Montag, 15. April 2013

"Es wird wieder getanzt, bis die Musik nicht mehr spielt"

Ich bin mir nicht sicher, ob der Rally nicht langsam die Luft ausgeht. Mein Special Friend Klaus Wellershoff hat sich dazu auch geäußert (Original bei handelszeitung.ch)


Wellershoff schreibt: 
... Die Finanzmärkte scheinen also nicht nur auf einer Welle von Liquidität zu schwimmen. Die von den Zentralbanken erzeugten tiefen Zinsen führen denn wohl auch zu einer höheren Bewertung der Anlagen und damit vor ­allem zu steigenden Aktien- und Immobilienpreisen. Überraschen kann das niemanden. Hatten wir das nicht gerade erst, dass zu tiefe Zinsen zu einer Blasenbildung bei Finanzanlagen geführt haben?
Schon erstaunlich, dass nur fünf Jahre nach der Finanzkrise das Spiel von vorne zu beginnen scheint. Dabei ist besonders erschütternd, wie wenig die Zentralbanken dazugelernt zu haben scheinen. Schon die Immobilienblase des letzten Jahrzehnts geht zu grossen Teilen auf zu tiefe Zinsen zurück. Dass Geldpolitik über die Bewertungen der Finanzanlagen einen grossen Effekt auf die Wirtschaft hat, lässt sich heute sicher kaum noch bestreiten ...
Offensichtlich fühlen sich die Notenbanker vor die Wahl zwischen Pest und Cholera gestellt. Entweder jetzt die Finanzmärkte bremsen und dafür höhere Zinsen und neue Probleme bei der Finanzierung der Staatsfinanzen in Kauf nehmen oder die Finanzmärkte weiter mit Liquidität versorgen und dafür später die Folgen von geplatzten Blasen ausbaden ...
So wird also wieder getanzt, bis die Musik nicht mehr spielt. Wann das der Fall sein wird, weiss keiner. Dass es dann knallt, und zwar ­heftig, weiss eigentlich jeder. Die Hoffnung bei den Verantwortlichen scheint wieder einmal zu sein, dass es den Nachfolger im Amt trifft.

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