Mittwoch, 30. Januar 2013

Frühstücksflocken am Mittwoch, 30. Januar

Erst mal einen Kaffee und die Zeitungen studiert: Barry Eichengreen hat der FuW ein Interview gegeben und sagt da gleich zu Beginn etwas Interessantes:
" ...Wenn das, was wir heute sehen, ein Währungskrieg ist, dann kann ich nur sagen: Gut so, wir brauchen mehr davon. Die Zentralbanken müssen alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um die schwache Erholung der Wirtschaft zu unterstützen ..." (das komplette Interview, gibt es hier)

"I like to nible on the stock market"

Jeremy Siegel, Finanzprofessor an der Wharton-Universität, ist schon seit längerer Zeit optimistisch für den Aktienmarkt. Die Bewertungen seien niedrig und viele Anleger trauten sich langsam wieder in den Markt, nachdem sie bisher in Anleihen investiert waren oder Bares gehortet haben. Das sollte für weitere Kursanstiege sorgen.

Sein Zeil für den Dow Jones: 15000 bis 17000 Punkte.

Dienstag, 29. Januar 2013

Frühstücksflocken am Dienstag, 29. Januar

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Seit einiger Zeit hört und liest man davon, dass an den Märkten wieder mehr riskiert wird. Statt "Risk-off" gelte nun "Risk-on". Schalter an statt Schalter aus. Indizien davon gibt es auch heute wieder reichlich ...

Öl und Kupfer steigen +++ Das Verbrauchervertrauen in Deutschland legt zu +++ Ebenso die Unternehmensstimmung in Australien und Korea +++ Warren Buffetts Übernahmeversuch der New Yorker Börse wird auch positiv gedeutet +++ Und von den 155 Unternehmen des S&P-500, die bisher Resultate abgeliefert haben, haben drei Viertel die Erwartungen übertroffen ...

Montag, 28. Januar 2013

Inflation ist kein Thema

Blick über den Tellerrand: Gutes Interview mit Jörg Asmussen, dem einzige Deutschen im Führungsgremium der Europäischen Zentralbank, bei spiegel.de ...
"... Alle Prognosen zeigen, dass in diesem Jahr in der Euro-Zone die Inflation unter zwei Prozent sinken wird. Und auch in den nächsten Jahren ist keine große Abweichung davon zu erwarten. Wir haben in der Tat Zentralbankgeld geschaffen, aber die Geldmenge, die wirklich in der Wirtschaft zirkuliert, wächst nur sehr langsam. Das Geld kommt dort nicht an. Und so lange das so bleibt, kann auch kein Inflationsdruck entstehen..."

"Eines Tages werden die Manipulateure bestraft"

Mal wieder was Neues von unserem liebsten Schwarzseher Marc Faber. Eine Korrektur sei "near term overdue". Und der Februar als historisch schlechter Monat sei dafür vielleicht kein schlechter Zeitpunkt.

Auf lange Sicht ist er gewohnt pessimistisch: Der Markt sei durch "Eingriffe" geprägt, durch Interventionen. Eines Tages werde der Markt diese "Manipulateure" bestrafen.

Interview via Bloomberg, Länge etwa sechs Minuten.

Freitag, 25. Januar 2013

Zahlensalat, die x-te

Ich bin heute unterwegs und werde wohl keine Zeit mehr finden, hier etwas zu schreiben. Eines kann ich jedoch tun: Schon mal auf die Termine kommende Woche aufmerksam machen.

Die wichtigsten Ereignisse finden in den USA statt: Am Mittwoch gibt es eine vorläufige Berechnung zum US-Wirtschaftswachstum im Schlußquartal 2012. Ausserdem äußert sich Notenbank-Chef Ben Bernanke zur Zinspolitik. Dazu jede Menge Zahlen. Auch hierzulande. So berichten etwa die Deutsche Bank und Infineon.

Die komplette Übersicht nach dem "Break"

Donnerstag, 24. Januar 2013

Aktien auf Rekordkurs

Have you heard the news ...? Wir machen jetzt auch "BÖRSE ONLINE". Nachdem der Verlag Gruner + Jahr den Bereich Wirtschaftsmedien aufgegeben hat – unter anderem durch die Einstellung der FTD – haben wir uns entschlossen das ganze zu intensivieren.

Die erste Ausgabe der "BÖRSE ONLINE" unter der Regie des Finanzenverlags ist seit heute am Kiosk zu haben. Schauen'se mal rein für 4,50 €uro ...

Have you heard the news, there's good rockin' tonite ...

"Der Euro wird massiv abwerten"

Bei handelsblatt.com gibt es ein lesenswertes Interview mit Hans Redeker, dem Chefstrategen von Morgan Stanley. "Der Euro wird massiv abwerten", sagt er. Im Moment jedoch tut er noch das Gegenteil ...

Europa braucht eine schwache Währung – und die Europäische Zentralbank wird dafür sorgen. Redeker erklärt, warum der Euro fast auf Parität zum Dollar fallen könnte.

Es purzeln die Rekorde

Es ist viel passiert in den vergangenen Tagen. Ich fasse es mal zusammen:
  • Aktien sind gefragt wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr – ein Kontraindikator?
  • Der S&P-500 notiert so hoch wie zuletzt Ende 2007. Die viel gescholtenen Notenbanken haben wohl doch vieles richtig gemacht.

Aktien sind en vogue. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat das in einer weltweit durchgeführten Umfrage bestätigt. Demnach wollen zwei Drittel der befragten Analysten, Händler und Großinvestoren in den kommenden sechs Monaten verstärkt Aktien kaufen – von New York über London und Frankfurt bis Hongkong und Tokio. Bemerkenswert, denn so groß war die Lust auf Dividenpapiere lange nicht. Laut Bloomberg-Berechnungen hat es dreieinhalb Jahre gedauert, dass sich wieder derart viele Anleger an Aktieninvestments trauen. 

