Dienstag, 25. Juni 2013

Investieren, wenn alles zu spät ist (2)

Aus aktuellem Anlass, ziehe ich folgenden Post von Anfang des Monats noch einmal nach oben ...

Ich denke gerade darüber nach, wie man es am besten anstellt, in einen Markt einzusteigen, der in den vergangenen vier Jahren derart gut gelaufen ist. Vermutlich stellen sich auch andere diese Frage, nämlich diejenigen, die der Rally nicht trauen wollten und auf jeder Menge Cash sitzen – was ich durchaus verstehen kann, Sorgen gab und gibt es ja genug.

Meine Lösung: Emotionen aus dem Spiel lassen und nicht gleich alles riskieren.

Die Erfahrung zeigt, dass es im Schnitt zwei Mal pro Jahr zu Korrekturen kommt, bei denen die Kurse um fünf Prozent fallen, einmal pro Jahr geht es um zehn Prozent nach unten. Und genau dann sollte man kaufen. Meine Regel: Geht es fünf Prozent nach unten, investiere ich zehn Prozent meines Cash-Bestands, geht es zehn Prozent nach unten, lege ich 20 Prozent nach, bei einem Minus von 15 Prozent gar 30 Prozent ... (Anmerkung: Ich bin kein Trader, ich investiere langfristig).

Aktuell könnte man beim Dax also durchaus 20 Prozent Cash riskieren ... (

Donnerstag, 20. Juni 2013

Wenn, dann ...

Der Fed-Chairman hat gesprochen. Und an den Märkten wird verkauft. Und zwar deswegen, weil man den Schlüssel für das weitere Tun Ben Bernankes im zweiten Teil seiner Aussage wähnt.

Folgendes hat Bernanke gesagt (mit Betonung auf den zweiten Teil):

"If the subsequent data remain broadly aligned with our current expectations for the economy, we would continue to reduce the pace of (bond-)purchases in measured steps through the first half of next year, ending purchases around mid-year."

Mitte 2014 könnte es also vorbei sein mit den Anleihekäufen und damit mit den Finanzspritzen für die Finanzmärkte. So wird seine Aussage interpretiert.

Man kann Bernanke zu seinen rhetorischen Fähigkeiten nur gratulieren. Er "redet die Märkte runter" und "die Konjunktur schön". Er will keine japanischen Verhältnisse, mit einer Börse, die in wilden Schwüngen nach oben schießt, um alsbald wieder panisch abzustürzen. Wall Street hat deutlich zugelegt seit 2009, vielleicht etwas zu schnell zu viel. Also nimmt man – bildlich gesprochen – erst einmal den Fuß vom Gas. Und es gelingt. Ohne japanische Panikkäufe oder Panikverkäufe. Und gleichzeitig – das ist ja das Famose – stärkt er das Vertrauen in die Konjunktur. It's all about psychology!

Der Schlüssel für Bernankes Tun liegt indes im ersten Teil seiner Aussage. In einem einzigen Wort. In der Konjunktion "If" ... Wenn, dann ...

"If the subsequent data remain broadly aligned with our current expectations for the economy, we would continue to reduce the pace of (bond-)purchases in measured steps through the first half of next year, ending purchases around mid-year."

(Irgendwann wird man das auch an den Märkten realisieren und dann steigen die Kurse wieder.)

Mittwoch, 19. Juni 2013

F*** off Google and Microsoft!

Brauchen wir Sie wirklich, die neuesten Gadgets von Google und Microsoft? Lewis Black hat die Antwort ... Otto Normalverbraucher dürfte sich angesprochen fühlen ...

Dienstag, 18. Juni 2013

Wenn alle gleichzeitig von rechts nach links rennen

Es fällt schon auf: Man liest immer seltener etwas über die Risikoeinstellung der Anleger. Bis Mitte 2012 war der Wechsel zwischen starker Risikoneigung (Risk-on) und starker Aversion (Risk-off) noch ein wichtiger Teil des Vokabulars zur Beschreibung der Marktverfassung (wir hatten das ja auch öfter erwähnt). Der aktuelle Wechsel in der Terminologie unterstreicht tiefer liegende Änderungen im Denken der  Investoren. Dies ist umso auffälliger, als die Unsicherheit über die Richtung des Aktienmarkts zusammenfällt mit der Unsicherheit am Zinsmarkt.

