Dienstag, 2. Juni 2015

Zeit, dass sich was dreht

Die Börsen stagnieren weiterhin. Zu Beginn des Jahres ging es wohl zu schnell und zu weit nach oben. Zudem belastet die Griechenland-Krise. Und in den USA sorgt ein technischer Faktor für Unsicherheit.

Es wird ernst für Griechenland: Mehr als eine Milliarde Euro sind im Juni insgesamt fällig, und — Stand 2. Juni —  neue Kredite nicht in Sicht. Ein Geduldsspiel das Ganze. Für die Beteiligten und auch für Anleger. Denn solange die Politik keine nachhaltige Lösung findet, bildet sich wohl auch beim DAX kein vernünftiger Trend aus. Am Freitag jedenfalls muss Griechenland zum ersten Mal in diesem Monat so richtig Farbe bekennen und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gut 300 Millionen Euro zurückzahlen. Ob man das schafft? Vermutlich ja. Mit dem üblichen Durchwurschteln. Und wenn es sein muss, auch mit Notfallkrediten.

Eine Staatspleite ist nämlich so schnell nicht zu erwarten. Auch ein „Grexit“, ein Ausscheiden aus der Eurozone scheint immer noch sehr unwahrscheinlich. Mag zwar sein, dass ein solcher Schritt langfristig die beste aller Lösungen ist, aber wer will den Märkten die dann mit Sicherheit folgenden Turbulenzen zumuten? Nach ­angeblichen Aussagen von IWF-Chefin Christine Lagarde, dass der Austritt Griechenlands „eine Möglichkeit“ sei, rudert der IWF jedenfalls ordentlich zurück und behauptet nun das Gegenteil. Lagarde sei da falsch wiedergegeben worden. Nur nicht zu viel Wind machen.

Weiterhin also eine Pattsituation an der Börse — wie schon in der vergangenen Woche beschrieben. Denn nicht nur das Hin und Her in der Griechenland-Krise belastet die Börse. Die Aktienmärkte sind schlicht in den ersten fünf Monaten des Jahres „zu gut“ gelaufen. Zu schnell, zu weit. Mag sein, dass sich die Überhitzung in den vergangenen Wochen zwar deutlich abgebaut hat; weil aber die Bewertungen am Markt immer noch recht hoch sind, ist auch die Korrekturanfälligkeit weiterhin hoch — sei es nun beim DAX oder bei Dow Jones und Nasdaq Composite.

An den US-Börsen kommt noch ein technischer Faktor erschwerend hinzu. Zwar hat der Dow-Jones-Industrials-Index in ...