Begründet wird dies mit frischem Optimismus. Da ist plötzlich wieder Zuversicht, dass es aufwärts geht, sowohl mit der US-Wirtschaft wie auch mit der von der Euro-Krise geplagten Konjunktur des Alten Kontinents. Und China traut man ebenfalls zu, das ganz eigene Wirtschaftsmodell erfolgreich auf mehr Binnenkonsum umzustellen. Eigentlich eine tolle Sache, diese neue Zuversicht

Der Haken daran: seit etwas mehr als dreieinhalb Jahren steigen die Aktienmärkte, obwohl die Zuversicht bis dato alles andere als ausgeprägt war. In der Börsianersprache heißt es so schön: Die Kurse haben eine „Wall of worry“ bezwungen, eine Sorgenmauer. Nun werden diese Sorgen scheinbar weniger. Und flugs drängen sich andere Weisheiten auf, etwa die alte Börsenregel: Buy on bad news, sell on good news.

Also jetzt verkaufen? Eher nein. Dass der US-Aktienindex S&P-500 vergangene Woche den höchsten Stand seit Ende des Jahres 2007 erreicht hat, kommt nicht von ungefähr. Und aus den selben Gründen dürfte die Rallye noch nicht zu Ende sein. Denn es ist die konstante und stringente Geldpolitik der Notenbanken, die diese Aktienrally nährt. 

Bestes Beispiel ist die US-Notenbank Fed: Die hat durch die lockere Geldpolitik für einen positiven Vermögens- und Einkommenseffekt gesorgt. Die rekordtiefen Zinsen entlasten die US-Haushalte bei der Tilgung Ihrer Hypothekenschulden. Weil gleichzeitig die Immobilien- und Aktienmarktpreise steigen, nimmt das Gesamtvermögen der Haushalte zu – zumindest gefühlt. Als Konsequenz haben die Bürger mehr Geld für Konsum in der Tasche. Und das geben sie auch aus. 

Parallel dazu führt die gute Stimmung an den Aktienmärkten auch zu mehr Zuversicht in der Unternehmenswelt. Dort wird zwar noch jede Menge Cash gehortet, doch die Erfahrung zeigt, dass ein Anstieg an den Börsen mit einer Verzögerung von zwei Quartalen auch zu einem Anstieg der Investitionen führt. Für die kommenden zwei Quartale ist daher wohl noch einiges zu erwarten.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Sarasin

Das Problem ist: Die USA müssen früher oder später den Haushalt konsolidieren. Und das wird zu Lasten des Wachstums gehen. Dann jedoch wird wohl wieder die Notenbank auf den Plan treten und ihre fantastisch-schaurige, einem Perpetuum Mobile gleichende Stimulus-Maschinerie anwerfen, und auf QE1, QE2, Operation Twist und QE3 ein weiteres Liquiditätsprogramm folgen lassen. Und wie schon bei den bisherigen Programmen werden über die Ankündigung einer Geldmengen-Ausweitung sowohl Inflations- und Konjunkturerwartungen wie auch die Börse steigen. Das ist der beunruhigende Teil der Geschichte: Ein Konzept, so scheint es, das einmal in Gang gesetzt, ewig in Bewegung bleibt. Dumm nur, dass so eine Maschine jeglichem physikalischem Gesetz widerspricht.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Vier gute Gründe für das Rekordhoch der US-Börse

Zurück auf Anfang. Der US-Aktienindex S&P-500 hat gestern Abend auf dem höchsten Stand seit Ende des Jahres 2007 geschlossen, bei 1492,56 Punkten.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Überraschend? Vielleicht. Jedoch funktioniert anscheinend die viel gescholtene Geldpolitik der US-Notenbank doch besser als von vielen befürchtet – ungeachtet eventueller Schäden, mit denen wir uns erst in fernerer Zukunft auseinandersetzen müssen.

Jedenfalls hat es die amerikanische Notenbank geschafft, für einen positiven Vermögenseffekt (wir hatten das ja auch gestern schon) und einen ebenso positiven Einkommenseffekt zu sorgen. Dafür gibt es vier Indizien:

1) Die tiefen Zinsen entlasten die amerikanischen Haushalte beim Tilgen Ihrer Hypothekenschulden, wodurch mehr Geld für Konsum übrig ist.

2) Die steigenden Immobilienpreise und Aktienmarktpreise sorgen dafür, dass das Gesamtvermögen der Haushalte zunimmt, wodurch ebenfalls mehr Geld für Konsum zur Verfügung steht.

3) Die Stimmung an den Aktienmärkten sorgt für bessere Stimmung in den Unternehmen. Und die Erfahrung zeigt: Ein Anstieg der Börsen führt mit einer Verzögerung von zwei Quartalen auch zu einem Anstieg der Investitionen.

4) Jedes Mal wenn die US-Notenbank eine Ausweitung der Geldmenge angekündigt hat, sind die Inflationserwartungen gestiegen, parallel dazu die Konjunkturerwartungen, was wiederum die Börse in Schwung gebracht hat.

Vier Argumente, die dafür sprechen, dass die Rallye an der Börse noch nicht zu Ende ist – auch wenn derzeit eine Konsolidierung überfällig zu sein scheint.

Jedoch: Die USA müssen den Haushalt konsolidieren, früher oder später. Das wiederum wird das Wachstum wohl bremsen. Was wird die US-Notenbank dann aber wohl tun? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie wird ein neues Stimulusprogramm starten. Auf QE1, QE2, Operation Twist und QE3 wird QE4 folgen – ungeachtet eventueller Schäden, mit denen wir uns erst in fernerer Zukunft auseinandersetzen müssen.

(Für den Charttechniker Tom DeMark ist übrigens der Zeitpunkt für eine kräftige Konsolidierung mit dem gestrigen Rekordhoch (fast) gekommen)

Dienstag, 22. Januar 2013

Getting richer over time ...

Jonathan Wilmot und James Sweeney von Credit Suisse haben ein paar interessante Gedanken zusammengetragen, wie Industrieproduktion und Welt-Vermögen (World Wealth) zusammenhängen.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Credit Suisse

In der Abbildung sieht man, wie das Welt-Vermögen seit 1985 mit teils heftigen Ausschlägen (Boom & Bust) um die Welt-Industrieproduktion "herum-oszilliert". Daraus kann man schließen, dass bei zunehmender Zuversicht in das Wachstum der Welt, das Vermögen stärker wächst als das Wachstum selbst – dank einer Hausse bei Aktien und anderen Vermögenswerte.

