Mittwoch, 29. Mai 2013

Do The Math!

Die Börsen laufen wie geschmiert, obwohl sich das Wirtschaftswachstum weltweit abschwächt. Wie passt das zusammen?

Der australische Investmentmanager Grant Williams versucht sich mit einer Antwort. Dafür braucht er 48 Minuten, aber die lohnen sich, auch wenn die ersten Minuten vielleicht noch etwas zäh-mathematisch sind (man kann das ja auch überspringen). Vorsicht: Der Vortrag ist in Australo-Englisch gehalten. Bitteschön:

Hip hip hooray!

Amerikas Vertrauen in die Wirtschaftsentwicklung nimmt zu. Der Consumer-Confidence-Index notiert so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Hip hip hooray!

Gesehen bei bespokeinvest.com
Aber Obacht! Lassen Sie sich nicht täuschen. Die US-Verbraucher sind weit weniger hip hip hooray als der Chart suggeriert. Sieht man sich das ganze über einen längeren Zeitraum an, fällt auf, dass der Vertrauens-Index im Jahr 2000 – als die Börse ähnlich hoch notierte –, weit höher stand als jetzt. Ähnliches gilt für das Jahr 2007.

Da fragt man sich doch gleich: Sind die Kurse derzeit etwas zu weit gelaufen?

Gesehen bei bespokeinvest.com

Montag, 27. Mai 2013

Too Big to Jail

Der politische Humorist Jon Stewart fasst im folgenden viereinhalb Minuten dauernden Video zusammen, welche Prioritäten das amerikanische Justizministerium setzt.

Stewart ist dabei recht erstaunt, dass Computer-Hacker für 10 bis 25 Jahre in den Knast wandern, während eigentlich überführte Bankvorstände unbehelligt bleiben. Da stellt sich natürlich die Frage: Sind die Herren denn "Too Big to Jail"? Viel Spass ...

Donnerstag, 23. Mai 2013

Was die anderen so schreiben

Fondsmanager Jens Ehrhardt im Interview bei den Kollegen von handelsblatt.com (von gestern, 22.5.2013):
... Ich bin schon froh, wenn ich die Richtung der Börse richtig eingeschätzt habe. Aber 9.500 Punkte beim Dax sind durchaus möglich – und ich denke, wir werden sie schneller sehen, als viele glauben, weil Anlagealternativen fehlen ...

"Warum kurbeln, wenn die Maschine nicht schneller kann?"

Das passt ja zum heutigen Tag der großen Gewinnmitnahmen:

Felix Zulauf bleibt sich treu – also skeptisch. Der Schweizer Hedgefonds-Manager kritisiert in einem Aufsatz für die brasilianische Grossbank Itau BBA das Tun der Notenbanker, der Politiker und auch der Anleger.
... Ich höre, wie alle Strategen das gleiche Lied singen, aber auch viele Anleger: 'Wir kaufen Aktien mit anständigen Dividenden und soliden Geschäftsmodellen, denn das ist besser als Obligationen oder Cash ... Aber: Wenn alle Experten sich einig sind, wird etwas anderes passieren ...
Zumal die Unternehmenszahlen in den vergangenen Monaten eher enttäuschend waren und die weltwirtschaftliche Lage fragil. Die Schuldenberge und die demographischen Probleme stünden nachhaltigem Wachstum im Weg. Da seien auch die Bemühungen der Zentralbanken vergebens.
... Es ist sinnlos wenn nicht sogar schädlich, eine Maschine anzutreiben, die nicht schneller laufen kann ...
Noch sei das Momentum an den Börsen überzeugend. Aber:
... Es ist fast wie beim Goldpreis im Frühjahr 2011. Damals war die Überzeugung, dass es mit Gold nur noch aufwärts gehen kann, jetzt ist das mit Aktien so ...

Mittwoch, 22. Mai 2013

Die Bernanke-Rally

Neulich habe ich hier im Blog geschrieben: "Breakout here means Bulls and Central Bankers win". Anscheinend stimmt's ... (?)

Dax-Intraday um kurz nach 16 Uhr

Zitat des Tages

... Ein hohes Mass an Narzissmus ist tatsächlich karrierefördernd. Es gibt erstaunliche Parallelen etwa zwischen Wallstreet-Bankern und kriminellen Psychopathen, die aufgrund schwerer Verbrechen hinter Gitter sitzen. Manchmal entscheiden bloss die Umstände darüber, ob Menschen ihre psychopathische Neigungen im Chefsessel oder in der Kriminalität ausleben ...

