Mittwoch, 28. März 2018

Ein Schritt vorwärts, zwei zurück

Der März war kein guter Börsenmonat. Die wichtigen Indizes haben alle stark korrigiert. Dafür gibt es gute und weniger gute Gründe. Im April könnte es aber wieder aufwärtsgehen.

Es sind vier Themen, die den Aktienmarkt stark belasten. Da sind die Zentralbanken, die sich an mehr „Normalität“ versuchen. Gut zu sehen ist das an der US-Notenbank Fed, die sich zuletzt „hawkish“ gezeigt hat, sich also strenger zur Lage der Dinge äußerte, als wir das gewohnt waren. Dazu kommt die Gefahr eines Handelskriegs, auch wenn etliche Länder und Regionen wie etwa die EU, Kanada und Mexiko zunächst von den US-Strafzöllen unberührt bleiben. China aber nicht! Die Unsicherheit zeigt sich zudem daran, dass sich gerade in Exportregionen wie der Eurozone oder Japan die Stimmung in den Unternehmen eintrübt.

Und schließlich belastet der Skandal um Facebook den Gesamtmarkt, da die Aktie in den zurückliegenden Monaten zu den treibenden Kräften an der Technologiebörse Nasdaq gehörte. Alles in allem kann man angesichts dieser Themen schon zweifeln, ob es mit dem globalen Wachstum denn so weitergeht wie gewohnt.

Allein die US-Börse verlor in Kalenderwoche zwölf mehr als sechs Prozent — das gab es schon lange nicht mehr. Die Börse ist damit zurück auf Februar-Niveau und ungefähr auf Höhe der 200-Tage-Durchschnitt-Linie — eine wichtige Marke, nicht nur für Charttechniker. Hält diese Unterstützung nicht, wird es kniffelig.

Trotz allem ...

Mittwoch, 21. März 2018

Alles wie gehabt – oder auch nicht

Die Kurse sind weiterhin im Korrekturmodus. Geht es etwa zu Ende mit dem Goldilocks-Umfeld? Mit der Kombination aus starkem Wachstum, moderater Inflation und niedrigen Zinsen? 

GroKo-Verhandlungen, Androhung eines Handelskriegs, Parlamentswahlen in Italien, Syrien-Krieg mit Beteiligung Russlands und der Türkei — die zurückliegenden Wochen waren eine echte Belastungsprobe für die Kapitalmärkte. Dass dann auch noch ein Tweet über die Entlassung des US-Außenministers Rex Tillerson für zusätzliche Volatilität sorgte, spiegelt die Nervosität am Aktienmarkt gut wider. Und als ob das alles nicht genug wäre, sorgte auch noch ein Datenskandal bei Facebook dafür, dass die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq am Montag ordentlich abrutschten. 

Allerdings wirken auch die europäischen Aktienmärkte momentan wie gelähmt. Etliche Investoren sind wegen der Androhungen der US-Regierung vorsichtig geworden und haben ihre Positionen reduziert. Immerhin scheint aber das letzte Wort nicht gesprochen zu sein — positiv ist, dass beide Seiten trotz aller Drohungen und Gegendrohungen wohl zu verhandeln gewillt sind. Es sollte in nächster Zeit also ruhiger um das Thema werden.

Dann sollten auch wieder jene Faktoren in den Mittelpunkt rücken, die mindestens genauso wichtig sind — vor allem die Profite der Unternehmen. So schlecht sieht es da nicht aus. Die Gewinne im breiten europäischen Index Stoxx 600 sind nach neuesten Berechnungen im Vergleich zum Vorjahr um 22,6 Prozent gestiegen, im DAX und im Euro Stoxx 50 sind es jeweils ungefähr 14 Prozent. Hält die Konjunkturdynamik an, dann sollten auch die künftigen Gewinne weiterhin steigen. Das sind eigentlich gute Nachrichten für das Börsenjahr.

