Dienstag, 26. Juli 2016

Zwischen Allzeithoch und Korrektur

Der Juli ist fast um. Die Börsenbilanz ist positiv. In den USA wurden sogar Rekordstände erreicht. Ob das im traditionell schwächeren August so weitergehen wird? Warum eigentlich nicht ...

Es ist ja nicht ganz leicht, einen Marktausblick zu wagen, wenn richtungsweisende Termine nach Redaktionsschluss von BÖRSE ONLINE anstehen. So auch dieses Mal. Die Sitzung der US--Notenbank Fed endet mit einer Pressekonferenz am Mittwoch, den 27. Juli — einen Tag nach Redaktionsschluss also.
Jedenfalls gaben die Kurse— wie meist vor diesem wichtigen Termin — an den Aktienmärkten im Vorfeld etwas nach. Die Börsianer gehen eben auf Nummer sicher, man nimmt Gewinne mit, schließlich weiß man nicht so recht, wohin die Fed tendiert. Und nicht nur die Wall Street gab nach, sondern auch der DAX, nachdem er zu Beginn der Woche nach besseren Ifo-Werten zunächst noch deutlich gestiegen war.

Doch zurück zur Wall Street: Zwar rechnet kaum jemand ernstlich mit einem Zinsschritt. Dafür aber könnte sich die Tonart im anschließenden Statement von Fed-Chefin Janet Yellen ändern. Der Arbeitsmarkt in den USA ist nämlich recht robust, und die Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung sind freundlich. Daher könnten die „geldpolitischen Falken“ unter den Fed-Mitgliedern wieder mehr Einfluss auf das „Wording“ nehmen und kommende Zinsschritte andeuten. Aber man wird sehen.

Fakt ist jedenfalls auch, dass die nun seit zwei Wochen laufende Quartalsberichtssaison in den USA recht positiv ausfällt. Die Gewinne im Vergleich zum allerdings sehr schwachen Vorquartal fallen deutlich besser aus — im Schnitt liegt das Gewinnplus bisher bei 7,4 Prozent. Anders sieht jedoch der Vergleich mit dem Vorjahresquartal aus. Unter diesem Blickwinkel sind die Unternehmensgewinne geschrumpft: im Schnitt um fast zwei Prozent. Weil man aber

Mittwoch, 20. Juli 2016

Langsam schmeckt es wieder

Der Risikoappetit der internationalen Anleger nimmt zu. Gute Nachrichten aus den USA, Japan und China scheinen sie höher zu gewichten als die negativen aus der Türkei und der EU.

Der DAX kämpft weiter mit der 10000-Punkte-Marke, der S&P-500 schafft ein neues Rekordhoch. Wenn man so will, dann sind die zurückliegenden Börsentage in diesem einen Satz ganz schnell zusammengefasst. Dass die Entwicklung der Börsen hüben wie drüben dieses Jahr gewaltig auseinanderklafft, haben wir ja schon einige Male thematisiert. Mal sehen, ob dies so bleibt.

Klar, Großbritannien hat nun doch erstaunlich schnell eine neue Regierung bekommen. Und Premierministerin Theresa May hat auch ganz fix deutlich gemacht, dass es beim Brexit bleiben soll. Doch noch ist unklar, wie dieser denn ausgestaltet wird. Frau May will so schnell nicht den Antrag auf Austritt stellen, das ist inzwischen auch evident. Zeit gewinnen, die Emotionen runterfahren — so lautet wohl jetzt erst einmal die Devise. Was diese Hängepartie indes für den DAX bedeutet, ist schwer zu sagen. Vielleicht wird die britische Affäre irgendwann ignoriert, im Vertrauen darauf, dass schon vernünftige Lösungen gefunden werden.

Derweil ist der britische Leitindex FTSE-100 auf ein Jahreshoch gestiegen. Der Grund ist simpel: Die im Index zusammengefassten Unternehmen erzielen zu drei Viertel ihre Umsätze außerhalb Großbritanniens. Und da das Pfund schwächelt, hilft das natürlich gewaltig beim Absatz und beim Gewinn. Und weil die britische Notenbank, die Bank of England, außerdem geldpolitische Lockerungen in Aussicht gestellt hat, ist der Kursanstieg nicht weiter verwunderlich.

Ob dies nachhaltig ist, darf aber

Mittwoch, 13. Juli 2016

Opportunistische Aktionen

Die Märkte haben sich besser gehalten als vielfach befürchtet. In den USA ist der S & P 500 sogar auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Gut für alle, die unserer Empfehlung von vergangener Woche gefolgt sind.