Der Gerichts-Psychiater und Autor ("Die Narzissmus-Falle") Reinhard Haller im Interview bei den Kollegen von derbund.ch

So geht Fernsehen, Teil 2

Über zwei Jahrzehnte war Dylan Ratigan ein überaus bekanntes Gesicht bei BloombergTV und CNBC, zuletzt gar mit einer nach ihm selbst benannten Politshow. Das ist Vergangenheit: Ratigan hat vergangenes Jahr hingeschmissen, ist nach Südkalifornien gezogen und hat ein Netzwerk von Hydrokultur-Gewächshäusern aufgebaut (!) ...

Warum er das getan hat, sehen wir im folgenden entlarvenden aktuellen Video aus der Daily Show von Jon Stewart. Well done, Dylan! Großes Entertainment ...

(Erinnert durchaus an die Episode "So geht Fernsehen, Teil 1")

Dienstag, 21. Mai 2013

Sachwerte stehen ja hoch im Kurs

Was ist so gut wie Geld ...?

Gold? Silber? Diamanten? Oder etwa Bitcoins? Falsch. Wodka ist so gut wie Geld. Findet zumindest der Hersteller des US-Wodkas "2 0 Grand". Allerdings weiß ich nicht, ob der Name für 20 Riesen steht, also für 20 000 Dollar.

Aber vermutlich nicht. Die Flasche dürfte für roundabout 25 Bucks zu haben sein. Na dann Prost! (inspiriert von Bill Gross' Investment-Outlook)

Ist es wirklich so einfach?

Mit den gleichzeitigen und in diesem Umfang noch nie da gewesenenen Intervention der Zentralbanken in den USA, Europa und Japan, ist scheinbar alles klar: die "Bullen" haben alles unter Kontrolle ...

Eines sollten wir diese Woche aber im Blick behalten: Am Mittwoch wird Fed-Chairman Ben Bernanke vor dem Kongress zu sprechen. Wie der Markt darauf reagiert, ist imho offen.

Man kann wohl davon ausgehen, dass seine Äußerungen positiv für den Aktienmarkt sind. Aber weil das "jeder" so erwartet, sind ab Mittwoch vielleicht auch endlich Gewinnmitnahmen drin ...

Donnerstag, 16. Mai 2013

So geht Fernsehen ...

Sehr schön, oder besser: Sehr schlimm, schlimm, schlimm, wie Fernsehen so geht. Reichlich schablonenhaft ...

Gute Nachrichten für Herr und Frau Anleger

Schau an, der geschätzte Martin Hüfner von der Vermögensverwaltung Assenagon mit durchaus optimistischen Tönen ... Den kompletten Marktkommentar in PDF-Form gibt‘ hier. Ich beschränk mich auf meiner Seite mal mit den Kernaussagen:

Mittwoch, 15. Mai 2013

Noch'n Rekord ...

Es geht an der Börse ein bisschen zu wie beim FC Bayern, der in dieser Saison ja in allen erdenklichen und unerdenklichen Kategorien zum Rekord-Dies-und-Das ausgerufen wird. Vermutlich haben sie ja sogar in der Kategorie "Durchschnittliche Kickschuhgröße aller Feldspieler" gewonnen.

Die Börse indes knackt ja auch Rekord um Rekord: Gerade untergekommen ist mir die Bestleistung "Längste Gewinnstrecke ohne größerer Korrektur" seit Beginn der Rally 2009.

Um genau zu sein: 177 Tage ohne eine Korrektur von 5 Prozent oder mehr. Ich bin beeindruckt und geh'  mir darauf einen Espresso zapfen ...

Zum Vergrößern bitte anklicken. Gesehen bei pragcap.com

Dienstag, 14. Mai 2013

Lieber in Biergarten ...

Eigentlich ist das Wetter endlich mal zu schön, um fernzusehen. Wer's dennoch nicht lassen kann, sollte vielleicht bei Arte reinschauen. Ab 20:15 Uhr gibt es da Dokus zum Thema Saubere Energie sowie zu den Anfängen des Internet ...

