Donnerstag, 13. Februar 2020

Verrückte Zeiten

Coronavirus hin oder her, die Börsen sind wieder im Normalmodus. Es geht weiter nach oben, vor allem an der Nasdaq. Der Optimismus ist teilweise exzessiv und mahnt zu etwas mehr Vorsicht.

An der Wall Street, so hört man, sind die „Animal Spirits“ zurück, also die tierischen Instinkte, die Gier. Die Angst vor dem Coronavirus ist bei den Börsianern offensichtlich so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht war. Der Nasdaq Composite erreichte ein neues Allzeithoch, ebenso der Dow Jones und der S & P 500. Hierzulande notiert der DAX im Bereich eines neuen Rekords, während in China sich die Kurse zumindest stabilisiert haben (siehe Seiten 24 bis 26).

Geholfen hat in letzterem Fall Chinas Notenbank: mit frischer Liquidität genauso wie mit dem Verbot von Leerverkäufen und anderen Maßnahmen, um Großinvestoren vom Verkaufen abzuhalten.

In den USA ziehen vor allem Technologieaktien, die fast ein Viertel der gesamten Marktkapitalisierung ausmachen, den Markt nach oben. Ebenso Mega Caps, also die ganz großen Unternehmen mit mehreren Hundert Milliarden Dollar Marktkapitalisierung. Manche Notierungen, wie etwa der Kurs von Tesla, verlaufen dabei geradezu parabelförmig. Das ist ein Zeichen für exzessiven Optimismus. Also ein Warnsignal. Aber um es mit den Worten des legendären technischen Analysten Bob Farrell zu sagen: „Parabelförmige Kursverläufe steigen normalerweise weiter, als man glaubt. Allerdings korrigieren sie niemals seitwärts.“ Ein deftiger Absturz ist bei solchen Aktien also schon programmiert.

Die Frage ist also, an welchem Punkt der Zeitachse wir uns befinden...

Freitag, 7. Februar 2020

Kommt’s jetzt richtig dicke?

Der DAX ist – vorübergehend – zurück Richtung 13 000er-Marke gefallen, auch der Dow und der Nasdaq Composite haben – vorüberghend – an Boden verloren. Vor allem wegen China. Aber auch, weil der Brexit neue Fragen aufwirft.

Die Märkte sind im Korrekturmodus. Was nicht sonderlich verwundert, es kommt schließlich viel zusammen derzeit. Angefangen mit China. Da ist das Coronavirus, durch das sich die Regierung genötigt fühlt, ganze Millionenstädte abzuriegeln und Unternehmen wie Apple veranlasst, ihre Läden dichtzumachen und Mitarbeiter abzuziehen. Zudem ist laut Nachrichtenagentur „Reuters“ auf einer Hühnerfarm der Region Hunan, einer Nachbarprovinz des Corona-Epizentrums Hubei, die Vogelgrippe ausgebrochen — noch ein Einzelfall wohlgemerkt. Nicht zu vergessen: China leidet nun schon seit zig Monaten unter der Schweinegrippe.

Das hinterlässt Spuren in der chinesischen Konjunktur, zumal man gleichzeitig noch einen handfesten Handelskonflikt mit den USA austrägt, dessen endgültige Beilegung noch viel Kraftanstrengung erfordern wird. Wie ernst das Problem in Pekings Regierungskreisen genommen wird, zeigt die chinesische Zentralbank. Die stellt der heimischen Wirtschaft wegen des Virusausbruchs zusätzlich zur ohnehin laxen Geldpolitik weitere finanzielle Mittel zur Verfügung. Außerdem haben die Wertpapierbehörden bis auf Weiteres Leerverkäufe untersagt.

Für Unruhe sorgen die chinesischen Sorgen natürlich auch im Rest der Welt. An den Finanzmärkten ...