Mittwoch, 28. November 2018

Aktienrückkäufe und die Folgen

Zuletzt haben sich die Kurse zwar wieder etwas erholt, doch die Korrektur der zurückliegenden Wochen war heftig. Sogar an der US-Börse, die sich in diesem Jahr anfangs noch am besten gehalten hatte. Über Ursachen und Wirkungen.

Es dreht sich gerade viel an den Märkten. Beispiel USA: Die Wall Street konnte sich lange gegen den Abwärtstrend wehren, der im Verlauf des Jahres viele Märkte erfasst hat. In den vergangenen Wochen traf es US-Aktien dafür umso heftiger. Vor allem an der Nasdaq ging es deutlich abwärts. Bisherige Anlegerlieblinge wie Facebook oder Amazon verloren über 20 Prozent, bei Apple war es fast so schlimm. Bemerkenswert, weil dies die bisherigen Antreiber der Aktienrally waren.

Im Gegensatz dazu hielten sich Titel aus eher traditionellen Branchen wie American Express oder Coca-Cola sehr gut. Haben wir es hier also mit der üblichen — und durchaus gesunden — Branchenrotation zu tun, die zum Auf und Ab der Börse einfach dazugehört? Werden teure Aktien verkauft und stattdessen Value-Titel aufgestockt?

In einem gewissen Maß ist das sicher so. Aber eben nicht ausschließlich. Tech­unternehmen haben auch deswegen stark zur Rally beigetragen, weil ...
sie sich besonders bei Aktienrückkäufen hervorgetan haben. Und dieser Trend nimmt anscheinend ab. „In den zurückliegenden vier Jahren waren die US-Unternehmen selbst die Hauptkäufer von US-Aktien. Ausländische Anleger kauften nur halb so viel“, schreibt Olivier de Berranger, Chefinvestor beim Vermögensverwalter La Financière de l’Echiquier in seinem Marktausblick.

Nun könnte aus zwei Gründen weniger gekauft werden. Zum einen floss durch die US-Steuerreform bisher Geld aus dem Ausland zurück, das in Aktienrückkäufe gesteckt wurde — diese Maßnahme läuft jedoch aus. Zum anderen haben sich US-­Unternehmen angesichts der niedrigen Zinsen bisher teilweise sogar verschuldet, um den Rückkauf ihrer eigenen Aktien zu finanzieren. Das wird schwieriger werden, weil der Verschuldungsgrad der Unternehmen stark zugenommen hat und die steigenden Zinssätze solche Maßnahmen zunehmend unattraktiv machen.

Insgesamt steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktienrückkäufe im kommenden Jahr rückläufig sein werden. Ein wichtiger Faktor, der die Kurse bislang stützte, verliert daher an Wirkung

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