Die Tepper-Rally, Teil 2

Hedgefonds-"Titan" David Tepper, Gründer und Präsident von Appaloosa Management ist nach wie vor "bullisch".

"Die Fed wird ein wenig bremsen, aber das ist egal. Täte sie es nicht, wäre der Markt bald in einem Hyper-Modus", sagt er bei den Kollegen von CNBC. Das ganze war vor ein paar Stunden zu sehen ... und schon sind die Futures wieder im Plus!

Spätestens seit seinem CNBC-Auftritt im September 2010 ist der Mann bekannt wie ein bunter Hund. Der Begriff "Tepper-Rally" steht sinnbildlich für die seither steigenden Kurse.

Freitag, 10. Mai 2013

Raus aus der Stagnation II

Jaja, es ist halt so eine Sache mit dem "Linienzeichnen". Man kann das machen wie am Mittwoch – und alles sieht Gold aus. Oder auch so – und dann sieht‘s gefährlich aus ...

Mittwoch, 8. Mai 2013

Der Kontra-Kontraindikator

Die "Bild" hat heute den DAX auf dem Titel. Das ist ja ein klassischer Kontraindikator. Right?
Allerdings bin ich mir dieses Mal nicht so sicher, da im Artikel "Experten" eher zum "Abwarten" denn "Einsteigen" raten. In der Online-Bild ist zudem vom "Börsen-Wahnsinn" die Rede ... Hm, dann wär's ja eher ein Kontra-Kontraindikator ....

Zum Vergrößern bitte anklicken

Raus aus der Stagnation

Das läuft ja, dass einem Angst und Bange wird ... Der Dow Jones notiert das erste Mal über 15000 Punkten. Neuland. Und geht es nach diesem Chart hier, könnte dies der Beginn eines neuen großen "Bullmarkts" sein, nachdem wir seit der Jahrtausendwende – freilich unter Wahnsinns-Schwankungen – nicht vom Fleck gekommen sind. Wie seht Ihr das?

Panic in the streets of London ...

... im  Prinzip herrscht Kaufpanik hoch 3, so dass es auch locker direkt bis 8480 steigen könnte ... (Charttechniker Gräfe bei godmode.de)

Was sie einen als Panik bezeichnen, ist für andere 'ne Party.

Freitag, 3. Mai 2013

Das Wochenende kann kommen ...

... und das Allzeithoch anscheinend auch ...

Click to enlarge the hype ...

Motte statt Heuschrecke

Vergangene Woche habe ich einige freie Tage genutzt, um mal wieder London zu besuchen. Am Sloane Square im einst subversiven aber inzwischen längst teuren Stadtteil Chelsea fiel mir ein Plakat auf, das für ein Theaterstück warb. "A fable of free market economics and cut throat capitalism" stand da zu lesen. Das muss man wohl nicht übersetzen ...

Und dann war da noch dieses aus Geldscheinen gefaltete Origami-Insekt. Zuerst dachte ich an eine Biene. Aber das passt sicher nicht zum Stück. Der Kollege findet, es sei eine Motte. Könnte hinkommen und lässt den Schluss zu: Was den Deutschen die Heuschrecke, ist den Engländern die Motte. Splendid Isolationism!

Soviel du brauchst

Gestern hat die EZB den Leitzins gesenkt, um wohl ein weiteres "ermutigendes Zeichen" zu setzen. An Geld solle es uns nicht mangeln ... (warum muss ich jetzt an den Slogan des Evangelischen Kirchtentags denken: "Soviel du brauchst"?). Ob's nützt? Noch scheint die Börse wackelig ...

Kupfer braucht die Welt anscheinend nicht mehr in dem Maße wie noch vor ein, zwei Jahren. Oder warum fällt der Preis für das Industriemetall? Abschwung in China sagen die einen, Anzeichen einer Deflation sagen andere – etwa Dauerpessimist Albert Edwards von der Societe Generale (ich schenk' mir mal die ganzen Akzente). Oder liegt es schlicht daran, dass das Angebot gerade etwas zu groß ist, weil angesichts Superzyklus-Jubelstimmung zu viel gefördert wurde?

Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich dringend eine Schultermassage brauche und etwas Sonne am Wochenende. Und wieviel brauchst Du?

Das "Edward'sche Party-Szenario"