Freitag, 3. Mai 2013

Soviel du brauchst

Gestern hat die EZB den Leitzins gesenkt, um wohl ein weiteres "ermutigendes Zeichen" zu setzen. An Geld solle es uns nicht mangeln ... (warum muss ich jetzt an den Slogan des Evangelischen Kirchtentags denken: "Soviel du brauchst"?). Ob's nützt? Noch scheint die Börse wackelig ...

Kupfer braucht die Welt anscheinend nicht mehr in dem Maße wie noch vor ein, zwei Jahren. Oder warum fällt der Preis für das Industriemetall? Abschwung in China sagen die einen, Anzeichen einer Deflation sagen andere – etwa Dauerpessimist Albert Edwards von der Societe Generale (ich schenk' mir mal die ganzen Akzente). Oder liegt es schlicht daran, dass das Angebot gerade etwas zu groß ist, weil angesichts Superzyklus-Jubelstimmung zu viel gefördert wurde?

Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass ich dringend eine Schultermassage brauche und etwas Sonne am Wochenende. Und wieviel brauchst Du?

Das "Edward'sche Party-Szenario"

Kommentare:

  1. ...das kann aber auch am Spekulantentum liegen. Kupfer wird vielleicht geshortet, weil das Wachstumsdynamik (Achtung: nicht das Wachstum!) in China etwas nachgelassen hat.

    Was an den Börsen momentan abläuft, lässt sich am besten so beschreiben, wie das Marc Faber vor einiger Zeit beschrieben hat: Das viele von den Zentralbanken geschaffene Geld sucht nach Anlageformen und wird so um den ganzen Globus und wieder zurück gejagt. Rohstoffe wie Kupfer ist halt zur Zeit nicht so der Hit und auch Anleihen werfen kaum noch etwas ab. Deshalb geht das Geld jetzt in Aktien, nach Indonesien oder die Philippinen und formt sich dort zur Blase. Bald wird auch die Sparbuch-Oma mit ihren 0,1 % Sparzinsen nicht mehr zufrieden sein und sich von ihrem Bankberater drängen lassen, ein Depot zu eröffnen und Daimler-Aktien hineinzulegen. Anschließend wird die Blase dann wieder platzen und das öffentliche Gejammer vom betrogenen Anleger usw. geht wieder von vorne los. Um die neue Krise dann zu lösen wird wieder neues Geld gedruckt und jagt dann wiederum den Goldpreis in neue Höhen, usw. usf. Es ist eigentlich immer dasselbe Spiel...

    Gute Besserung!

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  2. Und man kann es auch so sehen:

    The drop in commodity prices is itself seen as a boost for world activity, and therefore for equities

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  3. @ Micki:

    Der Markt für Kupfer ist tatsächlich extrem short posititioniert und genau deswegen geraten die Preise unter Druck:

    http://de.finance.yahoo.com/nachrichten/kupfer-zinsfantasie-glattstellung-shortpositionen-befl%C3%BCgeln-111501942.html

    Der Preisrückgang beruht daher vor allem auf Spekulation. Marc Faber wies in einem aktuellen Interview hingegen zurecht darauf hin, wie teuer es real geworden, Kupfer aus dem Boden zu holen. Darüber sollte man mal nachdenken, bevor man den Superzyklus für beendet erklärt.

    http://www.finews.ch/news/finanzplatz/11742-marc-faber-gold-silber

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