Nehmen wir einmal an, dass sowohl der Risiko-Appetit wie auch ganz offensichtlich der Kreditzyklus nach wie vor alles andere als über-optimistisch respektive über-expansiv sind, kann man wohl davon ausgehen, dass hier zumindest auf kurze bis mittelfristige Sicht noch mehr "Vermögenseffekt" drin ist (ungeachtet all der langfristigen Probleme, die drücken).

Wie man in der zweiten Abbildung sieht, ist das angesichts früherer Erholungsphasen der Weltwirtschaft nicht so abwegig ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Credit Suisse

Baby, you can wash my car

Am 3. Februar wird in den USA das Endspiel der Football-Meisterschaft ausgetragen, der Super Bowl. Daimler hat dafür eigens einen Werbeclip gedreht, der den neuen CLA ins rechte Licht rücken soll ... Das geht erstaunlich gut, obwohl (oder gerade weil) vom Auto weniger zu sehen ist als von Kate Upton ...

Frühstücksflocken am Montag, 22. Januar

Aktien sind wieder en vogue. Bloomberg hat das in einer internationalen Umfrage fest gestellt. Demnach wollen zwei Drittel der Befragten (Analysten, Händler, Groß-Anleger) in den kommenden sechs Monaten verstärkt Aktien kaufen. Angeblich sind das so viele wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Deren Begründung: Es soll wieder aufwärts gehen, sowohl mit der US-Wirtschaft wie auch mit der von der Euro-Krise geplagten europäischen Konjunktur.

Für eine gestochen scharfe Ansicht, bitte anklicken. Quelle: Bloomberg

Gefällt uns das? Ich weiß nicht recht. Wir erinnern uns: Seit März 2003, also seit etwas mehr als dreieinhalb Jahren, steigen die Aktienmärkte, obwohl die Zuversicht nicht so groß war wie jetzt. Und wie war das doch mit der alten Börsenregel: Buy on bad News, sell on good news ...?

Montag, 21. Januar 2013

Die Grenzen des Wachstums

Irgendwann kommen Unternehmen an einen Punkt, an dem die schiere Größe zu einem Problem wird. An dem es schwierig wird, innovativ zu bleiben, die kreativen Köpfe im Unternehmen bei Laune zu halten, neue kreative Köpfe zu integrieren, Produktion und Logistik am Laufen zu halten, ohne dass Engpässe entstehen, sich die kleinere und wendigere Konkurrenz vom Leib zu halten ...

Apple ist da nur das jüngste Beispiel. Microsoft, GE, Exxon haben es vorgemacht ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Barron's via Abnormalreturns.com

Freitag, 18. Januar 2013

Frühstücksflocken am Freitag, 18. Januar

Schau an: Die chinesische Wirtschaft wächst wieder stärker. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist das Inlandsprodukt offiziellen Zahlen zufolge um 7,9 Prozent gestiegen. Nach sieben Quartalen sinkenden Wachstums also endlich wieder ein Anstieg ...

Ob das verlässliche Zahlen sind? Man hat da ja immer wieder Zweifel, ob die Daten aus dem Smog-verseuchten Peking die Entwicklung der Wirtschaft verlässlich widerspiegeln, oder doch eher der Vernebelung dienen sollen.

Wer sich da Sorgen macht, dem sei geholfen: Der OECD-Frühindikator schafft es seit Jahren richtig gut, Wendepunkte rechtzeitig anzuzeigen. Und tatsächlich bestätigt er die aktuellen und offiziellen  News aus China: "In China and India, signs of a turning point are more marked than in last month’s assessment."

Donnerstag, 17. Januar 2013

"Gold wird uns zu Tode langweilen"

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Die Bundesbank hat bekannt gegeben, die Goldbestände, die derzeit noch im Ausland lagern, etwa in Paris und New York, zumindest teilweise "nach Hause" zu holen. Das scheint verständlich, will man doch derart werthaltige Reserven in Krisenzeiten nicht in den Händen "potentieller Feinde" wissen.

Aber vielleicht hat man ja auch ganz anderes damit vor. Das Foto, das ich neulich im Hauptbahnhof München geschossen habe, stimmt den einen oder anderen vielleicht nachdenklich ...

Wo wir gerade beim Gold sind: Der Preis stagniert seit einiger Zeit. Marc Faber erwartet eine Konsolidierung bis 1550 Dollar. Trotzdem will er das Metall aber nicht verkaufen, schließlich sei es seine Lebensversicherung. Felix Zulauf wiederum wähnt das Edelmetall "gefangen" in einer Spanne von 1500 bis 1800 Dollar und erst ein Anstieg über 1750 Dollar könne man als Signal für dann deutlich höhere Preise deuten.

Der Herr im folgenden Video – Charles Morris von HSBC – argumentiert ähnlich und garniert seine Aussagen mit dem schönen Satz: "We are getting bored out of Gold". Der Preis werde so lange vor sich hin plätschern, bis die meisten die Lust daran verlieren. Dann aber sei wohl ein guter Zeitpunkt für Käufe gekommen. Bis dahin sei Platin vermutlich eine gute Alternative ... Hier geht es zum Video (Länge etwa 5 Minuten) ...

Drei Gründe, die für Aktien sprechen

Die Kollegen von finanzen.net haben ein Interview mit Robert Halver von der Baader Bank geführt. An Aktien komme man nicht vorbei, sagt er und hat drei Gründe dafür parat:
"... Die massive geldpolitische Unterstützung, eine konjunkturelle Stabilisierung und insbesondere die Wahrnehmung der Anleger, dass selbst bei instabilen finanzpolitischen Verhältnissen in Euroland ein Rückzug aus dem Aktienmarkt aus Renditesicht nicht sinnvoll ist ..."

Mittwoch, 16. Januar 2013

Aktientipps von Hendrik Leber

Acatis-Fondsmanager Hendrik Leber stellt im Interview mit den Kollegen von daf.fm einige aussichtsreiche Aktien vor. Mit dabei United Health, Oracle, Aurubis, Family Mart, Samsung und Biofrontera ... Hier das Video-Interview (etwa 12 Minuten Laufzeit)

Ende des starken Frankens?

Der Schweizer Franken, vor noch nicht allzu langer Zeit mit viel Mühe seitens der Schweizer Notenbank bei 1,20 CHF zum Euro gehalten, verliert gerade langsam etwas an Wert.

