Freitag, 28. Februar 2014

Gone skiing

Die Luft ist wenig raus. Beim DAX. Bei mir. Zeit für etwas Luftveränderung. Am Montag, 10. März geht es hier dann weiter ... alles Gute bis dahin ...

Dienstag, 25. Februar 2014

Das Leid mit der Leitfunktion

Zugegeben, an dieser Stelle wird doch sehr häufig über den großen Teich geblickt – der Wall Street wird viel Platz eingeräumt. Was sinnvoll ist, gilt sie doch als Weltleitbörse, und das Auf und Ab in New York beeinflusst zu einem Großteil auch das Auf und Ab an den europäischen Börsen. Ebenso bekommt das Tun und ­Lassen der US-Notenbank Fed hier gehörig Raum, was ebenfalls sinnvoll ist, ist sie doch so etwas wie die Weltleitnotenbank.

So passt es denn auch ins Bild, dass der amerikanische S&P-500-Index am Montag als erstes wichtiges Börsenbarometer der Welt ein neues Allzeithoch (intraday) erreicht hat und damit all jene auf dem falschen Fuß erwischte, die New York besagte Leitfunktion schon absprechen wollten.

Mag ja sein, dass in den ersten Wochen des Jahres die europäischen Börsen besser gelaufen sind und die Wall Street der Entwicklung in Mailand, Paris oder – mit Abstrichen – Frankfurt hinterherhinkte. Jedoch wird dabei übersehen, dass der Kursaufschwung in der Alten Welt auch durch amerikanisches Geld ermöglicht wird.

US-Anleger haben zuletzt ein ausgeprägtes Faible für europäische Aktien ent­wickelt – womit sich der Kreis schließt und den Amerikanern auch noch der Titel des Weltleitanlegers angeheftet werden darf. 24 Milliarden Dollar frisches Geld haben amerikanische Investoren in diesem Jahr schon netto in europäische Aktien und ­Aktienfonds investiert. In Bluechips von Frankreich bis Holland, aber auch in vernachlässigte Aktien aus Ländern, die das wenig schmeichelhafte Etikett „Peripherie­staaten“ zu tragen haben: Irland, Italien, Spanien und Portugal.

Das ist bemerkenswert, weil dieselbe US-Klientel, die mit Vorliebe in Europa investiert, gleichzeitig fünf Milliarden Dollar netto aus US-Aktienfonds abgezogen hat. Und das, wo man den Amerikanern doch auch beim Investieren einen ausgeprägten „home bias“ nachsagt, also eine Vorliebe für Heimisches. Und trotz des aktuellen Faibles für Europa reicht’s für ein neues Allzeithoch beim S&P 500. Erstaunlich. Letztlich geht das aber dennoch gut Hand in Hand, weil die Amerikaner gerade eine Regel beherzigen, die für alle Anleger gilt: sie diversifizieren. Und dafür gibt es ja durchaus triftige Gründe. Zum einen mag das die nicht mehr ganz so freizügige Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed sein — die inzwischen gar laut über eine Zinserhöhung nachdenkt. Und zum anderen sind es die schlichtweg günstigeren Bewertungen an den europäischen Börsen — gerade in den so lange ignorierten Peri­pheriestaaten. Hinterm Berg wohnen eben auch noch Leute.

Apropos Leitfunktion: Die beansprucht ja gern auch die G 20 für sich, die Gruppe der 20 einflussreichsten Volkswirtschaften der Welt. Vergangenes Wochenende jedenfalls demonstrierten die Finanzminister und Notenbanker jener Staaten Einigkeit und Entschlossenheit: Man wolle weltweit für Wachstum sorgen und gleichzeitig die Inflationstendenz in den Schwellenländern bremsen. Nun denn. In der Vergangenheit war es ja eher so, dass die hehren gemeinsamen Absichten an den Realitäten der Partikularinteressen scheiterten.

An der Börse weiß man das aber längst und nimmt derlei Aussagen daher maximal wohlwollend zur Kenntnis. Wirklich richtungweisend sind andere Dinge. Etwa das Comeback des amerikanischen Klein­anlegers. So nahm die Zahl der Kauf- und Verkaufsorders bei US-Discountbrokern wie E*Trade, Charles Schwab oder TD Ameri­trade im Januar sprunghaft um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt zu ...

Ob das nun ein Kontraindikator für die weitere Aktienmarktentwicklung ist, sei mal dahingestellt. Den Titel des Weltleitkleinanlegers haben die Amerikaner damit aber siche

Dienstag, 18. Februar 2014

Selbstzufriedene (Kurs)Bergsteiger

Wo stehen wir?

