Dienstag, 28. Januar 2014

Die Sache mit der Planungssicherheit

Es ist erstaunlich, was zwei, drei etwas schlechtere Börsentage in Folge anrichten können. Immer noch notieren die Leitindizes DAX, Dow Jones und S&P 500 gerade mal drei, vier, fünf Prozent unter ihren Allzeithochs. Da ist also nicht viel passiert – oberflächlich betrachtet.

Gleichzeitig ist aber bei erschreckend vielen Aktien der langfristige Aufwärtstrend in Gefahr. Beispiel: Nur noch ein Drittel der 500 Aktien des S&P-Index notiert über dem gleitenden 50-Tages-Durchschnitt. Zwei Drittel sind durchgerauscht (Chart via bespokeinvest)


Ein Drittel fiel sogar unter die 200-Tage-Linie (Chart via shortsideoflong). Und weil es eine solche Konstellation zuletzt Ende 2012 gab, also gefühlt vor Urzeiten, sind wir unruhig. Man hat sich ja so schön an das herrlich stetige Aufwärts der vergangenen zwölf Monate gewöhnt.


Charttechniker bezeichnen dieses Bröckeln unter der Oberfläche als „bärische Divergenz“. Und die deutet in der Regel darauf hin, dass die Korrektur noch nicht zu Ende ist. Vor allem nicht, wenn die Aufwärtstrends der für die Rally so wichtigen Branchen Banken, Industrie und Technologie brechen. Und das ist durchaus drin.

Der Börsenmonat Januar ist jedenfalls kaum mehr zu retten. Und damit haben wir es mit dem zweiten schlechten Omen für 2014 zu tun, nachdem uns schon die verpatzen ersten fünf Handelstage nicht gefallen haben. „As January goes, so goes the year“, heißt eine bekannte Börsenweisheit. Demnach könne man nach einem schlechten Januar gleich das ganze Jahr verloren geben.

Aber das wäre wohl etwas vorschnell. Die aktuelle Situation erinnert jedenfalls ein bisschen an die Zeit Mitte vergangenen Jahres, als US-Notenbankchef Ben Bernanke erstmals ankündigte, die Anleihekäufe reduzieren zu wollen. Die Angst vor dem sogenannten „Tapering“ sorgte im Anschluss für ordentlich Unruhe: Gelder flossen aus den Schwellenländern ab und sorgten dort für kräftige Verluste bei Aktien und Devisen, im Anschluss ging es auch in Tokio, New York und Frankfurt nach unten. Es bedurfte etlicher weiterer Kommentare Bernankes, um die Märkte zu beruhigen, um klarzustellen, was er denn wann und in welchem Umfang plant. „Guidance“ nennt man das an der Wall Street – frei übersetzt Planungssicherheit.

Und die scheint auch jetzt wieder zu fehlen, was wohl daran liegt, dass es zu einem Wechsel an der Spitze der US-Notenbank kommt. Janet Yellen, die den Posten von Bernanke übernimmt, scheint ja für Kontinuität zu stehen. Doch ist das wirklich so? Was, wenn sie doch andere Pläne verfolgt? Wer weiß schon, wie sie wirklich „tickt“. Zu viel Unsicherheit. Um Yellens Politik richtig einschätzen zu können, braucht es konkrete Aussagen und Handlungen, wenn sie denn tatsächlich im Amt ist. Guidance eben. Schon die Historie  zeigt, dass Wechsel an der Spitze  der US-Notenbank immer mit wackligen Börsenkursen einhergingen. Das war so als Alan Greenspan den Posten 1987 von Paul Volcker übnernahm – und auch als Bernanke 2006 mächtigster Zentralbanker der Welt wurde.

Apropos Guidance: Da wäre dann ja noch die Sache mit dem Finale der Football-Meisterschaft in den USA, dem Super Bowl. Am Sonntag treffen die Denver Broncos, der Gewinner der AFC-Liga  auf die Seattle Seahawks aus der NFC. Und damit das Börsenjahr doch noch ein gutes wird, haben gefälligst die Seahawks zu gewinnen. Denn in den 47 Super Bowls seit 1967 schnitt der S&P 500 traditionell dann besser ab, wenn das Team aus der NFC gewann. In 80 Prozent der Fälle gab es dann Gewinne bis zum Jahresende, im Schnitt waren es 10,4 Prozent Plus. Der Fall ist also klar: Auf geht‘s Seahawks, die Märkte brauchen Planungssicherheit!

Kommentare:

  1. Für alle langfristig orientierten Marktteilnehmer ;-):
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:CDAX-Kursindex.png
    http://commons.wikimedia.org/wiki/File:S%26P_500.png

    ... und dabei das sozioökonomische Umfeld und die aktuelle Notenbankpolitik mit einbeziehen... ;-)

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  2. Danke Anonym ... sogar logarithmische Darstellung :)

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  3. Die Planung ist eine sehr interessante Sache in allen Sinnen. Früher habe ich Strategien zur Förderung verschiedener Unternehmen in verschiedenen Märkten entwickelt. Um solche Strategien zu entwickeln, war es notwendig, eine Menge Forschung zu machen, die Sie sammeln, analysieren und eine Vorhersage für die Zukunft machen. Ich hatte einen Fall, als meine Festplatte voll war und einige Dateien selbst gelöscht hatte, worauf ich wütend war, als er mehrere Monate meiner Arbeit löschte. Ich wurde diese Software empfohlen, es hat mir geholfen, Dateien wiederherzustellen, Klicken Sie hier, um mehr zu lesen. Das ist sehr wichtig, denn das kann jedem passieren.

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