Mittwoch, 25. April 2018

Keine Angst vorm Sommerloch

Der Start in die Berichtssaion ist erfreulich. Wegen der guten Unternehmensgewinne treten belastende Faktoren einstweilen in den Hintergrund. So kann es in den kommenden Monaten weitergehen .

Wir hatten es kommen sehen: Kaum ist das Thema Handelskrieg aus den Schlagzeilen verschwunden, geht es an der Börse wieder um Substanzielles. Unternehmensgewinne und die Richtung der Geldpolitik, das sind die Faktoren, die es zu beachten gilt.

Und Ersteres ist weiterhin erfreulich. Zwar ist die Quartalsberichtssaison noch recht jung, und allzu viele Zahlen sind noch nicht veröffentlicht worden, jedoch stimmt die Tendenz: Rund 80 Prozent der US-Unternehmen haben bislang die Gewinn-erwartungen übertroffen und 70 Prozent die Umsatzprognosen. Das sorgt für eine gewisse Kauflaune an den Märkten.

Mit ansonsten nur wenigen makroökonomisch relevanten Ereignissen tritt also die Mikroökonomie wieder in den Vordergrund. In den USA fielen dabei die großen Banken mit einem deutlichen Gewinnanstieg positiv auf. Auch die Technologiewerte überzeugten bislang, sogar die zuletzt arg gebeutelten FANG-Aktien: Facebook, Amazon, Netflix und Google. Hinzu kamen noch News anderer US-Schwer-
gewichte wie Johnson & Johnson oder American Express, die alle zufriedenstellende Ergebnisse präsentierten. Allerdings ist auch klar, dass die Unternehmen unbedingt liefern müssen. Die positiven Effekte der Steuerreform sind doch zumindest schon teilweise in den Kursen enthalten.

In Europa waren die Meldungen breiter gestreut, jedoch insgesamt ebenfalls erfreulich. Danone übertraf beispielsweise ebenso wie ASML deutlich die Erwartungen, Nestlé und Pernod Ricard vermeldeten ebenfalls gute Zahlen.

Dennoch sind die Umstände im Jahr 2018 auch weiterhin eine Herausforderung, weit mehr als das fast schon reibungslose Umfeld im vergangenen Jahr. Vor allem das Thema Inflation wird wichtig bleiben und das damit verbundene Zinsrisiko. Dass die Renditen im Anleihebereich zu Beginn des Jahres so schnell und deutlich gestiegen sind, zeigt die große Nervosität an den Märkten. Zuletzt waren es die gestiegenen ...

Mittwoch, 11. April 2018

Viel Lärm um wenig


Fast scheint es so, als ob nur noch Nachrichten rund um die Handelspolitik der US-Regierung das Auf und Ab an den Börsen bestimmen. Dabei scheinen sie die ganze Aufregung gar nicht wert zu sein.

An der Börse geht es immer wieder auch darum, die wichtigen Nachrichten von den unwichtigen zu trennen. Man muss als Anleger den Lärm herausfiltern, das Hintergrundrauschen. Sonst verpasst man, was langfristig wirklich zählt. Auch der altgediente Börsenprofi Alfons Cortés von der Schweizer Unifinanz Trust sieht die Gründe in der aktuellen Verunsicherung an den Märkten in einer übergroßen „Nachrichtensensitivität“. Zu viel Lärm. Viel zu viel.

Ausgelöst durch die Politik, die enorme Beachtung bekommt, weil an zahlreichen Orten neue Töne angeschlagen werden. Statt mit dem bisher bekannten Rechts-links-Schema habe man es jetzt mit „Inklusivisten“ zu tun und mit „Exklusivisten“. Gefährlich seien dabei Letztere, weil es danach aussehe, dass sie den Konsensus aufkündigten, der in den westlichen Demokratien über sieben Jahrzehnte zu Wohlstand und Stabilität beigetragen habe, so Cortés. Dabei geht es um Gruppierungen wie Cinque Stelle und Lega in Italien oder die Populisten in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland — oder eben auch um die Regierung in den USA. Ihnen gemeinsam sei die Idee des Rückzugs von Institutionen sowie das Aufkündigen von Gepflogenheiten — die Handelspolitik ist dabei nur ein Beispiel.

Das, sagt Cortés, lähmt die Börse. Und sorgt für Angst. Bislang ist es aber dabei so, dass weder Bären noch Bullen den Sieg davontragen. Ein Crash sei daher durchaus möglich. Ein heilender Schock, seiner Meinung nach. Er könnte den Nachrichtenüberschuss relativieren und den Blick wieder freimachen für das Wesentliche.

Interessante Gedanken. Aber vielleicht geht es auch ohne Crash. An der Börse wird negativen Nachrichten irgendwann schließlich ...

Mittwoch, 4. April 2018

Osterbären und Aprilscherze

Spaßig ist das gerade nicht an der Börse. Aktuell sorgen sehr viele Nachrichten fast schon für Verkaufspanik. Jetzt müssen gute Gewinnzahlen her, damit sich der Markt wieder fängt.

Wer gewinnt die Oberhand an den Märkten? Die Bären? Oder bekommen doch wieder die Bullen die Dinge in den Griff? In den zurückliegenden Wochen gab es sicherlich genügend belastende Faktoren, die für die Bären sprechen. Fundamental wie technisch. Die großen Techaktien beispielsweise, die auch lange zum starken Momentum der Börsen beigetragen haben, sind angeschlagen. Da geht die Sorge vor drastischer -Regulierung um. Es wundert nicht: Zuletzt war die Marktkapitalisierung im Tech-bereich größer als zur Bubble-Zeit Anfang der Jahrtausendwende.

Sollten die großen Techaktien nun als Zugpferde für die Börse ausfallen, müssten andere einspringen. Was gar nicht mal so unmöglich ist. Zuletzt haben zum Beispiel die mittelgroßen und kleinen Werte im Technologiebereich eine Art Führungsrolle übernommen. Gut zu sehen ist das am Nasdaq 100, weil in diesem Index alle Aktien gleich gewichtet sind. Und der lief zuletzt besser als jene Indizes, in denen die Bluechips den Ton angeben.

Ebenfalls einspringen könnten klassische Industrie-Aktien, da zuletzt die Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter — etwa Maschinen oder Gebäude — deutlich zulegten. Insgesamt ist es nach wie vor so, dass die Gewinnaussichten für die Unternehmen allgemein rosig sind. Es gibt sie also doch, die Argumente, die für ein Comeback der Bullen sprechen.

Damit es aber nicht zu einfach wird,   ist auch die Liste der Argumente für die Pessimisten nicht schlecht gefüllt. Hauptargument ist hier nach wie vor der Zins. Genauer gesagt: die strengere Geldpolitik und die Aussicht auf weitere Leitzinserhöhungen gerade in den USA.

Dazu kommen politische Sorgen. Zum einen der Handelsstreit, bei dem China 128 US-Produkte mit Zöllen von 15 bis 25  Prozent belegt hat. Kein Aprilscherz. Das belastete die Märkte noch mal richtig. Zuletzt sah es fast nach Verkaufspanik aus. Da muss jetzt eigentlich eine Gegenreaktion nach oben kommen.

Ein weiterer Faktor, der den Börsianern nicht schmeckt, ist ...