Donnerstag, 7. Januar 2016

Das geht ja gut los ...

Mieser Jahresauftakt, keine Frage. Aber ist es wirklich so schlimm? Mal ein Blick zurück:

Vor exakt zehn Jahren, im Jahr 2006, manch einer erinnert sich, da schien an der Börse alles in Butter: Alle Argumente, die die Kurse schon in den zweieinhalb Jahren davor beflügelten, galten unverändert: Die wachsende Weltwirtschaft, ausreichend Liquidität, gut aufgestellte und günstig bewertete Unternehmen, fehlende Inflationsangst.

Nur eines machte Sorgen: In den USA rentierten kurzfristige Anleihen erstmals seit dem Jahr 2000 wieder höher als langfristige. „Inverse Zinsstruktur“ wird diese Konstellation genannt, und sie gilt als verlässliches Warnsignal. Inversen Zinsstrukturen folgt nämlich häufig ein Konjunktureinbruch, oft gibt es gar eine Rezession. 

Die Idee dahinter: Wenn Anleger bereit sind, ihr Geld längerfristig zu binden, verlangen sie dafür normalerweise einen höheren Zins. Eine gute Konjunktur könnte schließlich Inflation und Zinsniveau während der Laufzeit steigen lassen. Verzichten sie auf höhere Renditen, zeigt das, dass sie recht pessimistisch sind und ihr Geld trotz der niedriger Zinsen für einige Jahre sicher unterbringen wollen.

So war das damals im Jahr 2006. Die Rezession kam dann ja auch – wenn auch erst zwei Jahre später. Was nicht ungewöhnlich war, zeigt doch die Geschichte, dass eine inverse Zinsstruktur deutlich ausfallen und über einen längeren Zeitraum bestehen muss, um aussagekräftig zu sein.

Und aktuell? Da plagen die Börsen auch Sorgen. Von einer inversen Zinsstruktur ist indes nichts zu sehen. Na immerhin ...

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