Der Januar scheint abgehakt. DAX und Dow Jones sind wieder auf Rekordkurs. Und alles, was uns Börsianern vor wenigen Wochen noch Sorgen bereitet hat, erscheint inzwischen weit weniger furchterregend — die Probleme in den Schwellenländern, die etwas wackligen Unternehmensergebnisse, die nicht mehr ganz so spendable US-Notenbank Fed. Alles nicht so schlimm wie gedacht.

Man darf wieder entspannt sein, angespannt war vorgestern. Es schrecken nicht einmal die ebenso dramatisch wie falsch (!) gezeichneten und in diversen Börsenblogs kursierenden Charts, die den aktuellen Kursverlauf mit jenem vor dem Crash 1929 vergleichen. Und die gefühlt 999. Regierungskrise in Italien inklusive neuem Premier nötigt uns doch auch höchstens ein müdes Gähnen ab — obwohl der „Neue“, Matteo Renzi, wohl mit großer Sicherheit auf Konfrontationskurs mit der EU und deren Sparplänen gehen wird.

Scary but wrong ...


Not scary at all ...

Alles wieder easy also. Wäre da nur nicht dieser kleine Makel, dass die Korrektur zwar schnell und heftig kam, aber trotzdem nicht einmal zehn Prozent ausgemacht hat und damit das Etikett „ordent­liche Korrektur“ nicht so recht verdient. DAX und Dow Jones haben in den zurückliegenden Wochen in der Spitze eben „nur“ rund 7,5 Prozent verloren. Mehr als zehn Prozent Kurskorrektur, das gab es dagegen zuletzt 2011. Das ist recht lange her und verleitet darum viele Analysten zu der Annahme, dass auch jetzt übertriebene ­Lockerheit fehl am Platze sei. Rechnen wir also besser mit weiteren Dämpfern von ähnlicher Heftigkeit wie im Januar.

Trotzdem sollte man sich fragen: Sind die Börsianer denn tatsächlich übertrieben locker? An der Wall Street spricht man in einem solchen Fall von „complacency“, von arger Selbstzufriedenheit, von Selbstgefälligkeit, wenn Risiken besseren Wissens ausgeblendet werden, wenn die Zukunft rosarot gepinselt wird. Von 2009 bis 2012 war ja das Gegenteil der Fall, da erkletterten die Kurse noch die viel beschworene „wall of worry“, den Berg voller Sorgen. Und nun? Ist es tatsächlich so, dass die Kurse seit vorigem Jahr, wie es ein Internet-Witzbold formulierte, eher eine „wall of complacency“ erklimmen?

Vermutlich nicht. Es hat sich ja vieles zum Besseren gewendet. Beispiel Euroland: Ein Wachstum von 0,3 Prozent im vierten Quartal — das sieht zugegebenermaßen nicht besonders toll aus. Auf den ersten Blick. Wer näher hinschaut, bemerkt aber, dass die vier größten Euroländer, die zusammen für drei Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung sorgen, nämlich Deutschland, Frankreich, Spanien und tatsächlich auch das gefühlte Dauerkrisenland Italien, ­allesamt ein Wachstum vorweisen können. Das gab es zuletzt im ersten Quartal 2011. Zudem scheinen bei Krisenländern wie Portugal die rigiden, von der EU auferlegten Maßnahmen tatsächlich zu greifen: Portugals Konjunktur jedenfalls hat das dritte Quartal in Folge zugelegt. Ein Indikator für ebendiese Fortschritte ist zudem der Anleihemarkt, wo die südeuropäischen Länder nun schon seit einiger Zeit keine Probleme mehr haben, ordentlich Geld für neue Anleihen aufzutreiben — und das zu recht moderaten Zinsen.

Und da ist noch die Causa Janet Yellen. Die Nachfolgerin von Ben Bernanke an der Spitze der US-Notenbank sorgte für doppeltes Aufsehen. So will sie weder „Chair­woman“ noch „Chairman“ der Notenbank genannt werden, sondern besteht auf der geschlechtsneutralen Anrede „Chair“. Und wichtiger: Sie machte klar, dass sie für Kontinuität in Sachen Zinsen sorgen wird, und erfüllt damit das, was wir im Januar eingefordert haben: „guidance“, also Planungssicherheit Da kommt man fast ins Grinsen, ins selbstzufriedene.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Dienstag, 11. Februar 2014

Warten auf den "Fat Pitch"? Lieber nicht ...