Martin Hüfner von Assenagon hat sich dazu hier einige Gedanken gemacht. Bottom-Line: Es könnte recht volatil Richtung 1,30 CHF gehen ...

Frühstücksflocken am Mittwoch, 16. Januar

Schaue ich aus dem Fenster meines Büros, fällt der Blick leider nicht auf grüne Wiesen, sondern auf die Fenster anderer Büros und Wohnungen des Hauses gegenüber. Bei den Fenstern verweilt mein Blick aber nicht lange. Vielmehr ist es das Dachgeschoss gegenüber, dass mich jeden Tag aufs Neue fasziniert. Unmengen von Kupfer wurden dort in den vergangenen Wochen verbaut. Die Dachgaupen, die Feuerwand, die Dachschräge, die Regenrinne – alles massiv aus Kupfer oder zumindest damit verkleidet.

Und schon bin ich beim Kupferpreis. Und der steigt seit einiger Zeit wieder. Und das wird gemeinhin als Indikator dafür angesehen, dass es mit der Industrieproduktion und damit letztlich mit der Konjunktur so schlecht nicht stehen kann. Ganz Schlaue vergleichen den Kupferpreis anschließend mit dem Goldpreis, welcher – so er denn steigt – gemeinhin als Indikator dafür angesehen wird, dass es mit der dem Zustand der Finanz- und Wirtschaftswelt eher nicht so gut steht.

Ergibt dieser Vergleich, dass Kupfer stärker steigt als Gold, macht das Konjunktur- und Aktien-Optimisten richtig froh. Und so sieht es im Moment aus: Das Verhältnis Kupfer/Gold steigt, mal abgesehen von dem Wackler der letzten Tage (sorry, ich hab' den Chart nicht beser hinbekommen).

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Dienstag, 15. Januar 2013

Frühstücksflocken am Dienstag, 15. Januar

Interessanter Chart: Die Stimmung am US-Aktienmarkt ist trotz der Nähe zu neuen Höchstständen nicht "überbordend". Das spricht eigentlich für Aktien.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg
Und was ist sonst am Köcheln heute morgen?

Die amerikanische Schuldenobergrenze ist im Gespräch. Noch-Finanzminister Geithner warnt vor den Folgen, so denn die Grenze nicht angehoben wird. Was soll er auch sonst tun? +++ Der Rutsch des Yen wird heute gebremst. Überfällig +++ Weizen steigt den dritten Tag in Folge +++ Und wir warten auf den Empire-State-Index, einen ganz guten Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten ...

Montag, 14. Januar 2013

"China looks pretty decent"

George Magnus kennt sich hervorragend mit (und in) China aus. So zählt etwa die UBS auf seine Dienste als Berater.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bezeichnet er kurzfristig (also für das laufende Jahr) als pretty decent. Es gäbe eine Erholung im Bau- und Immobilienbereich, bei den Investments und beim Aufbau der Infrastruktur.

Langfristig jedoch, auf Sicht von drei bis vier Jahren werde der Umbau der Wirtschaft – weg von der extremen Kredit- und Fremdkapital-Abhängigkeit seinen Tribut fordern. Dann sei Schluss mit Wachstumsraten von acht, neun Prozent. Statt dessen werde man sich auf fünf bis sechs Prozent einstellen müssen.

Das passt ja ganz gut zur aktuellen Börsenlage. Gehen wir mal von einer "Zwischenrallye" aus.

Aber sehen Sie selbst: Magnus im Video-Interview bei Bloomberg, Länge etwa fünf Minuten ...

Frühstücksflocken am Montag, 14. Januar

Was köchelt heute morgen? Oder kocht da schon was über?

Japans Premier Shinzo Abe könnte US-Ehrenbürger werden, will er doch in großem Stil amerikanische Staatsanleihen kaufen. Helfen würde das ihm (fallender Yen) und US-Notenbankchef Ben Bernanke (weiter rekordtiefe Yankee-Zinsen) +++ Apropos: Der Yen notiert zum Euro so tief wie zuletzt Mai 2011, zum Dollar wie zuletzt Juni 2010 – es fällt das Messer, es fällt +++ Apropos fallendes Messer: Der Dollar-Index rutscht den dritten Tag in Folge. Das ist wohl nur der Anfang +++ Der Preis für Mais steigt – anscheinend sind die Ernten schlecht +++ Die US-Berichtssaison kommt ins Rollen. 27 der S&P-500-Unternehmen haben bisher Zahlen bekannt gegeben. Zwei Drittel davon konnten ein Gewinnplus melden +++ China-Aktien sind mehr als drei Prozent(!) im Plus

Fazit: China, Japan, Yen hatten wir kommen sehen. Auffällig ist die Schwäche beim Dollar. Das hat Felix Zulauf auch schon erkannt. Der erwartet einen Rutsch auf 1,40 Dollar für den Euro.

Ausblick: Diese Woche kommen unter anderem Goldman Sachs, Ebay, GE und JPMorgan mit Quartalszahlen (siehe unten). Have a nice day!

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Freitag, 11. Januar 2013

Am Rande erwähnt ...

Folgendes ist mir gerade aufgefallen:

Öl scheint eine imaginäre Preisobergrenze genommen zu haben. Seit Herbst vergangenen Jahres war da kein "Drüberkommen". Wie man hört, haben die Saudis wohl die Förderung gedrosselt. Allerdings fehlt es mir gerade an der Zeit, näher darauf einzugehen. So long fellows!

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: bespokeinvest.com

"Der Punkt, an dem es für Deutschland schmerzlich wird"

Schauen Sie hier mal rein (zeit.de): Interview mit dem Columbia-Ökonomen Jeffrey Sachs zu unbequemen Wahrheiten:
"Sehen Sie, Griechenland ist wirklich bankrott. Es braucht eine große Abschreibung auf seine Schulden. Für den deutschen Steuerzahler wird das Verluste bedeuten. Aber Deutschland muss das jetzt durchziehen – anders lassen sich Griechenlands Probleme nicht lösen."

Deutschlands Banken im Test

Ein kleiner Vorgeschmack auf die neue pickepackevolle €uro am Sonntag, die ab morgen an den Kiosken zu kaufen ist.