Wie geht es nun weiter an den Märkten? Der Brexit hat für viel Unsicherheit gesorgt. Sowohl -politisch wie auch wirtschaftlich. Hinzu kommt die Krise etlicher europäischer Banken, was vielleicht weniger Ursache, sondern eher Symptom einer übergeordneten Krise ist. Jedenfalls muss das an den Märkten alles verdaut werden. Und je nachdem, um welche Anlagen es sich handelt, geht das ganz unterschiedlich vonstatten. Schwierig genug.

Am deutschen und auch an den anderen europäischen Aktienmärkten ist man geneigt anzunehmen, dass es weiterhin turbulent bleibt. Die Unsicherheiten, was London und was Italien angeht, sollten wenigstens im Ansatz beseitigt sein, damit die Börsen nachhaltig steigen können. Dass Theresa May inzwischen britische Premierministerin ist, das allein genügt vermutlich nicht. Anleger sollten also weiterhin mit Schwankungen rechnen, vielleicht gerade auch im Hinblick auf die exportlastige deutsche Aktienwelt.

Längerfristig indes könnte die Börse Frankfurt von der allgemeinen europäischen Unsicherheit profitieren. An Qualitätsaktien fehlt es in Deutschland sicher nicht. Zudem ist der DAX weit weniger von Banken geprägt als etwa der spanische Ibex oder auch der italienische MIB. Hinzu kommen Aktien aus MDAX und SDAX, die vielleicht am besten die deutsche Industrielandschaft repräsentieren.

In den USA wiederum — wir haben das im Ausblick vergangene Woche ja schon geschrieben — herrscht an der Börse eitel Sonnenschein. Der S & P 500 zum Beispiel stieg auf ein neues Allzeithoch. Der Grund ist vermutlich recht simpel: Die größte Wirtschaftsmacht der Welt bleibt von den europäischen politischen Krisen weitgehend verschont. Wenn man so will, dann ist die Börse New York eine Art sicherer Hafen für global handelnde Investoren.

Gleichzeitig scheint in den USA ...

Dienstag, 5. Juli 2016

Vielleicht ein Geschenk der Götter

Hin und her geht es am Aktienmarkt, die Kurse von Gold und Anleihen dagegen steigen. 
Das ist durchaus ein Warnsignal, dass die Korrektur beim DAX noch nicht zu Ende ist.

Vor zwei Wochen war hier zu lesen: „Vorsichtige Naturen warten mit Investments lieber den Tag der Brexit-Entscheidung ab.“ Wer diesen Rat beherzigt hat, tat gut daran. Es ging ja erst mal ordentlich abwärts. Und: Bei nüchterner Betrachtung der Börsenaktivitäten seit dem bedeutungsschweren Entscheid scheint klar — der damals erwähnte Aspekt des „Abwartens“, der gilt immer noch.
Es ist ja eine zweischneidige Angelegenheit. Der Sell-off erscheint einem fast wie ein Geschenk der Götter! Wer langfristig orientiert ist, der kann in diesen Tagen sein  Depot zu günstigen Preisen aufstocken. Ein Warren Buffett dürfte seine helle Freude haben. Allerdings — und das ist das große Aber — ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist. Was verschiedene Gründe hat.

Zum einen muss man differenzieren: Naturgemäß hat der Brexit stärkere Auswirkungen auf den europäischen Aktienmarkt als auf den amerikanischen. Wer es weniger volatil mag, kauft daher US-Aktien. Generell gilt aber, dass die Risikoprämien für Aktien seit dem Entscheid drastisch gestiegen sind. Es kommt einem fast ein wenig so vor, als habe man es mit einer leicht abgewandelten Wiederholung des europäischen Theaters des Jahres 2011 zu tun. Damals mit Griechenland als Protagonist, jetzt eben mit Großbritannien.

In den USA wiederum, da schienen die Dinge vor dem Brexit-Entscheid ja gar nicht so schlecht zu stehen. Indikatoren wie der ISM-Einkaufsmanagerindex, die Investitionsausgaben und das Konsumverhalten hatten sich allesamt ganz ordentlich entwickelt. Zudem geht es mit den Gewinnen der Unternehmen weit besser aufwärts als zuvor erwartet. Alles Aspekte, die eher für steigende Kurse sprechen. Es gibt sogar Stimmen, die meinen, dass ...