Mittwoch, 5. September 2018

Das große Driften

Dass sich die Weltwirtschaft inzwischen je nach Region sehr unterschiedlich entwickelt, sorgt für große Turbulenzen, speziell an den Devisenmärkten. Das ist auch für die Aktienmärkte gefährlich.

Man hört es immer öfter: Die Börsen stünden höchstwahrscheinlich vor einem zyklischen Hoch. Die Party sei bald vorbei. Und es gibt durchaus gute Argumente dafür, etwa das weltweite Auseinanderdriften der Märkte: Die Konjunktur in den USA läuft deutlich besser als in anderen wichtigen Regionen, was zu einer gewissen Instabilität führt. Hier wieder ein Gleichgewicht zu finden ist diffizil: Entweder das Tempo der US-Wirtschaft verlangsamt sich, und/oder das Wachstum in China und dem Rest der Welt zieht deutlich an. Im Moment jedoch sieht es weder nach dem einen noch nach dem andern aus. Die Stärke der amerikanischen Wirtschaft und des Dollar bekommen dabei aktuell weniger die USA selbst als vielmehr alle anderen Länder auf dem Globus zu spüren — vor allem diejenigen, die hohe Dollarschulden aufweisen, was auf die meisten Schwellenländer zutrifft.

Dass Währungen wie der argentinische Peso und die türkische Lira in kurzer Zeit 40 bis 60 Prozent ihres Werts verloren haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Der starke Greenback jedenfalls dürfte dazu führen, dass die Notenbanken außerhalb der USA über kurz oder lang straffere geldpolitische Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Längerfristig wiederum scheint eine Verlangsamung des US-Wachstums wahrscheinlicher als ein Aufleben der chinesischen oder europäischen Wirtschaft. Zumindest zeigen das die Frühindikatoren derzeit so an. Das Problem: Wenn die US-Notenbank die Geldpolitik nun deut-licher strafft als bisher angenommen, um  höherer Inflation vorzubeugen, könnte das zwei unangenehme Folgen haben — der Dollar wird noch teurer, und gleichzeitig nimmt die Dollarliquidität ab.

Aktuell indes herrscht in den USA noch eitel Sonnenschein. Da profitieren ...