des griechischen Fußballs hat dieselben Gründe wie die Finanzkrise des gesamten Staates. Dieses Land ist von den Superreichen verraten worden und von den Politikern, die das zuließen oder davon profitierten. Schon vor neun Jahren wurden einigen Fußballvereinen 90 Prozent ihrer exorbitanten Steuerschulden erlassen. Dem Staat entgingen dabei allein im Fall AEK über 100 Millionen ...

"It's a tricky game to play"

Ben Inker, die rechte Hand von GMOs Jeremy Grantham im TV-Interview. Interessant wird es ab Minute 4:20, als das Interview tatsächlich startet, das Vorgeplänkel kann man sich sparen.

Bottomline: Es ist schwierig, "billige" Investments zu finden. Well, we know that, don't we ...? Die Notenbanken machen schließlich keinen Hehl, daraus, dass die Politik der Niedrigst-Zinsen risikoreichere Investments teurer machen sollen. Im Moment funktioniert das. Im Moment.

Und auch GMO "reitet die Welle mit": Grantham ist derzeit zu 50 Prozent in Aktien investiert ...

Montag, 22. April 2013

Trend-Indikatoren

Dass die Aktienmärkte "angeknackst" sind, sieht man an der folgenden Übersicht. Der brasilianische Bovespa und der koreanische Kospi notieren bereits niedriger als der 200- und der 50-Tage-Durchschnitt, Dax und Nasdaq sind unter den 50er-MA gefallen. Am besten sieht's noch beim Dow und beim S&P-500 aus.

Schwach auch die Entwicklung bei Öl und Kupfer. Insgesamt ist das nicht recht erfreulich ...


Donnerstag, 18. April 2013

Die Bären klopfen an ...

Zum dritten Mal seit Ende Januar, sieht der Aktienmarkt anfällig aus. In den beiden vorherigen Fällen, behielten die Bullen die Oberhand und die Kursverläufe wurden binnen kurzer Zeit "repariert". Und dieses Mal? Die nächsten Tage werden es wohl zeigen. Besteht die Schwäche weiter, könnte sich eine mehrwöchige oder mehrmonatige Korrektur entfalten. Fasten your seatbelts! 

Dienstag, 16. April 2013

Der Beginn vom Anfang vom Ende

Bei fuw.ch gibt es ein tolles Interview mit dem Hedgefondsmanager Kyle Bass zu Japan ...
... Das Geschehen am (japanischen) Aktienmarkt gleicht der Reaktion Pawlowscher Hunde: Mit jeder Abschwächung des Yens steigen die Kurse. Die meisten Investoren, die sich derzeit an der Börse von Tokio engagieren, sind allerdings nichts anderes als Makro-Touristen. Sie sind nur kurz auf Besuch und kümmern sich kaum um die Fundamentaldaten. Sobald sich die Situation ändert, reisen sie weiter und werden ihre Papiere abrupt abstossen. Dessen sollten sich gerade Kleinanleger bewusst sein ...

Montag, 15. April 2013

"Es wird wieder getanzt, bis die Musik nicht mehr spielt"

Ich bin mir nicht sicher, ob der Rally nicht langsam die Luft ausgeht. Mein Special Friend Klaus Wellershoff hat sich dazu auch geäußert (Original bei handelszeitung.ch)


Wellershoff schreibt: 
... Die Finanzmärkte scheinen also nicht nur auf einer Welle von Liquidität zu schwimmen. Die von den Zentralbanken erzeugten tiefen Zinsen führen denn wohl auch zu einer höheren Bewertung der Anlagen und damit vor ­allem zu steigenden Aktien- und Immobilienpreisen. Überraschen kann das niemanden. Hatten wir das nicht gerade erst, dass zu tiefe Zinsen zu einer Blasenbildung bei Finanzanlagen geführt haben?
Schon erstaunlich, dass nur fünf Jahre nach der Finanzkrise das Spiel von vorne zu beginnen scheint. Dabei ist besonders erschütternd, wie wenig die Zentralbanken dazugelernt zu haben scheinen. Schon die Immobilienblase des letzten Jahrzehnts geht zu grossen Teilen auf zu tiefe Zinsen zurück. Dass Geldpolitik über die Bewertungen der Finanzanlagen einen grossen Effekt auf die Wirtschaft hat, lässt sich heute sicher kaum noch bestreiten ...
Offensichtlich fühlen sich die Notenbanker vor die Wahl zwischen Pest und Cholera gestellt. Entweder jetzt die Finanzmärkte bremsen und dafür höhere Zinsen und neue Probleme bei der Finanzierung der Staatsfinanzen in Kauf nehmen oder die Finanzmärkte weiter mit Liquidität versorgen und dafür später die Folgen von geplatzten Blasen ausbaden ...
So wird also wieder getanzt, bis die Musik nicht mehr spielt. Wann das der Fall sein wird, weiss keiner. Dass es dann knallt, und zwar ­heftig, weiss eigentlich jeder. Die Hoffnung bei den Verantwortlichen scheint wieder einmal zu sein, dass es den Nachfolger im Amt trifft.

Mein Zitat des Tages

"Der soziale Druck zur Selbstüberschätzung ist an den Finanzmärkten enorm. In einer Befragung von Finanzchefs, wo sie innerhalb eines Jahres den S&P-Aktienindex sehen, hätten sie im Prinzip sagen müssen: Der Index wird mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen minus zehn Prozent und plus 30 Prozent abschneiden. Oder besser gleich: Ich habe keine Ahnung"

Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman bei tagesanzeiger.ch

Gold is breaking down, Teil 2

Dass Gold seit Freitag um roundabout zehn Prozent gefallen ist, hat vielerlei Gründe: Die Gerüchte um  Zypern, nervöse "neue" (ETF-)-Anleger etc. ...