Wir haben eine tolle Geschichte zum Thema "Gut beraten (oder auch nicht) in Deutschland Banken".

Dazu eine Story zum Rauf-und-Runter-und-Wieder-Rauf-Wert der Woche: Nokia!

Dann etwas aus der Rubrik "Nicht zu früh über Gewinne freuen":
Steuerfalle Investmentfonds.

und und und ... gut angelegte 3,90 €uro ...

Kommt die Konsolidierung?

Seit Anfang Oktober sind die Aktienmärkte gut gestiegen. Vermutlich vor allem weil die Notenbanken bei ihrer lockeren Geldpolitik geblieben sind und sich all das Gezeter um die Fiskalklippe als das herausgestellt hat, was es war: Gezeter.

Jedoch ist die Börse ja keine Einbahnstraße und ohne Konsolidierungen geht es nun mal nicht. Nach dem Strategen Thomas Lee findet jetzt auch der US-Chartguru Tom DeMark, der Zeitpunkt dafür sei so gut wie gekommen. Zum einen begründet er das damit, dass die beinahe erreichte 1500-Punkte-Marke beim S&P-500 so etwas wie eine "psychologische Barriere" sei.

DeMark hat sich – so ist zu lesen – in den vergangenen 40 Jahren damit beschäftigt, Indikatoren zu entwickeln, die helfen Wendepunkte an den Märken zu identifizieren. Wie er das macht sieht man ganz gut in dem Video-Beitrag ...

Fazit: Steigt der S&P-500 über 1492,73 Punkte (so hat es DeMark angegeben), ergäbe sich ein Verkaufs-Signal, dass in eine Konsolidierung von mindestens 5,5 Prozent mündet.

Frühstücksflocken am Freitag, 11. Januar

Spruch zum Tag: "I have not failed, I've just found 10000 ways that won't work" (Thomas Edison)

Die Märkte scheinen etwas "müde" zu werden – sieht man einmal von Japan ab +++ In China steigt die Inflation etwas stärker als erwartet, was stark auf die Kurse drückt. Die guten Export- und Kreditdaten vom Vortag finden keine Beachtung mehr +++ Japans Nikkei-Index steigt den dritten Tag in Folge, parallel dazu fällt der Yen, nachdem Premier Abe angekündigt hat, 116 Milliarden Dollar für Konjunkturprogramme ausgeben zu wollen +++ Chart-Guru Tom DeMark erwartet eine mittlere Korrektur an den Aktienmärkten (dazu später mehr) +++

Donnerstag, 10. Januar 2013

"Gold wird auf 1550 Dollar fallen"

Die Korrektur bei Gold soll anhalten. Findet Marc Faber, auch bekannt als Dr. Doom. Trotzdem wird er nichts von seinen Beständen verkaufen. "Gold ist meine Lebensversicherung", sagt er bei den Kollegen von Bloomberg.

Was Aktien angeht, ist er insgesamt eher skeptisch. Er fühle sich "deeply uncomfortable", was die geopolitische, soziale und wirtschaftliche Situation der Welt angeht. Wenn man trotzdem investieren wolle, dann gäbe es gute Chancen in China, Vietnam und Japan.

Hier das Video-Interview (etwa 6 Minuten) ...

TV-Tipp: "Close Up Hongkong"

Zwei Sendungen sind mir im heutigen TV-Programm aufgefallen. Da ist zum einen Maybritt Illner (ZDF, 22:15 Uhr), die wie immer Gäste in ihre Diskussionsrunde geladen hat. Dieses Mal zu dem "plakativen" Thema Reichensteuer oder Sparpaket – Wird das Wahljahr zum Zahljahr? Nun ja, über Illner lässt sich vortrefflich streiten – ich verkneif's mir heute aber. Jedenfalls ist ARD-Börsenmann Frank Lehmann mit unter den Gästen (mehr zur Sendung hier).

Spannender scheint mir indes der Beitrag "Close Up Hongkong" (BRalpha, 20:15 Uhr). Die Doku über eine der spannendsten Metropolen und Wirtschaftsregionen der Welt scheint mir zwar nicht brandneu zu sein. Dennoch verspricht sie aber eine gewisse Frische, ist sie doch von Studenten Hochschule für Film und Fernsehen München gedreht worden.

Der McClane-Indikator

Den Münchner Mathäser-Kinokomplex ziert seit gestern ein Plakat, das einen älteren Herrn zeigt, in Lederjacke über verschmutztem Feinripp, blutige Wunden im Gesicht, entschlossener Blick. Es ist Bruce Willis in der Rolle des New Yorker Cops John McClane. Das Plakat kündigt den Start an der inzwischen fünften(!) Folge der Filmserie "Stirb Langsam". Wie passend doch der Name – nicht totzukriegen, die Story.

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Für die Börse ist das ein gutes Omen. Vermutlich bin ich der erste, dem es aufgefallen ist, aber Jahre, in denen es "Stirb langsam" im Kino zu sehen gab, waren – bis auf eine Ausnahme – gute Börsenjahre. In der Reihenfolge der absurdesten Börsen-Barometer sollte dem McClane-Indikator daher ein gebührender Platz zustehen. Gleich hinter dem Rocklängen-Index.

Denn: 2007, als es den vierten Teil zu sehen gab, legte der DAX 22 Prozent zu. Teil 3 aus dem Jahr 1995 zeigte, wie ein Bombenleger die Goldvorräte der New York Fed raubte – und der DAX gewann sieben Prozent. Den ersten Teil der Pentalogie gab es 1989 zu sehen, und der DAX notierte zum Jahresende 22 Prozent höher.

Einzig Teil 2 war eine Enttäuschung. Der Film war eher schwach und die deutsche Börse beendete das Jahr im Minus. Es wäre ja auch zu schön gewesen .... 

Mittwoch, 9. Januar 2013

"Feels like a Honeymoon – in short"

Felix Zulauf gehört zu meinen Favoriten unter den Vermögensverwaltern. Seine Prognosen gehören zu den besten überhaupt. Gerade wurde ein Interview mit ihm veröffentlicht (bei fusionmarketsite.com), dass mich in meiner bisherigen Einschätzung bestärkt: China- und Japan-Aktien sind ein Investment wert.

