Montag, 26. August 2013

We're gonna party like it's 1987

Im neuesten Leser-Kommentar wird befürchtet, dass das Glas wohl bald leer sei. Zitat: "Denn wenn die US-Anleihezinsen weiter steigen, kommt es zum Crash am Aktienmarkt - so wie 1987!"

Marc Faber hat sich so ja auch geäußert. Und es gibt ja durchaus Parallelen zwischen damals und heute: Die Unternehmensgewinne sind gut aber nicht sehr gut und die "Breite" der Rally lässt nach. Ausserdem steigen die Anleihezinsen, wie eben 1987 auch.

Aber: Im Unterschied zu 1987 steigen die Zinsen von einem extrem niedrigen Niveau an. Flapsig formuliert von "fast nix" auf "ein bisschen was". 

1987 stieg die Rendite bei zehnjährigen US-Anleihen von sieben Prozent auf über zehn Prozent. Aktuell von 1,6 auf 2,7 Prozent. Der damalige Grund war, dass die Fed die Leitzinsen deutlich anheben musste, weil die Inflation stark zulegte und der Dollar wegen ausländischer Bond-Verkäufe abstürzte. Das ist aktuell nicht der Fall.

Der Vergleich hinkt also gewaltig. Aber für 'ne gute Headline taugt's allemal ...

Kommentare:

  1. ...rosarote Brille absetzen! Nicht nur Marc Faber, auch Roland Leuschel ist dieser Ansicht. Und George Soros hat seine Shortposition auf den S&P500 ausgebaut. Haben die alle keine Ahnung?

    "Roland Leuschel - Es weht ein Parfum von 1987 über das Parkett"
    http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/aktien/id_65041870/interview-mit-boersenexperte-roland-leuschel.html

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  2. Jedem seine Meinung.

    Aber auch Leute wie Reuschel haben nicht immer recht. Oktober 2010 hat er auch vor einem Crash gewarnt.

    Bei Soros sollten wir auch genauer sein:

    Nicht George Soros hat eine Short-Position auf den S&P-500, sondern Soros Fund Management. George Soros hat den Laden mal gegründet, ist da seit Jahren aber nur noch Aufsichtsratschef. Der Chef-Investor dort heißt Abbas Farouq Zuaiter. Korrekt heißt es also, dass Soros Fund Management gemessen am Gesamtvolumen des Vermögens 4,8 Prozent in Put-Optionen auf den S&P-500 investiert hat. Das ist eine schlichte Absicherung in relativ normaler Höhe.

    Und was machen einige Medien daraus? So etwas: "Soros verdreifacht Put-Spekulation auf US-Aktien". Das ist schon 'ne schmissige Headline ...

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  3. Berücksichtigt man hingegen den relativen Anstieg der Renditen von 1,6 auf 2,7% landen wir bei rd. 69% Anstieg im Vergleich zu rd. 43% in 1987...

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  4. Basiseffekt ... sollte man das so hoch bewerten?

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  5. Die Informationen aus Ihrem ersten Kommentar sind nicht ganz korrekt, Herr Blümel!

    Soros hatte seine Put-Anteile am S&P 500 schon im ersten Quartal von 1,3 auf 4,8% erhöht. In den Monaten zwischen April und Juni ist diese Position aber nochmal verdreifacht worden auf 13,5%!!!

    http://www.fondsprofessionell.at/news/news-products/nid/soros-wettet-auf-fall-des-sampp-500/gid/1011149/ref/2/

    Das ist aber nur der Stand von Ende Juni. Wer weiß, wie es inzwischen aussieht, nachdem einige Wirtschafts- und Unternehmensdaten in den USA ja nicht ganz so positiv ausfielen...?


    Formal richtig ist zwar Ihre Anmerkung, dass nicht George Soros, sondern Soros Fund Management die Entscheidungen dort tätigt, aber Soros hat erst unlängst in einem Interview mit der FAZ durchblicken lassen, dass er bei wichtigen Entwicklungen noch immer direkten Einfluss nimmt. So sei zum Beispiel das Shorten des Yen oder der Verkauf seines Goldes auf sein persönliches Eingreifen zurückzuführen gewesen. Und ich denke, dass die doch inzwischen durchaus gewichtige Shortposition des S&P 500 eben auch auf eine solch wichtige Entwicklung darstellt, die von Soros selbst veranlasst gewesen sein muss. Ein Grund mehr also, der aktuellen Hausse nicht zu sehr zu vertrauen...

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/europas-zukunft/ein-gespraech-mit-george-soros-das-wichtigste-thema-ueberhaupt-12147686.html

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