Bleibt es also so wie gehabt? Werden die Aktienmärkte wie in den zurückliegenden Jahren weiterhin vom Goldilocks-Umfeld unterstützt und nach oben getrieben, also von starkem Wachstum bei gleichzeitig moderater Inflation und niedrigen Zinsen? Oder läuft die Zeit ...

Mittwoch, 14. März 2018

Eine halbwegs runde Sache

Den Strafzoll-Schock haben die Märkte offenbar bereits verdaut. Gute Konjunkturdaten  sorgen für einen abrupten Stimmungswechsel. Die Kurse haben sich deutlich erholt. 

Der aktuelle Konjunkturzyklus dauert bereits sehr lange an. Das bereitet so manchem Marktteilnehmer Sorgen. Zudem ging in der vergangenen Woche ein möglicher Handelskrieg mit den USA als Schreckgespenst an den Finanzmärkten um und gleichzeitig drückte weiter die Furcht vor steigenden Zinsen. So kam es zunächst zu Gewinnmitnahmen. Dann aber doch der Turnaround zum Wochenende.

Der kam so: Zum einen steht in Deutschland endlich die Koalition, was für eine gewisse Stabilität im Euroraum sorgen sollte. Zum anderen gab Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank EZB, bekannt, dass eine Fortsetzung der Niedrigzins-phase durchaus möglich ist. Gleichzeitig gab es positive Konjunkturmeldungen aus den USA, vor allem vom Arbeitsmarkt. Die Anzahl der Beschäftigten legte im Februar nämlich um 313 000 zu. Im Schnitt waren nur 205 000 erwartet worden. Und als ob dieser Stellenzuwachs an sich nicht schon genug der positiven Überraschung wäre, wurden die Zahlen für die beiden Vormonate um insgesamt 54 000 nach oben revidiert. Auch beachtenswert: Die derzeit als Inflationsindikator viel beachteten Stunden-löhne stiegen nur um 0,1 Prozent zum Vormonat. Insgesamt ist die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt also positiv und ein Indikator dafür, dass die Konjunktur weder zu „warm“ noch zu „kalt“ läuft.

Daher gehen Börsianer weiter davon aus, dass die Notenbank Fed im laufenden Jahr drei bis vier Zinsschritte wagen wird — und so nicht übers Ziel hinausschießt. Eine erste Anhebung im März ist dabei wohl schon in den Kursen enthalten und gilt als ausgemachte Sache.

Trotz aller Sorgen und Probleme muss sich der Konjunkturzyklus also noch nicht  zwangsläufig seinem Ende nähern. Dass der drohende ...

Mittwoch, 7. März 2018

Verbaler Rundumschlag

Der US-Präsident sorgt für Unruhe. Setzt er seine geplanten Strafzölle so um wie angedroht, wird es ungemütlich. Für die Weltkonjunktur und die Börsen. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Donald Trumps Strafzoll-Ankündigung war in der zurückliegenden Woche natürlich ein Schock für die Märkte — auch wenn der Plan nicht ganz unerwartet kam. Schock deswegen, weil man aus der Vergangenheit weiß, dass Handelskriege immer einen dämpfenden Effekt auf das globale Wirtschaftswachstum haben. Es fällt auch dieses Mal schwer, positive ­Aspekte zu finden.

Die US-Handelspolitik ist natürlich nur ein Teilbereich der Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung. Ebenso wichtig ist die Fiskalpolitik und schließlich — via Notenbank Fed — die Geldpolitik. Alle drei Bereiche sind gewaltig in Bewegung. Wie sich das alles in Summe auswirkt, ist daher nur schwer einzuschätzen. Was wird etwa die Fed tun, angesichts der massiven Steuererleichterungen gepaart mit den neuen protektionistischen Maßnahmen?

Interessanterweise hat die Notenbank das Thema einer Rede des Gremiummitglieds Lael Brainard umbenannt. Statt „Geldpolitische Maßnahmen, wenn aus Gegenwind Rückenwind wird“ heißt es plötzlich schön neutral: „Konjunktureller ...