Hier die wichtigsten Auszüge:
The new government in China wants to maintain 7-8% growth, and wants to take steps to ensure this. They may increase public spending and relax monetary policy. This won’t come anywhere close to the stimulus of 2008, as China is still suffering the negative side effects. You might see a temporary improvement in economic indicators, but that’s it. The real level of growth in China is probably only 3-4%. That said, there is still perhaps 20-30% upside in Chinese equities, particularly in the first half, although you won’t see the sort of sustained move we saw off the 2008 low there.
The new government in Japan, led by the LDP and Prime Minister Abe, has a 2/3 majority in parliament and can push through their own will without any problem. Abe wants some increased deficit spending, on top of a budget deficit that is already near 10% of GDP. He wants the Bank of Japan to finance a big part of it by printing new money and thereby weakening the Yen and targeting 2% inflation. If the BOJ doesn’t comply, they have basically been told they will lose their independence as a central bank. The spending will increase deficits further and weaken the currency, which should improve exports. I see Dollar/Yen going to 120 within the next 2 years, and the Yen weakening decidedly against all major currencies ... As for Japan, I am much more bullish as nobody owns Japanese stocks. The total market cap of the market there is one quarter of what is was 23 years ago. If the currency continues to decline against all the others, there will be a tremendous lift to Japanese equities. The Nikkei has at least another 20% upside in 2013 and could do more and last longer, all in local currency terms.
Worldwide, everyone is trying to stimulate more on the monetary side, which should help propel world equity markets higher in the first half. It does nothing, however, to help global growth and markets will get disappointed in the second half.
In Europe, the prevailing policy goal is to keep the Eurozone together ... It will be the ECB that has to carry Europe through by financing rotten financial institutions and rotten governments. The euro could see 1.40 into the second quarter before going to 1.00 next year, when the markets see more trouble and yields rise again on the sovereign debt of the peripheral countries.
Overall: The first few months of 2013 will look like things are gradually getting better, or at least stabilizing. A Honeymoon, in short. Then markets will begin to realize that the improving fundamentals they have discounted will not be there and markets will react negatively. It’s hard to pinpoint exactly when this occurs. My best guess is sometime in mid-2013 or even 2014, as it will all depend on how market internals and indicators are behaving.
The de-basing of currencies is fundamentally bullish for gold, long term. As long as real interest rates remain negative, the fundamentals for gold remain supportive. Right now, gold isn’t trading well, as it’s consolidating. Iran is selling oil for gold, which in turn is dumped on the market. It should be range-bound, $1,500-1800. It needs to break $1,800, and then it will run to $2,200, and new highs. The first positive sign will come once we break above $ 1750.
Oil and copper will move together and rise in the first half but the big commodity boom that really topped in 2008 is over. The current move is temporary and more for traders, not investors, responding to government and central bank actions and is not sustainable global growth.

"Es schreit nach einer Korrektur"

Mahnende Worte von Thomas Lee, der ist Aktienstratege bei JPMorgan Chase: Die Stimmung und die Erwartungen am Markt sind ihm etwas zu optimistisch. Es "schreit" nach einer Korrektur. Geht es nach ihm, dann kommt die im Februar, März und der S&P-500 soll dann bis 1350 Punkte fallen. Na mal sehen ... Hier ist das vierminütige Interview mit den Kollegen von Bloomberg:

Frühstücksflocken am Mittwoch, 9. Januar

In einer US-Studie wurde gerade nachgewiesen, dass Limonaden das Risiko erhöhen, an Depression zu erkranken. Wer dagegen ein paar Tassen Kaffee zu sich nimmt, scheint eher auf der sicheren Seite zu sein ... Good news also für uns Bürogänger.

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg
Und was köchelt sonst? Der Aluhersteller Aloca hat als erstes Dow-Jones-Unternehmen Quartalszahlen vermeldet. Und die waren besser als erwartet +++ Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld ist zudem optimistisch für 2013. Wegen stärkerer Nachfrage aus China soll der Bedarf an Alu um sieben Prozent in diesem Jahr steigen +++ Beim Yen gilt wieder: abwärts ... was auch sonst bei all den Ankündigungen der neuen Regierung +++ Und aha: Gold steigt den zweiten Tag in Folge +++ Tja, und die gerade erst erwähnte Nokia hat gestern einen veritablen Kursrutsch hingelegt. Anscheinend bekommt es die Aktie gerade mit "technischem Widerstand" zu tun +++

Dienstag, 8. Januar 2013

Sie kommt doch! Die Eine-Billion-Dollar-Münze ...

In den USA wird über eine Platin-Münze mit einem Nennwert von einer Billion Dollar diskutiert. Die Aufregung ist groß. Manch einer sieht eine solche Münze als Vorbote einer schlimmen Inflation. Andere wiederum – etwa Nobelpreisträger Paul Krugman – findet die Idee charmant weil trickreich.

Letztlich geht es darum, dass sich US-Präsident Barack Obama mit dem Münztrick künftige Diskussionen mit der Opposition ersparen könnte. Diskussionen um Fiskalklippen (da hat man Angst vor einem Sturz) und Diskussionen um Schuldenobergrenzen (da hat man Angst vor Höhenflügen).

Es wird aber nicht dazu kommen, zu dieser Prägung, schließlich ist der US-Präsident kein autoritärer Potentat. Oder doch? Komiker Stephen Colbert befürchtet, dass die Geschichte mit dem Münzgeld wahr wird, hat doch Obama in seinem Wahlkampf explizit damit geworben. Wie war gleich der Slogan? Change! Und übersetzt heißt das ja nicht nur Wandel sondern eben auch Münzgeld. Ausserdem war da doch noch dieser Spruch "Yes we coin" ...

Hier ist Stephen. Sehr lustig. Viel Spass damit ...

"2013 will be a fantastic year"

Mark Mobius, Fondsmanager für Schwellenländer-Aktien und Träger fantastisch sitzender weißer Anzüge, ist ganz offensichtlich begeistert, was die Zukunftsaussichten an den (Schwellenländer-) Märkten angeht. Allein wie ihm das Adjektiv fantastic über die Lippen geht! Als ob er über eine neue Liebe spricht oder über einen Sonnenaufgang in Hongkong ...

