Freitag, 29. November 2013

Nasdaq up and away

Vor einigen Tagen ist der Nasdaq Composite über 4000 Punkte gestiegen. Ein Meilenstein. Das erste Mal gelang der Sprung über diese Marke am 29. Dezember 1999. Also vor fast 14 Jahren!

Im März 2000 dann das Hoch bei knapp über 5000 Punkten. Danach kräftig runter, kräftig rauf und wieder kräftig runter und ...

In diesen fast 14 Jahren hat sich der Index signifikant gewandelt. Konnte man zur Jahrtausendwende noch mit Fug und Recht vom "Technologieindex sprechen, ist dies nun nur noch bedingt der Fall. Klar sind Tech-Aktien wie Apple noch recht dominierend, aber da ist auch erstaunlich viel "Retail" und Biotech und immer weniger Telekom. Zu sehen ist das hier beim WSJ (ich kann die Grafik aus welchen Gründen auch immer nicht laden ...)

Donnerstag, 28. November 2013

Die Sache mit der Blase

Das Thema "Blase oder nicht" beschäftigt uns ja nun schon einige Zeit (etwa hier). Ich möchte in diesem Zusammenhang auf einen Artikel von Alfons Cortés hinweisen. Der Schweizer schreibt seit langem Kolumnen für die "Finanz & Wirtschaft" und hat sich als Kenner der Verhaltensökonomie und technischen Analyse einen Namen gemacht.

Cortés schreibt unter anderem:
Es fragt sich, was als Blase gilt. In meiner Definition handelt es sich um einen Markt, dessen führende Indizes extrem weite Kursabstände zum 20-Monate-Durchschnitt haben ... wobei die Umsätze bei steigenden Kursen zunehmen, die öffentliche Meinung sich mit der Börse beschäftigt, Medien, die Wirtschafts- und Finanzthemen sonst eher am Rande behandeln, darüber berichten, astronomische Preise bezahlt und absurd begründet sowie Lombardkredite zum Kauf von Aktien beansprucht werden ... 
Blasen entstehen (auch) vornehmlich dadurch, dass einer Innovation fantastische Perspektiven zugesprochen werden. Dadurch verändert sich die Kapitalisierung einzelner Sektoren dramatisch ...Wenn meine Definition von spekulativen Blasen gegen Ende einer Hausse auch nur nahezu realistisch ist, dann gibt es derzeit weder in den USA noch anderswo eine Aktienblase ...
Das deckt sich mit meinem Verständnis einer Blase. Ausser vielleicht beim Twitter-Börsengang kann ich von einem "irrationalen Überschwang" nichts entdecken.

Die komplette Cortés-Kolumne gibt es hier unter fuw.ch

Mittwoch, 27. November 2013

Qualität in der Quantität

Der geschätzte Kollege Martin Hüfner hat soeben seinen neuesten Kapitalmarktausblick veröffentlicht. Und auch er ist durchaus positiv gestimmt. Seine Kernaussagen:

Den kompletten Ausblick bekommen Sie hier

Dienstag, 26. November 2013

Freitag, 22. November 2013

Wie war das doch gleich 2007?

War's das langsam mit der Aktienrally? Die Kurse sind hoch, die Geschwindigkeit des Anstiegs hat zugenommen. Gegenbewegungen sind da jetzt immer drin, entweder durch Preiskorrekturen oder durch eine länger anhaltende Seitwärtsstrecke.

Aber ein Crash? Boom and Bust? Nein, das passt nicht ins Bild. Der Anstieg ist breit, (fast) alles läuft. Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen, dass einzelne Sektoren und Branchen gegen den Haupttrend laufen.

2007 war das aber der Fall. Damals verlor der Markt nach und nach an Breite. Anfang Oktober 2007 notierten bereits 23 Prozent des US-Aktienmarktes mindestens 20 Prozent unter dem jeweiligen Hoch. Oder anders gesagt: als der Markt damals insgesamt am höchsten stand, war trotzdem schon ein Viertel der Aktien in einem Abwärtstrend(!).

Und heute? See yourself ... (Chart via puplava.com)

Mittwoch, 20. November 2013

Auch 'ne Meinung

Opinions will get you crushed ... gesehen bei Twitter

Ich verstehe Carl Icahn nicht

"Der Markt könnte vor einem großen Einbruch stehen", sagt Carl Icahn, 77 Jahre alt, Milliardär, Investor.

Und weiter: "Viele Zahlen sind eine Fata Morgana. Sie beruhen nicht darauf, dass die Firmen gut geführt werden, sondern sie werden von den niedrigen Kreditzinsen befeuert."

Aha. Soso. Mit Verlaub: Das verstehe ich nicht. Vielleicht will ich es auch nicht verstehen. Natürlich steigen die Kurse (auch), weil die Zinsen niedrig sind. Aber das war doch schon immer so. Das ist doch nichts Neues. Das ist eine Uralt-Börsenweisheit.