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Die Märkte folgten bis zum Frühjahr weltweit dem gleichen Takt: Aktien, Unternehmensanleihenund andere Risikoanlagen stiegen im Einklang, jedes Mal wenn Entwarnung gegeben wurde, galt:"Risk-on! Bei ungünstigen Nachrichten fielen die risikobehafteten Anlagen im Gleichklang, während die Investoren sich in traditionell sichere Anlagen wie US-Staatsanleihen zurückzogen: Risk-off!

Das passt zur Rhetorik: Im Dezember 2011 wurde in 258 Artikeln in US-Wirtschaftszeitungen das Begriffspaar Risk-on/Risk-off verwendet. In diesem Zeitraum stieg die Korrelation zwischen dem US-Aktienindex S&P 500 und dem Weltaktienindex MSCI World auf sehr hohe 0,74. Das Thema Risk-on/Risk-off hielt sich über das Jahr 2012, ebenso wie die hohe Korrelation zwischen den beiden Indizes. In diesem Jahr ändert sich das radikal: Sowohl die Anzahl der Artikel, die das Begriffspaar Risk-on/Risk-off enthalten, ist gefallen als auch die Korrelation der Indizes. Im Mai erschienen nur 91 Artikel, die die Begriffe enthielten, und die Korrelation zwischen dem S& P 500 und dem MSCI sank auf den tiefsten Stand seit 2008.

Dies deutet auf eine ausgeprägte Veränderung des Markts hin — der Gleichlauf hat abgenommen. In den USA haben sich die Bedingungen so weit verbessert, dass die Zentralbank mittlerweile Überlegungen anstrengt, die Anleihekäufe zurückzufahren. Japans Zentralbank dagegen steckt mitten in einem intensiven geldpolitischen Lockerungsprogramm. Und die Europäische Zentralbank dürfte in den kommenden Monaten ähnlich agieren.

Natürlich ist es leicht, sich Szenarien vorzustellen, in denen das Risk-on/Riskoff- Denken wieder dominiert. Wachstumsprobleme in den USA könnten dafür sorgen. Und ein erneutes Anwachsen der Probleme in Europa. Aber unabhängig von solchen negativen Szenarien, scheint das Investmentklima positiver geworden zu sein. Eine Welt, in der die Investoren nicht alle gleichzeitig von einer Seite des Boots auf die andere Seite rennen, ist jedenfalls weit weniger wackelig.

Montag, 17. Juni 2013

Tierschutz auf amerikanische Art

Es tut sich ja nicht viel an der Börse. Der DAX scheint in der Sommerpause ... Darum mal was Humoriges zwischendurch. In den USA gibt es anscheinend juristische Bemühungen, Tiere besser zu schützen. Vor Tierschützern. Mächtig, mächtig, die amerikanische Agrarindustrie ...

Freitag, 14. Juni 2013

I am a passenger, and I ride and I ride

Recht interessant hier, der Herr mit der Kevin Keegan-Gedächtnisfrisur, Hedgefondsmanager Bill Fleckenstein.

Beobachtung 1: Der US-Arbeitsmarkt ist nach wie vor in keinem guten Zustand. Qualitativ. Zu wenige gut bezahlte Fulltime-Jobs.

Beobachtung 2: Die Fed kann über "Tapering" reden, aber das ganze nicht durchziehen. Das Problem: Ein möglicher Vertrauensverlust an den Märkten. Japans Anleihemarkt sei ein gutes Beispiel, da dort negativ(!) auf die expansive Geldpolitik reagiert wird. Ob und wann so etwas auch in den USA oder Europa passiert? "It may take a year or two", sagt Fleckenstein.

Investieren bleibt was es ist: ein heißer Ritt ...  I am a passenger, and I ride and I ride ... hier gehts' zum Video ...

Donnerstag, 13. Juni 2013

Bären made in Japan

Japans Nikkei-225-Index ist erneut deutlich gefallen. Inzwischen notiert er 20 Prozent niedriger als Mitte Mai. Nach der unter Börsianern gängigen Definition befindet sich Japanes Börse damit in einem "Bärenmarkt". Boom & Bust innerhalb von nur sechs Monaten ... !

Dienstag, 11. Juni 2013

No need to get excited yet

So, wie sieht's denn aus? Vorwärts, rückwärts, seitwärts – die Börse konsolidiert. Gut zu sehen hier am Beispiel des S&P-500 und der so schönen wie simplen Dow-Theorie, die uns für die zurückliegenden Tagen "tiefere Hochs" und "tiefere Tiefs" anzeigt.

