Freitag, 10. Januar 2014

Wer hat Angst vor steigenden Zinsen?

Ich nicht. Es ist nämlich so, dass die einfache Gleichung "Steigende Zinsen = fallende Aktienkurse" falsch ist. Der Zusammenhang ist etwas komplexer.

Es kommt auf die absolute Höhe der Zinsen an. Gut zu sehen ist das in folgender Grafik von JP Morgan, die die Verzinsung einer zehnjährigen US-Staatsanleihe und deren Korrelation mit den Aktienkursen seit den 1960ern darstellt.

Simply put: Steigen die Zinsen – sind dabei aber noch unter etwa fünf Prozent –, steigen auch die Aktienkurse. Über fünf Prozent wendet sich dann das Blatt.

Quite interesting ...

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Kommentare:

  1. Ich wusste, dass Sie unerschrocken sind, Herr Blümel, auch vor steigenden Zinsen! ;- )

    … aber hier spielt wohl auch die Psychologie der Anleger mit eine Rolle und die absolute Höhe der Aktienstände an den Börsen.

    Allerdings glaube ich erst gar nicht, dass die Zinsen der 10-jährigen US-Treasuries an den 5% kratzen werden, denn das würde wohl ein erhebliches Finanzierungsproblem für den US-Staat darstellen. Und in dem Fall würde wohl die US-Zentralbank wieder mehr Geld drucken…

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  2. Und es sind natürlich historische Daten, die sich nicht so einfach in die Zukunft fortschreiben lassen. Sollten sich in den USA und Europa zudem japanische Verhältnisse etablieren, sind altbekannte Zinszyklen ohnehin passé.

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  3. Ich glaube die Frage diesbezüglich ist geopolitischer Art. Die Hauptgläubiger werden über die Zinsentwicklung entscheiden. Zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt.
    Hatte früher der Pleite-König das Münzgeld durch abnehmenden Gold- oder Silbergehalt immer weiter abgewertet, sind irgendwann die Ritter der Gläubiger einmarschiert.
    Zum Glück muss man heute nicht sein Herr schicken. Aber irgendwas wird passieren.

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