Dienstag, 25. Oktober 2016

Auftakt zur Jahresendrally

Die Börsen sollten bis Ende 2016 zulegen. Die neuesten Unternehmensergebnisse fallen im Schnitt klar besser aus als erwartet, und auch die Saisonalität spricht für Aktien.

Geht doch. Der DAX hat gleich zu Wochenbeginn ein neues Jahreshoch erreicht. Und der Dow Jones ist nicht weit davon entfernt. Das kommt gar nicht mal überraschend. Denn am grundlegenden Szenario hat sich ja nichts geändert. Auch wenn die vergangenen Monate geprägt waren von nervigem Seitwärtsgeschiebe. War doch bei etlichen Anlegern zunehmender Risikoappetit zu erkennen. So ging es mit Schwellenländeraktien zuletzt ordentlich aufwärts.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Maßnahmen der Notenbanken, was die Bekämpfung der Deflationsgefahren angeht, zumindest teilweise Erfolg haben. Auch was den Konjunkturzyklus angeht, sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Das war nicht von allen so erwartet worden. Vor allem Goldman Sachs und HSBC waren von richtig enttäuschenden Unternehmensergebnissen im dritten Quartal ausgegangen. Eine Meinung, der wir uns nicht anschließen wollten. Und das zu Recht. Etwa ein Viertel der 500 Unternehmen des amerikanischen S & P-Index haben bisher neue Gewinn- und Umsatzzahlen veröffentlicht. Und in beiden Kategorien wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Bei den Gewinnen beispielsweise fielen gleich 78 Prozent der Zahlen besser aus.

Mal sehen, ob der Trend für die restlichen drei Viertel der berichtenden US--Aktiengesellschaften anhält. Wenn ja, dann kann man tatsächlich von einer Rückkehr des Wachstums sprechen und vom Ende der Gewinnrezession, die wir eigentlich schon seit Ende 2014 beobachten — das heftige Hin und Her an den Börsen seit Mitte vorigen Jahres kommt ja nicht von ungefähr.

Einer Jahresendrally scheint eigentlich nichts im Wege zu stehen. Ein Indiz dafür ist, dass Anleger zunehmend von eher defensiven Branchen in eher zyklische umschichten. Weg von Versorgern und Telekommunikation hin zu ...

Dienstag, 18. Oktober 2016

Warten auf den 8. November

An der Börse tut sich nicht viel. Vielleicht ändert die Sitzung der EZB daran etwas. Vielleicht aber auch erst die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Monat. Ein Geduldsspiel.

Eine veritable Hängepartie ist das, was wir da beim DAX und beim Dow Jones nun schon seit vielen Wochen beobachten. Sowohl der deutsche wie auch der amerikanische Leitindex pendeln seitwärts, mit immer mal wieder größeren Aufs und Abs. Nachhaltig ist aber weder das eine noch das andere.

So richtig abwärts geht es nicht, weil es beim Geldanlegen kaum Alternativen gibt — zumindest nicht im festverzinslichen Bereich. Gleichzeitig gibt es aber auch keinen vernünftigen Schub nach oben. Dies wiederum mag daran liegen, dass in den USA die Anleger vielleicht erst die Präsidentschaftswahl abwarten wollen — also den 8. November. Und in Deutschland, tja, da lasten die Ungereimtheiten bei zwei prominenten DAX-Mitgliedern auf der Entwicklung des gesamten Index. Die Deutsche Bank hat bekanntlich rechtliche Probleme und Volkswagen ja auch schon seit längerer Zeit. Bis da nicht klar ist, was an Strafzahlungen letztlich fällig wird, sorgt das auch weiterhin für Druck beim DAX.

Und dann ist da noch das Dauerthema Leitzins. Oder besser ausgedrückt: das Dauerthema „monetäre Lockerungen aller Art“. Bei der anstehenden Zinssitzung der Europäischen Zentralbank EZB am 20. Oktober — also am Erscheinungstag dieser Ausgabe der BÖRSE ONLINE — wird es erneut darum gehen, wie es mit dem billionenschweren Anleihekaufprogramm denn nun weitergeht.

Vor allem in Deutschland zweifelt man ja an der Wirksamkeit der Aktionen und befürchtet langfristig negative Folgen. Dennoch dürfte das Gremium um EZB-Chef Mario Draghi nichts an den bisherigen Beschlüssen ändern und aller Voraussicht nach das Kaufprogramm um mindestens ein halbes Jahr verlängern. Ähnliches gilt für den Leitzins, der seit März auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt — und auf diesem Niveau wohl bleiben wird.

Allerdings — und das ist an der Börse schließlich immer besonders wichtig —könnte Draghi Hinweise auf mögliche Schritte im Dezember geben. Aber man wird sehen. Robert Halver von der Baader Bank hat dazu mal gewitzelt, die EZB stehe für „Einer zahlt bestimmt“.

Doch Scherze hin oder her: Die EZB wird wohl nicht umhin kommen, auch über den Jahreswechsel hinaus mit dem Anleihekaufprogramm weiterzumachen. Schließlich ....