Trotzdem muss man wohl noch nicht einen "Abgesang" anstimmen. Findet Marc Faber. Und findet auch Jörn Spillmann, Volkswirt bei der Schweizerischen Notenbank SNB im Interview mit den Kollegen von tagesanzeiger.ch: "Auf längere Sicht sehen wir Faktoren, die für eine Aufwärtsbewegung (beim Gold) sprechen. Neben der Inflation ist das vor allem die anhaltende Nachfrage der Schwellenländer."

Anders dagegen Ronald Wildmann von der auf Rohstoffanlagen fokussierten Zürcher Vermögensverwaltungsgesellschaft Basinvest: "Nun gibt es beim Gold kein Halten mehr", befürchtet jener (Komplettes Interview bei handelszeitung.ch).

Aber wie auch immer: Ich lasse derzeit lieber die Finger davon ...

"I love that Gold is breaking down"

Gold fällt und fällt – und Marc Faber, bekannter Finanzmarkt-Pessimist, findet dennoch etwas Gutes daran. "Einstiegskurse", sagt er. "Within the next couple of weeks." Gleichzeitig will er nicht ausschließen, dass sich ein deflationäres Szenario an den Märkten durchsetzt. Dann solle man lieber die Finger von Aktien lassen.

Interview mit den Kollegen von Bloomberg (etwa 6 Minuten)

Mittwoch, 10. April 2013

Gone with the DB

Bin ab sofort unterwegs. Richtung Nordwesten. Abseits von Börse und Finanzen. Aber die kann sicher auch mal ohne mich – auch wenn's gerade etwas volatil ist, ist man mit Dax-Long wohl noch auf der korrekten Seite, Vielleicht schick' ich ein Instagram von unterwegs. So long ...

Dienstag, 9. April 2013

(Offene) Geheimnisse der Steueroasen

Die "Süddeutsche Zeitung" und andere Blätter berichten ja seit einiger Zeit über die "Geheimnisse der Steueroasen". Beim Lesen der Artikel beschleicht mich dabei aber immer mehr der Eindruck, dass das Verstecken des Geldes so geheim vielleicht doch gar nicht war und ist. Ebenso auch nicht besonders ausgeklügelt und meist weit weniger glamourös, als es die Geschichten über Gunter Sachs oder Imelda Marcos vermuten lassen. Es geht auch schäbig und schlicht.

Ausschnitt aus der "SZ" vom 9. April 2013

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an Freund L aus S. Mitte der 90er-Jahre arbeitete L als kleines Licht für die mittelgroße Bank J, die zu jener Zeit auch Mitglied der DAX-Familie war. L erzählte eines Abends nach dem zweiten Bier von den recht alltäglichen Geschäften der Bank, die dennoch mit einer gewissen Diskretion abgewickelt wurden.

Im Mittelpunkt stand dabei ein Konto mit dem schönen Namen "Pro Diverse", das so wichtig war, dass L den zugehörigen Unterlagenordner bei gewissen Kundenbesuchen immer wieder aus der staubigsten und unzugänglichsten Ecke der ohnehin staubigen und unzugänglichen Registratur herauszuholen respektive wieder dorthin zurückzubringen hatte. Das Konto "Pro Diverse" war schlicht ein inoffizielles Konto.

In Anspruch genommen wurde es von recht normalen Leuten, berichtete L. Meist Ehepaare mittleren Alters mit mittlerem Einkommen, Mittelklasseauto, Mittelklasse-Auftreten. Auffallend häufig Staatsdiener. Mit Bargeld in der Handtasche oder in der Aldi-Tüte. Die Summen dabei immer niedrig genug, dass die Einzahlung nicht gesondert registriert werde musste. Die Einzahlung floss dann auf das ominöse Konto "Pro Diverse", von wo es raus aus Deutschland auf ein Anlagekonto der Luxemburger Filiale der Bank J überwiesen wurde. So geht anonymer Geldverkehr.

Aber kann man der Bank J solche Transaktionen vorwerfen? L war unsicher. Den Mittelklasse-Ehepaaren wurde doch immer erklärt, dass auch ausländische Zinseinnahmen versteuert werden müssten! Und dabei sei immer so fröhlich gelacht und mit den Augen gezwinkert worden! "Gell, das muss aber schon auch versteuert werden, Herr und Frau T." Und noch mehr Zwinkern. Er habe sich dann nicht viel dabei gedacht und hätte den Ordner zurück in die staubige Ecke gebracht.

Kommt Ihnen bekannt vor? Sie haben auch einen Freund, der mal in einer mittelgroßen deutschen Bank gearbeitet hat und eines Abends beim zweiten Bier in Erzähllaune war? ... Vielleicht sollte die "Süddeutsche" ihre Serie umtaufen. In: "Offene Geheimnisse der Steueroasen".

Montag, 8. April 2013

Where do we go from here?

Es sieht nach Konsolidierung aus ... Oder um es in den Worten meines Blogger-Kollegen Barry Ritholtz zu sagen: 

"A gain of 10 percent usually makes for a decent year — and the United States achieved that in three months. Markets may have gone too far too fast, becoming what traders like to call overbought. The way overbought markets work off these excesses is through consolidation. It may take a few weeks or even months for the market to digest these gains and for earnings to catch up to prices."

Montag, 1. April 2013

So leid es mir tut, aber ich habe gerade etwas Schwierigkeiten, am Ball zu bleiben. Am 8. April geht es hier weiter.