"Mones Supply continues to increase around the world", sagt er. "And it has to find a home." Der Mann hat sogar eine poetische Ader ...

Hier das komplette Interview der Bloomberg-Kollgen (etwa vier Minuten):

Frühstücksflocken am Dienstag, 8. Januar

Es geht weiter mit der Konsolidierung – aber das ist noch kein Grund zur Sorge, schließlich hat die Börse zuletzt ordentlich zugelegt:

Die deutschen Exporte sind im November gefallen, zu schwach die Nachfrage aus den europäischen Nachbarländern +++ Die Gewinne von Samsung und HTC waren gut, aber für einige Investoren wohl nicht gut genug +++ Der Yen legt den zweiten Tag in Folge zu +++ Japans Premier Aso will Euro-Anleihen (ESM-Anleihen) kaufen, um den Yen zu schwächen +++ Der MSCI-Asia-Index verliert so viel wie zuletzt vor zwei Monaten, auch der Nikkei und der Hangseng fallen recht deutlich  +++ Alcoa liefert Zahlen nach Börsenschluss +++

Und noch zwei ganz persönliche Beobachtungen: der Euro ist sehr stark (gegenüber allen Dollar-Währungen) und da ist dieses fulminante Nokia-Comeback. Denken Sie mal drüber nach.

Montag, 7. Januar 2013

"New Normal" lässt auf sich warten

Die Anlagegesellschaft Pimco (das ist das Laden von "Anleiheguru" Bill Gross) hat im Jahr 2009 den Begriff New Normal geprägt. Gemeint war ein Paradigmenwechsel in der Wirtschaftswelt: ein auf Jahre hinaus schwächeres Wirstchaftswachstum bedingt durch Deleveraging, Regulierungsmaßnahmen, "Handelskriege" ... Mit Auswirkungen auf die Märkte: auf Jahre hinaus schwache Renditen.

Bisher hat sich das nur zur Hälfte bewahrheitet: Das Wachstum hat nachgelassen, richtig, aber die Renditen an den Märkten waren (bisher) hervorragend. Bisher ...

Die Kollegen von Bloomberg haben das im folgenden Video recht gut zusammengefasst:

Börse am Abgrund?

Mittagszeit, Lesezeit. Drei interessante Interviews/Essays habe ich bei der Konkurrenz gefunden:

Gefühlt ist Abby Cohen schon ein halbes Jahrhundert Analystin bei Goldman Sachs. Und gefühlt ist sie auch seit einem halben Jahrhundert optimistisch für den Aktienmarkt. So auch jetzt in einem aktuellen Interview bei wiwo.de. Aktien sollen steigen weil: Kleinanleger mutiger werden, es zunehmend Fusions- und Übernahmeaktivitäten gebe, und die großen Investoren weiter von Anleihen in Aktien umschichten.

Bei faz.net wiederum gibt es Interview mit dem einstigen BASF-Chef Jürgen Hambrecht, der jetzt als "Boni-Beauftragter" bei der Deutschen Bank tätig ist. Auch er äußert sich zum Markt und ist ebenfalls optimistisch. O-Ton: "In die Chemie kann man immer investieren. Insgesamt wird 2013 vermutlich kein Superjahr, aber auch kein schlechtes. In China wird die Wirtschaft sogar etwas stabiler wachsen, wenn im März der Führungswechsel vollzogen wird. Weltweit werden wir Wachstum sehen. Und das ist positiv für uns alle."

Einzig Nobelpreisträger Joseph Stiglitz ist skeptisch und sieht in einem Essay bei handelszeitung.ch Politik, Wirtschaft und Börse am Abgrund wandeln ... Aber das sagt er auch schon seit einem halben Jahrhundert (tut er nicht, aber so wird die Geschichte hier rund).

Frühstücksflocken am Montag, 7. Januar

Nokia Is Back ... an der Börse auch (Werbung am Hbf München)

Start in die neue Woche. Noch tut sich nicht viel ...

Der Yen korrigiert etwas nach oben, nachdem er die vergangenen Wochen nur gefallen war +++ Die Kurse in China dagegen steigen weiter, und nachdem der CSI-300-Index inzwischen 20 Prozent gestiegen ist, darf offiziell von einem "Bull-Market" gesprochen werden +++ Morgen startet mit Alcoa die US-Berichtssaison +++ Und am Donnerstag spricht Mario Draghi über den weiteren Kurs der EZB-Zinspolitik (siehe Termine unten) +++ Fazit: Wir bleiben weiter positiv gestimmt.

Und hier die Termine der Woche:

Sonntag, 6. Januar 2013

Silberstreifen am Horizont

Am Samstag war ich im Kino. Es gab Silver Linings Playbook. Ein Film über einen Mann in einer großen Lebenskrise. Parallel dazu rutscht eine ganze Nation – die USA – in die Finanz- und Wirtschaftskrise. Wir schreiben das Jahr 2008. Doch während der Fall des großen Ganzen nicht mehr aufzuhalten ist, schafft es der Held, wieder Halt zu finden. Eine große Tragikkomödie über einen Mann mit bipolaren Störungen in einer mindestens ebenso gestörten Umwelt. Doch es gibt Silberstreifen am Horizont: Emotionale, wirtschaftliche, musikalische. Untermalt ist der Streifen mit großartiger (bipolarer) Musik von Led Zeppelin, White Stripes, Johnny Cash und Bob Dylan, Dave Brubeck, Alabama Shakes ... Schauen Sie es sich an!

Einen musikalischen Vorgeschmack liefern diese vier jungen Männern hier: alt-J mit Buffalo. So starten wir in die neue Börsenwoche. Good luck ...

Freitag, 4. Januar 2013

Wussten Sie schon, dass ...

Im vergangenen Jahr war es tatsächlich so, dass der S&P-500 während des ganzen Jahres keinen einzigen Tag unter den Jahres-Schlusstand des Jahres 2011 rutschte.

Quelle: bespoke.com
Ist das jetzt eine sinnvolle Information? Muss man darüber wirklich schreiben? Ich weiß nicht recht, würde aber sagen, es passt in die Kategorie "Na sowas". Andere machen da gleich mehr daraus, so etwa die Kollegen von bespoke.com. Die werfen nämlich die große Daten-Erinnerungs- und Vergleichmaschine an und glänzen dann gleich mit einem weiteren "Na sowas".

