Donnerstag, 25. April 2019

Mein Name ist Hase ...

Die Berichtssaison startet – wichtige Wochen für die Börsen. Die Erwartungen sind nicht allzu hoch. Das lässt Raum für positive Überraschungen. Bringt das der Rally mehr Schub?

Jetzt gilt’s: An der Weltleitbörse in den USA stehen alle drei wichtigen Indizes im Bereich ihrer Allzeithochs: Dow Jones, S & P 500 und auch der Nasdaq 100. Gelingt also nun der nachhaltige Ausbruch nach oben, oder scheuen die Anleger die Hürde und es kommt noch einmal zu einem ordentlichen Kursrücksetzer?

Hierzulande läuft es ebenfalls gut — auch wenn die absoluten Rekordstände beim DAX noch ein gutes Stück entfernt sind. Immerhin knackte der deutsche Leit-index in der vergangenen Woche immer neue Jahreshöchstwerte. Am Gründonnerstag etwa notierte der Index so hoch wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Viel wird jetzt davon abhängen, wie die Ergebnisse der Berichtssaison ausfallen. Zahlreiche Konzerne dies- und jenseits des Atlantiks werden ihre Quartalsberichte vorlegen (siehe Termine rechts unten).Interessant dürfte dabei aber vor allem der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr sein. Und da die Anleger in Sachen Berichtssaison eher pessimistisch eingestellt sind, besteht durchaus Potenzial für positive Überraschungen und damit für Kursgewinne.

Was die Rahmenbedingungen angeht, also die wirtschaftspolitischen Faktoren, sieht es derweil gar nicht so schlecht aus: Nach wie vor verfolgt die Europäische Zentralbank EZB eine ultralockere Geldpolitik. Ähnlich sieht es in den USA aus, mit der dortigen „Wende der Zinswende“.

Und was die Risiken angeht, die sich aus dem Brexit und dem Handelsstreit zwischen China und Amerika ergeben, so scheint dies inzwischen in den Börsenkursen „eingepreist“ zu sein. Außerdem dürfte vor allem letzteres Problem — wann auch immer — gelöst werden, schließlich will US-Präsident Donald Trump im kommenden Jahr wiedergewählt werden. Also wird er wohl Kompromisse finden, um seine Chancen nicht zu schmälern.

Dass die OECD ihre Wachstumspro-gnosen zuletzt deutlich gesenkt hat, für Deutschland, für viele europäische Länder und auch für die Wachstumslokomotive China, spielt derweil an der Börse spannenderweise kaum eine Rolle. Vielleicht, weil man dort vorausblickt und bereits den nächsten konjunkturellen Aufschwung kommen sieht?

„An den Aktienmärkten sehen wir den Kampf zwischen einer Liquiditätshausse und einer Fundamentalbaisse“, findet ...

Dienstag, 16. April 2019

Geduld, das Beste kommt noch

Die Börsen halten sich weiterhin gut. Auch weil die Notenbanken Ruhe geben und die Leitzinsen stagnieren. Jetzt kommt vieles auf die neuesten Gewinn- und Umsatzzahlen der Unternehmen an.

Larry Kudlow, der Berater von US-Präsident Donald Trump in Wirtschaftsfragen, hat neulich Drastisches zum Thema Leitzinsen von sich gegeben: „Ich glaube nicht, dass die Zinsen in absehbarer Zukunft steigen werden“, so der 72-Jährige. „Vielleicht steigen sie sogar nie mehr, solange ich noch lebe.“ Nun muss man wissen, dass Kudlow einst Moderator beim TV-Sender CNBC war und Lautsprecherei zu seinem Hand- respektive Mundwerk gehört. Deftig bleibt die Aussage dennoch, ganz egal, wie hoch seine ganz persönliche Lebenserwartung nun sein mag.

Pikant ist das Ganze aber auch deswegen, weil „der Markt“, also der Durchschnitt an Meinungen und Handlungen der Akteure am Zins- und Anleihemarkt, den so pointierten Herrn Kudlow bestätigt. Kurz gesagt: Am Leitzins tut sich bekanntlich seit dem Jahreswechsel nichts mehr, weil die US-Notenbank Fed seither „geduldig“ sein will. Parallel fallen die Renditen für Anleihen mit langen Laufzeiten, was man so deuten kann, dass die Anleger eher von einer Verlangsamung der Konjunktur ausgehen — und damit sogar von einem weiteren Sinken des allgemeinen Zinsniveaus. Sie kaufen konsequenterweise längerfristige Staatsanleihen, wodurch deren Renditen fallen.

Nun ist Kudlow aber nur der Berater des Präsidenten und nicht ein Teil des Fed-Offenmarktausschusses, des entscheidenden Gremiums in Sachen Leitzins. Und genau der sieht die Sache naturgemäß etwas differenzierter. Aktuell seien die Faktoren, die man dort besonders im Auge behält, „neutral“ — der US-Arbeitsmarkt, die Stimmung der Unternehmen sowie die globale Stabilität insgesamt. Ergo: kein Handlungsbedarf.

Bei näherer Betrachtung zeigen diese Faktoren aber auch, dass sich die Konjunktur in diesem Jahr wohl nicht verlangsamen wird. Im Gegenteil: Ein Risiko ...