Dienstag, 13. November 2018

Alte Probleme, neue Hoffnungen

War es das schon mit der Erholungsrally nach den Wahlen in den USA? Die Kurse sind wackelig – in Europa wie in Übersee. Die Stimmung der Börsianer ist so schlecht wie selten zuvor. Da kann es eigentlich nur besser werden.

Die Stimmung an der Börse ist weiter mies. Schon der Start in die Handelswoche war miserabel — nach eigentlich gutem Beginn ging es beispielsweise beim DAX um 1,8 Prozent abwärts. Ähnlich sah es an der US-Börse aus. Nach einem deutlichen Minus notiert der breite Aktienindex S & P 500 nun wieder unter seiner 200-Tage-Linie. Die Rally nach der überstandenen US-Wahl scheint passé.

Doch woran liegt es? Es herrscht Unsicherheit an allen Orten. Angefangen bei den Unternehmen, die zuletzt doch eigentlich eher mit guten Nachrichten aufwarten konnten. Nicht so in dieser Woche. Besonders Techwerte kamen unter Druck: Bei Infineon waren Anleger mit dem Autogeschäft nicht zufrieden, bei SAP sei die Übernahme von Qualtrics zu teuer (siehe Seite 8) und bei Apple belasteten Gerüchte, dass ein Zulieferer für Gesichtserkennungstechnologie die schwache Nachfrage eines „wesentlichen“ Kunden beklagte.

Auch das Auf und Ab beim Ölpreis ...
sorgt nicht gerade für Stabilität. Am Wochenende hatte der saudische Ölminister Al-Falih noch laut über eine Produktionskürzung der OPEC nachgedacht, um den jüngsten Preisverfall zu stoppen. Dies half allerdings nicht, weil US-Präsident Donald Trump postwendend mitteilte, er hoffe, es komme nicht zu solchen Kürzungen.

Die Probleme sind also die bekannten. Auch die Themen Italien und Brexit sind weiter im Fokus: So deutet nichts darauf hin, dass Italien im Haushaltsstreit mit der EU einlenkt. Und die Hängepartie um einen Brexit-Deal hält ebenfalls an. Mit Folgen für die Währungen. Der Euro etwa verlor weiter an Wert gegenüber dem Dollar. Die Marke von 1,12 Dollar bedeutet den niedrigsten Stand seit Juni 2017.

Außerdem sollte der sino-amerikanische Handelsstreit nicht vergessen werden. Allerdings sind hier die Erwartungen, was einen konstruktiven Ausgang angeht, derart niedrig, dass ein möglicher positiver Ausgang der Börse überraschenden Auftrieb geben könnte. Frei nach dem Motto: Schlimmer als jetzt kann es mit der Stimmung an den Börsen nicht mehr werden. Angeblich wird schon in den kommenden Tagen weiterverhandelt.

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