Denn so ein Börsenjahr mit Kursen, die jeden verdammten Börsentag über dem verdammten Schlusskurs des vorangegangenen Börsenjahres lagen, gab es in der Historie des S&P-500 höchst selten. Nämlich nur neun Mal. Und: In acht dieser neun Fälle lag der S&P-500 auch im Folgejahr im Plus. Schnädderädäng! Dann wird 2013 sicher auch ... Noch ein "Na sowas". 

Aber zum Wochenende darf man sowas schon mal machen, oder?

17 Gewinner, ein Verlierer

Hier ist ein junger Mann – zu Gast bei den Kollegen von Bloomberg – , der eine Handvoll guter Argumente pro Aktien parat hat. Christopher Verrone von Strategas Research Partners über "Marktbreite" (wenn pro Handelstag deutlich mehr Aktien steigen als fallen) und das Comeback zyklischer Aktien ... Hier geht es zum 5-Minuten-Video ...

Frühstücksflocken am Freitag, 4. Januar

Diese schöne Schlagzeile bestärkt mich in unserem Tun: "Almost All of Wall Street Got 2012 Wrong". Wir waren besser. Anfangs vorsichtig und ab Herbst zunehmend optimistischer ... Brothers And Sisters Are Doing It For Themselves ...

Zum Vergrößern bitte anklicken, Quelle: Bloomberg

Was ist sonst am Köcheln?

An Japans Börse wird heute das erste Mal im Neuen Jahr gehandelt. Da gibt es also was aufzuholen. Zur Stunde liegt der Nikkei-Index fast drei Prozent im Plus +++ Der Yen ist weiter schwach, fällt zum Dollar auf ein Zweieinhalbjahrestief (wie gut, dass wir im Dezember ausführlich dazu geschrieben haben, etwa hier und hier und hier) +++ Gold fällt weiter (siehe Artikel hier), auch Öl ist recht schwach +++ Die europäischen Aktien-Futures sind schwächer, da Mitglieder der US-Notenbank davon sprachen, die Anleihenkäufe im Verlauf des Jahres stoppen zu wollen (na ja, wir werden sehen ...) +++ Gleichzeitig geht man davon aus, dass die US-Arbeitsmarktdaten heute sehr erfreulich ausfallen werden

Donnerstag, 3. Januar 2013

"S&P 500 fällt unter 1300 Punkte"

Top-Ten-Listen sind zu Beginn eines Jahres höchst beliebt. Vor allem, wenn sie "Ungewöhnliches" versprechen. Der ehemalige Stratege von Morgan Stanley Byron Wien macht das jedes Jahr aufs Neue (und hat etliche Nachahmer gefunden, etwa die Saxo-Bank mit Ihren Outrageous Predictions).

Und Wien ist recht pessimistisch: mit Ausnahme von China würden die Börsen fallen, der Goldpreis auf über 1900 Dollar steigen und Europa in der Rezession verharren.

Wien hatte vor einem Jahr richtig vorausgesagt, dass der S&P-500 über die Marke von 1400 Punkten steigt. Zudem lag er (fast) richtig mit der Prognose, dass die Börsen in China, Indien und Brasilien ordentlich zulegen ...

Hier die 2013er-Liste:

1.) Der Iran verfügt über genügend angereichertes Uran um eine Atombombe zu bauen
2.) Der S&P 500 fällt unter 1300 Punkte
3.) Finanz-Aktien verlieren ihre 2012er-Gewinne
4.) Die USA fördern erneuerbare Energien. Der WTI-Ölpreis fällt auf 70 US-Dollar
5.) Die Republikaner forcieren eine Reform der US-Einwanderungsgesetze
6.) Der Shanghai Composite gewinnt mehr als 20 Prozent
7.) Wegen Ernteausfällen werden Mais und Weizen deutlich steigen
8.) Die expansive Geldpolitik der Notenbanken treibt den Goldpreis über 1900 Dollar
9.) Der Dollar steigt auf 100 Yen während der Nikkei 12.000 Punkte erreicht
10.) Europa verharrt in der Rezession, die europäischen Aktienmärkte verlieren zehn Prozent

Mittwoch, 2. Januar 2013

TV-Tipp: Gernstl in Griechenland

Franz-Xaver Gernstl ist ein Mensch, der die Leute zum Reden bringt. Seit vielen Jahren reist er mit Kamera- und Tonmann durch die Gegend, immer auf der Suche nach Leuten, die was zu erzählen haben.

In Bayern hat er angefangen, dann sein "Revier" auf Deutschland ausgedehnt, um jetzt in Griechenland auf Tour zu gehen. Die Idee: Was bedeutet für die Griechen die Finanzkrise im Privaten, fernab der großen Politik? Find' ich gut, darum ist das mein TV-Tipp für heute Abend:

Gernstl in Griechenland (Folge 2) – Peloponnes und Athen, 02.01.2013, 19:00 bis 19:45 Uhr, Bayerisches Fernsehen (Die erste Folge gibt es noch in der BR-Mediathek zu sehen)

Frühstücksflocken am Mittwoch, 2. Januar

Zum Vergrößern bitte anklicken

Das Jahr fängt ja gut an: Wie erwartet ist es zur Last-Minute-Einigung im US-Haushaltsstreit gekommen +++ Die Aktienmärkte goutieren es mit kräftigen Kursgewinnen +++ Kupfer (Drei-Wochen-Hoch) und Öl (so hoch wie zuletzt im September) steigen ebenfalls +++ Der S&P-GSCI-Rohstoffindex, der 24 Rohstoffpreise zusammenfasst, notiert so hoch wie zuletzt im Oktober +++  Der Yen fällt weiter – wie erwartet +++ Chinas Einkaufsmanagerindex steigt das dritte Mal in Folge

Dies sei ein typischer "Risk-On-Market", hat einer bei Bloomberg-TV gesagt. Was gibt es schöne Anglizismen. Wobei die Frühstücks-Schlagzeilen der Agenturen insgesamt doch noch recht rückwärtsgewandt sind (siehe Bild): Tax-Deal wo man nur hinschaut. Da scheinen einige ganz schön durchzuschnaufen ...