Montag, 23. Mai 2016

Nix Halbes und nix Ganzes

Was für ein Geduldsspiel! Bei DAX und Dow Jones tut sich nicht viel. Da ist es nicht falsch, sich nach Alternativen umzuschauen – etwa in den schönen Gefilden des einen oder anderen Schwellenlands.

Tja, was ist das denn nun für eine Gemengelage? Die Indizien, die für weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank sprechen, nehmen zu. Da gibt es zum einen positive Signale von der Konjunktur selbst — etwa die anziehende, sich leicht normalisierende Inflationsrate. Und zum anderen sind es die Aussagen der US-Notenbanker, die darauf hindeuten. Es gibt derzeit, um die übliche Analogie zur Tierwelt herzustellen, deutlich mehr geldpolitische Falken („Hawks“) als Tauben („Doves“). Und letztlich sieht man eine Tendenz zu weiteren Zinsschritten am amerikanischen Zinsmarkt selbst, bei dem die Zinsstruktur tatsächlich auch schon weitere Erhöhungen andeutet.

Andererseits gibt es jede Menge Beobachter, die davor warnen, die Daten zur Konjunktur überzubewerten. Da ist von Strohfeuer die Rede, oder es gibt gar grundlegende Zweifel an der „Datenqualität“. Und die Notenbank Fed, tja, die könne schon auch mal ihre Meinung ändern. Ohnehin befürchten viele, dass die Fed über das Ziel hinausschießt. Mit zu häufigen und zu schnellen Zinserhöhungen zum falschen Zeitpunkt könne sie durchaus eine

Mittwoch, 18. Mai 2016

Warten auf den Knackpunkt

Es läuft weiter seitwärts. Sowohl Bullen als auch Bären haben jeweils gute Argumente für steigende wie für fallende Kurse. Allein es fehlt an einem entscheidenden Impuls – noch jedenfalls.

Seit Wochen kommt der DAX nicht mehr vom Fleck. Mal notiert er über der Marke von 10 000 Punkten, mal darunter. Für so ein Hin und Her werden dann schöne Vokabeln wie „Schaukelbörse“ oder „Sägezahnbörse“ bemüht. Das ist einigermaßen bildhaft, dem Anleger hilft es indes nicht weiter. Es sei denn, er ist Daytrader und hat einen Mordsspaß am kurzfristigen Auf und Ab.

Was fehlt, das sind Impulse. Irgendwas, was für einen Stimmungsumschwung sorgt, egal ob dies dann zu einem Auf- oder Abschwung führt. Man denke beispielsweise an den Volksentscheid zum Brexit. Hauptsache Bewegung!

Abseits von den fehlenden Impulsen ist es ja so, dass die niedrigen Zinsen weiterhin für Aktien sprechen. Doch was hilft’s? Es bleibt L’art pour l’art, wenn sich denn beim Wachstum rund um den Globus nichts Entscheidendes tut.

Gleichzeitig ist es auch richtig, dass es wieder einige gute Gründe für fallende Kurse gibt. Dies sind beispielsweise die eher schlechten Nachrichten, was die chinesische Wirtschaft angeht, oder schlicht der Saisonalitätsaspekt, weil die Börse ab Mai selten wirklich gut läuft. Jedoch verhindert der viel zitierte „Anlagenotstand“, der durch die Mickerzinsen und die hohe Liquidität der Notenbanken verursacht wurde, ganz offensichtlich einen größeren Kursrutsch. „Die Geldpolitik hat ein Sicherheitsnetz für Aktien gespannt“, erklärt -Robert Halver, Marktstratege bei der Baader Bank. Eine Meinung, der man sich anschließen kann.

Vielleicht greift die berühmt-berüchtigte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ dieses Jahr ja auch deswegen noch nicht, weil es zwischen Januar und April schlicht keine rechten Gewinne gab, die wieder abzugeben wären. Zumindest schaut es aktuell danach aus. Dass sich die Börse hält, liegt auch am Ölpreis. Der steigt nämlich, was als Indiz gedeutet werden kann, dass es um die Weltwirtschaft doch nicht so schlecht steht. Sowohl der Preis für die US-Ölsorte WTI wie auch der für die Nordsee-Ölsorte Brent tendiert langsam, aber sicher in Richtung 50 Dollar pro Fass. Gründe sind die

Mittwoch, 11. Mai 2016

Eine Art Pattsituation – immer noch

Der Markt hängt fest – mal wieder. Es fehlt an Impulsen. Nach oben geht wenig, nach unten ebenso. Da ist Geduld gefragt und etwas Geschick. Wie es weitergeht . 

Es bleibt zunächst dabei: Am Aktienmarkt mag man sich bisher nicht recht entscheiden, ob es jetzt nachhaltig nach oben geht oder doch noch einmal ordentlich nach unten. Vor allem die großen Adressen halten sich mit Käufen immer noch zurück — gerade wenn es um zyklische Aktien geht. Die Bedenken der institutionellen Investoren sind dabei wohl immer noch die vom Jahresanfang: Da ist die Sorge um eine konjunkturelle Abkühlung in Absatzmärkten wie China, aber auch recht vage Unsicherheitsfaktoren wie der mögliche Brexit, der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

In Griechenland kehrt indes so etwas wie Ruhe ein. Unter großem Protest der Bevölkerung beschloss das Parlament auf Druck der internationalen Geldgeber neue massive Sparmaßnahmen. Ob das jetzt alles Sinn ergibt, sei dahingestellt, jedenfalls wurde diesem Krisenfaktor dadurch etwas die Schwere genommen.

Ungeachtet jener Probleme herrscht nach wie vor weltweit die Politik des billigen Geldes. Sollte diese endlich Wirkung zeigen — auch wenn die Skepsis darüber immer mehr zunimmt — und stabilisiert sich die Weltkonjunktur, dann könnte es l