Donnerstag, 20. Juni 2013

Wenn, dann ...

Der Fed-Chairman hat gesprochen. Und an den Märkten wird verkauft. Und zwar deswegen, weil man den Schlüssel für das weitere Tun Ben Bernankes im zweiten Teil seiner Aussage wähnt.

Folgendes hat Bernanke gesagt (mit Betonung auf den zweiten Teil):

"If the subsequent data remain broadly aligned with our current expectations for the economy, we would continue to reduce the pace of (bond-)purchases in measured steps through the first half of next year, ending purchases around mid-year."

Mitte 2014 könnte es also vorbei sein mit den Anleihekäufen und damit mit den Finanzspritzen für die Finanzmärkte. So wird seine Aussage interpretiert.

Man kann Bernanke zu seinen rhetorischen Fähigkeiten nur gratulieren. Er "redet die Märkte runter" und "die Konjunktur schön". Er will keine japanischen Verhältnisse, mit einer Börse, die in wilden Schwüngen nach oben schießt, um alsbald wieder panisch abzustürzen. Wall Street hat deutlich zugelegt seit 2009, vielleicht etwas zu schnell zu viel. Also nimmt man – bildlich gesprochen – erst einmal den Fuß vom Gas. Und es gelingt. Ohne japanische Panikkäufe oder Panikverkäufe. Und gleichzeitig – das ist ja das Famose – stärkt er das Vertrauen in die Konjunktur. It's all about psychology!

Der Schlüssel für Bernankes Tun liegt indes im ersten Teil seiner Aussage. In einem einzigen Wort. In der Konjunktion "If" ... Wenn, dann ...

"If the subsequent data remain broadly aligned with our current expectations for the economy, we would continue to reduce the pace of (bond-)purchases in measured steps through the first half of next year, ending purchases around mid-year."

(Irgendwann wird man das auch an den Märkten realisieren und dann steigen die Kurse wieder.)

1 Kommentar:

  1. Sie sind mit der Meinung nicht allein. Gary Shilling hat ähnliche Gedanken ... http://finance.yahoo.com/blogs/daily-ticker/bond-bull-market-isn-t-dead-yet-longtime-154842420.html

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