Der so berühmt-berüchtigte wie notorische Börsen-Schwarzseher Marc Faber hat dem US-Fernsehsender „CNBC“ vergangene Woche ein Interview gegeben. Seine Kernaussage: Die Börse möge doch bitte um 40 Prozent fallen, auf ein dann wieder vernünftiges Niveau, damit er dann wieder einsteigen könne.

Das hat schon was, so ein Wunsch, dieses Warten auf ein Ereignis, das an Wall Street „Fat Pitch“ genannt wird, die ganz große Gelegenheit. Dumm nur, wenn einem über all das Warten auf den Fat Pitch die Kurse „davonlaufen“, wie es so schön in der Börsianersprache heißt.

Nun gut, die Kurse laufen gerade nicht davon, im Gegenteil, derzeit scheint die Sorge vor einem 40-Prozent-Crash größer als das Hoffen auf neue Rekordkurse. Seit dem 9. Januar, dem Beginn der Berichtssaison in den USA, haben die Börsen weltweit jedenfalls ordentlich an Boden verloren. Wir haben es zu spüren bekommen. Gewaltige Summen wurden in erstaunlich kurzer Zeit aus „Risiko-Investments“ (Aktien, Schwellenländer) in „Sicherheits-Investments“ transferiert (Staatsanleihen, Gold).

Zackzack, da wurde nicht lange gefackelt. Angeblich waren die Abflüsse aus besagten Risikoinvestments in diesen Tagen so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr. Über all diese „schockierenden Nachrichten“ wurde daher beinahe übersehen, dass während dieser Zeit mehr als 1100 US-Unternehmen ihre aktuellen Quartalszahlen veröffentlicht haben. Wenn ausführlich berichtet wurde, dann meist nur über die Enttäuschungen, etwa über Yahoo oder Twitter, obwohl zwei Drittel der Unternehmensergebnisse positiv überrascht haben.

Aber das nur am Rande, denn jetzt wird’s richtig interessant: Am Tag der Bekanntgabe der Zahlen haben die Kurse der berichtenden Unternehmen im Schnitt nämlich zugelegt. Inmitten der Hektik des breiten Abverkaufs, inmitten des Getöses, der flirrenden Unsicherheit, haben die Unternehmen die Aktionäre also überzeugt. Richtig überzeugt. Im Schnitt ging es mit den Kursen um 0,74 Prozent nach oben. Derart stark legen die Kurse am Tag der Veröffentlichung meist nur dann zu, wenn die Stimmung insgesamt auch positiv ist.

Zum Vergrößern bitte anklicken; Quelle: bespokeinvest.com

Das war zum Beispiel während der Berichtssaison im dritten Quartal 2010 so, als die Kurse ähnlich deutlich nach Bekanntgabe der Zahlen stiegen. Und damals gab es zwar auch Interviews mit Marc Faber, aber eben kein störendes Getöse aus China, Argentinien oder der Türkei. Und keine ausnahmsweise mal schwächeren Konjunktur-Indikatoren wie den ISM-Index.

Eigenwillig, diese aktuelle Korrektur. Da gibt es also so etwas wie unterschwelligen Optimismus auf der Unternehmensebene, der überlagert wird von eher globalen, teils schwammigen und nur schwer zu greifenden Sorgen – sag da noch mal einer, Börse habe nichts mit Psychologie zu tun.

Aber das ist in Ordung so. Es wäre doch beunruhigender, wären die derzeitigen Probleme in einigen der Schwellenländer spurlos an der Börse vorüber gegangen. Etwa die Hälfte der amerikanischen Blue Chips hat dadurch jedenfalls um zehn Prozent oder mehr korrigiert, ähnlich sieht es bei den DAX-Werten aus. Die wohl übertriebene Kursrally zum Jahresende 2013 ist damit ausgeglichen. Ebenso der überbordende Optimismus, dieses Gefühl der Unverwundbarkeit und der Gewissheit, es könne ja nur noch nach oben gehen.

Doch wie geht es jetzt tatsächlich weiter? Vergangene Woche zogen die Kurse ja wieder einen Tick an. Ist die Korrektur damit also schon vorbei oder haben wir es mit etwas zu tun, dass die Amerikaner so bildhaft als „Dead Cat Bounce“ beschreiben? Für den „normalen Anleger“ ohne Ambitionen auf den Fat Pitch bleibt es wichtig, sich an die langfristigen Fundamentaldaten zu halten – Konjunktur, Gewinne, Rezessionsgefahr. Und all die Faktoren sind ermutigend. Basta.

Freitag, 7. Februar 2014

Wishful thinking

Unser "Buddy" Marc Faber sehnt sich nach einem Crash. 40 Prozent sollen es sein ... Muss ICH nicht haben ...