Donnerstag, 20. September 2018

Die Macht der zwei Kom­po­nen­ten

Die Märkte tendieren weiterhin eher seitwärts. Die Gründe dafür sind bekannt. Wobei viele Anleger derzeit die negativen Aspekte höher bewerten als die positiven.

Von der Ruhe, die im vergangenen Jahr die Märkte dominierte, ist in diesem Jahr wenig geblieben. Vielleicht auch kein Wunder: Viele Aktien sind recht hoch bewertet und notieren gleichzeitig -gerade an der US-Börse -nah an ihren Rekordständen. Externe Faktoren bringen die Märkte dann schneller aus dem Gleichgewicht, als Anleger es in den vergangenen Jahren gewohnt waren.

Gemeint ist dabei vor allem die Krise im Welthandel, die immer neuen Zölle und Beschränkungen. Gerade weil man sich keinen rechten Reim auf die gegenseitigen Drohungen im Handelsstreit machen kann, nehmen die Schwankungen der Märkte zu. "Jede Seite stellt die andere auf die Probe und testet die Schmerzgrenze aus, um die eigentlichen Ziele zu erkennen. Das irritiert die Märkte", sagt beispielsweise Matt Miller, Volkswirt von Capital Group.

Das zweite Problem sind die Bewertungen. Unter Investoren steigt die Sorge, dass es deswegen irgendwann zu einer deutlicheren Korrektur ...

Donnerstag, 13. September 2018

Ein Schritt vorwärts und zwei zurück

Die Probleme werden nicht weniger: Handelskonflikte, Währungskrisen, Italiens Schuldenberg. Darunter leiden aber nicht alle Märkte -vor allem US-Aktien halten sich gut.

Es ist wie in den Wochen zuvor: Die Börse New York hält sich gut, die Märkte in Europa dagegen schwächeln. Euro Stoxx und DAX sind inzwischen an charttechnisch wichtigen Punkten ankommen: Fallen die Indizes weiter, sieht es nicht gut aus; halten die Unterstützungen, darf man noch einmal Hoffnung schöpfen für den Rest des Jahres.

Dass die Kurse wackeln, liegt sicher auch daran, dass entscheidende Termine anstehen: vor allem die Brexit-Verhandlungen im Vorfeld des EU-Gipfels, der wiederum am 20. September stattfindet. Außerdem hält die Europäische Zentralbank (EZB) eine Sitzung ab, parallel zum Erscheinen dieses Heftes. Allerdings dürfte es dabei wenig Neues geben. Vor allem sind Zinserhöhungen nach wie vor nicht zu erwarten. Die EZB bleibt auf Kurs.

Desgleichen die US-Notenbank Fed. Die dürfte Ende des Monats den Leitzins um einen weiteren Viertelpunkt nach oben setzen. Die Wirtschaft läuft schließlich immer noch sehr gut – neuestes Indiz hierfür ist der Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf den höchsten Stand seit Mai 2004. Dazu kommt, dass ein viel beachteter Optimismus-Index für kleinere Unternehmen auf dem höchsten Stand seit 1983 notiert.

Das sollte sich auch weiterhin positiv auf den Gewinntrend ...

Mittwoch, 5. September 2018

Das große Driften

Dass sich die Weltwirtschaft inzwischen je nach Region sehr unterschiedlich entwickelt, sorgt für große Turbulenzen, speziell an den Devisenmärkten. Das ist auch für die Aktienmärkte gefährlich.

Man hört es immer öfter: Die Börsen stünden höchstwahrscheinlich vor einem zyklischen Hoch. Die Party sei bald vorbei. Und es gibt durchaus gute Argumente dafür, etwa das weltweite Auseinanderdriften der Märkte: Die Konjunktur in den USA läuft deutlich besser als in anderen wichtigen Regionen, was zu einer gewissen Instabilität führt. Hier wieder ein Gleichgewicht zu finden ist diffizil: Entweder das Tempo der US-Wirtschaft verlangsamt sich, und/oder das Wachstum in China und dem Rest der Welt zieht deutlich an. Im Moment jedoch sieht es weder nach dem einen noch nach dem andern aus. Die Stärke der amerikanischen Wirtschaft und des Dollar bekommen dabei aktuell weniger die USA selbst als vielmehr alle anderen Länder auf dem Globus zu spüren — vor allem diejenigen, die hohe Dollarschulden aufweisen, was auf die meisten Schwellenländer zutrifft.

Dass Währungen wie der argentinische Peso und die türkische Lira in kurzer Zeit 40 bis 60 Prozent ihres Werts verloren haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Der starke Greenback jedenfalls dürfte dazu führen, dass die Notenbanken außerhalb der USA über kurz oder lang straffere geldpolitische Rahmenbedingungen schaffen müssen.

Längerfristig wiederum scheint eine Verlangsamung des US-Wachstums wahrscheinlicher als ein Aufleben der chinesischen oder europäischen Wirtschaft. Zumindest zeigen das die Frühindikatoren derzeit so an. Das Problem: Wenn die US-Notenbank die Geldpolitik nun deut-licher strafft als bisher angenommen, um  höherer Inflation vorzubeugen, könnte das zwei unangenehme Folgen haben — der Dollar wird noch teurer, und gleichzeitig nimmt die Dollarliquidität ab.

Aktuell indes herrscht in den USA noch eitel Sonnenschein. Da profitieren ...