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Es gibt ja auch einiges zu verdauen: die Wachstumsaussichten sind nicht so dolle und da gibt es die Sorge um ein baldiges Ende der expansiven Geldpolitik – Tapering haben wir als neue Vokabel in unser Börsenwörterbuch aufgenommen.

Aber wann kommt das denn, dieses Tapering? So schnell ja nicht, wie folgende Szenario-Übersicht von M&G zeigt. Frühestens März 2014. Ergo: no need, to get excited yet ...

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Donnerstag, 6. Juni 2013

Es wird holprig

Martin Hüfner von Assenagon hat seinen neuesten Marktbericht veröffentlicht. Thema Notenbank-Liquidität ... (den kompletten Bericht gibt es hier als Download)

Kernaussage: ... Auch in Europa wird Geld knapper. Selbst wenn die Notenbank so marktschonend wie möglich vorgeht, wird die Volatilität der Märkte zunehmen. Für den längerfristigen Trend fragt sich, was an die Stelle der Liquiditätshausse tritt. In den USA sieht es so aus, als könnte es die bessere Konjunktur sein. Das wäre gut. In Europa ist davon noch nichts zu sehen. Hier könnten es die fundamentalen Verbesserungen in den Peripherieländern sein, vorausgesetzt die Reformen werden weiter geführt. Das würde zwar unmittelbar nur den dortigen Börsen zugutekommen. Indirekt könnten freilich auch die Märkte in Zentraleuropa profitieren. Der Übergang von einer liquiditätsgetriebenen zu einer wie auch immer fundamental begründeten Rally wird jedoch in jedem Fall holprig ...


Investieren, wenn alles zu spät ist

Ich denke gerade darüber nach, wie man es am besten anstellt, in einen Markt einzusteigen, der in den vergangenen vier Jahren derart gut gelaufen ist. Vermutlich stellen sich auch andere diese Frage, nämlich diejenigen, die der Rally nicht trauen wollten und auf jeder Menge Cash sitzen – was ich durchaus verstehen kann, Sorgen gab und gibt es ja genug.

Meine Lösung: Emotionen aus dem Spiel lassen und nicht gleich alles riskieren.

Die Erfahrung zeigt, dass es im Schnitt zwei Mal pro Jahr zu Korrekturen kommt, bei denen die Kurse um fünf Prozent fallen, einmal pro Jahr geht es um zehn Prozent nach unten. Und genau dann sollte man kaufen. Meine Regel: Geht es fünf Prozent nach unten, investiere ich zehn Prozent meines Cash-Bestands, geht es zehn Prozent nach unten, lege ich 20 Prozent nach, bei einem Minus von 15 Prozent gar 30 Prozent ... (Anmerkung: Ich bin kein Trader, ich investiere langfristig).

Aktuell könnte man beim Dax also durchaus zehn Prozent Cash riskieren ... (Rutscht der Dax weiter, wovon ich durchaus ausgehe, legen wir weiter nach)

Mittwoch, 5. Juni 2013

Börse ist nicht Wirtschaft – aber ein Wetterphänomen?

Mein Special Friend Klaus Wellershoff, einst UBS-Chefökonom, hat (mal wieder) einige mahnende Worte zum Börsenaufschwung geschrieben:
... die reale Wirtschaft gibt im Augenblick keinen Anlass zur Euphorie. Wohlgemerkt, es gibt auch keinen Anlass zur Depres­sion. Alles sieht danach aus, als müssten wir weiter mit niedrigen Wachstumsraten leben. Und damit ist auch klar, dass sich an der grundsätzlich schwierigen Lage der Weltwirtschaft so schnell, wie die Aktienmärkte mit ihrem Aufschwung suggerieren, nichts ändern wird. Oder anders ausgedrückt: Der Aufschwung am Ak­tienmarkt ist wohl eher ein Schönwetterphä­nomen. Das garstige Klima von tiefem Trendwachstum und in weiten Teilen der industrialisierten Welt ungelösten Fiskalproblemen bleibt uns erhalten ...
Den kompletten Kommentar lesen Sie bei den Kollegen von handelszeitung.ch 

Dienstag, 4. Juni 2013

Aktien-Hormone

Ich finde, das sind "Good News" ...

... Nach Hormonpräparaten jeglicher Art setzen findige Kriminelle nun auf Aktienspam. Der Spam Anteil ist nach drei Jahren Stagnation erstmals wieder gestiegen ...

Aus einer Pressemitteilung des Software-Unternehmens McAffee