Freitag, 8. April 2016

Wenn es schlimmer nicht mehr geht

Start ins zweite Quartal. Mit Minus an den Börsen. Das hatte man sich doch anders vorgestellt. Warum es immer noch hakt und warum sich die Dinge trotzdem zum Besseren wenden sollten.

Abgehakt. Das erste Quartal des Jahres darf zu den Akten gelegt werden. Mit einem Aufatmen. Denn schlechter konnte es kaum laufen. Also frohen Mutes rein in den April? Denkste: Auch der Start ins neue Quartal ließ sich, nun ja, eher bescheiden an. DAX im Minus, Nikkei im Minus, Dow im Minus.

Jedoch — und das ist die gute Nachricht — dürfte es im gerade begonnenen zweiten Quartal besser werden. Und warum das? Eigentlich ganz einfach: Weil a) die Probleme bekannt sind und b) an Lösungen gewerkelt wird respektive die Dinge sich aufhellen. Die Risiken sind altbekannt: der immer noch recht schwache Ölpreis, die Zinserhöhung in den USA — auch wenn es sich da doch nur um ein Zinswendchen handelt, und dazu dann noch die eher maue Wirtschaftsentwicklung in China.

Was Letztere angeht, da steuert man in Peking gewaltig dagegen. Immerhin. Inwieweit die Maßnahmen greifen, sei mal dahingestellt. Gleichzeitig hat in den USA die Notenbank Fed sich zumindest verbal etwas zurückgenommen und sogar ein Ende der vermeintlichen Zinswende angedeutet. Und schließlich der Ölpreis, der wirkt zuletzt dann doch etwas stabiler, auch wenn er absolut gesehen weiterhin auf höchst niedrigem Niveau verharrt.

An der Börse herrscht derweil große Skepsis, was durchaus als Kontraindikator gewertet werden kann — man kennt ja die Börsianerweisheit, dass die Kurse ganz gern mal die Sorgenwand hinaufklettern, egal, wie hoch die nun ist, jene besagte Wall of Worry. Robert Halver von der Baader Bank traut sich daher die Prognose zu, dass das zweite Quartal das „vielleicht beste in diesem Jahr“ werden könnte.

Allerdings — ganz ohne Einschränkung geht es natürlich auch nicht — ist da noch der große Unsicherheitsfaktor um den möglichen Brexit, den Austritt aus der EU, über den in Großbritannien im Juni abgestimmt wird. Bleiben die Briten in der EU, dürfte es aufwärts gehen, steigen sie aus, stehen turbulente Zeiten an. Dann wären ein Währungskollaps des britischen Pfund und stark steigende Zinsen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Folge. Und eine schwere Rezession in Großbritannien. Die hätte natürlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU-Länder.

Dabei mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass die Dinge sich bessern. Der Ifo-Index etwa ist zuletzt stärker gestiegen als erwartet, und das nach dreimal Minus in Folge. Und die Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone legten zum Ende des ersten Quartals ebenfalls zu, was die Einschätzung nährt, dass die Bedenken über die Konjunkturentwicklung in der Eurozone übertrieben gewesen sein sollen. Ähnliches gilt für die USA, wo die anfänglichen Irritationen über die Erhöhung der Leitzinsen verdaut zu sein scheinen.

Doch noch will es nicht recht vorwärtsgehen beim DAX und beim Euro Stoxx. Die Märkte hängen immer noch in einem Seitwärtstrend fest. Beim DAX scheint die Marke von 10 100 Punkten bisher unüberwindbar. Daher wäre es nicht unnormal, wenn die Jahrestiefstände noch einmal getestet werden. „Wir haben eine Situation, wo die Psychologie an den Märkten regiert und leider nicht die Fundamentaldaten“, begründet das Experte Halver.

Was tun? Wir bleiben bei unserer Einschätzung, sich nach und nach mit -Aktien einzudecken, Rückschläge zum Kaufen zu nutzen. Die guten Dividendenrenditen sind ein Argument dafür wie auch die niedrigen Zinsen im Anleihenbereich. Jedoch sind weiterhin Geduld und vor allem gute Nerven gefragt.

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