Dienstag, 6. Mai 2014

Der Faktor Politik und die Folgen

Eigentlich müsste es jetzt doch klappen mit dem Ausbruch nach oben. Mit dem Ausbruch aus diesem nervtötenden Seitwärtstrend, in dem DAX und Dow Jones seit Beginn des Jahres hin- und herpendeln. Vielleicht braucht es für einen solchen Ausbruch ja etwas Ruhe. Kein News-Stakkato, das so oder so interpretiert werden kann — und das garantiert auch so oder so interpretiert wird und für noch mehr nervtötendes Rauf und Runter sorgt.

Die Voraussetzungen für eine solche Ausbruchsaktion nach dem Motto „heimlich, still und leise“ sind denn auch gar nicht schlecht. Es ist wenig los in den kommenden Tagen. Zumindest was Quartalszahlen angeht, da sind gerade eher die Werte aus der zweiten Reihe dran. Und bei den Indikatoren gibt es auch kaum etwas zu beachten.

Wenn da nur nicht dieser eine nervtötende Faktor wäre: die Ukraine-Krise. Gerade wenn keine neuen wichtigen Fundamentaldaten anstehen, sucht man sich die Dinge eben anderswo zusammen, um das Auf und Ab der Börse zu begründen. Und das ist dann meist der Faktor Politik — ­aktuell eben die Ukraine-Krise. Die ist nervig, weil unberechenbar. Einzig Langfrist­investoren dürften sich über eventuelle ­politisch bedingte Kursverwerfungen freuen, haben politische Börsen doch bekanntlich meist kurze Beine, und niedrigere Aktienkurse sind daher schlicht prima Kaufgelegenheiten.

Doch ob es nun zu dem ersehnten nachhaltigen Ausbruch aus dem Seitwärtstrend reicht, ist wegen der politischen Hänge­partie fraglich. Fundamental wäre er durchaus drin. Da ist besagte Ruhe, was die Wirtschaftsnachrichten angeht, wodurch man als Börsianer die Möglichkeit hat, die zuletzt veröffentlichten Daten noch einmal Revue passieren zu lassen. Die waren in der Summe doch recht erfreulich: So fielen die jüngsten Quartalszahlen bisher besser aus als erwartet. Gleichzeitig geht es mit dem Immobilienmarkt in den Vereinigten Staaten weiter aufwärts. Auch die Zahlen am US-Arbeitsmarkt überraschten insgesamt positiv, wenngleich viele der neuen Jobs leider schlecht bezahlt sind.

Interessant auch ein Indikator, den man vielleicht als skurril abtun mag: die Verkaufszahlen des Kleintransporters Ford F-150. Die legen weiter zu. Was zum einen für einen stabilen US-Automarkt spricht und zum anderen für eine bessere Konjunktur, wird doch das Gefährt vor allem von Kleinunternehmern genutzt.

Quelle: bespokeinvest.com

Doch all das Nachdenken über die guten Daten der jüngsten Vergangenheit wird in den nächsten Tagen wohl immer wieder von Breaking News zur Lage in der Ukraine gestört werden. Die Fragen, die der Konflikt aufwirft, sind klar: Wie werden sich die Sanktionen auswirken? Wird die Konjunktur in Europa stark darunter leiden? Was wird aus dem Ölpreis? Kommt es hier zu einem kräftigen Anstieg, der ebenfalls das Wirtschaftswachstum bremst? Und kommt es gar zu einem Konflikt mit der NATO? Eindeutige Antworten gibt es da­rauf keine. Die Wirkung der jeweils neuesten Nachrichten aus dem Krisengebiet ist unberechenbar.

Im schlimmsten Fall pendeln wir also weiter. Beim DAX zwischen 9000 und 9600 Punkten, so wie wir es seit Jahresbeginn schon gewohnt sind. Und es gilt weiterhin, was an dieser Stelle schon öfters zu lesen war: Aktienanleger brauchen im Jahr 2014 vor allem eins: Geduld. Denn meistens, das zeigt die Historie, lösen sich Pendelbewegungen wie die aktuelle nach oben auf. Es ist also wohl nur eine Frage der Zeit, bis es endlich klappt mit dem Ausbruch nach oben aus dem so nervtötenden Seitwärtstrend.

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