Mag ja sein, dass die niedrigen Zinsen dem einen oder anderen Unternehmenslenker die Sinne vernebeln, dass schlecht investiert wird oder dass der Druck fehlt, nötige Strukturreformen anzugehen. Manchen fällt auch nichts besseres ein als Aktien zurückzukaufen. Und langfristig sind Dauerminizinsen sicher ein gewaltiges Wagnis. Mag ja alles sein.

Aber aktuell braucht es die niedrigen Zinsen einfach, um die Konjunktur in Gang zu bringen. Und unruhig werde ich erst dann, wenn sich hier das Blatt wendet. Dann könnte der Markt (vielleicht) tatsächlich vor einem großen Einbruch stehen.

Donnerstag, 14. November 2013

Handwerkszeug für den Börsen-Nerd, Teil 793

Es sind ja nicht nur ein paar wenige Aktien, die steigen, sondern so ziemlich alle. Der Börsen-Nerd spricht dann von "Marktbreite" und davon dass das "gesund" sei.

Zu sehen ist diese Marktbreite auch im Chart: Die blaue Linie zeigt der Anteil der S&P-Aktien an, die über dem 50-Tage-Durchschnitt notieren. Aktuell sind das so 75 Prozent. Das ist 'ne Menge. Bei Korrekturen rauscht dieser Wert nach unten. 

Und dann ergeben sich gute Einstiegs-Chancen, wenn Extremwerte erreicht werden, die bei 20, 30 Prozent liegen (das sind die roten Dötzel im Chart).

Ziemlich nerdy, ich weiss ... aber vielleicht hilfreich, wenn man noch was anlegen möchte (und davon ausgeht, dass die Börsenrallye anhält). Chart via bespoke invest.

Zum Vergrößern bitte anklicken

Mittwoch, 13. November 2013

Warum in die Ferne schweifen ...?

Im Gegensatz zu Dax, Dow und Nikkei, gab es an den Börsen der Schwellenländer zuletzt heftige Korrekturen. Auslöser dafür waren (unter anderem) die Spekulationen um ein Ende der lockeren Geldpolitik der großen Notenbanken. Zuletzt haben sich die Kurse aber gefangen.

Ob das aber schon Einstiegskurse sind? Ich bin da vorsichtig, die hausgemachten Probleme – in Indien und China etwa – sind groß. Und warum in die Ferne schweifen ...?! Die "alten" Industrienationen sind vermutlich auch weiterhin the place to be ... (Grafik via bespoke invest)

Montag, 11. November 2013

Selbsttäuschung leicht gemacht

Steigen die Kurse weiter oder sind wir an einem Wendepunkt angelangt? Ich bin – bei aller Vorsicht –positiv gestimmt. Seit einer guten Weile schon. Und genau das birgt eine gewisse Gefahr.

In der Psychologie gibt es den Begriff des "Bestätigungsfehlers" (confirmation bias). Er bezeichnet die Neigung, Informationen so auszuwählen und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen. Konträre Ansichten werden dagegen ignoriert oder gar uminterpretiert.

Michael Mauboussin von der Credit Suisse hat das in seinem Video zum Thema "Besser entscheiden" ganz anschaulich beschrieben. Unfortunately in English ...

Donnerstag, 7. November 2013

Wenn sich Geschichte wiederholt ...

Ob Dow, S&P oder Dax – der Aktienmarkt hat in diesem Jahr einen Wahnsinns-Lauf! Und wenn sich Geschichte wiederholt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es bis Jahresende so weiter geht.

Denn in den 24 Fällen, in denen die US-Börse (gemessen am S&P-500) in den ersten zehn Monaten eines Jahres mehr als zehn Prozent zugelegt hat, tat sie dies in 21 Fällen auch in den beiden Schlussmonaten November und Dezember. Im Schnitt ging es dann um weitere 4,5 Prozent nach oben. In den drei negativen Fällen waren es nur marginale Rückgänge um 0,1 und 0,4 sowie 0,7 Prozent.

Interesting! (Tabelle von Scott Krisiloff)

Ergänzung: Der Dax notierte am 31.Oktober bei 9033 Punkten. Da sind wir momentan ja schon drüber  ...

Mittwoch, 6. November 2013

Fiebrig

Ich würd' ja gerne noch ein wenig Cash investieren. Und dafür bräuchte es mal eine klein Korrektur. Aber die kommt nicht. Zumindest noch nicht. Kaum geht's mal ein halbes Prozentpunkt nach unten, kommt neue Kauflaune auf und der Dax steht wieder jenseits der 9000. "Healthy" nennen die Amerikaner die Verfassung der Börse. Ich würde es als fast schon "fiebrig" bezeichnen.

Exemplarisch folgender Chart des Aktienindex S&P-1500, der die Entwicklung der 150 größten börsennotierten Unternehmen widergibt. Die Zahl der Aktien, die auf Rekorniveau notieren, ist phänomenal ... (Chart via financialsense)