Donnerstag, 13. September 2018

Ein Schritt vorwärts und zwei zurück

Die Probleme werden nicht weniger: Handelskonflikte, Währungskrisen, Italiens Schuldenberg. Darunter leiden aber nicht alle Märkte -vor allem US-Aktien halten sich gut.

Es ist wie in den Wochen zuvor: Die Börse New York hält sich gut, die Märkte in Europa dagegen schwächeln. Euro Stoxx und DAX sind inzwischen an charttechnisch wichtigen Punkten ankommen: Fallen die Indizes weiter, sieht es nicht gut aus; halten die Unterstützungen, darf man noch einmal Hoffnung schöpfen für den Rest des Jahres.

Dass die Kurse wackeln, liegt sicher auch daran, dass entscheidende Termine anstehen: vor allem die Brexit-Verhandlungen im Vorfeld des EU-Gipfels, der wiederum am 20. September stattfindet. Außerdem hält die Europäische Zentralbank (EZB) eine Sitzung ab, parallel zum Erscheinen dieses Heftes. Allerdings dürfte es dabei wenig Neues geben. Vor allem sind Zinserhöhungen nach wie vor nicht zu erwarten. Die EZB bleibt auf Kurs.

Desgleichen die US-Notenbank Fed. Die dürfte Ende des Monats den Leitzins um einen weiteren Viertelpunkt nach oben setzen. Die Wirtschaft läuft schließlich immer noch sehr gut – neuestes Indiz hierfür ist der Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf den höchsten Stand seit Mai 2004. Dazu kommt, dass ein viel beachteter Optimismus-Index für kleinere Unternehmen auf dem höchsten Stand seit 1983 notiert.

Das sollte sich auch weiterhin positiv auf den Gewinntrend ...
der amerikanischen Unternehmen auswirken. Trotzdem sollte man nicht zu optimistisch sein. Der Nasdaq- ndex beispielsweise schwächelte zuletzt und hält sich gerade noch so über der kurzfristig relevanten Unterstützung der 50-Tage-Linie. Hier gilt dasselbe wie bei DAX und Euro Stoxx: Hält die Unterstützung, darf man noch einmal Hoffnung schöpfen für den Rest des Jahres.

Dass das Risiko wohl zugenommen hat, zeigt auch der von der Citigroup veröffentlichte "Macro Risk Index", der die internationale Börsenstimmung ganz gut wiedergibt. Werte über 0,5 Punkte bedeuten Risikoabneigung, Werte darunter Risikofreude. Aktueller Stand: 0,6 Punkte. Euphorisch ist anders. Richtig negativ aber auch. Die Zurückhaltung an den Aktienmärkten könnte also durchaus noch eine Weile anhalten.

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